Madeira 2016

Das Jahr neigte sich dem Ende entgegen und nach einigen stressigen Wochen und Monaten auf der Arbeit wollte ich noch einmal paar ruhige Tage irgendwo dort verbringen, wo es noch etwas wärmer ist. Meine Wahl fiel auf Madeira, wo ich bereits vor einigen Jahren einmal ein paar Tage war. Gebucht hatte ich die Reise über Expedia, es war ein Kombi-Angebot aus Flug und Hotel. Die Reise dauerte von Sonntag bis Donnerstag. Und nachdem der Hinflug über Lissabon bereits einige Unannehmlichkeiten bot, war wenigstens das Hotel top. (Und noch ein Hinweis: Ich hatte dieses Mal nur mein Smartphone mit – manche Bilder sind vielleicht daher nicht grade perfekt geworden)

Castanheiro Boutique Hotel

Das Hotel lag so gut wie im Zentrum von Funchal. Fast um die Ecke war der Praca Do Municipio, gleich dahinter begann bereits die Fußgängerzone. Die Lage war also super, das Zimmer war es auch. Es war schön groß und hatte ein gutes Bett, eine gute Dusche und einen kleinen Balkon. Das Frühstücksbuffet war ausreichend und bot eigentlich alles, was man so erwarten darf von einem guten Hotel. Ein Highlight war die Dachterrasse im fünften Stock. Neben einem Pool bot sie auch einen tollen Ausblick über die Stadt. Und auch das Personal an der Rezeption war sehr nett und hilfsbereit. Sie halfen mir bei meinem vermissten Koffer und berieten mich gut bei der Wahl von Ausflugszielen. Kurz: Das Hotel kann ich wirklich empfehlen.

Das Wetter

Vom Wetter hatte ich mir jedoch etwas mehr versprochen. 20 Grad plus X wäre mein Wunsch gewesen, es war dann leider doch etwas weniger. Und es hat immer mal wieder leicht genieselt. Das war schade, aber auch kein Beinbruch. Viel vor hatte ich eh nicht und so konnte ich auch ohne schlechtes Gewissen mal einen Nachmittag im Hotel verbringen und einfach mal entspannt ein wenig lesen.

Funchal

Funchal ist die Hauptstadt Madeiras und bietet seinen über 100.000 Einwohnern durchaus urbanes Leben. Es gibt aber auch Viertel, in denen sich ein Hotel an das andere reiht. Es liegen ständig zwei oder drei Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Natürlich ist die Stadt dadurch auch sehr touristisch, was sich vor allem an den vielen nervigen Schleppern vor den Restaurants zeigt. Neben der Fußgängerzone, die sich ehrlich gesagt nicht viel von denen in anderen Großstädten unterscheidet, ist vor allem das Santa Maria Viertel einen Besuch wert. In die alten Fischerhäuser sind viele Restaurants, Bars und Geschäfte gezogen, die Haustüren in den engen Gassen sind bunt gemalt, und es war eigentlich immer etwas los. Auch sehr nett ist die weitläufige Uferpromenade, besonders am Abend ist der Blick von hier auf die erleuchteten Hänge von Funchal sehr eindrucksvoll.

An der Promenate, an strategisch cleverer Stelle – da hier eigentlich alle Kreuzfahrttouristen vorbei müssen – liegt auch der CR7-Museum, das man sich für einen 5er anschauen kann. Allerdings ist es weniger ein Museum als Ronaldos Schatzkammer, man kann hier so ziemlich jeden Preis, den Madeiras berühmtestes Kind je gewonnen hat, besichtigen. Einen schönen Blick auf die Stadt hat man auch vom Fortaleza do Pico, das man auch, und so schließt sich der Kreis, vom Hotel aus sehen kann. Nicht besichtigt habe ich dieses Mal den Monte mit dem Jardim Botanico, hier war ich bereits beim letzten Mal.

