Was mit Medien

Das Kinojahr 2013/II

Mein letzter Kinoeintrag ist mittlerweile schon ein paar Monate her. Seit dem hat der ein oder andere Kinobesuch wieder statt gefunden. Die Ausbeute war dieses Mal allerdings nicht ganz so berauschend. Um nicht sogar zu sagen: Da war teilweise ziemlicher Mist dabei! Ein Überblick – von den Rohrkrepieren bis zu den Ausgezeichneten.

The Master (Trailer)

So einen schlechten Film hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Navy-Veteran Freddie kommt mit seinem Leben nicht zu Recht, bis er auf den „Master“ trifft. Seine Werte helfen ihn, sein Leben zu ordnen. Bis er irgendwann Zweifel bekommt. Banale Geschichte, uninterresant umgesetzt und schlecht erzählt. Zeitsprünge, die kaum erkenntlich sind und den Fokus auf die falsche Figur gelegt. So einige im Kino wirkten so, als wären sie auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit. Ich auch. Allerdings, dass muss man auch sagen, die beiden Hauptdarsteller spielen ihre Rolle gut, so gibt es einen Punkt für Joaquin Phoenix und einen für P.S. Hoffmann, macht also 2 von 10 Punkte

Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben (Trailer)

Und gleich die nächste Enttäuschung: Der legendäre Streifenpolizist John McClane ist mal wieder zur falschen Zeit am falschen Ort. In Moskau. Auf der Suche nach seinem Sohn. Der dort als CIA-Agent arbeitet. Und Hilfe von Papa braucht. Wie sich heraus stellt, spielen dort so einige ein doppeltes Spiel, weswegen sie am Ende in Tschernobyl landen. Und nein, die Story funktioniert einfach nicht. Dazwischen gibt es ein paar große Actionstunts, die nicht schlecht sind, aber man ist emotional einfach nicht dabei. Wenigstens ist der Film schön knachig kurz. 4 von 10 Punkte

Take This Waltz (Trailer)

Schade, das hätte was werden können. Ein kleine Indie-Film mit sympathischem Cast, nämlich Michelle Williams und Seth Rogen. Aber leider mit einigen Längen und Dramen, die entweder nichtig oder schwer nachvollziehbar sind. Margot (Williams) ist seit 5 Jahren mit ihrem Mann Lou (Rogen) verheiratet. Die beiden sind eigentlich glücklich, wenn auch etwas antriebslos, bis Margot ihren Nachbarn Daniel kennen lernt. Sie sind sich auf Anhieb sympathisch und Margot beginnt, ein wenig für ihn zu schwärmen. Es passiert aber nichts, sie trennt sich trotzdem von ihm und lebt ab da mit Daniel zusammen. Mehr passiert in dem Film nicht. Trotz mancher Schmunzler ist der Film nicht lustig, trotz emotionalen Szenen aber auch nicht so richtig dramatisch. So bleibt eigentlich nur eine überraschend natürliche und offenherzige Duschszene mit Williams und Sarah Silverman im Kopf. 5 von 10 Punkte

Warm Bodies (Trailer)

Lustiger dagegen war der Zombie R (Nicholas Hoult) und seine Kumpels. So selbstreflektierend hat man Zombies noch nie erlebt. R verliebt sich auf seinen Streifzügen in Julie, eine Romanze, die natürlich Shakespeare-like von der Gesellschaft so nicht akzeptiert wird. Jedoch bewirkt diese Liebe eine Veränderung in R. Heraus kommt am Ende ein Feel-Good-Movie, der sich zum Glück selbst nicht so ernst nimmt (sonst hätte er noch als Twilight mit Zombies enden können) und mit einem tollen Soundtrack aufwarten kann. Springsteen’s Hungry Heart in einem Zombie-Film? Aber hallo! 6 von 10 Punkte

Oblivion (Trailer)

Ich maga ja Tom Cruise-Filme, da ist nur ganz selten mal ein richtiger Flop dabei. Auch das hier ist wieder ein guter, dieser eher ruhige Science Fiction-Film. Nach einem Krieg sind die letzten Resourcen der Erde verbraucht, alles liegt in Schutt und Asche. Tom Cruise sorgt bei den letzten Resten auf der leeren Erde für Ordnung. Viel mehr muss man von der Handlung vorher gar nicht mal wissen. Die Story hält noch einige Wendungen bereit. Oftmals hat man jedoch den Eindruck, hier wurden einige Ideen zusammen kopiert (ich hatte Planet der Affen und 2001 im Kopf, meine Begleitungen Matrix und Moon), da wäre weniger etwas mehr gewesen. Etwas fokussierter wäre manches vielleicht klarer geworden und auch die Bedrohung etwas deutlicher. So bleibt ein optisch überwältigender SF-Film, mit einem gewohnt soliden Tom Cruise, aber auch einigen Längen. 7 von 10 Punkte

Dead Man Down (Trailer)

