Eschbach: Der Jesus-Deal (2014)

Vor etlichen Jahren habe ich den Roman Das Jesus-Video von Andreas Eschbach gradezu verschlungen. Eine spannende Abenteuer-Mystery-Was-wäre-wenn Geschichte, ein echter Schmöker. Daraus ist ein leidlicher Pro 7 – Zweiteiler entstanden, danach geriet der Roman etwas in Vergessenheit. 2014, und damit 16 Jahre später, hat Andreas Eschbach die Fortsetzung dieser spannenden Geschichte veröffentlicht. Kann sie mit dem ersten Band mithalten?

Michael Barron ist 14 Jahre alt, als sein Vater – ein schwerreicher und strenggläubiger Christ – beginnt, ihn auf eine unglaubliche Mission vorzubereiten. Er will Michael zusammen mit einer kleinen Reisegruppe in die Vergangenheit schicken, um dort Videoaufnahmen von Jesus anzufertigen. Zur gleichen Zeit kämpf John Kaun – Jahre, nach dem er das Jesus-Video in die Finger bekam – nun als geläuteter Familienvater um das Leben seiner Tochter.

Geschichten um Zeitreisen können einem gerne einen Knoten ins Hirn winden. So auch diese hier. Hier wird die Idee vertreten, dass man die Zeit nicht abändern kann. Wenn man also heute weiß, was morgen passiert, wird es auch passieren, man kann es nicht ändern. Der Weg dahin ist damit eine Mischung aus Schicksal und selbsterfüllender Prophezeihung.

Eschbachs Fortsetzung ist ebenfalls wieder sehr spannend, entwickelt sich aber anders, als man nach dem ersten Teil vermutet hätte. Es dauert lange, bis die Hauptfiguren aus Band 1 wieder auftauchen. Stattdessen erfährt der Leser zuerst sehr viel darüber, wie denn die Zeitreise vorbereitet wurde und welche Absichten dahinter steckten, damit John Kaun und Stephen Foxx im ersten Band das titelgebende Jesus-Video finden können. Im weiteren Verlauf verknüpft Eschbach das private Schicksal der kleinen Tochter von Kaun mit der epischen Bedrohung der Apokalypse. Das überraschende: Beide Stories funktionieren.

Sprachlich ist das Buch sehr gut geschrieben – leicht zu lesen mit einer lebendigen Spache, ohne dass der Leser den Überblick über die vielen Orte und Personen verliert. Es strotzt vor Ideenreichtum, die Recherchearbeit des Autors lässt sich nur erahnen. Allerdings fühlt sich manches äußerst konstruiert an und die Pläne erinnern an die Superschurken aus 70er-Jahre James Bond Filmen. Auch den Titel des Buches darf man hinterfragen. Wann gab es denn bitte einen Deal?

Das soll aber das Lesevergnügen nicht schmälern. Der Jesus-Deal ist eine gelungene Fortsetzung, die sich anders entwickelt als erwartet, aber fast genau so spanned ist wie der erste Band. Eine Leseempfehlung für alle, die bereits den Vorgänger kennen.

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