Listen Up! 2018 – (II) Film & Serie

Und weiter geht es mit Teil zwei des großen Jahresrückblicks. Dieses Mal stehen Filme und Serien im Mittelpunkt.

Die 15 besten Serien des Jahres

Die Serienflut geht weiter. Die Pay-TV Sender und die großen Streaming-Anbieter brauchen immer etwas Neues zu senden und die etablierten Free-TV Sender merken langsam, dass sie da etwas verschlafen haben. Eigenproduktionen und Exklusivität sind die Zauberwörter, um sich von seinen Wettbewerbern zu unterscheiden. Die Qualität? Oft scheint die Vermarktbarkeit im Vordergrund zu stehen, nicht die handwerkliche Qualität. Irgendjemand wird es schon gut finden. Produktionen für die Nische. Und die Zuschauer? Die kommen kaum hinter her.

Laut meiner Liste habe ich in diesem Jahr mit 34 neuen Serien angefangen. Dazu kommen auch noch unzählinge Folgestaffeln, man will ja bei Bewährtem auch weiter sehen. Die schlechteste Wertung hat die Netflix Produktion Santa Clarita Diet erhalten. Und die Besten? Pro Serie habe ich im Zweifelsfall die beste Staffel gewertet, die ich in diesem Jahr gesehen habe. Manches aus den Vorjahren habe ich nachgeholt. Das Kriterium für die Aufnahme in die Liste war also nicht das Produktionsjahr, sondern einfach, was ich gesehen habe. Los geht’s – in Klammern jeweils der Anbieter in Deutschland:

15. Mr. Robot (Staffel 2 – RTL Crime)
14. The Kominsky Method (Staffel 1 – Netflix)
13. Der Tatortreiniger (Staffel 1 – Sky On Demand)
12. Bull (Staffel 2 – 13th Street)
11. Happy (Staffel 1 – Netflix)
10. Bad Banks (Staffel 1 – Arte)
9. Lost In Space (Staffel 1 – Netflix)
8. Ash vs. Evil Dead (Staffel 2 – RTL Crime)
7. Patrick Melrose (Staffel 1 – Sky 1)
6. BoJack Horseman (Staffel 5 – Netflix)
5. Better Call Saul (Staffel 4 – Netflix)
4. The End Of The F*** World (Staffel 1 – Netflix)
3. Atlanta (Staffel 2 – FOX)
2. The Handmaid’s Tale (Staffel 1 – BluRay)
1. The Sinner (Staffel 1 – Netflix)

Ganze vorne steht mit The Sinner eine Thriller-Serie, bei der nicht die Suche nach dem Täter im Vordergrund stand, sondern die Frage nach dem warum. Von dieser Serie und von The Handmaid’s Tale werde ich so schnell wie möglich mit den zweiten Staffeln weiter machen. Den Sonderpreis der besten deutschsprachigen Serie geht an Bad Banks.

Von den 15 Top-Serien liefen gleich sieben auf Netflix, ihre eigenen Produktionen stehen dabei nur drei Mal auf der Liste, der Rest ist eingekauft. Die Sky Plattform mit ihren Partnersendern ist sechs Mal vertreten. Eine Serie kommt von den Öffentlich-Rechtlichen, eine weitere habe ich auf BluRay gesehen. Und die Genres sind wild gemischt.


Die 15 besten Kinofilme des Jahres

Kino ist das größte! Das sehe ich ja immer noch so – nirgendwo sonst sieht man einen Film so intensiv wie hier. Und das hat nicht nur etwas mit der Größe der Leinwand zu tun, einem tollen Soundsystem und nutzlosem 3D, sondern es liegt auch an der eigenen Konzentration auf den Film. Kein Handy, kein schneller Gang zum Kühlschrank.

Das hier waren die 15 eindrucksvollsten Filme, die ich in diesem Jahr in den Kinos gesehen habe. Insgesamt stehen 39 Kinobesuche auf meiner Liste, die meisten davon dank des Fantasy Filmfests und einer Sommeraktion im örtlichen Cinemaxx. Ebenfalls hoch im Kurs stand das große Mathäser und mein Lieblingskino: Das schön City-Kino.

