Kanada 2019: VI Niagara Falls

Die Niagara-Fälle hatten mich von Anfang an. Beim Bustransfer aus Toronto sah ich sie das erste Mal, aus einiger Entfernung von einer Anhöhe aus. Von meinem Hotelzimmer aus – das beste Hotel der ganzen Reise mit großem Zimmer und Bad und einer guten und diskreten Klimaanlage – konnte ich die Fälle vom Fenster aus erspähen. Und als ich schließlich am Table Rock genau davor stand. Es ist schwer, sich dieser Faszination zu entziehen. Diese Wassermassen, die da im Oval vor einem hinab stürzen. Die Gischt, die einen unweigerlich erwischt. Der Regenbogen, der sich bildet. Das muss man gesehen haben!

Was auch zwingend zum Erlebnis gehört: Die Fahrt mit einem der Boote – von kanadischer Seite aus ist das die Hornblower – bis direkt zum Wasserfall. Klar, touristischer geht es nicht mehr und man wird wie Vieh durchgeschleust, aber es macht mega viel Spaß, sich dem Wasserfall auf dem Fluß zu nähern und einfach komplett nass zu werden. Zum Glück bekommt jeder am Eingang die charakteristischen Ponchos in die Hand gedrückt. Je nach Schiff sind deswegen alle entweder komplett in rot oder in blau.

Und damit hat man eigentlich das wesentliche schon gesehen. Man kann sehr schön am Flußufer bis zum Table Rock entlang spazieren und die Aussicht genießen. Man könnte über die Brücke zu Fuß die Grenze zur USA überqueren, was ich allerdings nicht gemacht hatte. Oder man geht nach Downtown Niagara Falls und gibt sich diese Reizüberflutung. Es muss wohl so etwas wie das kleine Las Vegas sein. Leuchtreklamen, Spielhallen und trashige Freßbuden neben einander. Man muss darüber lachen können, anders lässt sich das nur schwer ertragen.

Wer hoch hinaus möchte, sollte sich an den Skylon Tower halten. Von außen eher häßlich, hat man von der Aussichtsplattform einen tollen Blick auf den Niagara River und auf die Wasserfälle.

Etwas enttäuschend fand ich die Wasserfälle und das Feuerwerk bei Nacht. Davon wurde mir vorab so vorgeschwärmt und dann – nunja, so richtig beeindruckend war es nicht.

Ein Ausflug nach Niagara-on-the-Lake ist noch ganz nett, ein kleines Städtchen am Lake Ontario, das schon einige Male als schönste Stadt des Landes ausgezeichnet wurde. Hübsch ist es hier, alles sehr gepflegt, die Leute haben Geld und Pferdekutschen fahren auf den Straßen. Die Gegend ist auch unter Weinkennern recht beliebt, verschiedene Touren zu den Weingütern werden angeboten.

Kulinarisch hat sich dieser Stopp dagegen nicht wirklich gelohnt. Nach fast drei Wochen im Land und der ständigen Suche nach tollem Essen war ich es allerdings nun auch etwas leid, ständig nach etwas tollem Ausschau zu halten und landete so an den beiden Abenden, an denen ich dort war, im Hard Rock Café. Ich war seit Jahren – wenn nicht sogar seit Jahrzehnten – nicht mehr in einem, aber fand es dann eigentlich ganz in Ordnung. Großer Laden, große Portionen, Fast Food. Ein Teller Nachos mit Käse überbacken kann schon ganz cool sein. Und die Playlist hat sich in den letzten zwanzig Jahren auch nicht groß verändert.

Gegen Mittag startete mein Transfer vom Hotel direkt zum Flughafen in Toronto. Dort hieß es einige Stunden warten, ein letztes Mal bei Tim Hortons essen, und dann hab meine Lufthansa Maschine ab und brachte mich zurück nach München.

Drei Wochen Kanada waren vorbei. Und was habe ich alles gesehen! Und vor allem: Was noch nicht? Das Land ist riesig und bietet tatsächlich so viel, dass man hier wohl nie alles gesehen haben kann. Nach dem Urlaub wurde ich oft gefragt, was denn mein Highlight gewesen sei. Ich konnte es nicht sagen. Es waren so viele tolle Erlebnisse dabei, angefangen bei der fantastischen Natur in Jasper und mit den Niagara Falls. Die endlosen Zugfahrten durch die weiten Landschaften. Vancouver als tolle Stadt in einer einmaligen Lage. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Kanada, es war ein Erlebnis, was hoffentlich noch lange im Kopf bleibt!

I Vancouver / II Jasper / III Saskatoon / IV Ottawa / V Toronto / VI Niagara Falls

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