Abends zum Essen war ich dagegen eigentlich nie im Santa Maria Viertel. Dafür hatte ich eher die Rua de Carreira für mich entdeckt, die nicht weit weg vom Hotel eine Fußgängerzone bot, in der auch genügend kleine Restaurants zu finden waren, mit nicht ganz so aufdringlichen Schleppern. Gute Pasta fand ich hier genau so wie schöne Fleischspieße und Steaks vom heißen Stein. Und Coral, das inseleigene Bier, ist auch sehr zu empfehlen.

Ausflug: Die West Tour

Einen geführten Ausflug machte ich in der auch Zeit mit: Und zwar wurde ich von Sunrise Tours in einer Gruppe von 10 Leuten in einem Kleinbus über den Westteil der Insel gefahren. Der Guide berichtete uns im Auto auf Englisch, Portugiesisch und Deutsch, was wir als nächstes sehen werden und ließ uns dann an den einzelnen Punkten raus. Der erste davon was das kleine Fischerdörfchen Câmara de Lobos, wo wir bei Nieselregen einen kurzen Stop in der Bucht machten. Danach ging es hoch hinauf nach Cabo Girâo, wo es einen Skywalk gibt, von dem aus man über eine der höchsten Steilklippen Europas schauen kann. Wow!

Danach ging es wieder herunter nach Ribeira Brava an die Küste, mit einer netten kleinen Kirche, nur um danach wieder ein paar Höhenmeter zu machen. Vom Encumeada Pass aus hat man aus einer Höhe von 1.007m einen Blick sowohl auf die Nord- als auch auf die Südküste der Insel. Das ließ sich sogar bei dem diesigen Wetter erahnen, dass wir hatten. Und gezogen hat es dort oben wie Hechtsuppe.

Schließlich sind wir endgültig an der Nordküste angekommen und hatten einen längeren Aufenthalt in Porto Moniz. Der kleine Ort ist bekannt durch seine natürlich entstandenen Vulkanbecken, wo man auch tatsächlich schwimmen kann.

Und dann ging es langsam wieder zurück nach Funchal. Wir machten nur noch einen kurz Halt in Seixal, um einen – wie ich fand – etwas unspektakulären Wasserfall zu sehen und einen letzten in Sao Vicente, einem kleinen Dorf mit einem Kirchplatz. Hier hätte man sich auch noch einige Grotten anschauen könnte, was allerdings nicht Teil unserer Tour war.

Danach erreichten wir wieder Funchal und die Tour endete. 29€ hatte sie gekostet, dafür kam man ganz gut rum.

 Lissabon

Auch der Rückflug ging wieder über Lissabon. Nur hatte ich mir die Flüge dieses Mal so gelegt, dass ich dort noch einige Stunden Zeit hatte, um ins Zentrum zu fahren. Der Flughafen liegt ja relativ nah an der Stadt und mit der U-Bahn ist man in einigen Minuten dort. Es war nicht mein erster Besuch hier, aber es ist immer wieder schön. Nur etwas nervig, dass man dauernd von fliegenden Händlern für legale und illegale Produkte angequatscht wird.

Und das war mein kurzer November Urlaub. Ich konnte tatsächlich ganz gut abschalten und entspannen. Madeira in der Nebensaison bietet Ruhe und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Nur das Wetter hätte noch etwas besser sein dürfen.

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In die Falle geTAPpt

Den Urlaub auf Madeira hatte ich als Paket gebucht: Flug + Hotel. Beim Flug hatte ich daher nicht so viele Wahlmöglichkeiten und musste deshalb mit TAP Portugal in Lissabon umsteigen. Das war für mich aber okay und sollte eigentlich auch kein Problem sein.