Filme aus diesem Jahr, die ich erst später auf Sky, Netflix oder BluRay gesehen habe – oder gar TV-Filme, zählen deshalb nicht für dieses Ranking. Der Gang ins Kino war entscheidend! Ich muss aber vorab auch zu geben, dass ich von den 20 umsatzstärksten Filmen in Deutschland lediglich 6 im Kino gesehen habe – von den Top 5 keinen einzigen.

Nun aber, Los geht’s:

Im weiteren Kreis:

  • 25 km/h (Deutschland, 2018)
  • Aufbruch zum Mond (USA, 2018)
  • BlacKkKlansman (USA, 2018)
  • Cutterhead (Dänemark, 2018)
  • Deadpool 2 (USA, 2018)
  • Die Farbe des Horizonts (USA, 2018)
  • Die Verlegerin (USA, 2017)
  • The Inhabitant (Mexiko, 2017)
  • The Strangers – Prey At Night (USA, 2018)
  • Under The Silver Lake (USA, 2018)

Die Top 5:

5. Der Vorname (Deutschland, 2018)
4. Mission Impossible: Fallout (USA, 2018)
3. Bohemian Rhapsody (USA/UK, 2018)
2. Climax (Frankreich, 2018)
1. The Shape Of Water (USA, 2017)

Auf den ersten beiden Plätzen stehen damit Filme, die ihre fast klassische Geschichte einfach anders erzählen – so muss man es machen, um heutzutage aufzufallen. Besonders The Shape Of Water hätte ich mir in einem anderen Setting wahrscheinlich nicht angesehen und Climax war eh sehr experimentell. Beide Filme habe ich im Rahmen der Fantasy Filmfest Veranstaltungen gesehen. Bohemian Rhapsody und der neuste Mission Impossible sind dagegen großes Popcorn-Kino und perfekt gemachte Unterhaltung. Der beste deutschsprachige Film war dann schließlich Der Vorname, einer der lustigsten Filme seit langem. Im weiteren Kreis folgt ein weiterer deutscher Film und noch einmal vier Filme, die auf dem Fantasy Filmfest liefen.


Die 5 meistgesehenen Serien des Jahres

Qualität ist ja das eine, das andere sind Gewohnheiten und stetige Begleiter. Und wenn man mit manchen Serien später anfängt, hat man viel nach zu holen. Besonders oft habe ich in diesem Jahr gesehen (gezählt nach Anzahl der Staffeln):

5. Californication (Staffel 6&7, Netflix)
4. Star Trek: Discovery (zweimal Staffel 1, Netflix)
3. Navy CIS: New Orleans (Staffel 3&4, Kabel 1)
2. Modern Family (Staffel 7-9, Sky 1)
1. BoJack Horseman (Staffel 1-5, Netflix)

Und damit noch mal ein Dank an goingtothemovies, der BoJackHorseman wirklich wärmstens empfohlen hat.

Die 10 eindrucksvollsten Szenen des Jahres

Im Idealfall überzeugt ein Film oder eine Serie im ganzen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass eine einzelne Szene so dermaßen heraus sticht, dass sie einem im Kopf bleibt, auch wenn der dazu gehörige Film vielleicht nicht ganz überzeugt hat. Die nachfolgenden Szenen boten in diesem Jahr bemerkentswerte Aspekte – alphabetisch sortiert nach Titel. Vorsicht vor Spoilern!

Aufbruch zum Mond: Die Mondlandung – Ging der ganze Film drumherum doch sehr pesönlich um Neil Armstrong (Ryan Gosling), war die Landung auf dem Mond selbst dann doch sehr episch inszeniert. Abenteuer und knisternde Spannung lag in der Luft, als die Raumkapsel schließlich auf dem Mond aufsetzte und sich Armstrong Stufe um Stufe nach unten vortastete, um dann schließlich als erste Mensch einen fremden Himmelskörper zu berühren.

