I wanna go out but I wanna stay home

Eine anstrengende Woche liegt hinter mir. Am Montag (ja richtig, Montag) hatten wir Weihnachtsfeier. Es wurde spät. Am Mittwoch war ich nach der Arbeit mit Freunden noch was trinken. Und nach jedem letzten Bier kam noch ein weiteres dazu und ich war erst um halb drei zu Hause. Der Donnerstag im Büro war hart. Mein Pensum für diese Woche hatte ich also eigentlich schon erfüllt.

Eigentlich. Eigentlich bot der Samstagabend aber auch gleich zwei Indie-Parties in der Stadt an. Und ich wollte eigentlich auch hin gehen, möglichst nacheinander auf beide. Eigentlich. Nur: Ich kam nicht mehr von der Couch hoch. Verdammte Schwerkraft. Und es war schon so dunkel draußen! Da war der bunte Schein des Fernsehers einfach attraktiver. Was soll man da machen. Da kann man nichts machen. Da muss man sich einfach treiben lassen. Und bleibt zu Hause. Wir sind ein freies Land.

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Das geheimnisvolle Bewertungssystem von Nummer Neun

Endlich entschlüsselt! Das völlig geheime Bewertungssystem von Nummer Neun ist geleakt. So willkürlich und ungerecht verteilt er seine Punkte bei der Besprechung von Filmen und Serien!

Uns liegen die geheimen Unterlagen vor, wie die Einteilungen zu Stande kommen und haben uns nun in sein Redaktionstool gehackt, um sie zu veröffentlichen. Das folgende Schema wurde von uns nicht abgeändert, alle Rechtschreibfehler haben wir von Nummer Neun beibehalten. Unsere Anmerkungen sind in den eckigen Klammern eingefügt. So leset und staunet:

Die Kategorien für Filme und Serien, die man uneingeschränkt empfehlen kann:

10 Punkte: Wow, das muss stilprägend sein! Von vorne bis hinten höchste Qualität, atemberaubend und liefert einen neuen Blick auf die Dinge. [Anm.: Und soll wahrscheinlich auch noch Kaffee kochen können] So etwas kommt höchst selten vor, diese Wertung ist nur in absoluten Ausnahmefällen zu zücken. Beispiele: American Crime Story S1, Breaking Bad S5, True Detectives S1.

9 Punkte: Frischer Wind im Genre. Dachte man vorher, da kann nichts neues mehr kommen, zeigen diese Filme und Serien, wenn man etwas ein wenig modernisiert, haben auch neue Sachen das Zeug zum Klassiker und bringen so leicht angestaubte Genres wieder zurück ins Licht. Hier entsteht ein neues Grundkonzept für spätere Variationen. Beispiele: Black Mirror S1 [Anm. Oh Gott - der Premierminister und das Schwein!], Broadchurch S1, Dexter S4, Ex Machina [Anm. Uh Alicia Vikander!], Gravity, Homeland S1, Raum, Sherlock S2.

8 Punkte: Höchste Qualität wird auch hier geboten. Idee und Umsetzung überzeugen auf ganzer Strecke und machen daraus ein kurzweiliges Vergnügen. Allerdings wird das Rad hier nicht neu erfunden. Beispiele: Bates Motel S1, Braunschlag S1 [Anm. Was deutschsprachiges? Also bitte!], The Conjuring, Nashville S1 [Anm. Der immer mit seinem Nashville], Suits S1.

Die Kategorien für Filme und Serien, die durchaus ihre Moment haben:

7 Punkte: Der Stoff war ganz klar auf einem guten Weg und macht vieles richtig, verpasst es aber, eigene Akzente zu setzen, um sich aus der großen Masse abzuheben. Kann man sich gut anschauen, muss man aber nicht. Beispiele: Bull S1 [Anm. wer schaut sich denn heutzutage noch Procedurals an? Ist ja völlig veraltet, die gibt es ja nicht mal auf Netflix!], Gone Girl, The Hateful Eight, Killjoys S1, Slasher S1, Tschick.

