Wolf Alice, Januar 2018

Der Konzertauftakt 2018 ist erfolgt! Die Engländer von Wolf Alice hatten im ausverkauften Ampere die Ehre, das Jahr zu eröffnen. Dabei hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, sie wären erst hier gewesen. Aber nein, das war bereits im September 2016, allerdings die gleiche Location und das Konzert damals hielt sich verdammt lange im Kopf.

Ob es auch dieses Mal so lange im Kopf bleibt, wird sich zeigen. Dieses Mal bin ich nicht ganz so euphorisiert aus dem Konzert heraus gegangen. Gut gespielt haben Wolf Alice aber. Nicht weniger als 17 Songs haben sie in ihre Setliste gepackt, dazu zwei weitere in die Zugabe. Nicht schlecht, dafür dass sie grade mal beim zweiten Album stehen. Volles Programm also. Am Anfang ging es rockig los mit Yuk Foo und You’re A Gem und wurde dann etwas ruhiger mit Don’t Delete The Kisses und Silk. Beautifully Unconventional war auch live sehr schön und Space & Time und Moaning Lisa Smile am Ende auch gut. Sängerin Ellie Rowsell beeindruckte mit ihrer tollen Stimme, die Jungs an den Gitarren mit vollem Körpereinsatz.

Das der Funke bei mir aber dieses Mal doch nicht richtig übergesprungen war, lag vielleicht am zu routiniertem Spiel auf der Bühne, wo die Songs, einer nach dem anderen, runter gespielt wurden. Oder an den hohen Erwartungen. Wer weiß das schon. Vielleicht war es auch nur jammern auf hohem Niveau, weil gut war es schon. Mit Wolf Alice machten man wenig falsch. So, und jetzt schaut euch ein paar von den Videos an.



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Musikvideos mit Johnny Depp

So gefühlt hat Johnny Depp ja mittlerweile seine besten Zeiten schon hinter sich gebracht. Eine seiner besseren Rollen zuletzt war ja immerhin schon die eines Mordopfers in Mord im Orient-Express. Um so überraschender, wenn man ihn jetzt noch in alten Musikvideos entdeckt.

The Proclaimers – i’m Gonna Be (500 Miles) (1988)

Tom Petty And The Heartbeats – Into The Great Wide Open (1991)

Bryan Adams – Have You Ever Really Loved A Woman (1995)

Johnny Cash – God’s Gonna Cut You Down (2006)

Marilyn Manson – Kill4me (2017)

Mehr Inhalte gibt es dann wieder beim nächsten Mal. Schönes Wochenende!

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The dark side of Fashion

Auf den Fashion-Blogs seht ihr immer nur die schöne Seite der Mode. Neue Klamotten, optimal präsentiert von jungen, hübschen Damen an supersonnigen Tagen an exotischen Urlaubslocations. Wie hübsch! Aber was passiert, wenn die Sachen alt werden, verblassen oder nicht mehr passen? Die Form verlieren? Was dann? Darüber spricht niemand!

So ein bis zweimal gehe ich meinen Kleiderschrank durch und sortiere aus. Heute war ein ganz guter Tag dafür. Keine Bundesliga und geschlossene Geschäfte in Bayern. Also los, Kleiderschrank auf und schauen und anprobieren: Was ziehe ich eh nicht mehr an, was sieht nichts mehr aus, was – und über die Gründe dafür können wir an dieser Stelle nur spekulieren – passt nicht mehr? Und es kommt immer einiges zusammen. Dieses Mal waren es immerhin zwei Hausmülltüten. Einige alte T-Shirts, eine Jeans, die nur unter größten Mühen noch zu gegangen wäre, ein Schal und einige Hemden. Auf letzterem lag dieses Mal der Schwerpunkt. Teilweise waren Sachen dabei, die man sich begeistert gekauft hatte, aber dann leider fast nie an hatte. Verdammte Konsumgesellschaft.

