Die 7 besten Romane der 2010er Jahre

War schon die Headline für den Eintrag zu den deutschsprachigen Filmen recht hoch gegriffen, lege ich jetzt noch einen drauf. Die besten Romane der 2010er Jahre? So viele habe ich doch von denen gar nicht gelesen.

Kann man denn unter diesen Voraussetzungen eine Liste mit den besten Romanen der letzten 10 Jahre überhaupt schreiben? Kann man nicht. Aber das ist das Internet, wir schreiben das Jahr 2020. Die Diskussionskultur ist tot, jede Meinung ist nicht verhandelbar und absolutistisch. Daher kann ich nun voller Stolz und mit einem gesunden Maß an Gewissheit verkünden:

Die sieben besten Romane, geordnet nach Erscheinungsjahr, sind:

Thomas Willmann – Das finstere Tal (2010)

(Orignaleintrag) Ein Western! In den Alpen! Muss man noch mehr sagen? Ja. Das tolle Setting ist die Kulisse für eine spannende Rachegeschichte in einem abgeschiedenen Winkel der Welt. Der Leser wird immer tiefer hinein gezogen in den Strudel der Gewalt und in die Kälte der Alpen. Eines der spannendesten Bücher der letzten Jahre.

Wolfgang Herrndorf – Tschick (2010)

(Orignaleintrag) Ein Roadmovie voller großer und kleiner Abenteuer für die beiden jungen Protagonisten. Das besondere: Herrndorf lässt die Geschichte vom Jugendlichen Maik in seinen Worten erzählen. Was schnell peinlich werden kann, meistert er aber perfekt – die Sprache wirkt lebendig und authentisch.

Jonathan Franzen – Freiheit (2010)

(Orignaleintrag) Wenn man sich die Essaysammlung von Franzen mal durch gelesen hat, wird einem auffallen, dass er sehr von dem Genre des Gesellschaftsromans fasziniert ist. Genau in dieses Segment würde ich auch Freiheit zählen. Anhand einer recht kleinen, völlig unepischen Geschichte skizziert er ein durchschnittliches Leben in Nordamerika. Und das sprachlich in so einer leichfüßigen Form, dass die Seiten nur so vorbei fliegen. Innerhalb kürzester Zeit lernt man die handelnden Personen so gut und intensiv kennen, als würde man sie schon ein lebenlang begleiten. Die Faszination des Alltags!

Jonas Jonasson – Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (2011)

(Orignaleintrag) Die ideale Urlaubslektüre. Leicht und luftig springen wir durch die Lebensgeschichte des Hundertjährigen, der immer wieder in Berührung kommt mit den großen historischen Ereignissen. Forrest Gump lässt grüßen. Das ist ab und an etwas sehr kostruiert und gewollt skurill, aber die einzelnen Episoden sind nie zu lange, als dass man sich langweilen würde. Das Buch war ein großer, internationaler Erfolg, zog eine Verfilmung nach sich und viele Abklatsche. Vor allem die Art des Titels war eine zeitlang äußerst populär.

Robert Seethaler – Der Trafikant (2012)

(Orignaleintrag) Zusammen mit dem unbedarften Franz wird der Leser in das Wien kurz vor dem Anschluß an Nazi-Deutschland geworfen. Seine beiden Mentoren, der Trafikbesitzer Otto und der Psychoanalytiker Freud, geraten beide ins Visier der Nazis, bis es für Franz an der Zeit ist, endgültig erwachsen zu werden. Sowohl die Coming-of-Age Geschichte des Landburschen Franz, als auch die politische Dimension des Romans überzeugen und bilden den Rahmen für eine dramatische Geschichte.

Harald Gilbers – Germania (2013)

(Orignaleintrag) Ein düsterer Thriller in Berlin zur Endphase des zweiten Weltkrieges. Was wie eine finale Staffel von Babylon Berlin klingt ist ein spannender Thriller in einer dunklen Phase der deutschen Geschichte. Bedient wird sich dabei sozusagen bei einer Variation des Cop-Movies: Ein jüdischer Ex-Kommisar und ein regimetreuer SS-Mann bilden ein ungleiches Ermittler-Duo, das immer mehr zusammen wächst. Sozusgen ein klassisches Szenario, mit einem menschenverachtenden, realen Hintergrund.