6 Punkte: Das ist ja alles ganz nett, hat aber auch großes “ich spiel nebenbei mit dem Handy” Potential. Technisch mag das noch ganz passabel sein, aber oft trägt die Idee dann nicht für einen ganzen Film oder eine ganze Staffel. Hätte man das schwache weggeschnitten, bliebe schon noch was brauchbares übrig. So ist es halt leider sehr verwässert. Beispiele: Aquarius S1, Chernobyl Diaries, Drive [Anm. Meint er DEN Drive? Der Mann hat ja gar keine Ahnung!!!1], Helix S1.

5 Punkte: Hier bleibt eigentlich nicht mehr viel übrig. Typischerweise profitieren diese Filme noch von einer guten Grundidee oder einem beliebten Namen, haben aber leider sonst kaum etwas bis gar nichts mehr zu bieten. Auch wenn die Aufmachung meist stimmt, das Herz fehlt. Beispiele: Assasins Creed, From Dusk Til Dawn S1, Dexter S8, How I Met Your Mother S9 [Anm. Okay, wer hat nicht acht Jahre auf das Finale gewartet und war dann so enttäuscht].

Diese Filme und Serien gilt es durch gute Vorselektion zu vermeiden:

4 Punkte: Auch im Kino schlummert es sich ganz gut, bei diesen Filmen verpasst man dabei nichts. Es wird weder eine spannende Geschichte erzählt – im Gegenteil, sie funktioniert meist nicht mal -  noch gibt es irgendwelche neuen Ansätze zu sehen. Oder auch beliebt: Autoren schreiben über sich – aber meist auch nur für sich. Beispiele: Hail Caesar, Jerks S1, Minority Report S1 [Anm. Es gab eine Serie zu dem tollen Kinofilm?], Stirb Langsam 5.

3 Punkte: Hier kann man nicht mal mehr schlafen, der sich aufstauende Hass hindert einen daran. Ist das wirklich so schlecht? Meinen die das ernst? Die eigene Neugierde sollte hier siegen, wenn man seine Grenzen austestet – wie viel kann man ertragen? [Anm. Das ist doch Folter!] Beispiele: American Horror Story S3, Live By Night.

2 Punkte: Das geht nun gar nicht mehr. Es ist körperlich kaum noch auszuhalten. Wenn man im Kino mehr Richtung Ausgang als zur Leinwand schaut, ist diese Wertung angebracht. Beispiel: The Master [Anm. Und was ist mit Sharknado?].

1 Punkt: Jetzt ist alles zu spät. Raus aus dem Kino oder den Fernseher aus dem Fenster schmeißen. Beispiele: Adam Sandler-Filme.

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Ja, das war es also. So werden also die Benotungen bei Nummer Neun zusammen gemauschelt. Verdammte Lügenpresse! Gezeichnet: Anonymus.

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BRMC und Sólstafir live

In der vergangenen Woche war einiges los in München. An der Konzertfront gaben sich die Künstler die Klinke in die Hand: Parcels, Kettcar, Fünf Sterne Deluxe, Five Finger Death Punch, Shakira und dazu noch das kleine Puls Festival – alles innerhalb von einigen Tagen. Ich entschied mich aber für zwei andere Konzerte, ich war bei dem Black Rebel Motorcycle Club und bei Sólstafir. Und so war’s:

Black Rebel Motorcycle Club

Die Band, mit dem besten Namen der Welt, gab sich nach vielen Jahren mal wieder in München die Ehre und trat in der Tonhalle auf. Mit im Gepäck hatten sie The Vacant Lots, die für sie den Abend durchaus stimmig eröffneten. Und dann kamen BRMC, und spielten mal eben 21 Songs runter. Davon waren einige bereits vom neuen Album, welches erst nächstes Jahr erscheinen wird, davon abgesehen spielten sie sich sonst aber durch ihre umfangreiche Bandgeschichte. Highlights gab es viele und für jeden wohl andere, dabei waren unter anderem Berlin, Stop, Love Burns und Spread Your Love. Ich freute mich über einige Sachen aus dem eher folkigen Howl-Album, wie Ain’t No Easy Way und Complicated Situation, und Jailhouse Rock wurde gecovert.