Better Call Saul (S4, E10): Mike vs. Werner – Mike (Jonathan Banks) ist noch relativ frisch bei Gus (Giancarlo Esposito) eingestiegen und muss sich beweisen. Einer seiner ersten Aufträge ist die Überwachung des Baus des unterirdischen Labors. Eine Gruppe von Deutschen baut ihn, geleitet von Werner (Rainer Bock), einem uneitlen Ingenieur, dem das Drogenbusiness fremd ist und am liebsten bei seiner Frau bleiben würde. Mike mag ihn, dummerweise plaudert Werner aber zu viel. Als er für immer mehr Ärger sorgt, muss Mike das Problem lösen. Also fährt er mit seinem – mittlerweile – Freund in die leere Wüste und… muss ein schweres Opfer bringen. Tragisch, traurig, konsequent.

Black Mirror (S4, E1): Das Update der Software – Die ganze Folge ist eine wunderbare Hommage an Star Trek und seine Fans. Die USS Callister, auf der sich ein Großteil der Handlung abspielt, ist Bestandteil eines Virtual Reality Spiels und ist offensichtlich der 1960er Jahre Enterprise nach empfunden. Kurz vor Ende der Folge erhält das Spiel ein Update – und die Kulisse wandelt sich in J. J. Abrams Enterprise der 2000er, incl. ausgiebiger Lens Flare Effekte, der Spezialität Abrams. Eine wirklich gelungener Witz!

Bohemian Rhapsody: Das Live Aid Konzert – Der Film lebt nicht von der Dramatik, dafür aber um so mehr vom Soundtrack und den Live-Inszenierungen. Diese finden ihren Höhepunkt in der fast zwanzigminütigen Performance in Wembley mit Rami Malek schon jetzt legendären Interpretation von Freddie Mercury als Queen Frontman.

BoJack Horseman (S5, E6): Die Grabrede – Ein fast zwanzig minütiger Monolog auf den Tod der Mutter in einer Zeichentrickserie, gehalten von einem Pferd? Ja! Unglaublich gut geschrieben, wie BoJack zwischen Rechtfertigung, Selbstzweifel und Trauer wechselt. Man kann gar nicht glauben, wie gut und ergreifend diese Folge ist.

Mission Impossible: Fallout: Der Hubschrauber-Stunt – Der beste Action-Film des Jahres strotzt nur so vor knallharter, handgemachter Action. Tom Cruise schont sich nicht und legt immer noch einen drauf. Der Hubschrauber-Stunt und der folgende Showdown am Berg setzt dem ganzen die Krone auf.

Nashville (S6, E14): Die Abschlußszene – Nicht viele Serien erhalten einen würdigen Abschluß, Nashville hat es aber geschafft, natürlich auf der Konzertbühne. Während eines allerletzten Auftritts fällt die Trennung zwischen den Figuren und den Schauspielern. Alle ehemaligen Weggefährten – egal, ob sie in der Serie bereits gestorben waren oder nicht – finden sich auf der Bühne wieder zusammen, um ein allerletztes Lied zu singen. Sehr schön!

The Orville (S1, E5): Ein gelungener Streich – Um es gleich zu sagen: Die Serie überzeugte mehr durch ihre ernsten Episoden (allen voran Episode 3), als durch den Comedy-Aspekt. Was für ein Glück! Trotzdem bliebt mir ein eher platter, aber wirkungsvoller Witz am meisten im Kopf: Malloy (Scott Grimes) will Isaac (Mark Johnson) erklären, aus was ein gelunger Steich besteht: Aus der Überraschung. Und, nunja, überrascht war Malloy am nächsten Morgen tatsächlich, als ihm Isaac im Schlaf einfach ein Bein amputiert hat. Der Witz schlug bei mir voll ein und überstrahlte sogar den Gastauftritt von Charlize Theron.