Victor (Colin Farrell) ist ein kleines Licht in einer Gangstertruppe. Und hat auch noch ein anderes Problem an der Backe: Nachbarin Beatrice (Noomi Rapace), entstellt nach einem Verkehrsunfall, hat ihn bei einem Mord beobachtet und erpresst ihn nun damit. Ohne viel spoilern zu wollen: Victor verfolgt nebenbei auch noch seine eigenen Geschäfte und ist doch nicht so unscheinbar, wie man am Anfang glaubt. Das komplette Bild wird im Laufe des Films immer klarer und damit auch immer dramatischer. Und wenn man erstmal in der Handlung drin ist, ist man wirklich gepackt. Deutlich eher ein Thriller als ein Actionfilm, ist ausgerechnet das Ende vielleicht etwas zu krachig geworden. Aber trotzdem: 8 von 10 Punkte

Zero Dark Thirty (Trailer)

CIA-Analytikern Maya (Jessica Chastain) ist über Jahre hinweg auf der Suche nach Osama Bin Laden, dem Drahtzieher der Anschläge auf das World Trade Center. Von Pakistan aus führt sie ihre Untersuchungen immer weiter fort, bis es schließlich im Mai 2011 zur Erstürmung des Anwesen von Bin Laden kommt. Und der Weg dorthin ist spannend und kurzweilig erzählt, trotz der Länge wird er nie langweilig. Eine halbe Stunde vor Schluß wechselt dann der Blickwinkel und man folgt nun der Spezialeinheit bei ihrem geschichtsträchtigen Einsatz und auch dieser Wechsel funktioniert. Hauptdarstellerin Chastain wurde zurecht für ihre Leistung für den Oscar nominiert. Das einzigste, was mir ein wenig gefehlt hat, war, dass der Film sich etwas vor einer eigenen Aussage drückt und statt dessen sich lieber an den Geschehnissen entlang hangelt. Und wenn man schon Themen wie das Waterboarding platziert, sollte man das schon bewerten. Trotzdem aber ein ganz toller und spannender Film. 9 von 10 Punkte

So, das war es dann erst einmal wieder. Weiß nicht, ob ich vor meinem Mai-Urlaub es noch mal ins Kino schaffe, aber wenn ich wieder zurück bin, dann steht auf jeden Fall der neue Star Trek auf dem Speiseplan.

4 Kommentare

  • Nicole

    Manche Filme von deiner Liste kenne ich ehrlich gesagt gar nicht und manche sind mir dann doch zu Actionreich, auch wenn ich das Genre zwar mag und Filme a la The Bourne Ultimatum und James Bond auch mal ganz gerne schaue, tue ich das meist mehr im Tv ;).

    Sehen möchte ich jedoch auch noch unbedingt Warm Bodies, jetzt wsl eher wenn er auf Dvd erscheint, weil ich finde er geht was Zombies anbelangt mal in eine Richtung, die es vorher noch nicht gab und gibt dem Genre deshalb mal etwas frischem Wind. Mal schauen, ob er mich damit dann auch überzeugen kann.

    Danke auch für dein Kommentar.
    Ja die Borgias gelten als die Nachfolger Serie, wobei ich gestehen muss das ich da die Deutsche Version, die auf Zdf lief wirklich viel besser fande. In der Amerikanischen Version wirkten die Charaktere so blass und Geschichtliche Charaktere müssen für mich einfach eine gewisse Ausstrahlung besitzen. Die Tudors ist jedoch um Welten besser als ihr Nachfolger, wenn du die Serie schon magst, wirst du von ihrem Vorgänger noch mehr begeistert sein.

  • Nummer Neun

    Die ZDF-Variante von den Borgias habe ich gar nicht gesehen. Aber dann halte ich mal die Augen offen, ob die Tudors nochmal irgendwo wiederholt werden 🙂

    Mit Warm Bodies macht man nichts falsch, ein netter kleiner Film, der für einige Schmunzler gut ist!

  • Diana

    Gut, bei Stirb Langsam hatte ich nichts andres erwartet… und Tom Cruise Filme haben mir noch nie gefallen, daher war auch hier das Interesse gar nicht erst geweckt worden.
    Zero Dark Thirty, da dacht ich eigentlich auch von Anfang an, dass es sicher ein riesen Schrott ist, daher überrascht mich deine Bewertung jetzt. Ich lass mich ja gern auch mal überzeugen. Ich wär auch niemals freiwillig in Avatar rein, weil blaue Menschen & Kreaturen so gar nix für mich sind und fand ihn dann am Ende doch ganz cool.
    Dead Man Down sagte mir bisher nichts, aber deine Beschreibung find ich interessant, den will ich sehen! Und ich mag das schwäbische übrigens auch sehr gern. war da lange auf der Schule, daher gehör ich nicht zu diesen Badnerleuten, die mit dem Schwabenland verfeindet sind ^^
    Aber besser ist das, wenn man den nie sprechen lernt 😉 😀

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