Hamburg, Kopenhagen, Lund

Wenn es hier grade etwas ruhiger ist, dann liegt das daran, dass draußen grade unheimlich viel los ist (und ich bei einem anderen Eintrag einfach nicht weiter komme). So war ich Anfang Oktober für fünf Tage im Norden unterwegs. Der Anlass war ein runder Doppel-Geburstag in Hamburg, den ich mit ein paar Tagen in Kopenhagen verlängert habe. Aber der Reihe nach.

Hamburg

Ob man die Strecke München – Hamburg mit dem Zug fährt, muss man sich schon gut überlegen. Sind immerhin etwas mehr als 6 Stunden Fahrtzeit. Aber der Preis war gut, Flugmeilen habe ich dieses Jahr schon mehr als genug verbraucht, also fiel die Wahl auf die Deutsche Bahn. Lief dann auch soweit ganz gut durch – wenn nicht mein reservierter Wagen ausgefallen wäre. Und im übrigen Zug keine Reservierungen angezeigt worden wären. Wie durch ein Wunder erwischte ich einen Ersatz-Platz, der auf der ganzen Strecke nicht reserviert war. Als mir das der Schaffner bestätigte, wurde es dann schließlich doch noch eine entspannte Fahrt.

Der Geburtstag am Abend war dann eine gelungene Feier in einer schönen Bar in der Nähe des Schanzenviertels, mit einigen Gesichtern bei den Gästen, die ich schon längere Zeit nicht mehr gesehen hatte, und mit guter Pizza. Am nächsten Morgen, dem Tag der Deutschen Einheit, hatte ich noch ein wenig Zeit für klassisches Hamburger Sightseeing. Bei gutem Wetter fuhr ich an die Binnenalster und ans Rathaus. Nicht, dass ich das nicht schon mal gesehen hätte, aber es ist doch immer wieder hübsch hier.

Gegen Mittag fuhr ich mit dem Zug weiter nach Kopenhagen. Was ich vorher nicht wußte: Ein Teil dieser Fahrt wurde mit der Fähre bewältigt. Dafür fuhr der Zug auf das Schiff und alle mußten raus und rauf aufs Oberdeck. Spannende Sache für 45 Minuten, bis der Zug seine Reise auf traditionelle Art fortsetzen konnte.

Kopenhagen

Die dänische Hauptstadt hatte mir von Anfang an gefallen. Ein schön kompaktes Zentrum mit vielen kleinen, bunten Häusern, verwinkelten Straßen und mit viel Wasser. Wäre nur der Himmel nicht an dem Tag, den ich mir primär für Sightseeing und Fotos machen heraus gesucht hatte, grau in grau gewesen. Das führte dann dazu, dass ich am Schluß an meinem letzten Vormittag in der Stadt noch einmal vieles abgelaufen bin, nur um es auch noch mal bei Sonnenschein gesehen zu haben.

Highlight der Stadt ist dabei der kleinen Binnnenhafen Nyhavn, in der die kleinen Boote vor den bunten Häusern parken und sich die Touristen durch die Straßen schieben. Aber völlig zu Recht, das ist wirklich sehr hübsch. Kitschig und vermutlich ist selten ein Einheimischer hier, aber hübsch. Die gleichen Touristen finden sich später alle vor der Kleinen Meerjungfrau wieder ein, die recht unscheinbar an der Küste auf einem Felsen thront. Etwas unspektakulär, aber aus irgendwelchen Gründen sehr bekannt. Schön ist dagegen der Amalienborg Slotsplads mit dem Wachwechsel jeden Tag um 12 Uhr und die dahinter befindliche Marmorkirken mit seiner eindrucksvollen Kuppel. Besuchen sollte man auch den Rundetaarn, von dessen Spitze aus man einen schönen Blick über Kopenhagen hat.