Nach dem aussortieren stellt sich immer die Frage: Wohin damit? Nach dem ich in der letzten Woche mal wieder ein Paket für Momox fertig gemacht hatte, und so immerhin gut 40 Euro verdient habe, wollte ich es nun bei Momox Fashion versuchen. Allerdings erfolglos, hier wurden nur bestimmte Markten gesucht und ich wäre grade mal ein einziges Hemd für 5 Euro losgeworden. So brachte ich es wieder zur Kleiderspende vom Roten Kreuz. Wohlwissend, dass auch hier nicht alle Sachen direkt an Bedürftige gehen, sondern es nur verkauft und dann mit dem Geld gearbeitet wird. Aber immerhin, irgendeinen Zweck erfüllen die Sachen damit immer noch.

Gibt es dafür aber nicht noch eine bessere Alternative? Was macht ihr mit euren alten Klamotten?

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Listen Up! 2017 – (III) Sonstiges

Der letzte Teil meines großen Jahresrankings. Zum Abschluss folgen die Listen, die in keine der anderen Kategorien gepasst haben.

Die 5 besten Bücher des Jahres

Bücher sind zeitlos. Während man Filmen oft nach einigen Jahrzehnten ihr Alter bereits anmerkt, kann ein gutes Buch ewig frisch bleiben. Bei der Auswahl eines neuen Buches ist man daher nicht nur auf die letzten Jahre beschränkt, sondern kann sich fast durch die ganze Kulturgeschichte lesen. Würde ich das Ranking nur auf Bücher aus diesem Jahr beschränken, gäbe es keine Rangliste.

Für die Liste habe ich alle in diesem Jahr gelesenen Bücher zusammen geschmissen. Insgesamt habe ich (leider) nur sechs Romane geschafft, das waren genau so viele wie im vergangenen Jahr – dank einer anscheinend guten Vorauswahl war allerdings nicht ein schlechtes mit dabei. In Klammern jeweils das Erscheinungsjahr.

5. Leonardo Padura – Adiós Hemingway (2001)
4. Jules Verne – Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (1864)
3. Andreas Eschbach – Der Jesus-Deal (2014)
2. Robert Seethaler – Ein ganzes Leben (2014)
1. Samuel Shem – House Of God (1978)

Die 5 besten Hotels des Jahres

Dank digitaler Kalender wird es ja immer einfacher zu zählen: In diesem Jahr habe ich insgesamt 42 Nächte nicht in München verbracht (gut, für das Ergebnis hätte man nicht zählen müssen, ist ja eh die Antwort auf alles, klar). Ziehe ich davon die 12 Übernachtungen bei meinen Eltern ab, bleiben immer noch 30. Das ist ein ganzer Monat!

Davon entfallen 15 Übernachtungen auf Südkorea und 8 weitere auf Berlin bei meinen verschiedenen Besuchen. Zwei Übernachtungen hatte ich auf Firmenkosten in London, weitere 2 jeweils in Lindau, in Wien und am Schliersee und einmal habe ich in Köln übernachtet. Das hier waren auf den Reisen die besten Hotels:

5. Hotel President (Seoul): Hier verbrachte ich die ersten 6 Nächte in der südkoreanischen Hauptstadt. Super gelegen und professionell, nur die Verständigung auf Englisch klappte nicht immer.
4. Golden Tulip M Hotel (Seoul): Relativ kurzfristig brauchte ich noch eine weitere Übernachtung in Seoul und entschied mich für dieses komfortable Hotel in der Nähe der Fußgängerzone.
3. Seehotel Schlierseer Hof (Schliersee): Mit die entspanntesten Tage in diesem Jahr verbrachte ich hier im Hotel direkt am See, mit eigenem Seezugang und Pool, und einem Biergarten, von dem aus man die Sonne über dem Schliersee untergehen sehen kann.
2. Radisson Blu Mercer Street (London): Hotels in London sind teuer, direkt im Zentrum noch mehr. Um so dankbarer bin ich, wenn mir die Firma direkt ein Hotel in der Nähe der Europazentrale vorgibt. Und wenn es dann auch noch so gut und so hübsch wie das hier ist, ist alles gut.
1. Hotel Palace (Berlin): Es war nun mal so, das Hotel lag im Reisebudget der Firma und war in der Nähe der Location, wo ich am Abend arbeiten musste. Und so nahm ich den Gepäckservice, das große Zimmer, das reichhaltige Frühstück und die kostenlose Tageszeitung gerne wahr.