Als Zugabe gab es schließlich mit Red Eyes and Tears und Whatever Happend To My Rock’n'Roll, wo die Halle schließlich völlig durch drehte, noch mal zwei Songs vom Debutalbum. Und dann war es aus. Über zwei Stunden bodenständige und völlig unironische, amerikanische Rockmusik von einer Band, die auf der Bühne kein Show veranstalten muss, um die Menge zu begeistern.

 Sólstafir

Nur einen Tag später fand das Konzert der Isländer von Sólstafir statt. Sie spielten in der Theaterfabrik und hatten damit die Ehre, als letzte Band überhaupt dort aufzutreten, bevor die Halle, im Zuges des Umbaus des ganzen Areals, verschwindet. Schade, es war eigentlich immer eine sehr schöne Location: Leicht zu erreichen, gute Größe und guter Sound.

Sie hatten nicht nur eine, sondern gleich zwei Supports mit dabei. Zunächst spielte mit Árstidir eine weitere Band aus Island. Danach folgten mit Myrkur eine skandinavische Band, die sich in sämtlichen Klischees des nordischen Metals ergaben: Blonde Sängerin hinter einer Windmaschine mit einer mega-hohen Stimme, die Jungs in der Band dagegen mit so eine Art Muskel-Kaputzen-Shirts, um auch ja böse auszusehen. Es fällt mir schwer zu glauben, dass das jemand ernsthaft so sehen will.

Nun ja, irgendwann kam dann endlich Sólstafir auf die Bühne, auch die haben natürlich ihre Bühnenoutfits, aber diese “Cowboys aus Island” Nummer wirkte nicht so aufgesetzt. Laut Setlist.fm spielten sie neun Songs. Ich mag ihren Sound ja sehr, aber durch die Sprachbarriere und durch die ausufernden Songs fällt es mir immer schwer, ihre Lieder unterscheiden und benennen zu könne. Ich kann aber sagen, dass ich das meiste kannte, das spricht dafür, dass sich das Set hauptsächlich auf die letzen beiden Alben beschränkte. Das klang jetzt vielleicht negativer, als es sein sollte: Letztlich machen ihre Konzerte wirklich Spaß  und der Sänger Aðalbjörn Tryggvason sucht immer wieder den Kontakt zum Publikum. Man bekommt, was man erwarten kann und das ist richtig gute Herbstmusik.

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Der Monatsrückblick November 2017

Der November ist so gut wie rum und ich habe noch mal ein paar freie Tage, die ich zur Abwechslung ganz entspannt in München verbringe. Muss ja auch mal sein. Noch mal etwas Ruhe, bevor der Weihnachtswahnsinn los geht.

*** Kino ***

Unglaubliches ist passiert. Der erste Film mit Ryan Gosling, der mir auch wirklich gefallen hat! Auch sonst hatte ich diesen Monat einen guten Schnitt.

Aus dem Nichts 7 von 10

Katja (Diane Kruger) verliert plötzlich ihren kurdischen Mann und den gemeinsamen Sohn bei einem Terroranschlag. Vor dem Geschäft ihres Mannes ist eine Nagelbombe explodiert und hat die beiden getötet. Die Polizei ermittelt zunächst in der Drogen-Vergangenheit ihres Mannes – bis sie schließlich zwei Verdächtige in der Neo-Nazi-Szene finden. Fatih Akin hat für seinen neuen Film ein sehr aktuelles Thema gewählt, immerhin beschäftigen die NSU-Prozesse seit Jahren die Gerichte. Diane Kruger trägt den Film und lässt uns an ihren Emotionen teilhaben. Leider kann die Story nicht ganz mithalten. Der Gerichtsprozess im Mittelteil ist etwas arg platt abgehandelt worden – was schade ist, weil die Anwälte auf beiden Seiten, Denis Moschitto und Johannes Krisch ihre Sache wirklich gut machen – und das letzte Drittel mutiert dann zu einem uninspirierten Rachethriller. Da wäre mehr drin gewesen!