Robert Seethaler – Ein ganzes Leben (2014)

(Orignaleintrag) Der zweite große Roman von Seethaler. Wobei die Geschichte selbst alles andere als groß ist. Es ist die Lebensgeschichte eines einfachen Mannes in den Bergen, zufrieden mit sich und seinem Schicksal. Kein Streben nach mehr, keine schlechten Leute, die ihm übel mitspielen wollen. Simpel und bodenständig – der Gegenentwurf zu unserer modernen Welt.

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So weit meine literarischen Highlights des letzten Jahrzehnts mit einem überraschend hohen Anteil an deutschsprachigen Autoren. Das Land der Dichter und Denker. Einige von diesen Romanen wurden bereits verfilmt, mal mehr oder mal weniger erfolgreich.

In dem Zusammenhang habe ich übrigens auch endlich mal wieder meine Bücherliste auf den neusten Stand gebracht. Und zum Abschluß noch diese Frage: Wie man sieht, habe ich durchaus noch Nachholbedarf, was die Romane der letzten Jahre angeht. Ich freue mich daher über jeden Lesetipp in den Kommentaren. Deshalb:

Welche aktuellen Romane haben euch in den letzten Jahren begeistert?

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Live: The Menzingers / Dave Hause / Liam Gallagher

Mit etwas Verzögerung ist für mich das Konzertjahr 2020 gestartet. Ein Überblick:

The Menzingers (Technikum)

Auf das Konzert hatte ich mich schon lange gefreut – schließlich lag ich bei dem letzten Auftritt der Menzingers in München vor einigen Jahren krank im Bett und konnte nicht hin. Nun aber bot sich erneut die Gelegenheit, sie live zu sehen und trotz zweier eher durchschnittlicher Alben zuletzt blickte ich recht positiv in den Abend. Dazu kam noch die Ankündigung, dass die sehr geschätzten Spanish Love Songs als Support mit dabei waren. Es waren also die besten Voraussetzungen.

Das es am Ende nicht ganz so fantastisch wurde wie erhofft, lag schließlich vor allem an der Tatsache, dass auf Konzertlänge dann doch sehr offensichtlich wurde, dass die Band – trotz mittlerweile vier Alben – nicht besonders abwechslungsreich klingt. Die tollen Songs wie I Don’t Wanna Be An Asshole Anymore, Rodent, After The Party oder mein Favorit In Remission waren auch live richtig große Songs. Da gehören die guten Singles Strangers Forever und America (You’re Freaking Me Out) des aktuellen Albums auch noch mit dazu, die anderen Songs des Abends (insgesamt standen stolze 21 auf der Setlist) waren auf Dauer dann aber leider doch etwas zu beliebig. In Zukunft dürften sie gerne noch einige Experimente wagen, das muss ihnen nicht schaden.

Dave Hause (St. Matthäuskirche)

Für dieses Konzert hatte sich Dave Hause eine besondere Location ausgesucht (bzw. natürlich seine Agentur – die ganze Deutschland-Tour war ja so gebucht): Die St. Matthäuskirche am Nußbaumpark. Das Ambiente schaffte eine besondere Stimmung: Wir Zuschauer saßen auf unseren Plätzen (auf den harten Kirchenbänken) und hörten aufmerksam zu. Und nach den Songs wurde andächtig applaudiert. Erst im letzten Drittel wurde es etwas lebhafter, sowohl auf der Bühne, als auch in den Zuschauerreihen, die vom Künstler zum Aufstehen animiert wurden.

Insgesamt spielte Dave Hause fast zwei Stunden lang, also wirklich sehr ordentlich. Highlights waren für mich We Could Be Kings, was schon recht früh gespielt wurde, sowie C’mon Kid und Time Will Tell. Aber leider merkte ich auch wieder: Auf Dauer trägt das für mich nicht, irgendwann empfand ich es als etwas langweilig. So ging es mir auch schon bei seinem letzten Konzert mit voller Band im Backstage. Das ist alles nett und unterhaltsam, aber am Ende dann vielleicht doch noch eine Spur zu harmlos.

