Der Monatsrückblick Februar 2018

Ich sag es ganz ehrlich: Ich hätte nichts dagegen, wenn der Winter langsam mal vorbei wäre. Keine Kälte mehr, kein Schnee, keine dicken Jacken, keine kleinen Steinchen, die in den Schuhsohlen fest stecken. Das wäre doch was!

Schön war auch das Eishockey Märchen der Deutschen Nationalmannschaft bei Olympia. Habe ich Viertel- und Halbfinale noch im Stream im Büro verfolgt, bin ich für das Finale am Sonntag dann tatsächlich um fünf Uhr aufgestanden. Da ich dieses Wochenende in der Heimat war, haben sich meine Eltern dann im Laufe des Spiels dazu gesellt. Auch insgesamt bot die zweite Woche in PyeongChang noch mal einige, schöne Momente.

*** Kino ***

Mein Kinojahr läuft noch nicht so ganz rund, aber wenigstens habe ich es einmal ins Kino geschafft.

Die Verlegerin 8 von 10

Bei der Washington Post schaut man neidisch zu den Kollegen der New Yorker Times, die durch die teilweise Veröffentlichung der Pentagon Papers für sehr viel Aufsehen gesorgt haben – bis die Regierung die weitere Verbreitung dieser Dokumente verbieten ließ. Als der Chefredakteur der Post, Ben Bradlee (Tom Hanks), über Umwege (und dank Bob Odenkirk, in einer tollen Nebenrolle) ebenfalls Zugriff auf die Papers erhält, müssen sich er und die Herausgeberin der Post (Meryl Streep) entscheiden, ob sie die Daten veröffentlich wollen, und ob ihnen die Pressefreiheit wichtiger ist als das nationale Interesse. Für Regiseuer Steven Spielberg war dieser Film im Zeiten von Fake News ein Herzensprojekt, für das er einige hochkarätige Schauspieler verpflichten konnte. Hanks habe ich lange nicht mehr so frisch gesehen und dass Streep, laut Donald Trump ja eine der meist überschätzten Schauspielerin Hollywoods, diese zentrale Rolle spielt, ist wohl auch etwas mehr als nur Zufall. Der Film ist recht straff inszeniert, sehr dialoglastig und – Spielberg-like – ab und an etwas an Pathos triefend. Das kann man aber verschmerzen, ist es doch ein wichtiges Thema, was hier mit leichter Hand inszeniert wurde.

*** Serien ***

Literweise Kunstblut ist in diesem Monat für den Serienrückblick drauf gegangen, es ist nichts für zarte Gemüter. Aber es kann ja auch nicht immer nur die anspruchsvolle Kunst sein.

Californication (Staffel 6 / 12 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Die Geschichte von Hank Moody (David Duchovny) – dem feuchten Traum aller Autoren – geht weiter. Dieses Mal findet er sich zu Beginn der Staffel in einer Entzugsklinik wieder und trifft dort auf die Muse Faith (Maggie Grace). Außerdem möchte der Rockstar Atticus Fetch (Tim Minchin) mit ihm ein Broadway Musical aus seinem Roman machen. Währenddessen läßt Charly Runkel (Evan Handler) nichts unversucht, um an einen neuen Klienten zu kommen. Nach einem etwas müden und konstruierten Auftakt bekomme die Staffel doch noch die Kurve und zeigt hinten raus wieder das, was die Serie ausmacht: Das große Herz für Freunde und Familie. Und während Charlie von einer Peinlichkeit in die nächste stolpert, wurde Hank über die Jahre etwas ruhiger.

Punisher (Staffel 1 / 13 Folgen – Netflix) – 8 von 10

Ex-Soldat Frank Castle (Jon Bernthal, dem die Rolle auf den Leib geschrieben ist) ist gar nicht tot! Stattdessen arbeitet er zu Beginn auf einer Baustelle und will einfach seine Ruhe, bis die Umstände den wahren Castle wieder hervor kitzeln: Eigenbrötlerisch, rachsüchtig und brutal. Im Laufe der ersten Folgen wird dem ruhigen Castle der ewig moralisierende Bastler David (Ebon Moss-Bachrach) zur Seite gestellt – Hirn und Faust sozusagen. Beide haben auf unterschiedliche Art und Weise ihre Familien verloren. Auf Castles Spuren befindet sich die FBI Agentin Madani (Amber Rose Revah), die sich auf eine Affäre mit dem Kriegsveteran Russo (Ben Barnes) einläßt, der aber seine eigenen Ziele verfolgt. Die Serie schafft den schwierigen Spagat zwischen der harten Brutalität, die weit weg ist von irgendwelcher Comic-Action und teilweise nur schwer zu ertragen ist, und einer gelungenen Charakterzeichnung von Castle, der seiner eigenen Moralvorstellung folgt. Verlust und Traumabewältigung stehen im Fokus dieser Marvel-Serie, die neben der Gewaltdarstellung von ihren starken Figuren lebt. Und so auch den leichten Hänger in der Mitte der Staffel übersteht.