War es dann aber doch. Es ging los damit, dass ich in München meinen Koffer beim Kooperatiionspartner Lufthansa aufgeben musste. War nicht im Ticketpreis enthalten, also sollte ich nachzahlen. Zuerst hieß es, es wären 70€, dann – weil Madeira eine Touristendestination wäre – nur noch 35€. Klang schon besser. Koffer war aufgegeben, an der Lufthansa Kasse sollte ich das Geld bezahlen. Dort aber – warum genau habe ich nicht verstanden, hatte wohl irgendwas damit zu tun, dass an diesem Sonntag grade keine TAP Kollegen da war – sagte man mir, man würde den Koffer so mitnehmen, ich müsste nichts zahlen. Auch gut.

War es nicht. Dank leichter Verspätung hatte ich in Lissabon theoretisch nur noch 45 Minuten zum Umsteigen. Ich habe es rechtzeitig gepackt, mein Koffer anscheinend nicht. Da half es anscheinend auch nicht, dass sich um die Umstiegszeit wegen einer weiteren Verspätung noch mal um eine Stunde verlängert hatte. Ich stand in Funchal auf Madeira am Gepäckband und sah zu, wie alle anderen sich ihre Koffer vom Band schnappten und verschwanden. Bis ich schließlich als letzter dort stand und das Band abgestellt wurde. Was für ein trauriger Anblick.

Am Informationsschalter sah man in der Datenbank nach und stellte schnell fest, wo mein Koffer war: In Lissabon. Wenigstens wussten sie, wo er war. Und sollte mir am nächsten Vormittag direkt ins Hotel geliefert werden. Ich bekam von der Airline ein Survival Set mit Zahnbürste und Creme, Duschgel, Kamm, Deo und einigen anderen Sachen. Mit dabei war auch ein weißes T-Shirt, Größe XXL. Immerhin. Besser als nichts.Als ich im Hotel ankam, war es schon nach acht. Ich bezog mein Zimmer, suchte mir in Funchal noch etwas zu essen und legte mich schlafen. Aber am nächsten Morgen die alten Sachen wieder anziehen, das muss echt nicht sein. Wenn man nicht mal mehr frische Unterwäsche und Socken anziehen kann, ist alles vorbei. Aber wie toll war das dann, als im Laufe des Vormittags dann endlich mein Koffer im Hotel ankam!

Auf dem Rückflug zahlte ich die 35€ und mein Koffer landete auch mit mir in München. Ob da ein Zusammenhang bestand? Andererseits hatte ich die Flüge dieses Mal auch so gelegt, dass ich mehr als ein halben Tag Aufenthalt in Lissabon hatte.

Mehr von meinem kurzen Urlaub dann beim nächsten Mal. Bis dahin ein Previewbild – aufgenommen vom Dach meines Hotels in Funchal.

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FiSe Musi im November

Die Adventszeit hat begonnen. Die Tage vor dem 1. Advent hatte ich noch auf Madeira verbracht (Bericht folgt), ich kam zurück und zack: Advent. Die ersten Dominosteine liegen schon länger hier, aber deren Überlebenschancen nehmen mit steigender Nähe zur Weihnachtszeit ab. Was es sonst noch interessantes zu berichten gibt aus diesem Monat:

*** Kino ***

Immerhin einmal war ich im Lichtspielhaus. Musste ja auch sein, wenn sich Tom Cruise mal wieder die Ehre gibt!

