Robert Seethaler – Ein ganzes Leben (2014)

Andeas Egger, geboren um das Jahr 1900 herum, wächst in einem Bergtal in einer Pflegefamilie auf, aber hat keine einfache Kindheit. Er findet später Arbeit für eine Firma, welche die ersten Seilbahnen in den Bergen errichtet. Er verbringt einige Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft und führt nach seiner Rückkehr in die Heimat die Touristen durch die Berge. Zwischendurch findet der wortkarge Einzelgänger in Maria auch noch die Liebe seines Lebens.

Auf knapp 200 Seiten erzählt der Wiener Schriftsteller Robert Seethaler das, was der Titel verspricht: Ein ganzes Leben. Und trotz aller widrigen Umstände ist es für Egger ein zufriedenes Leben. Er ist glücklich mit dem, was ihm sein karges Leben bietet. Und weiß im Laufe seiner Jahre immer mehr das zu schätzen, was ihm und seiner Umwelt gegeben wurde. Er fügt sich in sein Schicksal und strebt nicht nach mehr.

Was vielleicht etwas schlicht klingt, hat eigentlich viel mehr zu bieten. Es ist eine Hommage an das einfache Leben, es erzählt, wie man auch mit wenig zufrieden sein kann und ist eine kleine Liebeserklärung an die Ruhe und Abgeschiedenheit der Berge. Dabei ist der potraitierte Egger nicht dumm, sondern tatsächlich sehr selbst reflektiert. Seethaler schafft es dabei, dem Leser immer interessante Episoden aus Eggers Leben zu erzählen und macht dies ruhig und souverän und lässt keinerlei Längen aufkommen.

Mit bestem Dank an Alltag und Kultur für diese Empfehlung – ein Volltreffer. Ein kleiner und großer Roman zugleich.

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The Temper Trap, 2017

Am vergangenen Freitag war ich mal wieder auf einem Konzert. Immerhin das erste seit Mitte November. Die Australier von The Temper Trap waren da, was zu einer bunt gewürfelten Truppe im Freundeskreis führte, die an diesem Abend in der Münchner Theaterfabrik aufschlug. Um das schon mal vorweg zu sagen: Diese Halle sollte eigentlich viel öfter bespielt werden.

Als Vorband war Eau Rouge mit dabei, eine Band aus Stuttgart, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Und so schwer es mir als KSC-Fan fällt: Ich kann nichts negatives über die Schwaben sagen. Im Gegenteil, die haben mir ausgesprochen gut gefallen. Indie-Pop mit a biserl Synthesizer, das passt. Hört euch Margery ruhig mal an. Aber als das Foto gemacht wurde, war ich wohl grade am Bierstand.

Aber wir waren ja auch wegen The Temper Trap dort. Gesehen hatte ich sie schon zwei Mal und war beide Male begeistert gewesen. Und heute? Heute war es auch wieder gut. Dougy Mandagis Stimme ist live jedes Mal wieder beeindruckend. Und es überrascht mich immer wieder aufs neue, wie groß doch der Unterschied zu den Studio-Alben ist. Live sind sie viel lauter und rockiger und nicht nur die Band, die einen Til Schweiger Film musikalisch untermalen könnte.

Die tollen Songs vom ersten Album waren wieder dabei, natürlich wurden Fader, Love Lost und Sweet Disposition gespielt. Der Drum Song als Abschluß des regulären Sets ist immer wieder eine Wucht. Das neue Album passte sich mit Stücken wie Alive gut ein. Mir hat dieses Mal aber etwas die Abwechslung gefehlt. Nach den ganzen Midtempo Nummern war Soldier On in der Zugabe der erste richtig ruhige Song.

Aber das ist jammern auf hohem Niveau, wie es so schön heißt. Wer The Temper Trap auf Platte mag, wird sie live lieben.

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History Repeating

Es war wie eine schlechte Kopie des Pokalspiels zwischen 1860 München und dem KSC. Dieses Mal standen sich die beiden Teams in der Liga gegenüber, 20. Spieltag, der Gewinner könnte einen kleinen Befreiungsschlag landen im Keller der 2. Liga.