Die beiden besten Hotels hat also die Firma bezahlt. So muss es sein. Der Zusatzspreis Der goldene Duschkopf geht an das Golden Tulip M Hotel in Seoul, wo ich zwar nur die eine Nacht war, was mich aber dafür mit der großen Dusche mit Holzboden und der intuitiven Bedienung (ist ja nicht selbstverständlich) sehr beeindruckt hatte.

Die 3 besten KSC-Trainer des Jahres

Das Jahr des Karlsruher SC war geprägt vom Absturz aus der zweiten in die dritte Liga. Dort brauchte es dann einige Wochen und Monate um wieder Fuß zu fassen. Auf der Trainerposition gab es in den vergangenen 12 Monaten einige Umbesetzungen. Das hier waren die drei besten KSC-Trainer des Profiteams:

3. -
2. -
1. Alois Schwartz

Den Rest konnte man echt vergessen.

Die 5 Schwärmereien des Jahres

In ähnlicher Form gab es diese Rubrik bereits im vergangenen Jahr und das mit relativ großem Erfolg. Immerhin ist die letztjährige Gewinnerin die zukünftige Prinzessin Meghan Markle! Keine schlechte Referenz. Kleine Änderung allerdings: War im letzten Jahr Dank einer Blogparade noch nach der heißesten Serienfigur gefragt, formuliere ich es dieses Mal etwas um und nenne fünf Schwärmereien aus Film, Funk und Fernsehen. Prinzipiell auch aus der Musik, nur ist das aufgrund der fehlenden Visualität nicht grade die naheliegenste Kunstform.

Diese fünf Damen dürfen sich gerne bei mir melden – eine Stelle als Prinzessin kann ich allerdings nicht versprechen (das Ranking ist ohne Reihenfolge):

- Beabrice aus Adam sucht Eva: Ja, ich gebe zu, dass ich diese Sendung anfangs gesehen habe. Es waren ja nicht nur Trash-Promis da, sondern auch einige Normal-Sterbliche, so wie sie. Leider war sie nach zwei Folgen auch wieder raus, womit mein RTL Konsum in diesem Jahr äußerst begrenzt blieb.

- Camilla Luddington aus Californication: Sie hat es letztlich nur in diese Liste geschafft, weil ich um Jahre zu spät bei Staffel 5 war. Aber als die Babysitterin splitternackt aus dem Pool auftauchte, da habe ich mich schon ein wenig in sie verliebt.

- Laura Papendick von Sky Sport News: Mein Startkanal auf dem Sky-Receiver ist ja nach wie vor der Sportsender. Bleibt man mal 15 Minuten dran hängen, ist man schon einigermaßen gut über die Welt des Sports informiert. Länger dran bleiben kann man ganz gut, wenn Laura Papendick im Studio ihren Dienst verrichtet und mit ihrem leicht lasziven Blick verkündet, welcher Trainer grade wieder seinen Job verloren hat.

- Dominique Provost-Chalkley aus Wynonna Earp: Wynonnas kleine Schwester Waverly stapfte oft bauch- aber nicht hirnfrei durch ihre Heimat Purgatory und machte mit ihrer Energie dem ein oder anderen Dämon den Garaus.

- Emilia Schüle aus Charité: Eine Serie, die beim allgemeinen Lobgesang auf die deutschen Serie in diesem Jahr etwas untergegangen ist. Zu Unrecht, bot sie doch schöne Familienunterhaltung mit einigen Aha-Erlebnissen und war damit zurecht ein Quotenrenner. Mit dabei war die mir bis dahin unbekannte Emilia Schüle, die eine Schauspielerin mimte, die Robert Koch’s Kopf verdrehte. Und meinen auch so ein wenig.

Und aus aktuellem Anlass: Weiß jemand, wie man Instagram-Posts verlässlich in WordPress einbetten kann?