Liam Gallagher (Tonhalle)

Abschluß und Höhepunkte der Konzert-Triologie bildete schließlich der Auftritt von Liam Gallagher, genau an meinem Geburtstag. Nach dem Abbruch des Konzertes in Hamburg eine Woche zuvor hatte ich etwas Sorge, ob der Ex-Oasis-Frontmann tatsächlich in München auftreten würde. Aber er war da, für seine Verhältnisse gut gelaunt und hatte jede Menge britische Fans im Publikum dabei.

Von höheren Ansprüchen hat Gallagher sich mittlerweile weitesgehend verabschiedet, sondern liefert nur noch das, was die Fans hören wollen. Und das heißt: Ein Großteil des Sets besteht aus alten Oasis-Songs, und bei seinen eigenen Liedern greift er mittlerweile auf erfahrene Songwriter zurück. Das Rezept funktioniert, sobald Fuckin’ In The Bushes erklingt und Rock’n'Roll Star folgt ist das Publikum aus dem Häuschen. Alles ist in Bewegung, Bierbecher fliegen und die Fäuste werden beim Mitgröhlen in die Lüfte gestreckt. Wie früher.

Kaum erwähnenswert, dass natürlich die Oasis-Songs am meisten abgefeiert wurden. Mit Gas Panic und dem grandiosen Stand By Me waren sogar zwei Songs dabei, die ich bisher noch nie live gehört hatte. Aber auch die neuen Songs wurden gut abgenommen, allen voran Shockwave und Once. In den beiden Zugaben wurde dann schließlich nur noch Oasis gespielt. Roll With It, Supersonic, Champagne Supernova und Cigarrettes & Alcohol – das Fanherz wurde von vorne bis hinten bedient. Was für ein toller Abend!


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Tomorrow, my friend – Die schlimmsten KSC Niederlagen

Aus aktuellem Anlass: Niederlagen gehören dazu. Wer mit seinem Verein nur Siege bejubeln kann, sollte doch bitte Bayern München Fan werden (und selbst die sind ja von ihrer Final-Niederlage gegen Manchester United traumatisiert). Als Anhänger des Karlsruher SCs ist man an Niederlagen und an Abstiege gewöhnt. Trotzdem gibt es immer wieder Pleiten, die heraus stechen. Das hier sind für mich die nachhaltigsten Niederlagen, seit dem ich den Verein verfolge:

07.05.1994 / Bundesliga, 34. Spieltag / SG Wattenscheid 09 – KSC / 5:1

Nach dem tollen Europapokaljahr mit dem Einzug ins Halbfinale stand der KSC kurz davor, sich erneut für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Ein Punkt am letzten Spieltag beim Absteiger hätte gereicht, stattdessen kam das Team gehörig unter die Räder. Drei Treffer für Wattenscheid erzielte ein gewisser Ivica Jozic.

25.05.1996 / DFB-Pokal, Finale / 1. FC Kaiserslautern – KSC / 1:0

Im letzten Pokalfinale, das der KSC erreichte, ging es für ihn ins Derby gegen den gerade frisch abgestiegenen FCK. Die schlechten Vorzeichen waren bereits vor dem Anpfiff für die Badener zu erkennen: Die Schwaben von Pur hatten einen Auftritt im Rahmen des Spiels. Abenteuerland. Und dann kam schließlich die 42. Minute: FCK-Urgestein Martin Wagner trat zum Freistoß an und der Ball ging durch die Beine von KSC-Torwart Claus Reitmaier ins Tor. Den Titel verspielt gegen einen Absteiger.