Wie im Pokal war es wieder ein enges Match, allerdings mit den doch etwas besseren Chancen für 1860 München. Der KSC beschränkt sich die letzten 20 Minuten darauf, dass 1:1 über die Zeit zu bringen, was dann letztlich in 5 Minuten Nachspielzeit mündete. Und die hatte es in sich. Stoppelkamp blieb verletzt am Boden liegen und musste ausgewechselt werden, könnte eine kleine Pause für ihn nach sich ziehen. Prömel wurde mit Gelb-Rot vom Platz gestellt – was sich aber im nächsten Spiel als Vorteil erweisen könnte. Und wie im Pokal passierte es dann wieder quasi mit der letzten Aktion: Kai Bülow erzielte das 2:1 für München, den Siegtreffer. Und dann war ende, aus, Micky Maus.

Wer hoffte, der Abstiegskampf würde sich für die Karlsruher nicht bis zum Ende der Saison ziehen, wurde nach diesem Ergebnis und der gezeigten Leistung eines Besseren belehrt.

Obwohl – einen Unterschied zum Pokalspiel gab es dann doch: Es war dieses Mal schweinekalt in der Eiskammer Allianz Arena.

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Auf ne Currywurst nach Berlin

Am vergangenen Montag war ich mal wieder beruflich in Berlin beschäftigt (siehe dazu auch hier). Dieses Mal nutzte ich aber die Chance und verlängerte meinen Aufenthalt ein wenig. Statt erst am Montag Nachmittag anzureisen, um rechtzeitig für die Termine am frühen Abend in der Stadt zu sein, reiste ich schon am Sonntag Nachmittag an.

Der Hinflug lief dabei nicht ganz ideal. Mein Flug sollte nur ein paar Minuten nach Ende des KSC-Spiels am Sonntag starten. Also dachte sich der Freak in mir, fahr ich schon früher zum Flughafen und schaue mir dort in einer Sky-Bar zumindest die Konferenz an. Nun ja, ich war pünktlich da, kam zügig durch den Security Check, aber dann: Nichts mehr mit Sky im Check-In Bereich. Also saß ich vor dem KSC-Ticker auf dem Smartphone und wartete. Als der Aufruf zum Boarding kam und ich mich in die Schlange einreihte, fiel das 1:0 für die Karlsruher. Als ich in der Air Berlin Maschine saß, fiel der Ausgleich. Abpfiff – die Maschine startete.

In Berlin-Tegel angekommen fiel ich einem fluchenden und hupenden Taxifahrer in die Hände, der mich aber trotzdem sicher zu meinem Ziel brachte: Das Hotel Novum Select in der Nähe des Gendarmenmarktes. Diese Ecke von Berlin war mir relativ neu, auch wenn sie eigentlich ganz in der Nähe der großen Touri-Hotspots war. Das Hotel war gut und sauber, mit einem kleinen Zimmer und einer guten Dusche und absolut passend für mein privates Reisebudget.

Am Abend war ich mit einer Schulfreundin verabredet, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen hatte und nun seit bereits seit einiger Zeit in Berlin beschäftigt war. Sie holte mich am Hotel ab und führte mich zum Meisterstück, einem Bier & Bratwurst Restaurant im hippen Ambiente. Es gab sehr fancy Bratwürste und nicht minder ausgefallenes Bier – sehr schön. Danach gingen wir noch weiter in die Newton Bar und gönnten uns bis spät in die Nacht noch einige Cocktails. Zum Glück war ich am nächsten Tag erst am späten Nachmittag beruflich gefragt.

Nun gut, an ausschlafen war trotzdem nicht zu denken, ich musste ja das Hotel verlassen. Und so war ich gezwungenermaßen zeitig wach und besuchte noch das nahe gelegene Deutsche Currywurstmuseum. Tolle Idee und mit viel Liebe aufgebaut – aber so richtig viel zu erzählen gab es dann doch nicht. Immerhin, am Bistrowagen aß ich die erste Currywurst ohne Darm meines Lebens.

Als das erledigt war, stand der Hotelwechsel auf dem Plan und ich zog weiter zum Hotel Palace am Europacenter. Und auch wenn mein erstes Hotel mir gereicht hatte, hier merkte man dann doch den Unterschied zu einem Hotel, dass die Firma zahlte – und auch noch für meine Gehaltsklasse frei gegeben war. Mein Koffer wurde mir am Eingang abgenommen, am Empfang war man super freundlich, riesige Eingangshalle, das Zimmer war deutlich größer, es gab eine kostenlose Tageszeitung und das Frühstücksbuffet am nächsten Tag sollte ein Traum sein.

Mittlerweile war Mittagszeit (oder auch erst: hatte ja doch schon einiges gemacht an diesem Morgen) und ich war mit einem früheren Arbeitskollegen verabredet, der nun im hippen Kreuzberg arbeitete. Er führte mich zu Pasta Basilikum in der Falckensteinstraße. War zwar nur ein kleines Bistro mit einer Theke zum Bestellen – aber dafür war die Pasta richtig lecker, frisch gemacht und super günstig, und der Laden hübsch eingerichtet.