Die 5 meist geklickten Artikel des Jahres (aus diesem Jahr)

Zwar nehmen die Klicks auf diesen Blog kontinuierlich ab, es liegt allerdings in der Natur der Sache, dass es immer Artikel gibt, die mir gelesen wurden als andere. Das hier sind die meist geklickten Artikel aus diesem Jahr, die ich auch in diesem Jahr geschrieben habe. Die erfolgreichsten fünf aus 74:

5. Der Monatsrückblick Oktober 2017: Der Rückblick auf diesen Monat war in diesem Jahr auch der meist kommentierte Eintrag.
4. Die mythische Neun: Das kleine Gewinnspiel in Zusammenarbeit mit DerGugl kam offenbar auch ganz gut an.
3. Das Höllenbiest gegen McKinsey: Nach dem ich die Rezension auch beim Wortvogel geteilt hatte, wurde der Autor darauf aufmerksam und verlinkte den Artikel bei Facebook.
2. Südkorea 2017: I Seoul: Mein Reisebericht zu Südkorea bekam dank verschiedener Reiseplattformen seine wohlverdiente Aufmerksamkeit – die beiden anderen Teile wären ebenfalls in den Top 5 gelandet, habe ich aber aus dem Ranking heraus gehalten.
1. Wäre, wäre, Fahrradkette*: Ein KSC-Beitrag auf Platz 1 – Dank kluger Verlinkung auf Twitter, wo der Eintrag recht viele Likes bekam.

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Und das war’s nun endgültig für 2017. Habt ein schönes Silvester und kommt gut ins neue Jahr! Man liest sich.

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Siehe auch:

Listen Up 2017: I Musik + II Film & Serie + III Sonstiges

Listen Up 2016 + Listen Up 2015 + Listen Up 2014 + Listen Up 2013 + Listen Up 2012

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Listen Up! 2017 – (II) Film & Serie

Und weiter geht’s mit dem zweiten Teil des Jahresrückblicks. Heute kommen meine Rankings zum Thema Filme und Serien.

Die 15 besten Kinofilme des Jahres

Kino ist das größte! Das sehe ich ja immer noch so – nirgends sieht man einen Film so intensiv wie hier. Und das hat nicht nur etwas mit der Größe der Leinwand zu tun, einem tollen Soundsystem und nutzlosem 3D, sondern liegt auch an der eigenen Konzentration auf den Film. Kein Handy, kein schneller Gang zum Kühlschrank.

Das hier waren die 15 eindrucksvollsten Filme, die ich in diesem Jahr in den Kinos gesehen habe. Filme aus diesem Jahr, die ich erst später auf Sky gesehen habe – oder gar TV-Filme, zählen deshalb nicht für dieses Ranking. In Klammern: Ranking in Deutschland nach den verkauften Kinokarten in diesem Jahr (Stand am 31.12.) / bzw. Hinweis auf das Fantasy Filmfest.

15. Guardians Of The Galaxy Vol. 2 (9)
14. Mord im Orient-Express (17)
13. Valerian (23)
12. The Autopsy Of Jane Doe (FFF)
11. Planet der Affen: Survival (39)
10. Split (20)
9. IT (7 / FFF)
8. Verleugnung (-)
7. Barry Seal: Only In America (80)
6. Passengers (19)
5. The Big Sick (-)
4. Hidden Figures (56)
3. Blade Runner 2049 (28)
2. Hunt For The Wilderpeople (FFF)
1. Dunkirk (41)

Insgesamt ein gutes Kinojahr, wie ich finde. Allerdings muss ich dazu sagen, von den 15 meist gesehenen Filmen im deutschen Kino habe ich nur vier gesehen. Neben den oben genannten waren das noch Baywatch und Star Wars: Die letzten Jedi, die beide die Top-Platzierungen bei mir weit verfehlt haben. Das Fantasy Filmfest hat immerhin drei Filme in meinem Ranking untergebracht, darunter auch IT, der ja dann auch an der Kinokasse ein riesiger Erfolg wurde. Es lohnt sich auch immer wieder, die Augen für kleinere Filme offen zu halten. Mit The Big Sick und Verleugnung gefielen mir zwei kommerziell völlig unerfolgreichen Filme wirklich sehr gut.