Santa Clarita Diet (Staffel 1 / 10 Folgen – Netflix) – 4 von 10

Sheila (Drew Barrymore) und Joel Hammond (Timothy Olyphant) sind verheiratet und leben in Santa Clarita. Mit ihrer Tochter Abby (Liv Hewson) haben sie ein komfortables Leben in der gediegenen Vorstadtsiedlung von Santa Monica. Das Leben der Familie nimmt eine dramatisch-komische Wendung, als Sheila sich in einen Zombie verwandelt und nach Menschenfleisch giert. Nach einem dramatisch schlechten Start, als sich die Comedy hauptsächlich auf zweitklassige Kotzwitzchen stützt, ist die zweite Hälfte der Staffel, als etwas mehr Routine in den neuen Alltag des Hammond’schen Haushalt einkehrt, nicht mehr ganz so übel. Um es gut zu finden, fehlt aber noch ein gutes Stück. Zum Beispiel witzige Pointen und gute Drehbücher. Olyphant war ein fantastisch guter, mürrischer Sheriff in Deadwood, als Sidekick in einer Comedy ist er falsch besetzt und seine übertriebene Synchronstimme macht es nicht besser. Und Barrymore knabbert zwar gerne genüßlich an Knochen, rettet die Serie dadurch aber auch nicht.

Slasher (Staffel 2 / 8 Folgen – 13th Street) – 8 von 10

Ein Gruppe von Freunden kehrt im tiefsten Winter zu ihrem einstigen Ferienlager in den kanadischen Wäldern zurück. Sie verbinden ein entsetzlichen Geheimnis mit diesem Ort, an dem sich mittlerweile einige Aussteiger eingerichtet haben. Während die Temperaturen fallen, taucht ein unbekannter Killer auf, der nach und nach brutal Rache nimmt. Auch die zweite Staffel, Guilty Party, verhebt sich nicht an irgendwelchen Ansprüchen, sondern liefert das, was man von einer Serie dieses Namens erwarten kann. Und während das Blut in Strömen fließt, wird das ganze mit einer schlichten Wer-ist-der-Mörder Geschichte kombiniert. Der Rückblick auf die Ereignisse aus der Vergangenheit lassen etwas How To Get Away With Murder Feeling aufkommen und man bekommt den wirkungsvollsten Auftritt einer Kettensäge seit Sharknado präsentiert.

Star Trek: Discovery (Staffel 1 / 15 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Nach dem eine Befehlsverweigerung von Commander Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) die Zerstörung ihres Schiffs und einen Krieg mit den Klingonen ausgelöst hat, landet sie etwas später auf Wunsch von Captain Lorca (der starke Jason Isaacs) auf der USS Discovery. Der Chef-Ingenieur Stamets (Anthony Rapp) entwickelt einen experimentellen Antrieb: Mit Hilfe von Sporen ist es dem Schiff möglich, ohne Zeitverzug quasi an jede Stelle des Universums zu springen. Möglicherweise die Geheimwaffe im schwierigen Kampf gegen die Klingonen. Die lang erwartete neue Star Trek Serie macht einiges richtig: Die Figuren sind sympathisch (ja!) und haben ihre Eigenheiten, die Effekte sehen gut aus und es wirkt tatsächlich wie eine modernisierte Version von Star Trek. Überraschenderweise sind es dann tatsächlich eher die Einzelepisoden, die positiv überzeugen konnten, wie z.B. Magic to Make the Sanest Man Go Mad mit Harry Mudd (Rainn Wilson) in einer Zeitschleife, oder Si Vis Pacem, Para Bellum mit dem Außeneinsatz unter Leitung von Saru (Doug Jones). Dagegen verhebt sich die erste Staffel leider ziemlich an dem roten Faden, der die Neuauflage von Star Trek eigentlich hätte auszeichnen sollen. Der Hauptkonflikt mit den Klingonen bleibt blass und uninteressant, im Laufe der Staffel werden immer mehr Twists eingebaut, wo weniger in diesem Fall deutlich mehr gewesen wäre, und die Auflösung mancher Episoden – und vor allem das Staffelfinale – wirken einfach nur naiv. Und warum man das Ganze unbedingt einige Jahre vor der Ära von Kirk & Co spielen lassen musste, wird auch ein Rätsel bleiben, bietet das doch im Star Trek Kosmos viel zu viele Angriffspunkte. Das Fass hätte man nicht aufmachen müssen. Es gibt also noch genug Luft nach oben für die zweite Staffel, in der man mit dem Cliffhanger hoffentlich etwas anzufangen weiß.

