Der richtige Ton,  Was mit Medien

FiSe Musi im Juli

Filme, Serien, Musik und was es sonst noch so alles gibt – ihr kennt das ja mittlerweile.

*** Kino ***

Nach dem es hier in den letzten Monaten etwas ruhiger war, hat es mich im Juli doch wieder öfter ins Kino gezogen.

The Conjuring 2 8 von 10

Der erste Teil vor ein paar Jahren war einer der besten Vertreter aus der Gruselfilm-Schublade. Überraschenderweise steht ihm der zweite Teil in nichts nach. Die Warrens (Patrick Wilson und Vera Farmiga) ermitteln dieses Mal im England des Jahres 1977. Die Hodgsens werden hier anscheinend von einem seltsamen Poltergest heim gesucht. Oder ist das alles nur ein Schwindel? Zugegeben, die Story klingt nicht sonderlich neu und die Laufzeit von zwei Stunden wirkt etwas abschreckend. Regieseur James Wan versteht aber etwas von seinem Fach und inszeniert die Geschichte so gruselig, dass die Zeit recht schnell vergeht. Splatter darf man hier natürlich nicht erwarten, aber das Spiel mit der Angst und die Bilder im Halbdunkeln beherrscht Wan meisterlich. Der Hauptcast macht seine Sache gut, auch die Kinderdarsteller fallen nicht negativ ab. Wer Spaß am Gruseln hat, der ist hier wieder goldrichtig. Nur die Nachmittagsvorstellung mit einem Haufen Teenager sollte man meiden.

Independence Day: Wiederkehr 6 von 10

20 Jahre nach der ersten Invasion durch Aliens bereiten sich die Menschen auf einen neuerlichen Angriff vor. Dieses Mal aber mit deutlich größeren Schiffen. Mehr braucht man zur Handlung nicht zu wissen, viel mehr erwartet man auch nicht von einem Roland Emmerich Streifen. Allerdings fehlt dieses Mal das, was seine großen Filme sonst meist auszeichnet: Ikonische Bilder und sympathische Hauptfiguren. Die Zerstörungsorgie ist zwar wieder groß und bildgewaltig, aber lässt einen kalt. Da hat der erste Teil mit den Schatten der Raumschiffe, die sich über die Städte legen, so einen visuellen Klassiker geschaffen, und dann setzt man ihn hier nicht wieder ein. Die Menschheit war nun seit 20 Jahren im Besitz von Alien-Technolgien. Diese haben ihre Spuren hinterlassen, bewirken aber, dass der Zuschauer nicht mehr das Gefühl hat, seine eigene Erde wird angegriffen. Die junge Garde an Hauptdarstellern rund um Liam Hemsworth wirkt unnahbar. Gefallen können dagegen die alten Haudegen. Bill Pullman als alter Präsident stellt die anderen locker in den Schatten, Brent Spiner erhält mehr Screentime und Jeff Goldblum spielt eine Jeff Goldblum Rolle. Es ist Popcorn Kino von der Stange, das kann Emmerich eigentlich besser.

Star Trek: Beyond 8 von 10

Der mittlerweile dreizehnte Kinofilm erscheint rechtzeitig zum 50. jährigen Jubiläum von Star Trek. Passend dazu feiert Captain Kirk (Chris Pine) auf der Leinwand seinen Geburtstag im kleinen Kreis, wo man ihm – eine Anspielung auf William Shatner? – volles Haar wünscht. Die eigentliche Story des Films ist aber diese: Die Crew der Enterprise wird auf einer Rettungsmission in eine Falle gelockt und stürzt dabei auf einem fremden Planeten ab. Ein Großteil der Crew gerät dort in Gefangenschaft von Krall (der verschenkte Idris Elba hinter einer dicken Maske). Kirk und seine Offiziere versuchen sie zu befreien und suchen einen Weg, den Planeten wieder zu verlassen. Der dritte Reboot-Film macht tatsächlich Spaß. Die ganze Crew wird eingebunden und bekommt etwas zu tun, wobei aber leider ausgerechnet Quinto als Mr. Spock etwas blass bleibt unter seiner Perrücke. Karl Urban trifft dagegen als McCoy ganz genau den Ton. Bei der Crew kommt also tatsächlich das alte Star Trek Feeling auf, die Story dagegen ist relativ simpel. Mal wieder darf man sich mit einem Gegner auseinander setzen, der die Föderation vernichten will. Kann es mal bitte wieder etwas anspruchsvoller sein mit einer politischen (wie in Das unentdeckte Land) oder gesellschaftskritischen (wie bei Zurück in die Gegenwart) Story? Nun gut, dafür ist das ganze rasant inszeniert mit tollen Action-Szenen, einer eindrucksvollen Raumstation und einem tollen Einsatz der Beastie Boys. Trotz zwei Stunden Dauer kommt keine Langeweile auf.