Die 10 besten Serien des Jahres – International


Der große Serien-Hype geht weiter. Serien sind nach wie vor das neue, große Ding. Während das Kino sich immer mehr im Kreis dreht, erfährt die olle Flimmerkiste ihren dritten Frühling. Das Pay-TV und die Streaming-Services bescheren uns eine immer größere Auswahl an neuen Produktionen. Das Feuilleton überschlägt sich vor Begeisterung, die Internet-Foren sind voll (vor allem bei den wöchentlichen Serien), allerdings schaffen es die wenigsten Serien in den Mainstream. Lieber herausragend für wenige als gut für viele scheint das Motto zu sein. Es lebe die Nische.

Im vergangenen Jahr habe ich so viele Serien wie nie gesehen, es artete schon fast in Stress aus, um am Ball zu bleiben. Einmal mit einer Staffel angefangen, hatte ich auch immer den Ehrgeiz, sie auch bis zum Ende zu schauen. In dieser Kategorie habe ich die jeweils aktuellsten Staffeln verglichen, auch wenn sie vielleicht bereits schon zwei Jahre alt waren. Das hier waren die zehn besten – in Klammern jeweils, wo ich sie gesehen habe:

10. Narcos (Staffel 3 – Netflix)
9. Silicon Valley (Staffel 4 – Sky Atlantic)
8. Nashville (Staffel 5 – FOX)
7. Top Of The Lake (Staffel 2 – Arte)
6. Better Call Saul (Staffel 3 – Netflix)
5. The Expanse (Staffel 2 – Netflix)
4. Atlanta (Staffel 1 – FOX)
3. Broadchurch (Staffel 3 – 13th Street)
2. Bates Motel (Staffel 5 – Universal Channel)
1. American Crime Story (Staffel 1 – Sky Atlantic)

Das Ergebnis war für mich selbst dann aus zweierlei Sicht überraschend: Zum einen finden sich nur zwei Neustarts in der Liste. Dabei habe ich genug neue Serien angefangen. Der Rest waren alles alte Bekannte. Zum anderen muss ich die Netflix Fanboys und -girls enttäuschen: Lediglich drei Titel stammen von dort. Und davon sind sogar zwei “nur” eingekauft – nur Narcos ist tatsächlich eine Eigenproduktion. Weitere sechs Titel konnte man in Deutschland zunächst im Pay-TV sehen und die zehnte Serie im Bunde lief bei den Öffentlich-Rechtlichen. Die Privatsender im Free-TV konnte man in dieser Hinsicht fast vollständig vergessen.

Die 3 besten Serien des Jahres – National

In diesem Jahr gab es einige Serienprojekte aus Deutschland, die sich von dem typischen Krimi-Einheitsbrei abheben wollten. Insgesamt fünf davon habe ich gesehen, und da waren noch nicht einmal die hochgelobten Club der roten Bänder (VOX), 4 Blocks (TNT Serie) und Culpa (13th Street) mit dabei. Fazit: Das deutsche Fernsehen kann schon was, wenn man es lässt.

3. Hindafing (Staffel 1 – BR)
2. Dark (Staffel 1 – Netflix)
1. Babylon Berlin (Staffel 1&2 – Sky 1)

In meine Top 3 sind damit zwei Bezahlangebote und einmal das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit dabei. Alles Angebote, die mehr oder weniger kaum von Werbegeldern und damit von möglichst hohen Reichweiten abhängen.

Die 5 meist gesehenen Serien des Jahres

Um auch ein wenig die Quantität zu würdigen: Diese Serien haben mich am längsten in diesem Jahr begleitet. Wobei sich auch in dieser Liste keine richtig alten Serie findet, alle fünf laufen noch. Ich habe jedoch jeweils erst später damit angefangen und musste daher in diesem Jahr einiges nachholen, bzw. habe sie mir ein zweites Mal angesehen (Pastewka). Ein Luxus, den ich mir mittlerweile nur noch äußerst selten gönne.

5. The Expanse (Staffel 1-2 – Netflix)
4. Narcos (Staffel 1-3 – Netflix)
3. Suits (Staffel 4-6 – Netflix & FOX)
2. Pastewka (Staffel 1 & 3-7 – Sky 1)
1. The Big Bang Theory (Staffel 1-9 – Netflix)

Comedies gehen halt doch immer. Und hier zeigt sich dann auch die Stärke von Netflix: Man kann Serien sehr gut nach holen, so wie ich es bei The Big Bang Theory gemacht habe. Trotz Dauerbeschallung auf Pro 7 habe ich es tatsächlich erst in diesem Jahr systematisch gesehen.