Taboo (Staffel 1 / 8 Folgen – RTL II) – 7 von 10

James Delany (Tom Hardy, der die Serie mitproduziert hat) kehrt überraschend zurück ins London des Jahres 1814. Sein Vater hat ihm ein kleines Landstück in Nordamerika vererbt, was von großer, strategischer Bedeutung für die Britische Ostindien-Kompanie ist. Doch er will es ihnen partout nicht verkaufen, sondern selbst bewirtschaften. Woher kommt sein Hass gegenüber der Kompanie? Und welche seltsame Verbindung hat er zu seiner Halbschwester (Oona Chaplin)? Die Story ist gut und schwankt zwischen Historienfilm, Drama und persönlichem Rachefeldzug und bietet auch eine Prise Mystery. Hardy spielt die geheimnisvoll Hauptfigur toll und ist der Mittelpunkt der Serie, da können die anderen Schauspieler nicht ganz mithalten. Die Ausstattung passt und wirkt glaubhaft – technisch macht die Serie also einiges richtig, nur das Herz fehlt etwas, die Hauptfigur, mit der man mitfiebern möchte, die fehlt leider.

Der März bringt einige interessante Serienfortsetzung ins deutsche Pay-TV: Am 6. setzt Sky Atlantic Gomorrha mit Staffel 3 fort, Z Nation geht auf Syfy am 7. in die vierte Runde und Atlanta auf FOX am 8. in die zweite. Am gleichen Tag startet Sky 1 die vierte Staffel von The Goldbergs. Und am 23. kommt Santa Clarita Diet mit der zweiten Staffel zu Netflix – wer’s braucht. Bei den Neustarts scheint Bad Banks auf Arte ganz viel versprechend, wird jedenfalls von den Kritiken sehr gehypt im Moment. Los geht es gleich am 1. Und am 27. startet auf Amazon The Terror, eine neue Gruselserie aus dem ewigen Eis. Sah im Trailer sehr stark aus!

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 5 Spiele, 11 Punkte, Platz 4.

Sportlich läuft es weiterhin gut. Dank der stabilen Defensive ist man nun tatsächlich im Kontakt mit dem Relegationsplatz. Wer hätte das vor ein paar Monaten noch erwartet? Etwas dramatischer war dagegen die Situation rund um das Trainingsgelände: Gleich zweimal wurde dort eingebrochen und die Anlage verwüstet. Offenbar von gelangweilten Jugendlichen – früher hätte man sie noch Halbstarke genannt.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 0 (The Menzingers hätten es sein sollen, habe ich krankheitsbedingt aber leider verpasst). Gekaufte Konzerttickets: 4 auf einen Streich (Brian Fallon, Will Varley, Shame und schließlich Frank Turner).

Warum ein Stream oder ein Download niemals eine CD oder gar eine Platte ersetzen kann, zeigt das Debutalbum von Camila Cabello. Mal ehrlich, wer will denn das Cover nur klein auf seinem Abspielgerät sehen? Na eben. Das Album ist dann ein simpel produziertes Pop-Album, die Latino-Rhythmen sind leider nie so stark wie in ihrem Vorzeige-Hit Havana.

Die DMA’s haben dagegen bereits ihr zweites Album für den April angekündigt und dafür dieses schöne Lied veröffentlicht: In The Air – aber ohne ein Phil Collins‘sches Drum-Solo.

*** Foodpic des Monats ***

Heute mal etwas Kost aus meinen Krankheitstagen. Die leckeren Sommerrollen und die tollen Wantans stammen aus dem kleinen vietnamesischen Restaurant aus meiner Ecke, wo man auch mal schnell in der Trainingshose rüber und sein Essen abholen kann. Support your local dealer!