Blade Runner 2049 8 von 10

Officer K (Ryan Gosling) ist ein Blade Runner des L.A.P.D., d.h er spürt Replikanten auf und versetzt sie in den Ruhestand. Er ist selbst ein Replikant, der in einer kleinen Wohnung mit dem Hologramm Joi (Ana de Armas) zusammen wohnt. Bei einem seiner Einsätze stößt er auf die 30 Jahre alten Knochen einer Frau, die sowohl eine Seriennummer, als auch Spuren einer Geburt aufweisen. Ist hier eine weitere Grenze zwischen Menschen und Replikanten aufgelöst werden? K bekommt den Auftrag, das Kind zu finden – um bei seinen Recherchen letztlich bei Deckard (Harrison Ford) zu landen, der seinen Job früher gemacht hatte. Denis Villeneuve‘s (bekannt von Prisoners und Arrival) Fortsetzung des Klassikers von 1982 überzeugt vor allem technisch. Die Bilder auf der großen Leinwand sind grandios, die Städte und die Wüsten sind atemberaubend. Gleichzeitg passt der Look auch 100% zum alten Film. Hans Zimmer hat nach Dunkirk schon das zweite Mal in diesem Jahr einen fantastischen Soundtrack abgeliefert. Die Erzählweise ist, wie beim Original, sehr ruhig und bedächtig, da darf auch Ryan Gosling wieder anteilslos in die Kamera schauen. Nur Jared Leto nervte ein wenig in seiner Rolle. Und die Distanz zu den FIguren blieb bis zum Ende recht hoch, was dann eine noch bessere Wertung knapp verhindert hat.

Mord im Orient-Express 8 von 10

Hercule Poirot (Kenneth Branagh, der auch Regie führte) nimmt auf der Rückreise von einem seiner Fälle den fast ausgebuchten Orient-Express. Während eines Unwetters in den Bergen entgleist der Zug auf einem Viadukt und muss auf Hilfe warten. In der Nacht wird der schmierige Kunsthändler Ratchett (Johnny Depp in einer seiner besseren Rollen) in seiner Kabine ermoret. Eine der übrigen Passagiere (u.a. Judi Dench, Willem Dafoe, Penelope Cruz, Michelle Pfeiffer, Olivia Colman, Leslie Odom Jr. und Daisy Ridley) muss der Mörder sein! Poirot beginnt mit Hilfe seines Bekannten Bouc (Tom Bateman), dem Direktor der Eisenbahngesellschaft, zu ermitteln. Der mit großen Namen gespickte Film erfüllt die Erwartungen, die man in ihn steckt. Es ist ein klassischer Wer-war-es-Plot, wie man ihn im Kino mittlerweile viel zu selten sieht. Dass das ganze am Ende etwas all zu konstruiert wirkt und die Figuren vielleicht etwas überzeichnet sind – geschenkt. Man kann schön miträtseln, Hinweise werden genug gestreut, und kann immer wieder schmunzeln. So altmodisch, wie der Film erzählt ist, so modern ist dagegen die Inszenierung, was leider nicht immer passt. Wilde Kamerafahrten um einen offensichtlich digital zum Leben erweckten Zug – musste das denn sein? Das fand ich persönlich noch irritierender als der Schnauzer von Poirot.

The Square 5 von 10

Christian (Cleas Bang) ist Kurator eines Museums für zeitgenössische Kunst in Stockholm. Kurz vor der Eröffnung des neuen Kunstwerks The Square wird ihm sein Smartphone und seine Brieftasche geklaut. Dank Ortung weiß er allerdings, wo sich sein Smartphone befindet. Einer seiner Assistenten ermuntert ihn dazu, selbst aktiv zu werden und so verteilen sie Drohbriefe in dem Wohnhaus, in dem sich sein Telefon befinden sollte. Und treten damit eine Reihe verschiedenster Ereignisse los. Die europäische Produktion ist eine Satire auf die Kunstwelt und wenn man da nicht so drin ist, hat man bei diesem Film Probleme, die 142 Minuten durch zu stehen. Besonders am Anfang gestaltet sich der Cannes-Gewinner zäh. Erst im Laufe der Spielzeit konnte mich Ruben Östlunds Film einfangen und präsentierte tatsächlich einige äußerst lustige Szene – das Tourette Syndrom funktioniert halt immer oder man denke an das Gala-Dinner, in dem ein Künstler mit einer Affen-Performance auf die Gäste losgelassen wird (gespielt von Terry Notary – der bereits in den neuen Planet der Affen-Filmen einen Affen spielte). So bleibt das Fazit, dass der Film durchaus seine Moment hatte, aber sonst eher etwas für ein Festival-Publikum ist.