The Sinner (S1, E1): Der Mord am See – So gemächlich die erste Staffel auch los geht, auf einmal ist man mittendrin. Eben noch verzweifelt die junge Mutter Cora (Jessica Biel) an ihrem ödem und belanglosen Vorstadtleben, als sie am See auf einmal austickt und auf einen hilflosen Mann einsticht. Erst jetzt geht die Serie richtig los und quält den Zuschauer mit fiesen Cliffhangern am Ende jeder Episode.

Der Vorname: Die historische Persönlichkeit mit A – Thomas (Florian David Fitz) möchte noch nicht mit dem Namen des Babys rausrücken, gibt aber schließlich dem Druck der anderen (u.a. Christoph Maria Herbst) nach und nennt einen Tipp: Es ist ein historischer Name, der mit einem A beginnt. Dank des intensiven Einsatzes des Trailer vorab wußte der Zuschauer ja, auch was es hinaus läuft – das erhöhte die Spannung auf die Auflösung der Pointe ungemein. Und als dann endlich der Name Adolf fiel, lag man vor Lachen bereits auf dem Boden.

Die 3 besten Bezahlangebote des Jahres

Was ich mittlerweile so für Fernsehen ausgebe! GEZ, Kabelgebühr – die in meinen Mietnebenkosten versteckt ist, und dann auch noch gleich drei kostenpflichtige Zusatzservices? Muss ja teilweise sein. Manche mehr, manche weniger.

3. Telekomsport (9,95 € / Monat): Alle Spiele der 3. Liga live, d.h. ich kann mir jede Woche den KSC anschauen. Dafür muss man sich aber eher schwache Kommentatoren anhören und eine Bildführung ansehen, die manchmal nicht ganz auf der Höhe ist. Aber muss ja. Und wenn man dann noch bedenkt, dass man es nicht zu jedem Spiel schafft, dann ist es doch recht teuer. Ihre anderen Rechte interessieren micht nicht.

2. Netflix (10,99 € / Monat): Die Auswahl ist groß und ständig kommt etwas neues dazu, gerne auch im Sciene-Fiction Segment. Dazu technisch top, es gibt so gut wie keine Ruckler, und eine gute Oberfläche. Wenn das nicht teilweise aber so lieblos wäre. Besonders bei den Eigenproduktionen scheint es, als würde die Vermarktbarkeit wichtiger sein als das fertige Produkt. Irgendjemand wird es schon gucken. Etwas mehr Sorgfalt, dann ist weniger Output mehr.

1. Sky (36,99 € / Monat): Beim allgemeinen Sky-Gebashe würde ich teilweise schon einsteigen: Teurer Normalpreis, abnehmende Qualität bei der Sportberichterstattung und -rechte, weniger Drittsender, aber unterm Strich ist es immer noch der meistgenutzte Service. Mit der Bundesliga haben sie das Premium-Sportrecht, dazu noch den Pokal und ab und an Champions League. Dazu eine aktuelle Spielfilmauswahl, die ihresgleichen sucht und ein breites Serienangebot. Und die Eigenproduktion sind interessanter als die von der Konkurrenz, wenn auch nicht so reichlich.

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Und wie sieht es bei euch aus – was waren eure Lieblingsfilme? Bei welchen Serien seid ihr hängen geblieben? Am Montag folgt dann schließlich noch der letzte Teil meines Jahresrückblicks.

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Siehe auch:

Listen Up 2018: I Musik + II Film & Serie + III Sonstiges

Listen Up 2017: I Musik + II Film & Serie + III Sonstiges

Listen Up 2016 + Listen Up 2015 + Listen Up 2014 + Listen Up 2013 + Listen Up 2012

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Der Monatsrückblick Dezember 2018

Na, habt ihr alle Weihnachten gut überstanden? Habt ihr auch genug zu Essen bekommen? Lebt ihr nun auch in dieser zeitlosen Phase zwischen den Feiertagen und Silvester? Gut, dann kann der letzte Monatsrückblick des Jahres ja starten!