*** Linktipps ***

Ein paar Lesetipps aus den Weiten des Internets:

One Week Ago I Moved To Dubai: Patty über ihren Start in Dubai.

Die 5 besten Entscheidungen in meinem Leben: Jasmin erzählt uns, auf welche Entscheidungen in ihrem Leben sie am stolzesten ist.

Planet Trek fm #15: Wer noch mehr über das Finale von Star Trek Discovery wissen möchte, in diesem Podcast wird vermutlich auch noch das letzte Detail geklärt.

Stumme Rache: Spiegel Online nutzt den Launch von Mute für eine allgemeine Bestandsaufnahme des Netflix-Systems: “Mute ist in seiner unkonzentrierten Fahrigkeit die Folge eines Geschäftsmodells, dessen Augenmerk nicht auf der präzisen Ausgestaltung einzelner Filme liegt, sondern nur auf deren massenhafter Bereitstellung.”

*** Foto des Monats ***

Nach dem Eishockey-Finale war noch verdammt viel Zeit übrig am Sonntag. Bei kaltem und windigem, aber sonnigem Wetter machten wir am Vormittag noch einen kleinen Spaziergang und bekamen danach als Stärkung von meiner Mutter mega-leckere hausgemachte Rouladen serviert. Oh du tolle Hausmannskost!

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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Früchte des Zorns (1939)

Als Tom Joad nach vier Jahren im Gefängnis zu seiner Familie auf die Farm nach Oklahoma zurück kehrt, hat sich einiges geändert. Die neuen Agrartechniken und die Großgrundbesitzer haben tausende von Landarbeitern arbeitslos gemacht, ausgedürrte Landschaften bedrohen die Existenz. Wie so viele andere Familien auch kratzen die Joads ihre Habseligkeiten zusammen und machen sich auf den beschwerlichen Weg nach Kalifornieren, wo sie die Arbeit als Obstpflücker lockt. Aber auch dort müssen sie fest stellen, dass sie nur ein kleiner Spielball zwischen den Großgrundbesitzern und der Polizei sind. Gewartet hat auf sie niemand.

John Steinbeck‘s Roman von 1939, der ihm zum großen Durchbruch verholfen hat, ist sehr harte Kost. Das Leben meint es nicht gut mit den Joads und ist voller falscher Versprechungen. Das sie dabei sämtliche Probleme ihrer Zeit mitnehmen, kommt nicht von ungefähr: Steinbeck hatte gründlich recherchiert und lässt die Joads nun alles nacheinander spüren und gönnt ihnen nur im staatlichen Camp eine kurze Verschnaufpause. Ihnen bleibt nicht viel mehr als sie selbst: Man ist eine Familie und steht alles gemeinsam durch. Die Joads sind gute Menschen, die keinem etwas Böses wollen. Ihre positive Haltung macht einem das Elend ihrer Lebensgeschichte erträglicher.

Das hätte alles etwas kitschig werden können, wenn nicht Steinbeck auch ein guter Erzähler wäre. Er schafft es, die Atmosphäre einzufangen und den Staub der Straße den Lesern zu vermitteln, genau wie die Trostlosigkeit in den illegalen Camps oder das Brutzeln des Fleischs in der Pfanne. Seine schonungslose Analyse, dass der aufkommende Wohlstand einiger auf dem Rücken vieler ausgetragen wurde, sorgte damals für viele Anfeindungen und Proteste. Am grundsätzlichen Mechanismus hat sich bis heute wenig geändert, auch wenn in einer globalisierten Wirtschaft die Lebenswelten meist nicht mehr so direkt aufeinander treffen, wie noch zu den Zeiten der Joads.

Früchte des Zorns: Immer noch ein teilweise erschütterndes Zeitdokument und nicht umsonst ein Klassiker der Weltliteratur.

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Olympia-Splitter: PyeongChang 2018

Nach dem ich die letzten Tage krank zu Hause war, konnte ich bisher doch etwas mehr Zeit mit den Olympischen Winterspielen in PyeongChang verbringen, als ich es erwartet hatte. Winterspiele waren in der jüngeren Vergangenenheit allerdings nie mehr so richtig mein Event gewesen, von Vancouver 2010 mal abgesehen und seinem famosen Eishockey-Turnier. Ich mache ja auch so schon immer einen Bogen um die winterlichen Wochenend-Exzesse der Öffentlich-Rechtlichen.

