Fantasy Filmfest 2011

Ein neues Jahr, ein neues Fanatsy Filmfest. Nachdem es mir bei meiner Premiere im vergangenen Jahr schon so viel Spaß gemacht hatte, war ich dieses Mal gleich am ersten Tag des Vorverkaufs am Schalter und habe mir Tickets für fünf Filme gekauft. Ob sich das gelohnt oder nicht, darum soll es nun in diesem Beitrag gehen.

Don’t Be Afraid Of The Dark

Ein Gruselfilm. Die kleine Sally wird von der Mutter zu ihrem Vater, Architekt Alex (Guy Pearce), geschickt. Er und seine neue Freundin Kim (Katie Holmes) wollen eine alte Villa wieder auf Vordermann bringen. Da die beiden mit Sally nicht wirklich etwas anfangen können, beginnt sie das Haus alleine zu erkunden und findet in einem versteckten Raum ganz unten im Keller kleine Monster. Es glaubt ihr allerdings niemand. Bis die mysteriösen Ereignisse zunehmen. Welches dunkle Geheimnis umgibt dieses alte Haus?

Im Prinzip bekommt man von dem Film das, was man erwartet: Einige gruselige Szenen und kleine Monster. Mehr ist es leider nicht geworden. Da man die Monster schon relativ früh zu Gesicht bekommt, ist die Ungewissenheit  – ist da was oder nicht – recht schnell weg. Und auch die Monster selbst sind teilweise recht putzig und sorgen für ein paar Schmunzler. Der Rest ist solide, atmosphärische Bilder und Musik, wenige Überraschungen in der Story. Kann man sich anschauen, das große Highlight ist es aber nicht.

Wertung: 5 von 10 Punkten

A Lonely Place To Die

Ein Abenteuerthriller. Alison (Melissa George) und ihre Freunde verbringen zum Klettern ein paar Tage in den schottischen Highlands. Die Freizeit wird gestört, als sie im Wald ein Mädchen finden, dass in einem Erdloch vergraben ist. Sie wollen sie retten und zurück in die Zivilsation bringen, doch sie werden beobachtet. Eine tödliche Hetzjagd durch die Wälder und Berge beginnt.

Spannend geht es zu in diesem englischen Film. Die Highlands sehen wunderbar aus, die Kletterszenen sind dramatisch. Die Leere der Gegend kommt auf der Leinwand sehr schön rüber. Die Schüsse peitschen durch die Berge und den Kinosaal. Die Stelle, an der sie das Mädchen finden, erzeugt eine Gänsehaut. Wenn man von kleineren Logiklöchern absieht (wer wem wo im Wald über den Weg läuft ist teilweise schwer nach zu vollziehen), kann man sich von dem Film schnell fesseln lassen. Leider verlässt der Film diesen Pfad so ca. 20 Minuten vor Schluß – aus der Leere der Highlands wird der Trubel einer Kleinstadt und es gibt mehr Tote als nötig. Auch in die Geschichte um das entführte Mädchen wird noch unnötig viel herein gepackt. Schade, man hätte den Film nur etwas früher enden lassen müssen.

Wertung: 7 von 10 Punkten

Super

Eine Komödie. Loser Frank (Rainn Wilson) wird von seiner Frau (Liv Tyler) verlassen und zieht zu einem Kleinkriminellen (Kevin Bacon). Frank hat nun gar nichts mehr in seinem Leben, bis er sich von Gott auserwählt fühlt. Er näht sich ein Superheldenkostüm und geht von nun an nachts als Crimson Bolt auf Verbrecherjagd. Ohne Superkräfte, aber mit einer großen Portion Wut im Bauch, macht er sich bald einen Namen. Comic-Verkäuferin Libby (großartig: Ellen Page) wird auf ihn aufmerksam und schließt sich ihm als Boltie an. Es kommt zum großen Showdown, wenn er versucht, seine Frau wieder zu gewinnen.

Ein herrlich schräger Film, eine Komödie mit einigen Dramaelementen. Ein ums andere Mal bleibt einem das Lachen im Hals stecken, wenn der Möchtegern-Superheld mit seiner Comic-Gewalt auf die reale Welt losgelassen wird. Mit einem Schraubenschlüssel auf Vordrängler einzuschlagen, ist nicht so ohne. Ellen Page ist in diesem Film völlig durchgeknallt, aber süß wie immer. Nur die Erleuchtung durch Gott fand ich etwas über das Ziel hinaus geschossen. Aber irgendwas ist ja immer. Deftig, aber spaßig.