03.12.1996 / UEFA-Pokal, Achtelfinale / KSC – Bröndby Kopenhagen / 0:5

Bei ihrer zweiten Teilnahme im Europapokal stand es eigentlich ganz gut für den KSC. In der Runde davor hatte man sich immerhin gegen den AS Rom durchgesetzt und auch das Hinspiel in Kopenhagen wurde mit 3:1 gewonnen. Eigentlich eine komfortable Ausgangssituation, um im Wettbewerb zu überwintern. Aber kurz vor der Halbzeit nahm das Schicksal seinen Lauf. Die Dänen gingen innerhalb von 3 Minuten mit 2 Toren in Führung und machten dann in der zweiten Hälfte gegen ratlose Karlsruher alles klar.

15.04.1997 / DFB-Pokal, Halbfinale / Energie Cottbus – KSC / 3:0

Bereits ein Jahr später stand der KSC erneut im Halbfinale des Pokals, Gegner war der aufstrebende Regionalligist aus Cottbus. Es war April und es schneite dicke Flocken in Cottbus. Zu viel für die sonnenverwöhnten Karlsruher, Mitte der zweiten Halbzeit fingen sie sich einen Doppelpack der Cottbuser ein und kamen nicht mehr zurück in die Partie.

09.05.1998 / Bundesliga, 34. Spieltag / Hansa Rostock – KSC / 4:2

Am letzten Spieltag rutschte der KSC auf den Abstiegsplatz und musste nach Jahrzehnten in der ersten Liga den Gang in die zweite Klassen antreten. Ein Unentschieden hätte für den Klassenerhalt gereicht, so verabschiedete man sich mit 38 Punkten und stieg wegen des schlechteren Torverhältnissen ab. Die beiden Treffer von Thomas Häßler reichten nicht an diesem Nachmittag. Auf der Bank saß bereits Jörg Berger, der den als unkündbar geltenen Winfried Schäfer beerbte.

23.08.1998 / 2. Bundesliga, 5. Spieltag / Energie Cottbus – KSC / 4:0

Wieder Cottbus, wieder setzte es eine große Niederlage. Der KSC war noch nicht richtig in der zweiten Liga angekommen und fand sich bereits im Tabellenkeller wieder. Der teure Neuzugang Rafael Martin-Vazquez entpuppte sich als ganz großer Flop und machte an diesem Tag schon sein letztes Spiel für den Verein. Auch Jörg Berger musste danach seinen Hut wieder nehmen. Rainer Ulrich übernahm und schaffte fast doch noch die Rückkehr in die Bundesliga. Wenn nicht der Saisonstart so schlecht gewesen wäre.

06.04.2013 / 3. Liga, 32. Spieltag / SpVgg Unterhaching – KSC / 2:1

Vielleicht keine Niederlage, die sich ins kollektive Gedächtnis gebrannt hatte, aber mich hatte sie sehr erwischt. Der KSC rund um Hakan Calhanoglu war vorher in 21 Ligaspielen ungeschlagen geblieben und steuerte souverän auf die Rückkehr in die zweite Liga zu. Und dann verlieren sie ausgerechnet mein Heimspiel in Unterhaching, wo ich selbst jahrelang gearbeitet hatte? Für mich war es ein typisches “ausgerechnet gegen die” Spiel.

11.05.2015 / 2. Bundesliga, 32. Spieltag / KSC – SV Darmstadt 98 / 0:1

Kurz vor Ende der Saison spielten zwei heiße Aufstiegskandidaten gegeneinander. Die Mittel von Darmstadt waren bekannt und begrenzt: Entweder Ecke und Kopfballtor oder Konter über den schnellen Marcel Heller. Und genau so kam es: Heller düste Mitte der zweiten Hälfte los, flankte auf Tobias Kempe und der erzielte den Siegtreffer. So wie in diesem Spiel endete dann auch die Liga, mit dem besseren Ende für Darmstadt: Sie stiegen direkt auf, während der KSC in die Relegation musste. Und dort passierte das:

01.06.2015 / Bundesliga-Relegation, Rückspiel / KSC – Hamburger SV / 1:2 n.V.