 

Die 10 eindrucksvollsten Szenen des Jahres

Im Idealfall überzeugt ein Film oder eine Serie im ganzen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass eine einzelne Szene so dermaßen heraus sticht, dass sie einem im Kopf bleibt, auch wenn der dazu gehörige Film vielleicht nicht ganz überzeugt hat. Die nachfolgenden Szenen boten in diesem Jahr bemerkentswerte Aspekte – alphabetisch sortiert nach Titel.

American Crime Story (S1, E7): Der von den Medien bis ins Unendliche aufgeblasene Gerichtsprozess gegen O.J. Simpson (Cuba Gooding Jr.) steht vor seinem Höhepunkt: Der Angeklagte soll die am Tatort gefundenen schwarzen Handschuh anprobieren. Es wird ein Desaster für die Anklage – die Handschuhe sind Simpson anscheinend viel zu klein. Was diese Szene neben der dramaturgischen Inszenierung noch besser macht, ist der Vergleich mit den Videos aus dem Original-Prozess. Die Macher der Serie haben eine unglaubliche Authentizität geschaffen, die hier ihren Höhepunkt findet.

Babylon Berlin (S1, E1): Da plätschert die Pilotfolge so vor sich hin, die Hauptfiguren werden vorgestellt und der Zuschauer in das Setting des Berlins der Weimarer Republik geworfen. Und während man so registriert, dass das alles doch schon sehr teuer und aufwändig ausschaut, aber man emotional noch nicht so richtig dabei ist, tauchen wir mit Charlotte in die Berliner Club-Szene ab. Auf der Bühne wird Zu Asche, Zu Staub zum Besten gegeben und der ganze Saal dreht durch und tanzt und singt mit und spätestens jetzt hat einen Serie. Ganz großes Kino in einer deutschen Serie.

Blade Runner 2049: Der Replikant Officer K (Ryan Gosling) lebt mit seiner holografischen Freundin Joi (Ana de Armas) zusammen. Da sie als Hologramm keinen körperlichen Kontakt mit ihm haben kann, läd sie eine Prostituierte in die Wohung ein und sychronisiert deren Bewegungen mit ihrem Hologrammbild, um so mit K intimen Kontakt haben zu können. Digitale Liebe im 21. Jahrhundert, unglaublich stark visuell und emotional umgesetzt.

Dunkirk: Der Film war insgesamt ja schon sehr eindrucksvoll, die Flugzeug-Verfolgung toppt das ganze aber noch einmal. Wie Tom Hardy in seinem Jagdflugzeug den Deutschen hinterher düst – oder andersrum, ist so unglaublich rasant und wagshalsig inszeniert, dass einem der Atem stockt. Emotional hat der Film vielleicht bessere Momente, aber einen Luftkampf wie diesen hat man noch nicht gesehen.

IT: Der Anfang des Films ist wahrscheinlich jetzt schon ikonisch. Der kleine Georgie rennt im strömenden Regen seinem Papierschiffchen hinterher, bis dieses in die Kanalisation abtreibt. Er versucht, das Boot wieder heraus zu finden und trifft dabei das erste Mal auf Pennywise.

The Night Of The Virigin: Manche Filme beim Fantasy Filmfest setzen etwas mehr auf Ekel, manche etwas weniger. Und dann gibt es noch Filme wie diesen spanischen Beitrag, die den Ekel voll ausleben. Zur Vorführung wurden am Eingang Kotztüten gereicht. Nicht von ungefähr, wurden hier doch sämtliche Körperflüssigkeiten in Szene gesetzt. Der Höhepunkt war dann die Geburt – bei einem Mann. Minutenlang bekam der Zuschauer in Nahaufnahme zu sehen, wie sich das neue, teuflische Leben seinen Weg in die Freiheit bahnte, durch den Hinterausgang von Javier Bódalo. Das war krass, widerlich und abstoßend – aber blieb definitiv im Kopf.