Toni Erdmann 7 von 10

Der pensionierte Musiklehrer Conradi (Peter Simonischeck) ist grundsätzlich zufrieden mit seinem Leben. Er ist wenig anspruchsvoll und immer zum Scherzen aufgelgt. Nur zu seinen Tochter Ines (Sandra Hüller) findet er keinen rechten Draht. Sie lebt als Unternehmensberaterin in Bukarest. Als sein Hund stirbt, beschließt Conradi, sie spontan zu besuchen. Sie können nicht richtig etwas miteinander anfangen, deshalb bricht er, früher als gedacht, wieder die Heimreise an. Oder doch nicht? Plötzlich erscheint er verkleidet als Toni Erdmann wieder in Ines Leben. Ich muss es vorweg sagen: Der Film ist gut und unterhaltsam. Die euphorischen Kritiken kann ich jedoch nicht teilen. Der Film funktioniert als Komödie – er ist tatsächlich stellenweise sehr lustig – , als Vater-Tochter-Drama und als Satire auf das dumme Business-Gelaber der Wirtschafts-Eliten. Aber das alles reicht nicht, um 160 Minuten zu füllen. Außerdem ist er mir zu einseitig erzählt. Die verkniffene Karrierefrau kommt zu negativ weg. Zwar ist sie es, die im Film eine Wandlung durch macht und los lässt, ganz plakativ natürlich mit der Party am Ende, aber ihm, dem Vater, hätte man so eine ähnliche Reise in die andere Richtung auch gewünscht.

Ende des nächsten Monats steht wieder das Fantasy Filmfest an. Ob ich es vorher noch mal ins Kino schaffe, das wird man sehen. Kommt denn in den nächsten Wochen noch was gutes?

*** Serien ***

Nach der sehr guten Ausbeute im Juni, hatte ich in diesem Monat nicht so ein glückliches Händchen. Und hätte ich nicht diesen Komplettierungszwang bei Serienstaffeln, hätte ich das ein oder andere tatsächlich auch schon vor Ende abgebrochen. Naja, immerhin ein Highlight war dabei.

Billions (Staffel 1) – 6 von 10

Bobby Axelrod (Damian Lewis) ist ein mega-erfolgreicher, aber skrupelloser Hedgefonds-Manager an der Wallstreet. Und er ist dem Staatsanwalt Rhoades (Paul Giamatti) ein Dorn im Auge. Mit allen Mitteln versucht er Axelrod Insiderhandel nachzuweisen, um ihn ins Gefängnis zu bekommen. Man merkt der Serie an, wie sie das nächste große Ding sein möchte, nur gelingt es ihr nicht richtig. Man bekommt zu den beiden Hauptfiguren keine richtige Verbindung, da nutzt es auch nicht, dass man eine Psychologin (Maggie Siff) in die Serie eingebaut hat, der sich beide Hauptfiguren immer wieder öffnen. So plätschert die Serie oft vor sich hin und schafft es nur manchmal, zu fesseln.

Downton Abbey (Staffel 6) – 5 von 10

Wir schreiben mittlerweile das Jahr 1925 auf Downton. Lord Grantham (Hugh Bonneville) sieht sich gezwungen, langfristig die Belegschaft auszudünnen. Währenddessen hat seine Tochter Mary (Michelle Dockery) Männerprobleme und seine andere Tochter Edith Geheimnisse vor ihren neuen Bekanntschaften. Auch beim Personal ist einiges los. Die Carsons gewöhnen sich nach und nach an die Ehe, Barrow (Rob James-Collier) wird von niemanden gemocht und die Polizei steht wieder vor der Tür. Wer aus der Beschreibung erkennen kann, um welche Staffel es sich handelt, ist ein echter Experte. Für alle anderen wird es langsam etwas öde, alles ist schon mal dagewesen. Das passiert, wenn so eine Serie zu lange läuft. Aber zum Glück ist es nun vorbei und jeder bekommt irgendwo sein Happy End. Sogar Barrow.