Danach wurde es langsam ernst. Ich fuhr Richtung Oranienburger Straße, streifte dort noch ein wenig um die Museumsinsel und traf mich danach schon bereits mit unserem Dienstleister, um über einige anstehende Projekte zu sprechen.

Kurze Zeit später trafen wir uns wieder in der Location, um dort zwei Gruppendiskussionen durch führen zu lassen. Sie mit den – gut ausgewählten – Teilnehmern im eigentlichen Raum, ein Kollege und ich hinter dem Einwegspiegel auf der anderen Seite. Und es war mal wieder sehr interessant und aufschlußreich, was unsere Kunden über unser Produkt dachten. Die Diskussionen dauerten jeweils gut zwei Stunden, so dass wir erst am späten Abend damit fertig waren. Auf dem Rückweg zum Hotel lief in der eiskalten Nacht noch einmal an der Gedächtniskirche vorbei, um sie auch mal wieder gesehen zu haben.

Am nächsten Morgen wurde sich über das Frühstücksbuffet hergemacht und dann ging es bereits wieder zurück Richtung Tegel. Dort lief alles gut und wir verließen pünktlich Berlin – immerhin mit Frank-Walter Steinmeier in der ersten Reihe. Ich schätze, wenigstens er bekam noch ein Freigetränk an Bord.

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Meine neue Mitbewohnerin

Nach einigen Monaten auf der Wartelsite war es Mitte Januar nun soweit: Amazon gestattete mir endlich, einen Echo Dot zu bestellen. Die Chance habe ich gleich ergriffen und so ist vor drei Wochen Alexa bei mir eingezogen.

Angeschlossen und eingerichtet war der Echt Dot ziemlich schnell. Alexa steht mir nun bei Fragen wie diesen hier zur Verfügung:

  • Alexa, wie wird das Wetter morgen?
  • Alexa, wie weit ist Berlin entfernt?
  • Alexa, was ist mein nächster Termin?
  • Alexa, wann wird es mal wieder richtig Sommer?
  • Alexa, spiele etwas von Oasis.
  • Alexa, wo ist meine Bestellung?
  • Alexa, wie alt ist William Shatner?
  • Alexa, wie spät ist es?
  • Alexa, erzähle mir einen Witz.
  • Alexa, frage Deutsche Bahn nach einer Verbindung von München nach Frankfurt.
  • Alexa, was ist die Definition von Ironie?
  • Alexa, stelle den Timer auf 10 Minuten.
  • Alexa, wie buchstabiert man parallel?
  • Alexa, spiele Winter in Kanada.
  • Alexa, schnick, schnack, schnuck.
  • Alexa, frage Historische Ereignisse, was am 20. Juli 1973 passierte?
  • Alexa, beam mich hoch.
  • Alexa, gute Nacht.

Alles in allem ist es noch ein weiter Weg bis zum Bordcomputer der Enterprise, aber zumindest ist es eine nette Spielerei. Wenn ich frage, was es neues gibt, läßt Alexa die Tagesschau in 100 Sekunden laufen, gibt mir Neuigkeiten vom Kicker und sagt das Wetter an. Das ist doch schon mal ein guter Anfang!

Allerdings versteht sie bei weitem noch nicht alles. Man muss sich an ziemlich genau definierte Sprachbefehle gewöhnen, was insbesondere bei der Zusammenarbeit mit den Skills (das sind quasi die Apps des Systems, die Fremdanbieter zur Verfügung stellen) etwas ungelenk wirkt.

Der Unterschied zwischen dem Amazon Echo und dem kleineren Amazon Echo Dot ist, soweit ich das überblicken kann, relativ gering. Preislich liegt der Unterschied bei 120 Euro, inhaltlich wohl nur bei größeren und besseren Lautsprechern. Die machen allerdings durchaus Sinn, wenn man auch den Musik-Streaming Dienst von Amazon nutzt. Die Sprachsteuerung ist dazu nämlich ganz praktisch, auch wenn Alexa manches nicht erkennt. Ich nutze nur das kleine Amazon Music, in dem meine bei Amazon gekauften CDs und mp3s hinterlegt sind.

Eine WordPress Funktion gibt es allerdings noch nicht. So muss der Chef hier vorläufig erst einmal weiterhin selber bloggen.

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