Nächsten Monat steht dann natürlich Star Wars: Die letzten Jedi auf dem Programm – und The Big Sick werde ich mir am Wochenende anschauen.

*** Serien ***

Star Trek: Discovery ist auf einem hohen Niveau in der Winterpause geflogen. Hier geht es erst Mitte Januar weiter. Aber die Serienlandschaft bietet im Moment ja auch genug Alternativen. Manche meiner Lieblingsserien waren mit neuen Staffeln zurück, von denen allerdings nicht alle überzeugen konnten.

The Big Bang Theory (Staffel 9 / 24 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Damit hätte ich nun nicht mehr gerechnet. Aber in der 9. Staffel ging es tatsächlich wieder etwas aufwärts! Auch wenn sich vieles um die Beziehung von Sheldon (Jim Parsons) und Amy (Mayim Bialik) dreht, gab es dieses Mal so einige lustige Episoden. Der geplatzte Junggesellenabschied von Leonard (Johnny Galecki) mit dem platten Reifen, die Spockumentation (mit Adam Nimoy als Gaststar), Sheldons Suche nach einer neuen Freundin, die Premiere des Star Wars-Films oder Raj’s (Kunal Nayyar) Probleme mit zwei Frauen – es war so einiges gut in dieser Staffel.

Broadchurch (Staffel 3 / 8 Folgen – 13th Street) – 8 von 10

Die beiden Ermittler Hardy (David Tennant) und Miller (Olivia Colmann) bearbeiten einen neuen Fall im kleinen Städtchen Broadchurch: Nach einer großen Geburtstagsfeier wird die alleinerziehende Mutter Trish (Julie Hesmondhalgh) vergewaltigt. Je mehr Hardy und Miller ermitteln, um so mehr Männer des Ortes machen sich verdächtig. Damit bewegt sich die abschließende Staffel wieder auf den Spuren der grandiosen ersten Staffel. Erzählt wird einerseits eine klassische wer-war-es Geschichte, auf der anderen Seite wird aber auch wieder gezeigt, wie ein Verbrechen eine kleine Ortsgemeinschaft aus dem Tritt bringen kann, wenn das Misstrauen auf allen Seiten wächst. Die ersten beiden Staffeln muss man nichts zwingend kennen, auch wenn in einem Nebenstrang Beth (Jodie Whittaker) und Mark (Andrew Buchan) immer noch mit den Folgen des Mordes an ihrem Sohn kämpfen. Insgesamt ein würdiges Ende dieser starken Serie.

Designated Survivor (Staffel 1 / 21 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Nach einem verheerenden Anschlag auf das voll besetzte Kapitol, wird Tom Kirkman (Kiefer Sutherland) als letztes noch lebendes Kabinettsmitglied zum neuen Präsidenten der USA ernannt. Völlig unerfahren muss er mit Hilfe seines Teams (Adan Canto, Kal Penn und Italia Ricci) die Ordnung in seinem Land wieder herstellen und die Fahne der Demokratie aufrecht halten. Derweil versucht die FBI Agentin Wells (Maggie Q) den Drahtziehern des Anschlags auf die Spur zu kommen und stößt dabei auf eine große Verschwörung. Der Serie kann man einiges vorwerfen: Ein viel zu makelloser Präsident, eine viel zu unglaubwürdige Verschwörung, eine ungeheuerliche Vereinfachung der (Welt-)Politik oder die erfrischend platte und geradlinige Erzählung – aber sie ist halt einfach spannend. Besonders in der Mitte der Staffel sind die Cliffhanger der Folgen fast nicht zum aushalten. Leider kann die Staffel das Niveau nicht ganz bis zum Ende durchhalten.