Ein eigenes Kapitel für sich ist das Essen. Was kann man in Kopenhagen gut essen! Große Auswahl, viele kleine Läden. In meinem Hotel (mit dem Mercur Hotel, nicht zu weit weg vom Hauptbahnhof, macht man nichts falsch) hatte man mir das Vesterbro Viertel empfohlen und lag damit ziemlich richtig. Etwas alternativer als die Restaurants in der unmittelbaren Innenstadt, war ich hier zum einen sehr gut italienisch Essen (Fleisch und Rucola/Tomate/Parmesan Salat im Public), zum anderen hatte ich hier ein wirklich gutes koreanisches Bibimbap (im trubeligen Ssam). Außerdem gab es natürlich den obligatorischen Burger, dafür ließ ich mir Cock’s & Cows empfehlen, die mehrere Läden in der Stadt haben.

Lund

Trotz der begrenzten Zeit in Kopenhagen stand auch ein Ausflug an: Ich wollte nach Lund in Schweden, um dort eine alte Schulfreundin zu treffen, die mittlerweile mit ihrer Familie dort lebte. Und ich hatte sie schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen – und wie oft ist man schon in dieser Ecke? Also fuhr ich mit dem Zug die 45 Minuten über die Öresundbrücke (bekannt aus der Krimi-Serie Die Brücke, siehe auch unten der Blick vom Rundetaarn) über die Grenze (Vorsicht: Passkontrolle) und traf mich dort bei bestem Wetter mit ihr.

Viele Fotos aus Lund habe ich allerdings nicht und gesehen habe ich vermutlich auch nur ein wenig. Wir waren mehr mit quatschen und spazieren beschäftigt. Wir waren in einem Park in der Nähe vom Bahnhof, am Dom mit seiner astronomischen Uhr, habe einige Straßen gesehen, die aus Bullerbü stammen könnten, und einige Gebäude der Universität gesehen, die so auch in England hätten stehen können. Nach dem Essen haben wir das gute Wetter genutzt, um mit dem Bus noch zum Strand zu fahren und dort ein wenig zu spazieren. Und das war es dann auch schon wieder mit dem Ausflug nach Schweden.

Die Rückfahrt nach Kopenhagen zog sich dann etwas. Stau auf der Bahnstrecke, so dass der Zug länger auf der Öresundbrücke warten musste als geplant. Man kann auf Schienen halt so schlecht überholen. Und so wurde etwas rumrangiert, eine Station (der Flughafen!) wegen Zeitknappheit ausgelassen, zu spät in Kopenhagen war der Zug aber trotzdem.

Für den Rückflug nach München – die Zugfahrt hätte mir entschieden zu lange gedauert – musste ich mich am letzten Tag etwas sputen. Mittags war die Abflugzeit, vormittags bin ich, wie oben schon gesagt, nochmal im Schnelldruchlauf einige Sehenswürdigkeiten Kopenhagens abgegangen. Der eigentlich guten Zuganbindung zum Flughafen traute ich nicht mehr so ganz, so nahm ich mir ein Taxi. Das ging sich ganz gut aus, recht stressfrei gelangte ich ans Gate. Die Lufthansa brachte mich schließlich wieder sicher nach Hause.

Und damit endete mein fünftägiger Kurzurlaub auch schon wieder. Kopenhagen war ausgesprochen schön und Hamburg ist ja sowieso immer eine Reise wert.

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2 Responses to Hamburg, Kopenhagen, Lund

  1. Nicole says:

    Das hört sich nach einer schönen Zeit an und es ist ja immer wieder schön Freunde und Bekannte zu sehen, die man viele Jahre nicht gesehen hat. Ich bin nur gerade etwas neidisch auf die Uni in Lund, die sieht ja mal richtig toll aus. Da geht mein Architektur Herz auf und stimmt, das hat mich auch sofort an England erinnert. Deutsche Bahn und Sitzplatzreservierung, funktioniert das überhaupt? Da hatten wir damals auch bei der Abschlussfahrt nach Berlin probleme.

    • Nummer Neun says:

      Schön war es auf jeden Fall, auch wenn die ganze Fahrerei doch wieder etwas stressig wurde. Von der Uni habe ich zwei oder drei Häuser gesehen und die sahen eigentlich alle ganz gut aus, auch wenn nicht alle in diesem englischen Stil waren.

      Meistens klappt es ja mit der Sitzplatzreservierung. Es fällt halt erst auf, wenn es mal nicht funktioniert…

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