Der KSC stand ganz dicht vor der Rückkehr in die Bundesliga und führte nach einem Tor von Reinhold Yabo bis zur 90. Minute gegen den HSV. Würden die Hamburger das erste Mal aus der Bundesliga absteigen? Sie standen so knapp wie nie zuvor vor dem Abstieg. Bis der Schiedsrichter dem HSV einen mehr als strittigen Freistoß zusprach, kurz vor der Strafraumgrenze. Marcelo Diaz schickte den etatmäßigen Schützen Rafael van der Vaart mit den Worten “Tomorrow, my friend” weg, lief an – und versenkte den Ball im Tor. Sie hatten sich grade noch so in die Verlängerung gerettet. In dieser machte Nicolai Müller den Klassenerhalt perfekt und stieß den KSC nachhaltig in ein Tal der Tränen.

08.08.2015 / DFB-Pokal, 1. Runde / SSV Reutlingen 05 – KSC / 3:1

Keine Frage, jeder kann mal in der ersten Runde gegen einen unterklassigen Verein aus dem Pokal ausscheiden. Das ist auch wirklich jedem Profiverein schon passiert. Aber in diesem Spiel hat der KSC alles mitgenommen, was ging. Reutlingen bekam insgesamt drei Elfmeter in der regulären Spielzeit zu gesprochen, Giuseppi Ricciardi verwandelte alle drei. Dazu flogen mit Gulde, Gordon und Dehm gleich drei Karlsruher vom Platz. Wahrscheinlich haben sie den Reutlingern auch noch den Rasen kaputt getreten.

18.08.2017 / 3. Liga, 5. Spieltag / Fortuna Köln – KSC / 4:0

Kurz nach dem Abstieg taumelte der KSC erneut Richtung Tabellenkeller. Das Spiel in Köln wurde der Tiefpunkt des Negativlaufs. Beginnend mit einem Eigentor von Bühlow ging der KSC saft- und kraftlos in Köln unter. Es war das letzte Spiel von Marc-Patrick Meister auf der Trainerbank und nach vielen schlechten unter ihm das wohl schlechteste.

05.02.2020 / DFB-Pokal, Achtelfinale / 1. FC Saarbücken – KSC / 5:3 n.E.

Sicher, in den letzten Wochen könnte man noch ganz andere Spiele nennen. Die Niederlagen gegen die Konkurrenten im Abstiegskampf aus Wiesbaden oder Dresden, die dann letztlich auch Trainer Alois Schwarz den Job gekostet haben. So hatte Christian Eichner vor seinem Debut auf der Bank so gut wie keine Zeit etwas zu verändern. Das sah man auf dem Platz: Gegen einen Viertligisten blieb das Team erneut torlos und musste kurz vor Ende der Verlängerung einige bange Minuten überstehen. Letztlich kegelte Saarbrücken den KSC im Elfmeterschießen raus. So leicht wie in diesem Jahr war es seit Jahrzehnten nicht mehr, um ein Viertelfinale von innen zu sehen und einen Millionenbetrag als Zusatzeinnahme zu verbuchen. So bald wird diese Chance nicht wieder kommen.

Die großen Niederlagen sind meistens die Geschichten von verpassten Chancen und verlorenen Pokalspielen. Selten ließ sich ein Abstieg an einzelnen Spielen fest machen, oft waren sie das Ergebnis einer langen und frustrierenden Entwicklung, wie die Saison 1999/2000 unter Jogi Löw mit dem vielleicht schlechtesten Kader aller Zeiten. Auch die folgenden Jahre, in denen sich der KSC als Stammgast in der zweiten Liga etablierte, fehlen in der Auflistung etwas – hier wurde jahrelang unter Lorenz-Günther Kostner erfolgreich gegen den Abstieg gespielt, bis dann unter Eduard Becker die guten Zeiten anbrachen und dem Wildpark noch einmal zwei Jahre Bundesliga einbrachten. Da gab es zwar auch einige Niederlagen, aber das war ein Jammern auf hohem Niveau. Lange im Kopf geblieben ist mir da jedenfalls nichts.

Was sich aber auch in den letzten Jahren zeigte: Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein und die Siege erstrahlten noch schöner, wenn man den Ärger der Vergangenheit im Kopf hat. Oder um es mit KSC-Ikone Oliver Kahn zu sagen: Weiter, immer weiter.

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