*** Foto des Monats ***

*** Kino ***

Ich war im Dezember tatsächlich nicht im Kino. War ja auch in den letzten Monaten schon genug. Ein paar Filme habe ich aber trotzdem gesehen:

Sonstso

Happy Death Day war ein erstaunlich kurzweiliger Film um ein junge Studentin, die in einer Zeitschleife gefangen ist und ihren eigenen Tod aufklären muss. Auch Game Night hat mich positiv überrascht, ebenfalls gut zu schauen und sehr unterhaltsam. Dagegen war der Thriller The Killing Of A Sacred Deer deutlich sperriger, entfaltete aber einen gewissen Sog aus seiner künstlichen Atmosphäre. Dank Sky konnte ich an den Weihnachtsfeiertagen noch zwei Blockbuster des Jahres nach holen: Zum einen Avengers: Infinity War, der wirklich das versprochene Action-Feuerwerk war mit einem Marvel-untypischen interessanten Gegenspieler und der es tatsächlich geschafft hat, dem ganzen Superhelden Cast seinen Raum zu geben. Zum anderen gab es auch noch Tomb Raider mit Alicia Vikander – der Film hatte aber leider einige Längen und zu viele unmotivierte Actionsequenzen. Schließlich gab es auch auch noch Jack Ryan: Shadow Recruit: Ein sehr konstruierter Hightech-Thriller. Und noch was exotisches: Aus Südkorea kam Memories of Murder über den ersten Serienmörder des Landes in den 1980ern – ein besonders Filmerlebnis, dem durch die teils stümperhaften Polizisten etwas von der Grausamkeit der Morde genommen wurde, mich aber nicht so richtig überzeugen konnte.

*** Serien ***

Kaum fange ich an, den Tatortreiniger zu gucken, wird die Serie abgesetzt. War ja klar. Zum Glück gibt es ja noch ein paar andere Sachen:

Die Brücke (Staffel 4 / 4 Folgen – ZDF) – 8 von 10

Die schwedische Kriminalkommissarin Saga Norén (Sofia Helin) ist zurück. Eine Frau wird am Fuß der Öresundbrücke zu Tode gesteinigt. Es handelt sich um die Generaldirektorin der dänischen Ausländerbehörde, das Motiv könnte in einem Skandal um eine Abschiebeentscheidung liegen. Die dänischen Ermittler Henrik Sabroe (Thure Lindhardt) und Jonas Mandrup (Mikael Birkkjaer) übernehmen den Fall und verfolgen mehrere Spuren. Nachdem Norén aus ihrer Untersuchungshaft entlassen wird, nimmt sie ihren Dienst wieder auf. Mich hat die Serie immer, sobald die Titelmusik von Choir Of Young Belivers erklingt und mit den schönen Bildern aus der tiefen Nacht untermalt sind. Die Sonne scheint selten, wenn Die Brücke spielt – atmosphärisch stark ist es aber meistens. In manchen Staffeln war der Kriminalfall ja arg kompliziert erzählt. Auch in der finalen Staffel sollte man das Smartphone lieber etwas weiter weg legen, um nichts zu verpassen. Dann bekommt man einen spannenden und verschachtelten Fall serviert, der einige falsche Fährten schlägt und zwischen großer Gesellschaftskritik und persönlichem Schicksal hin und her wechselt. Und Norén bleibt eine der interessantesten Ermittlerfiguren, auch wenn dieses Mal ihr Partner Sabroe etwas mehr im Fokus steht.