From Dusk Till Dawn (Staffel 1) – 5 von 10

Die Gecko Brüder werden vom FBI gejagt und versuchen, nach Mexiko zu flüchten. Unterwegs nehmen sie die Familie Fuller als Geiseln, und landen schließlich im Titty Twister, einer verruchten Bar, in der Vampire ihr Unwesen treiben. Die Story ist im Prinzip die gleiche wie im Film und auch hier gibt es coole Jungs und hübsche Frauen. Allerdings dauerte der Film nur 100 Minuten, hier streckt man die Story auf insgesamt 10 Episoden, was aus dem ganzen eine äußerst zähe Angelegenheit macht. Da hilft auch der bekannte Twist in der Mitte der Serie nicht. Schaut den Film, das reicht.

How To Get Away With Murder (Staffel 2) – 8 von 10

Annalise Keating (Viola Davis) und ihre Studentengruppe ist wieder zurück und… was ist das? Sie liegt angeschossen auf dem Boden einer Villa, während ihre Studenten fliehen? Der Vorausblick dieser Staffel hat es wieder in sich und bis wir wissen, wie es soweit kommen konnte, vergehen wieder einige überraschende Wendungen. Das geht teilweise zwar leicht ins soapige, aber spannend ist es allemal. Die Zeitsprünge in der Erzählung sind gekonnt eingebaut, die Geschichte wird gradezu kunstvoll erzählt. Im letzten Drittel, wenn auch noch ein 10 Jahre alter Fall eine Rolle spielt, tauchen plötzlich ungewohnte Längen auf. Und nach wie vor ist es schade, dass man in den seltenen „Fall der Woche“ – Geschichten das große Rad drehen möchte, diese Storys dann aber in 25 Minuten etwas verpuffen. Aber insgesamt ist es noch mal eine Steigerung zur ohnehin schon guten ersten Staffel.

Luther (Staffel 4) – 7 von 10

Eigentlich ist es schon sehr frech, das als Staffel zu bezeichnen. Zwei Folgen à 50 Minuten: Das war’s. Also eigentlich reden wir hier über einen Spielfilm. In dem Luther (Idris Elba), der sich irgendwohin an die Küste zurück gezogen hat, erfährt, dass seine frühere Freundin Alice anscheinend tot ist. Er kehrt nach London zurück, um eigene Nachforschungen darüber anzustellen. Dabei wird er in den Fall eines grausamen Serienmörders hinein gezogen. Und ehe man sich versieht, sind die beiden Folgen auch schon wieder durch. Das ganze ist solide erzählt, zum größeren mitfiebern aber einfach zu kurz.

Ausblick auf die Neustarts im August: Viel ist es nicht. Komme ich vielleicht endlich mal dazu, die Fargo Serienbox zu schauen. Sonst gibt es am 3. August auf RTL Nitro den Start von 12 Monkeys, wobei die Serie nicht die besten Kritiken bisher erhalten hat. Am 11. August entführt uns FOX mit der 2. Staffel zurück nach Wayward Pines. Und das war es auch schon.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Die Vorbereitung auf die neue Saison läuft weiter. Nebenbei hat die Stadt Karlsruhe nun endlich grünes Licht für ein neues Stadion gegeben. Und der KSC hat einen Olympioniken in seinen Reihen: Grischa Prömel fährt mit dem Fußball-Team nach Rio. Go for Gold!

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 0 (Sommerpause). Gekaufte Konzerttickets: 0.

An neuer Musik ist mir diesen Monat einiges zugeflogen. Zwei Sachen davon möchte ich heute vorstellen. Zum einen die Band Martha, die es mit ihrem neuen Album Blisters In The Pit Of My Heart immerhin zum Album der Woche auf plattentests.de geschafft haben. Ein wenig Pop-Punk gefällig? Chekhov’s Hangnail.

Als zweites gibt es Honeyblood aus Glasgow, die eine ganz ähnliche Richtung bedienen. Deren selbstbetiteltes Debutalbum ist mittlerweile fast genau 2 Jahre alt – mir aber erst jetzt aufgefallen, nach dem ich freundlichst drauf gestoßen wurde. Und das mache ich jetzt auch mit euch: Hört euch Killer Bangs an, die zweieinhalb Minuten habt ihr!