Godless (Staffel 1 / 7 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Der Bandit Goode (Jack O’Connell) steigt bei der Bande um Anführer Griffin (Jeff Daniels) aus, allerdings nicht im Guten. Beide fangen sich bei Streitereien eine Kugel ein, weswegen Griffin einen Arm verliert und Goode schwer verletzt auf dem Hof der jungen Fletcher (Michelle Dockery) zusammen bricht. Ihr Hof liegt in der Nähe des Städtchens La Belle, welches bei einem Minenunglück fast die gesamte männliche Bevölkerung verloren hat. Wie für einen Western typisch, überzeugt die Serie mit einem monumentalen Panorama. Die Naturkulisse ist fantastisch und wird auch dementsprechend eingefangen. Die Story kann da nicht ganz mithalten, bietet sie doch nicht viel neues – im Gegenteil, grade die maue Pilotfolge ergötzt sich an Western-Klischees – und bereitet sich von Anfang an auf den großen, erwartbaren Showdown in der letzten Folge vor. Das dieser dann zwar optisch äußerst eindrucksvoll ist, aber den Zuschauer doch emotional eher kalt lässt, spricht nicht für das Buch. Besonders das große Finale auf der Blümchenwiese fand ich enttäuschend.

Killjoys (Staffel 3 / 10 Folgen – Syfy) – 5 von 10

Unsere galaktischen Lieblingskopfgeldjäger sind wieder zurück, wollen aber nun lieber das große, epische Ding drehen. Mir gefiel die Serie am Anfang etwas besser, als Dutch (Hannah John-Kamen) und ihre Jungs noch den Auftrag der Woche annahmen. Da war es eine Buddy-Serie, wir gegen die Galaxis. Und nach den Auftrag ging es in eine Weltraum-Bar. Nun sind sie erst einmal getrennt. John (Aaron Ashmore) hat die Gruppe verlassen und kocht sein eigenes Süppchen, wenn er einer Frau hinterher reist und wegen ihr blöde Sachen machen. Dutch und D’avin (Luke Macfarlane) versuchen, Ersatz für ihn zu finden und hinter das Geheimnis der grünen Flüssigkeit zu kommen und stoßen dabei auf eine Doppelgängerin von Dutch. Leider reicht die Story nicht für eine komplette Staffel, was einzelne Folgen manchmal verdammt dünn machen lässt und mit hirnlosen Kampf- und Folterszenen aufgepeppt werden muss. Dabei geht es doch eigentlich auch besser.

Auch kurz vor Ende des Jahres werden in Deutschland noch einmal einige vielversprechende Serien veröffentlicht. Netflix gibt gleich am 1. die Mysteryserie Dark frei, seine erste, deutsche Eigenprodution. Nach einer mehrjährigen Pause geht es am 7. mit der zweiten Staffel der australischen Krimiserie Top of the Lake bei arte weiter. Einen Tag später startet die dritte Staffel von NCIS: New Orleans – dieses Mal allerdings auf kabel eins, bevor am 11. die Mutterserie NCIS mit der 15. Staffel auf Sat1 fortgesetzt wird. Und nach Weihnachten werden auf TNT Serie The Frankenstein Chronicles ebenfalls mit der zweiten Staffel fortgesetzt.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 3 Spiele, 9 Punkte, 6:0 Tore, Platz 7.

Wenn’s mal läuft, dann läuft’s. Trainer Schwarz hat die Defensive nun endgültig dicht gemacht und vorne macht immer mal einer einen rein, im Moment meist die Freiburger Leihgabe Schleusener. Langsam kommen sogar wieder die Aufstiegsränge in Sicht.