Kidding (Staffel 1 / 10 Folgen – Sky Atlantic) – 7 von 10

Jeff (Jim Carrey) unterhält in seiner Kultrolle als Mr. Pickles nicht nur die kleinen Kinder der USA, auch für deren Eltern hat er diese Funktion schon ausgefüllt. Abseits der beliebten „öffentlichen“ Persona steht Jeff aber auch dem Multi-Millionen-Dollar-Unternehmen vor, das sich um Mr. Pickles gebildet hat. Als einer seiner beiden Söhne bei einem Autounfall stirbt und seine Ehe (mit Judy Greer) in die Brüche geht, stößt er beruflich und privat an die Grenzen seiner guten und wohlmeinenden Art. Wenn Carrey ernst macht, ist er ja meistens auch gut, und die Rolle des Erklärbären für Kinder passt wirklich gut zu ihm. Etwas mehr naive Fröhlichkeit hätte ich mir allerdings gewünscht, genau wie ein etwas zugespitzterem Wandel nach dem Unfall. So bleibt die Serie genau wie Mr. Pickles: Nett zu allen, ohne viel zurück zu bekommen.

Der Tatortreiniger (Staffel 2 / 5 Folgen – Sky on Demand) – 6 von 10

Schotty (Bjarne Mädel) putzt wieder! Und das vor allem eindrucksvoll bei einer Vereinigung von Neonazis unter der Anführerschaft des eloquenten Ulfs (Holger Stockhaus). Viele der anderen Folgen waren mir dann allerdings in dieser Staffel etwas zu gewollt skurril. Eine Schamane? Ein Reality-Star? Ein Zauberer? Da kam die erste Staffel etwas natürlicher daher. Mal sehen, wie es in den Folgestaffeln weiter geht.

Das neue Jahr kommt und einige altbekannte Serien kehren zurück. Den Anfang macht Pro7 am 7. mit dem Start der zwölften und letzten Staffel von The Big Bang Theory und der zweiten von Young Sheldon. Sky Atlantic macht weiter mit der dritten Staffel von True Detective ab dem 14. und der zweiten von Room 104 ab dem 23. Weiter geht’s: NCIS mit Staffel 16 ab dem 15. – einem Dienstag – auf Sat.1. Star Trek Discovery fliegt am 17. auf Netflix in die zweite Staffel und Doctor Who startet mit neuem Doktor am 31. auf FOX in die elfte Staffel. Damit nicht genug, neues gibt es auch: Sky 1 mit der nächsten Eigenproduktion: Der Pass, zu sehen ab dem 25., und schließlich startet Midnight, Texas am 31. auf Syfy. Man kommt ja kaum hinterher.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 4 Spiele, 10 Punkte, Platz 2.

Läuft weiterhin gut bei den Karlsruhern, auch wenn es nach der Herbstmeisterschaft noch einmal am letzten Spieltag vor der Winterpause einen Platz nach unten ging. Aber immer noch Platz 2, hätte ich nach dem holprigen Start in die Saison und dem Verlust einiger Leistungsträger dem Team nicht zu getraut. Großen Anteil daran hat der Mitarbeiter des Monats, Trainer Alois Schwartz, der erneut das beste aus dem Kader heraus holte und einer eingeschworenen Stammelf vertraute. Diese zahlte ihm das Vertrauen zurück und spielte durchaus attraktiv und varientenreich nach vorne, ganz anders als noch in der letzten Saison, dazu garniert mit einigen guten Standards. Darauf kann man im neuen Jahr bedenkenlos weiter aufbauen.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 2 (Ash, Hinds) . Gekaufte Konzerttickets: 0.

Eher zufällig bin ich Ende letzten Monats noch über Shannon & The Clams gestolpert, deren Mischung aus Country und Rockabilly sich sofort fies in meinem Kopf festsetzte. Seit dem laufen The Boy und andere Songs bei mir fast in Dauerschleife.

Und als letztes Musikvideo für dieses Jahr: Ein Weihnachtslied. The Regrettes – die immerhin mein Album des Jahres 2017 veröffentlicht hatten – covern hier All I Want For Christmas und das richtig rockig und unpeinlich. Viel Spaß!

*** Linktipps ***

Ein paar Lesetipps aus den Weiten des Internets:

How Longlist can you go?: Auf bestditches wird die BBC Liste “The Sound of 2019″ auseinander genommen. Und zwar gründlich.