Wertung: 8 von 10 Punkten

Red State

Ein Actionthriller. Eine ultrakonservative Sekte (angeführt von Michael Parks) irgendwo im Hinterland der USA kidnapped drei Jungs, um sie für die Sünden der Welt zu bestrafen, hinzurichten. Gleichzeitig rückt eine Spezialeinheit (unter der Leitung von John Goodman) an, um das Grundstück der Sekte zu stürmen. Und diese Einheit hat nun wirklich nicht vor, Gefangene zu machen.

Das war nun ein Film, der es in keinster Weise verstanden hat, mich zu fesseln. Die Ausgangslage mit einer Sekte hätte interessant werden können, war dann aber doch zu amerikanisch mit den konservativen Werten und den Hass auf Homosexuelle, als das es hier glaubhaft gewesen wäre. Die fragwürdige Spezialeinheit, zweifellos eine Kritik an der Macht der Anti-Terror-Gesetze der USA, ist ebenfalls zu aufgesetzt. Lustig fand ich ihn, im Gegensatz zu anderen, nicht, schockierend war er auch nur vielleicht zu Beginn. Für mich war es die große Langeweile. Und die Erklärungen zu den Vorgängen, wie der Konflikt schließlich gelöst wurde (ich will nicht spoilern), welche dann die letzten 15 Minuten einnehmen, waren einfach an den Haaren herbei gezogen, weil völlig ohne Zusammenhang zum vorherigen Film. Das war nichts.

Wertung: 3 von 10 Punkten

Hell

Ein Endzeitfilm. 2016, die Erde hat sich um durchschnittlich 10 Grad erhitzt. Der Boden ist verbrannt, die Sonne tödlich. Marie (Hannah Herzsprung) ist mit ihrer Schwester und zwei Weggefährten auf dem Weg in die Berge, weil dort noch größere Mengen Wasser vermutet werden. Aber auf dem Weg dorthin treffen sie auf weitere Menschen und schließlich auf eine schräge Bauernfamilie.

Wer hätte das gedacht, ein Genrefilm aus Deutschland. Regiesseur Tim Fehlbaum war persönlich im Kino, um den Anwesenden seinen Debutfilm zu präsentieren. Und der war vor allem eins: Hell. Für wenig Budget ist es ihm tatsächlich gelungen, eine überzeugende Endzeitlandschaft auf den Schirm zu bannen. Die Sonne scheint durch die Leinwand durch zu brennen. Die Story ist nicht schlecht, die Wendung im zweiten Teil des Films kam für mich wirklich überraschend und traut sich etwas, was ich bei einem deutschen Film nicht erwartet hätte. Das gibt einen Sympathiepunkt. Befremdlich ist es nur etwas, wenn man in einem Endzeitfilm Menschen mit Ja-Produkten oder Evian-Flaschen sieht.

Wertung: 7 von 10 Punkten

Fazit: So viele Filme in ein paar Tagen, davon zwei an einem Abend – das war schon an der oberen Grenze. Belohnt wurde ich mit einigen guten Filmen bei einem schönen Genremix. Richtig rein gefallen bin ich eigentlich nur bei einem Film. Daher war es auch in diesem Jahr wieder eine lohnende Sache, nächstes Jahr gerne wieder.

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3 Responses to Fantasy Filmfest 2011

  1. Muriel says:

    Hm. Ich hätte Red State jetzt nicht so schlecht bewertet, aber das mag meine Voreingenommenheit für alles sein, was John Goodman berührt.
    Aber bei Super verstehe ich wirklich nicht, wo die letzten zwei Punkte fehlen sollen. Das war für mich ein nahezu perfekter Film.
    Mit Julia X und Hesher hast du aber wirklich was verpasst, falls die in München auch liefen. Nur, dass du’s weißt.

  2. Nummer Neun says:

    Ach John Goodman. An dem lag es nicht. Nach dem ich eine zeitlang dachte, er wäre tot, freue ich mich jedes Mal, wenn ich ihn sehe. Aber den Film rettet er nicht :)

  3. Verena says:

    “Super” klingt gut. Da werd ich mal die Augen offen halten, ob ich den hier auch finde.

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