*** Und was macht die Karriere beim FM 2018? ***

Nach der Pleite im letzten Spiel stellte Coach Neuner die Taktik etwas um und zog die beiden Flügelstürmer etwas weiter nach hinten. Außerdem ersetzten Schleusner und Wanitzek die beiden Außen Lorenz und Aydogan. Einen großen Eindruck hinterließen die beiden Neuen nicht, für ein 2:0 Erfolg gegen den Abstiegskandidaten aus Erfurt langte es trotzdem – Pisot war früh nach einer Ecke zur Stelle und Stroh-Engel erzielte in der Nachspielzeit den zweiten Treffer. Mit ordentlich Rückenwind ging es damit in das Auswärtsspiel nach Wehen-Wiesbaden. Siebeck spielte für den gelb-gesperrten Bülow. Es setzte allerdings eine 0:2 Niederlage. In der Offensive gab es zwar einige Chancen, genutzt wurden sie aber nicht. Und hinten fing man sich schon in der ersten halben Stunde zwei Gegentore nach Ecken ein, das war’s. Trotz eines enttäuschenden 13. Platzes, hält der Vorstand noch zum Trainer, während allerdings sich das verwöhnte Publikum immer öfter über die wenig attraktive Spielweise beschwert. Unterdessen hat übrigens Bundestrainer Löw seinen Abschied nach der nächsten Weltmeisterschaft angekündigt.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 3 (Das zweite Mal Kasabian auf dieser Tour, sowie der Black Rebel Motorcycle Club und Solstafir – Bericht zu beiden folgt). Gekaufte Konzerttickets: 0.

Nachdem Brüderchen Liam Gallagher vor kurzem sein erstes Soloalbulm veröffentlicht hat, hat nun Noel Gallagher nachgezogen und mit den High Flying Birds bereits das dritte Album heraus gebracht. Und das ist deutlich poppiger und beschwingter geraten und erkundet so ein wenig neue Sphären im Gallagher-Kosmos. Mit Holy Mountain klappt das besonders gut. Nach einem Let’s Stick Together Intro kommt der Song schnell zur Sache, es bläst und zirpt an allen Ecken – nur die Schere kommt hier nicht zum Einsatz.

Das zweite Lied kommt von einer Band namens Kolars. Irgendwie bin ich bei youTube über die gestolpert und fand besonders One More Thrill sehr gut. Und an irgendwas erinnern die mich, ich komme nur nicht drauf.

*** Foto des Monats ***

Weil es so schön war, noch mal ein herbstliches Foto aus Wien, besser gesagt aus dem Schlosspark Schönbrunn.

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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[FM 2018] Erstaunliches aus dem Wildpark

Paukenschlag im Karlsruher Wildpark! Wenige Wochen vor der Saisonstart wurde Trainer Alois Schwarz beim Karlsruher SC gekickt, dafür übernahm mit Coach Neuner ein bislang unbeschriebenes Blatt den Traditionsverein. Er soll nun den KSC zurück in die zweite Liga führen. Eine große Aufgabe. Zwar galt der KSC als einer der Topfavoriten auf den Aufstieg, allerdings wurde das Team von Manager Kreutzer völlig neu zusammen gesetzt. Es wurden einige erfahrene Stammkräfte eingekauft, die nun möglichst schnell zusammen mit den vielen jungen Spielern eine Einheit auf dem Platz bilden müssen.

Vor dem frühen Ligastart waren bereits vorab einige Freundschaftsspiele gegen andere Verein aus Süddeutschland vereinbart worden. Coach Neuner nutzte sie, um die Mannschaft kennen zu lernen und ein 4-5-1 System einspielen zu lassen. Zwar ging das erste Spiel gegen den Wuppetaler SV noch unglücklich mit 1:2 verloren, danach folgten aber vier Siege in vier Spielen mit insgesamt 14:0 Toren, wobei sich insbesondere Dominik Stroh-Engel als Spitze und der junge Oguzhan Aydogan, Leihgabe von Besiktas, auf der rechten Seite in den Vordergrund spielen konnten. Und obwohl die echten Prüfungen bisher fehlten, konnte der KSC so mit etwas Selbstvertrauen in die Liga gehen.

Los ging es mit einem Auswärtsspiel in Chemnitz. Die Viererkette aus Buchta, Pisot, Gordon und Bader hielt dicht. Leider ging dafür in der Offensive auch nicht viel, der Trainer suchte immer noch nach der besten Position für Toni Fink, und so ging das Spiel 0:0 aus. Wenige Tage später stand vor 13.105 Zuschauern das Heimdebut gegen Jena an. Hofmann und Thiede ersetzen Siebeck und Aydogan – aber es setzte eine knappe 1:2 Niederlage. Wenigstens Stroh-Engel konnte das Vertrauen durch seinen ersten Saisontreffer zurück zahlen. Im nächsten Spiel bei Fortuna Köln kam die Freiburger Leihgabe Föhrenbach für den schwachen Buchta in die erste Elf und stabilisierte die Abwehr wieder. Vorne half der Schiedsrichter mit und gab in der 64. Minute dem KSC einen zweifelhaften Elfmeter, den Fink sicher zum 1:0 Siegtreffer verwandelte. Platz 9 nach drei Spielen, der Start war damit wenigstens nicht völlig missglückt.