*** Ausgefallener Post des Monats ***

Nach dem wir Anfang des Monats ein Gruppenfoto von uns beim Public Viewing im Backstage gemacht hatten und ein hübsches Mädel am Nachbartisch fast noch mehr in die Kamera gelacht hat als wir, wollte ich eine Serie machen mit schönen Frauen, die sich im Laufe der Jahre auf Urlaubsfotos gedrängt haben. Egal ob irgendwo im Hintergrund oder an der Seite. Aber da ich hier ja selbst auf 99,7% aller Fotos nicht drauf bin, habe ich diese Idee schnell wieder verworfen.

*** Suchanfrage des Monats ***

Neben den üblichen Anfragen zu Schwedinnen und Brüsten, sticht dieses Mal die Frage nach cristiano ronaldo geburtshaus heraus. Zwar war ich ja schon mal auf seiner Heimatinsel Madeira, aber an seinem Geburtshaus bin ich damals nicht vorbei gekommen. Und an seiner Statue auch nicht, die mittlerweile in seinem Museum zu besichtigen ist. Aber wer demnächst mal auf Madeira am Cristiano Ronaldo Flughafen ankommt und im Pestana CR7 absteigt, der kann dann auch im Museum noch kurz vorbei schauen.

Und mit dieser Impression von der Isar verabschiede ich mich in den August.

8 Kommentare

  • ide02

    Morgen geht es für mich in Star Trek rein. Ich freue mich schon auf Kirk… 🙂 Bin halt ne Frau und erfreue mich an schönen Männern. 😉 Und du hast ihn ja gut bewertet. Also wird es gut werden! Grüße nach München. Ich warte immer noch auf Inet…

      • ide02

        Der zweite Versuch ein Feedback zu geben. 😉 Aber jetzt klappt es auch wieder besser, weil ich wieder zum 21. Jahrhundert gehöre.
        Ich würde den neuen Star Trek 7 von 10 geben. Die blauen Augen vom Kirk-Schauspieler sind natürlich 10 von 10 wert :-p, aber die Story ist im Vergleich zur letzten wirklich etwas langweilig. Ich habe ehrlich gesagt auch eher gedacht, dass es um die Auseinandersetzung mit den Klingonen geht. Und kein Tribble war dabei, 🙁 Aber auf der anderen Seite war es auch interessant, wie die einzelne Charakter mit ihren persönlichen Problemen umgehen und reifen…also, ich würde ihn auch empfehlen, aber im Vergleich ist er schlechter als der letzte mit Khan.

  • Stepnwolf

    Jetzt musste ich kurz überlegen, wo ich den Namen Maggie Siff einordnen soll und dann fiel es mir wieder ein. Sons of Anarchy. Die Tara-Rolle…
    Honeyblood sind übrigens cool. 🙂

  • bknicole

    Das The Conjuring 2 die Qualität vom ersten Teil hält, freut mich zu hören. Den will ich mir nämlich noch anschauen. Bei Independence Day finde ich es etwas schade, dass die Fortsetzung nicht so gelungen ist, hatten aber einige Kritiken schon angedeutet. Auf die 2.Staffel von How to get away with Murder warte ich auch schon gespannt. Irgendwie hoffe ich, dass die gleich in Netflix kommt und nicht erst auf Vox. Die Quoten waren schon bei Staffel 1 nicht wirklich gut und Vox ist ja auch ein Sender, der die Ausstrahlung gerne mal mitten in der Serie abbricht oder sie weit nach hinten verschiebt.
    Danke auch für dein liebes Kommentar.Wünsche dir bei den zwei Filmen ganz viel Spaß. Bei Lights Out bin ich gespannt auf deine Kritiken, ich werde da ja wieder warten bis die ersten Meinungen raus sind und dann schauen, ob ich ins Kino gehe oder ihn auf Dvd anschaue. Bei Horrorfilmen ist es ja immer die große Frage, ob sie wirklich halten, was sie versprechen. Den Trailer fand ich wie gesagt ganz nett, die Grundprämisse hört sich auch gut an. Uih beim Fantasy Filmfest wünsche ich dir wieder ganz viel Spaß, da bin ich ja generell immer total gespannt auf deine Beiträge zu.

    • Nummer Neun

      Oh bei How To Get Away With Murder fürchte ich schon, dass die RTL-Gruppe zuerst in der Rechteverwertung kommt. Normalerweise ändert sich so etwas nicht zwischen den Staffeln. Ob es dann letztlich VOX wird oder vielleicht RTL Nitro, wenn man der Serie nicht mehr zu traut, bleibt abzuwarten. Angekündigt ist bisher ja noch nichts, d.h. dann dauert es wahrscheinlich noch mindestens zwei Monate, bis es weiter geht.

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