Den Winterspielen geht oft der Flair der Olympischen Sommerspiele ab, wo sich fast alles auf eine Stadt konzentriert und die dann für kurze Zeit zum Nabel der Welt wird. Die Winterspiele werden dagegen eher von einer Region ausgetragen, die Rennstrecken, Pisten und Hallen sind so verteilt, dass sie nicht mehr werden als die Summe der Einzelevents. Auch ist die Abwechslung nicht so groß, im Grunde sind die Disziplinen immer nur leichte Variationen. So gibt es Ski Alpin, Skispringen, Langlauf und Biathlon, Eisschnelllauf und Shorttrack, Bob, Rodeln und Skeleton, Eishockey und Eiskunstlauf, Snowboard und Freestyle. Das wird dann varriert, indem man mal einzeln oder in der Gruppe startet, kürzer oder länger läuft, linksrum oder rechtsrum fährt. So in etwa.

Und auch die vorherrschenden Nationen sind begrenzter: Die Deutschen gewinnen Rodeln und Biathlon, die Niederländer gewinnen Eisschnelllauf, die Amerikaner beim Snowboard, die Südkoreaner beim Shorttrack. Was oft daran liegt, weil man hier alles andere als Breitensport zu sehen bekommen: Zur Zeit gibt es genau 17 Rennrodel- und Bobbahnen weltweit. Skispringen wird nur von wenigen tausend aktiven Springern betrieben. Für die Jugend der Welt ist es also sehr viel schwieriger, Zugang zum Wintersport zu bekommen – incl. aller klimatischen Vorraussetzungen. Wintersport ist der Sport von Wenigen und animiert nicht unbedingt zum Nachmachen.

Nun ja, trotz allem, wenn man krank auf der Couch liegt, bieten auch die Winterspiele noch genug Ablenkung. Und bei der vielen Werbung für Arzneimittel und Husten- und Erkältungspräparte bei den Öffentlich-Rechtlichen fühle ich mich direkt angesprochen. Sorry Eurosport, auch wenn ihr euch die Rechte für teures Geld gegönnt habt, aber wer das dann an ARDZDF sublizenziert, der darf sich nicht wundern, wenn er bei den TV-Quoten fast leer ausgeht. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und wer weiß schon, auf welchem Programmplatz Eurosport und TLC abgespeichert sind. Der eigene Programmchef sein mit den vielen Streams? Also bitte, wer will das denn schon, die Öffis bedienen nach eigenem Ermessen – wichtiger ist es mir dann auch nicht, was mir da tagsüber auf meinem Bildschirm serviert wird. Passiv wird der neue Luxus.

Am liebsten sehe ich tatsächlich mal wieder Curling, mit seinen simplen Regeln. Aber auch beim Skispringen der Frauen war ich gerne dabei und habe mich sogar vom Slopesytle beim Snowboarden beeindrucken lassen. Das muss man den Snowboarden ja lassen, das sind wirklich die lässigsten bei Olympia. Wenn ich Wintersportler wäre, wäre ich wahrscheinlich nicht Snowboarder.

Da fällt mir ein: Merkt euch das letzte Wochenende vor. Da gibts zum einen das große Eishockey-Finale (wobei es so groß nicht werden wird, ohne die vielen NHL-Stars), zum anderen den 50km Langlauf der Herren. Hier treten die Waldschrate gegeneinander an, mit Rotz- und Eiszapfen im Gesicht, die ihre Spur durch einsame Nadelwälder ziehen, an Bären vorbei und aufpassen müssen, nicht auf einmal in Nordkorea zu landen. Die einsamen Wölfe des Wintersports, der Urtyp jedes Hipsters, und am Ende gewinnt hier ein Norweger, Schwede oder Russe. Darauf wette ich.

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Aus digital wird analog

Seit einigen Jahren bastele ich mir immer aus den vielen Fotos, die über das Jahr hinweg entstanden sind, ein Fotobuch über mein letztes Jahr. Eine Art Chronik. Aufgeschnappt habe ich diese Idee bei einem Freund, der das über seine junge Familie jeweils für die Großeltern gemacht hatte. Ich mache das nur für mich.

Das ist vielleicht etwas egozentrisch, aber ich habe einen riesen Spaß daran, mir nochmal alle Fotos vorzunehmen und die Besten auszuwählen. Oft beschränken sich Fotobücher ja auf den letzten Urlaub oder die große Feier, da gehen die alltäglichen Bilder aus der Heimat oft etwas unter. Da ich immer versuche, von jedem Konzertbesuch ein einigermaßen gutes Foto zu haben, habe ich in jedem Jahr ein kleines Konzertkapitel. Und eines mit Essensbildern, logisch. Fotos von der Firmenfeier oder der Blick aus dem Fenster, wenn die Sonne besonders malerisch aufgegangen ist.