Planet der Affen: Survival: Normalerweise versuche ich ja gerne mal, die 3D-Vorstellungen zu meiden. Bei den meisten Filmen bietet es ja eh keinen Zusatznutzen, nach ein paar Minuten nimmt man den Effekt auch nicht mehr wahr. Leider muss man für die 2D-Vorstellung meist die Begleiter erst einmal mühsam davon überzeugen und darf sich den Film dann in einem wesentlich kleinerer Saal zu ungünstigeren Zeiten ansehen. Bei diesem Film hatte ich den 3D-Aufpreis allerdings nicht bereut – als man zu Beginn mit der gemischten Gruppe aus Menschen und Affen durch den Dschungel schleicht, war ich sofort mitten drin. Fantastisch, so soll es sein!

The Square: Insgesamt ein eher schwieriger Film, der sich an der europäischen Kunstszene abarbeitet. Wenn man nicht so tief in der Materie drin ist, wird man sich mit dem satirischen Ansatz schwer tun. Trotzdem gab es immer wieder einzelne Szenen, die auch beim Mainstream-Publikum (wie mir) funktioniert haben. Zum einen die Pressekonferenz (Tourette geht halt immer), aber auch das Gala-Dinner. Bei dem sehen sich die geladenen Gäste die Performance eines russischen Künstlers an, der einen Gorilla imitiert. Die Spannung ist zum Greifen nahe, wenn die Neugierde des Publikums in pure Angst umschlägt, was dieses wilde Tier als nächstes vor hat. Fabelhaft! Und der Schauspieler Terry Notary weiß, was er da macht, hat er doch auch schon den Affen in Planet der Affen Leben eingehaucht.

Twin Peaks (S3, E8): Nach den beiden ersten Staffeln von Twin Peaks in den 90ern wurden eine ganze Reihe von Serien als das neue Twin Peaks angekündigt. Kurz: Sie waren es nicht. Diese Mischung aus Kleinstadt, skurrilen Figuren und Mystery hat keiner hinbekommen. Besonders an letzterem sind viele gescheitert, in dem sie versucht haben, den Mystery-Aspekt zu erklären, und damit vieles entzaubert haben, zuletzt Dark. Also mußte David Lynch selbst wieder ran und hat in diesem Jahr die dritte Staffel nach gelegt. Zwar hat diese dann auch nicht alle Erwartungen erfüllt, aber Lynch hat gezeigt, was er kann wie kein zweiter: Nur mit der Kraft der Bilder eine beklemmende Atmosphäre schaffen. Solche surrealen Sequenzen schafft kein zweiter. Mit Abstand das Verstörenste ereignete sich in Episode 8, als eine Atomexplosion zelebriert wird und Lynch den Zuschauer mit einer Bild- und Soundflut bombardiert, in welcher schließlich das Böse der Welt, Bob, geboren wird. Das geht minutenlang so und ist je nach Standpunkt entweder genial oder große Kunstkacke. Aber egal, wie man dazu steht: So etwas hat man im Fernsehen noch nicht gesehen.

Z Nation (S3, E9): Sicher gab es schon bessere Staffeln der Serie (aber die gab es bei The Walking Dead auch schon zur Genüge), aber die Autoren liefern immer wieder einige fantastische Ideen ab. So gab es dieses Mal eine Folge, in der ein neuer Präsident für den übrig gebliebenen Rest der USA gewählt werden soll. Ein tolle Parodie des letzten US-Wahlkampfs, an deren Höhepunkt einer der Kandidaten vorschlägt, eine Mauer gegen die Zombies zu bauen. Von den Zombies selbst! Ich kam minutenlang nicht mehr aus dem Lachen heraus.

Was waren eure Serien- und Kino-Highlights in diesem Jahr? Welche Comedyserie sollte ich mir nun als nächstes auf Netflix vornehmen? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

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Siehe auch:

Listen Up 2017: I Musik + II Film & Serie + III Sonstiges

Listen Up 2016 + Listen Up 2015 + Listen Up 2014 + Listen Up 2013 + Listen Up 2012

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