Der richtige Ton

Liam Gallagher ist jetzt Jazz

Ich! war! auf! einem! Konzert! Mein erster Konzertbesuch seit Wanda im Februar 2020 bzw. seit einem klassischen Konzert im Sommer 2020. Und es fühlte sich großartig an!

In Stuttgart fand im September tatsächlich das Jazz Open 2021 statt und hatte dafür Liam Gallagher eingeladen – wo auch immer die Verbindung von ihm zu Jazz ist. Aber was würde für mich besser passen, als mit dem ehemaligen Oasis-Frontmann die ewig lange Konzertpause zu beenden? Bis zum Schluß hatte ich befürchtet, es könne noch etwas dazwischen kommen. Seien es neue Corona-Regeln, Lokführer-Streiks oder Eskapaden des Protagonisten, aber am Ende stand er tatsächlich auf der Bühne und es blieb sogar trocken.

Der Zugang zum Gelände war durch die 3G-Regeln beschränkt, auf dem Gelände selbst war Maskenball angesagt und wurde von den Ordnern auch freundlich immer wieder angemahnt. Besonders voll war es jedoch nicht, im Stehplatzbereich stand man sehr luftig, selbst im Front of Stage Bereich, in dem ich war. Und ein Blick auf die dahinterliegende Sitzplatztribüne offenbarte äußerst viele leere Plätze.

Den Auftakt des Abends machte Imelda May, von der ich ehrlich gesagt noch nie etwas gehört hatte, aber wohl schon seit einigen Jahren im Geschäft ist. Ihre Musik gefiel mir aber ganz gut, ein würdiger Aufgalopp für mein persönliches Live-Comeback. Allerdings hätte sie durchaus ein paar mehr Augen und Ohren im Publikum verdient gehabt.

Als Liam Gallagher zu den Klängen von Fuckin‘ in the Bushes die Bühne betrat, verschwanden viele Masken endgültig in den Taschen, meine ehrlicherweise auch. Und als er dann Hello sang mit It’s Good to be Back war die Live-Musik für mich endgültig zurück und mir wurde wieder klar, was ich die letzten anderthalb Jahre vermisst hatte. Der Anfang des Sets gehörte den alten Oasis-Klassikern und es war Karaoke für alle, die mit den Songs vor mittlerweile 25 Jahre aufgewachsen sind.

Danach spielte er Songs von seinen beiden Soloalben, zu denen es erwartungsgemäß etwas ruhiger wurde und sich das Publikum nicht ganz textsicher zeigte, vom Hardcore-Kern vorne mal abgesehen. Dabei sind es keine schlechten Songs, Wall of Glass und Shockwave kommen live schon ganz gut. Wenn danach aber direkt Cigarettes & Alcohol und Stand By Me läuft (eines der Highlights der Show), gehen die neuen Sachen aber trotzdem etwas unter.

Das letzte Drittel brachte dann wieder die ganz großen Songs. Angefangen mit Once, Gallaghers wohl bestem Solosong und für mich eines der besten Lieder der letzten Jahre überhaupt, folgten noch Supersonic und das ewig junge Live Forever, die Roll With It in die Mitte nahmen. Der erste Konzertabend seit anderthalb Jahren endete schließlich mit dem eigentlich schon totgespielten Wonderwall, das aber zumindest live immer noch begeistern kann. Damit wurden wir schließlich in die Nacht entlassen.

Die komplette Setlist von den Jazz Open (die eingebetteten Videos stammen von anderen Auftritten):

Die Setlist war damit etwas kürzer als bei seinen Festival-Auftritten in England, viele Songs seiner Zugabe sind ins reguläre Set gewandert, aber gut – dafür war es auch ein deutlich kleineres Publikum. Zufrieden war ich trotzdem. Sehr.

2 Kommentare

  • Nicole

    Ich kann mir deine Freude gut vorstellen, gerade wenn man regelmäßig auf Konzerten war, dann hat einem da was gefehlt. Mir ging es ja mit anderen Sachen auch so. Wobei man das nun auch alles etwas mehr zu schätzen weiß, als davor :D. Aber freut mich, dass du einen schönen Abend hattest und das auch stattfinden konnte. Für die KünstlerInnen ja auch eine schöne Sache.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.

    Nee ich bin da damals zeitlich tatsächlich nicht dazu gekommen, aber durch „TVTime“ habe ich schon gemerkt, dass manch einem gewisse Elemente auf die Nerven gingen. Mir hat „Bly Manor“ aber wie gesagt überraschend gut gefallen.

    Ich habe heute lustigerweise mit der 6. Staffel von „How to get away with Murder“ losgelegt. Mal gucken, wie sie das nun zum Abschluss bringen. Bin gespannt.

    • Nummer Neun

      Ja das hatte sich echt gelohnt, auch wenn mit Ticket, Bahn und Hotelübernachtung doch einiges zusammen gekommen ist. Aber das muss manchmal ja sein 🙂

      Bin auch gespannt auf HTGAWM und hoffe, dass sie einen runden Abschluß hinbekommen. Ich habe noch nicht damit angefangen, aber wollte es im Oktober starten.

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