Es ist immer spannend zu sehen, welche Fotos einem noch Monate nach einem Urlaub präsent sind – das beschränkt sich nämlich auf einige wenige – und welche man fast vergessen hat. Und so sitze ich im Januar einige Abende vor der Software von Fotobuch.de, wähle die Fotos aus, schaue, welche man davon besonders groß zeigt, welche gruppiert man und welche lässt man am Besten doch besser weg.

Das Buch zu erstellen ist dabei der größte Spaß. Wenn es dann endlich im Briefkasten liegt, wird das Päckchen ganz aufgeregt aufgerissen und das Buch das erste Mal durchgeblättert. Danach hat man es gar nicht mehr so oft in den Fingern. Das kommt dann erst deutlich später wieder, wenn man sich gerne zurück erinnert und sich denkt, wo ist nur die Zeit geblieben.

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Projekt Heimatverliebt: Februar

Nach langer Zeit nehme ich mal wieder an einer Blogparade teil. Ist aber auch ein schmackhaftes Thema. Der Blog Wonderblue hat das Projekt Heimatverliebt ausgerufen und gibt monatlich Themen rund um das Thema Heimat vor.

Los geht es nun im Februar mit dem spannenden Thema Lieblingsrestaurants. Und da ich ja nun wirklich sau gerne essen gehe, kann ich mich bei dieser Steilvorlage nicht zurück halten.

Hier kommen nun also meine aktuellen fünf Lieblingsrestaurants in München. Was macht ein Restaurant zum Lieblingsrestaurant? Klar, es sollte dort schmecken – aber das ist noch nicht alles. Es sollte einen guten Service haben und eine angenehme Atmosphäre. Das Essen ist wahrscheinlich eher einfach als super rafiniert. Man sollte einfach gerne wieder kommen wollen. Diese hier fallen mir als erstes zu diesem Thema ein:

Burger House

Eher wirtshausig als hipster-mäßig eingerichtet und dazu die vielleicht besten Burger Münchens. Der Standard-Burger ist der Beste, wenn man ihn mit doppelt Fleisch bestellt. Das Verhältnis ist ideal, man schmeckt tatsächlich das Fleisch und nicht das Brötchen oder irgendwelche Saucen. So soll es sein.

KVR – Kapitales vom Rind

Etwas hochpreisiger geht es hier zu. Aber wenn ich mir mal was gönnen möchte, ist das hier eine der ersten Adressen. Ein Steak-Haus in einem Wirtshaus-Ambieten, man sucht sich das Fleisch an einer Theke aus und es wird die gewünsche Größe davon abgeschnitten und perfekt gegrillt. Wer sich eine Sauce zum Steak bestellt, erhält von mir böse Blicke. Als Nachtisch empfehle ich das wahnsinnige Toblerone-Mouse! Und sehr aufmerksamer Service.

L’Osteria

Ein Franchise, einer der vielleicht größten Pizzerien der Stadt? Ja, trotzdem. Die Pizza ist nicht nur riesig (ist sie wirklich), sie schmeckt auch richtig gut. Was aber ebenfalls sehr zu empfehlen ist: Die hausgemachte Pasta mit Salsiccia. Die könnte ich jeden Tag essen! Wem es in der Filiale am Lenbachplatz zu trubelig und zu voll ist, der sollte an den Hauptbahnhof ausweichen. Die Location ist besser als sie klingt.

Paulaner Bräuhaus

Wirtshäuser gibt es viele in München, aber in keines gehe ich so gerne wie in dieses. Ich liebe das Brotzeitbrettl, der Schweinsbraten ist fantastisch und das natürtrübe Zwickl ist viel zu trinkbar. Und im Sommer kann man schon im grünen Innenhof sitzen.

Slurp

Das neuste Restaurant aus meiner Liste ist das kleine Slurp in der Augustenstraße. Dort schwören viele auf die Ramensuppe, mir haben es eher die Nudeln Sichuan-Art angetan, mit etwas Hack, Kohl und Nüssen. Gut würzig, aber nicht zu scharf. Dazu netter, persönlicher Service, wo einem alles erklärt wird. Ein guter Platz für die Mittagspause!

So, wer hat jetzt Hunger?

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