Abandoned: Das ultimative Buch der Superhelden: Für alle Fans von Superhelden hat der Wortvogel tief im Archiv gekramt.

Wie der Weihnachtsmarkt zum Volksfest verkommt: Oder wie es andere schon nannten: Das Wacken der Büroangestellten. SpOn klärt auf.

Reisetagebuch USA – Nashville Tennesse: Diana von Lavie Deboite nimmt uns mit auf ihre USA-Reise nach Nashville und schwärmt besonders von ihrer Unterkunft und dem tollen Essen.

Den Stolz kann niemand abschalten: Dieter Gorny spricht bei DWDL über die Anfangszeit von VIVA und dem Stand des Musikfernsehens heute.

*** Foodpic des Monats ***

Im Dezember gab es im Paulaner Bräuhaus ein gutes und richtig leckeres Weihnachtsessen: Eine viertel Ente mit Knödeln und Blaukraut. Zünftig und richtig gut!

In den nächsten Tagen folgen noch die letzten beiden Teile meines Jahresrückblicks – und dann war es das für 2018. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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Listen Up! 2018 – (I) Musik

Juchu, es ist mal wieder Zeit für den großen Jahresrückblick! Der Moment, an dem sich die ganzen penibel geführten Listen endlich auszahlen und ich dadurch in der Theorie ganz einfach meine Jahresbesten benennen kann. Wenn es denn am Ende auch nur so einfach wäre! Wie im vergangenen Jahr auch, ist der Rückblick wieder auf drei Teile aufgesplittet. Den Anfang macht dabei die Musik.

Die 15 besten Alben des Jahres

Ich sage es jedes Jahr wieder: Das Album als musikalische Kunstform steht bei mir immer noch ganz oben. Während eine Single eher ein kurzfristiger Ausschnitt ist, ist das Album das Ergebnis der Künstler – mit Anfang und Ende und roter Linie. Das Album ist etwas, was bleibt. So wie auch die CDs, die ich mir im Regelfall immer noch kaufe. Gestreamt wird nach wie vor nicht, nur mal auf youTube angetestest. Die folgenden Alben, die per Defintion alle in diesem Jahr erschienen sind, haben ihre Sache besonders gut gemacht.

Im weiteren Kreis:

  • Brian Fallon – Sleepwalkers
  • Camila Cabello – Camila
  • Dilly Dally – Heaven
  • Hinds – I Don’t Run
  • Muncie Girls – Fixed Ideals
  • Pabst – Chlorine
  • Rolling Blackouts Coastal Fever – Hope Downs
  • Shannon & The Clams – Onion
  • Spanish Love Songs – Schmaltz
  • Tess Parks & Anton Newcombe - Tess Parks & Anton Newcombe

Die Top 5:

5. The Dirty Nil – Master Volume
4. Emma Ruth Rundle – Dark Horses
3. Middle Kids – Lost Friends
2. The Vaccines – Combat Sports
1. Shame – Songs of Praise

Die beiden Alben auf den erste zwei Plätzen heben sich deutlich ab. Shame mit einem stimmigen Album, das von vorne bis hinten überzeugt. The Vaccines dagegen mit einem Album das voller Hits und Ohrwürmer war. Bei den 15 Alben sind insgesamt 8 mit weiblichen Stimmen dabei, aber das nur mal so am Rande. Nicht in das Listing geschafft haben es die enttäuschenden Alben von Frank Turner, Richard Ashcroft und Mumford & Sons.


Die 15 besten Konzerte des Jahres

Auf so vielen Konzerten wie noch nie war ich in diesem Jahr! 19 Stück waren es, incl. eines klassischen Konzertes in Wien. Dazu kommt noch der Besuch auf dem Lollapalooza in Paris. Das Münchner Feierwerk hat sich in diesem Jahr endgültig zu meiner Lieblings-Location entwickelt, mit der Kranhalle und dem Orangehouse haben sie zwei sehr schöne Locations auf ihrem Gelände. Mehrfach war ich auch im Ampere, im Strom und im großen Zenith.