In der folgenden Woche konnte dann gegen den FSV Zwickau auch der erste Heimsieg eingefahren werden. Wieder 1:0, wieder durch einen Elfmeter, dieses Mal verwandelte Stroh-Engel und schoß den KSC auf Platz 7. Höher sollte es erst einmal nicht gehen, im Auswärtsspiel in Rostock setzte es eine 1:2 Niederlage. Trotz einer Überzahl von mehr als einer halben Stunde, war der erneute Treffer von Stroh-Engel zu wenig.

Die mangelnde Offensivstärke bedeute für das Pokalspiel gegen den Bundesligisten Werder Bremen nur eines: Hinten den Mannschaftsbus vor dem Tor parken und vorne auf einen Glücksschuß hoffen. Lange konnte der KSC mithalten und sich in die Verlängerung retten, der im Pokal mal spielende Orlishausen hielt seinen Kasten sauber. Aber in der 113. Minute half alles nicht mehr, Max Kruse traf für der Werder und kickte den KSC damit nach großem Kampf aus dem Pokal.

In der Mannschaft machte sich etwas Unruhe breit. Zawada pochte auf mehr Einsatzzeiten, seine Einwechslungen waren ihm bisher nicht genug, und er erhielt dafür breite Unterstützung aus dem Team. Da Neuner offensiv eh etwas verändern musste, wanderte der bisher glücklose Fink auf die Bank und Zawada lief als zweite Spitze neben Stroh-Engel im Heimspiel gegen Unterhaching auf. Selbstredend, dass er blass blieb. Und so rettet der Kapitän Kai Bülow nach einer Ecke das 1:1 – Unentschieden. Schlimmer noch, Top-Torschütze Stroh-Engel musste kurz vor Ende des Spiels angeschlagen raus. Womit Zawada auch noch ein zweites Spiel in der Startelf bekam: In Osnabrück war allerdings von der gesamten Offensive nichts zu sehen. Und auch in der Defensive brachen nun alle Dämme. Am Ende stand eine 0:3 Niederlage und Platz 13 nach sieben Saisonspielen. Noch ist Präsident Wellenreuther mit Coach Neuner zufrieden, aber die letzten Jahre haben gezeigt, dass kann sich bei ihm auch ganz schnell drehen. Bald müssen ein paar Erfolgserlebnisse her!

Währenddessen hat der langjährige Chefscout Lothar Strehlau den Verein verlassen und in Hoffenheim angefangen. Als Ersatz wurde KSC-Legende Maik Franz als neuer Chefscout aus Magdeburg geholt. Und mit dem niederländer Danny Voorbraak wurde ein zusätzlicher Assistenztrainer verpflichtet. Der Transfermarkt ist noch einige Tage offen, Gerüchten zu folgen sucht der Verein noch nach einer Verbesserung auf der Linksverteidiger-Position. Und das richtige Offensivkonzept ist auch noch nicht gefunden. Viel zu tun für Trainer Neuner in den nächsten Wochen.

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Nach vielen Jahren habe ich mir mal wieder einen Fußball-Manager gegönnt. Die Wahl fiel dabei auf den englischen Football Manager 2018 von SI. Aufgepeppt wurde der mit der deutschen Sprachdatei, den Original-Logos und einer riesigen Datenbank mit Spielerbildern. Das Internet bietet dazu reichliches. Die unglaubliche Fülle an Informationen und Möglichkeiten verwirrt am Anfang sehr, der kleine Surface Bildschirm ist alles andere als ideal und die Spiel-Engine ist weit weg von EA Sports. Fesselnd ist das ganze aber trotzdem.

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