Don Winslow – Manhattan (1996)

Der Vorsatz, dieses Jahr wieder mehr zu lesen, trägt dank neuem Kindle erste Früchte. Abends vor dem Schlafen gehen noch ein wenig lesen (in dem Timeslot, der jetzt vom Dschungelcamp belegt wird), da kommt doch recht schnell etwas zusammen. Es ist erst Mitte Januar, und schon ist das erste Buch durch. Dabei handelte es sich um den Roman Manhattan des US-Amerikaners Don Winslow.

New York, Weihnachten 1958. Walter Withers, Ex-CIA-Mitarbeiter und nun in einer Privatdetektei beschäftigt, wird als Personenschützer für den jungen und aufstrebenden Senator Joe Keneally und dessen Frau engagiert. Mit ihnen gelangt er in die High Society der Stadt und flaniert über den Broadway, bis Keneallys heimliche Geliebte, die dralle Blonde Marta Marlund, tot in Withers Hotelzimmer aufgefunden wird und er alle Hände voll zu tun hat, seine Unschuld zu beweisen.

Wer bei der Ära und den Namen an die Kennedys und an Marilyn Monroe denkt, liegt damit vermutlich nicht so falsch, manche Personen hat sich Winslow aus der Geschichte entliehen und lässt damit die 50er aufleben. Dafür nimmt er sich Zeit, nutzt fast die gesamte erste Hälfte des Buches, um die Charaktäre einzuführen, erklärt uns die Spionageaktivitäten aus der Anfangszeit des Kalten Krieges und schlendert mit uns über den Broadway bis in die Jazzkneipen und die anrüchigen Clubs. Daran muss man Spaß haben, sonst wirkt dieser Teil doch etwas zu lang und ziellos.

Mit dem Ableben der Marta Marlund nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf und es zeigt sich mal wieder: So ein Todesfall hält einen Krimi am Leben. Die Verstrickungen zwischen Unterwelt und Politik werden deutlicher. Und das Finale bringt alles wieder (vielleicht etwas zu konstruiert) zusammen.

Die ganz große Empfehlung mag ich für diesen Roman nicht aussprechen. Zwar habe ich mich durchaus gut unterhalten gefühlt beim Lesen, bezweifle aber, dass ich in zwei Monaten noch besonders viel über das Buch erzählen kann. Wer Interesse an dieser Ära hat, ist hier jedoch wirklich gut aufgehoben. Man merkt dem Roman die Liebe zum Detail an und die Krimi-/ Agentenstory macht nicht viel falsch. In der Summe ist es solide Spannungsliteratur.

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