Für ein gelungenes Konzert müssen ja mehrere Sachen zusammen kommen. Die Band muss gut spielen, der Sound und die Musik müssen was hergeben und auch man selbst muss in der richtigen Stimmung sein. Einen zweiten Versuch gibt es nicht. Das hier waren die besten Auftritte in diesem Jahr.

15. The Killers (Lollapalooza, Paris)
14. Pabst (Orangehouse, München)
13. Ash (Strom, München)
12. Will Varley (Kranhalle, München)
11. The Sheepdogs (Nochtwache, Hamburg)
10. Emma Ruth Rundle (Milla, München)
9. …and you will know us by the Trail of Dead (Ampere, München)
8. Middle Kids (Kranhalle, München)
7. Hinds (Strom, München)
6. Kasabian (Lollapalooza, Paris)
5. Wanda (Zenith, München)
4. Lea Porcelain (Kranhalle, München)
3. Noel Gallagher & The High Flying Birds (Zenith, MünchenLollapalooza, Paris)
2. Shame (Orangehouse, München)
1. Frank Turner (Gasometer, WienTonhalle, München)

Trotz eines eher schwächeren, neuen Albums habe ich Frank Turner doch wieder an die Spitze der Liste gesetzt. Es ist einfach jedes Mal wieder ein Spaß, das hat vor allem das Münchner Konzert wieder gezeigt. Mit Noel Gallagher steht ein weiterer, alter Bekannter recht weit oben, spätestens wenn er die alten Oasis Sachen spielt, bekomme ich immer noch Gänsehaut. Kasabian, mein Gewinner aus dem letzten Jahr, platziert sich dieses Mal etwas weiter hinten – es war halt nur ein Festivalauftritt. Mit Shame und Lea Porcelain sind dafür zwei Newcomer vorne mit dabei. Shame sorgten für eine energiegeladene Atmosphäre und für viel Spannung in der Luft. Auch das Konzert von Lea Porcelain hatte sehr viel Atmosphäre – wenn auch eine viel düstere. Bei fast keiner Beleuchtung konnten ihre Songs richtig atmen.

Insgesamt wieder ein tolles Konzertjahr, ich wollte fast niemanden aus der Liste schmeißen. Trotzdem fiel es mir hier leichter, die Konzerte zu ordnen, was mir bei den Alben ja – obwohl ich sie deutlich öfter gehört habe – nicht gelungen ist.

Die 5 besten Vorbands des Jahres

Zu einem gelungenen Konzertabend gehört auch eine gute Vorband. Diese sollte die Stimmung anheizen, ähnlich sein, wie der Hauptact – aber nicht zu gleich, und auch funktionieren, wenn man sie noch nicht kennt. Bei diesen 5 hat es am Besten funktioniert:

5. Indoor Pets (bei Ash, Strom, München)
4. RVG (bei Shame, Orangehouse, München)
3. Sean McGowan (bei Will Varley, Kranhalle, München)
2. Gurr (bei Wanda, Zenith, München)
1. Dave Hause (bei Brian Fallon, Neue Theaterfabrik, München)

Und damit gewann mit Dave Hause ein Support, bei dem der Hauptact leider ziemlich enttäuschend war – und gleichzeitig der einzige Support, den ich bereits vorab schon kannte.

Weitere bemerkenswerte Songs

Diese Kategorie gibt es, um noch ein paar andere Songs zu posten, die ich nicht schon oben verbraten habe. Musik ab!






Und das war es von mir zum Thema Musik. Was waren eure musikalischen Highlights des Jahres? Welche Konzerte sind euch besonders in Erinnerung geblieben?

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Siehe auch:

Listen Up 2018: I Musik + II Film & Serie + III Sonstiges

Listen Up 2017: I Musik + II Film & Serie + III Sonstiges

Listen Up 2016 + Listen Up 2015 + Listen Up 2014 + Listen Up 2013 + Listen Up 2012

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