Jack Reacher: Kein Weg zurück 5 von 10

Jack Reacher (Tom Cruise) kehrt nach Washington zurück, um sich dort mit Major Turner (Cobie Smulders) zu treffen. Allerdings wurde gegen sie nun Anklage wegen Landesverrats erhoben und sitzt deshalb im Militärgefängnis. Reacher erfährt ebenfalls, dass eine Vaterschaftsklage gegen ihn erhoben wurde, angeblich wäre die 15jährige Sam (Danika Yarosh) seine Tochter. Damit nicht genug: Kurze Zeit später wird ihm auch noch ein Mord angehängt! Er flüchtet zusammen mit Turner aus dem Militärgefängnis und macht sich auf die Suche, nach den wahren Hintergründen. Dabei gerät auch seine Tochter mit in den Fokus ihrer Verfolger. Die zweite Verfilumg von Lee Childs Jack Reacher Romanen punktet nicht grade mit einer logischen Story. Vieles baut auf Zufällen, abenteuerlichen Plänen und seltsamen Entscheidungen auf. Die Mischung aus Krimi und Actionfilm wirkt teilweise wie eine überlange und hochwertige Folge einer TV-Serie. Fürs Kino ist das aber nicht genug. Cruise Figur wirkt unrealistisch übertrieben, Smulders fällt sogar gegen ihn spürbar ab. Warum Cruise diesen Film auch noch mitproduziert, bleibt mir ein Rätsel.

Im Dezember wird es dann wohl wieder etwas Science-Fiction lastig. Mit Arrival und Star Wars: Rogue One (in der Mitternachtpremiere!) treffen wir gleich zweimal auf fremde Lebensformen.

*** Serien ***

Alte Bekannte standen in diesem Monat auf der Liste. Dazu gesellte sich eine neue Serie, die sehr zu empfehlen ist. Und eine neue, die nicht zu empfehlen ist. Insgesamt decken die Serien dieses Mal ein breites Qualitätsspektrum ab.

Minority Report (Staffel 1 / 10 Folgen) – 4 von 10

11 Jahre nach der Befreiung der Precogs beginnt einer von ihnen, Dash (Stark Sands), dem Detective Lara Vega (Meagan Good) mit seiner Fähigkeit, Zukunftsvisionen zu haben, bei der Aufklärung von Verbrechen zu helfen. War der Film mit Tom Cruise von 2002 noch ein echter Kracher (für mich immerhin auf der #27 der besten Filme in diesem Jahrhundert), ist die Serie dagegen leider ein ziemlicher Rohrkrepierer. Übrig geblieben ist fast nur eine reine Crime-Show mit dem Twist, das Verbrechen zu sehen, bevor es passiert. Allerdings nutzt sich das recht schnell ab. Das die Serie in der Zukunft spielt, davon ist meistens nichts zu sehen. Und irgendwelche moralischen Fragen, die der Film oder die Romanvorlage noch hervor gerufen haben, werden hier großflächig umschifft. Zu Recht wurde die Serie nach nur einer Staffel wieder eingestellt.

Modern Family (Staffel 6 / 24 Folgen) – 8 von 10

Die Großfamilie Pritchett ist zurück und liefert auch im sechten Jahr zuverlässig Grund zu lachen. Mir gefiel diese Staffel sogar noch etwas besser als die in den Vorgängerjahren, auch wenn wir uns von Andy wohl immer noch nicht verabschieden dürfen. Die übrigen, allen voran natürlich Phil Dunphy, sind weiterhin bestens aufgelegt und man mag die ganze Sippe einfach.

Navy CIS (Staffel 13 / 24 Folgen) – 5 von 10

Was war das denn? Nach der guten Vorgängerstaffel so ein Absturz. Gibbs (Mark Harmon) erholt sich schnell von seiner fast tödlichen Schußwunde und trägt ab sofort Hemden statt Polos. Fast jeder Fall scheint irgendwie mit einem der NCIS Mitglieder zusammen zu hängen, was die Fälle nicht persönlicher, sondern beliebiger macht. So gab es nur wenige Folgen, die tatsächlich spannend waren. Und der Abschied von DiNozzo (Michael Weatherly) wird eher plötzlich und wie an den Haaren herbei gezogen erklärt als in Ruhe vorbereitet. Um die Eingangsfrage zu beantworten: Das war nichts.

The Night Of (Staffel 1 / 8 Folgen) – 6 von 10

Nashir Khan (Riz Ahmed) ist ein braver, junger, New Yorker Student. Eines Nachts gerät er zufällig an die junge Andrea. Sie freunden sich an, trinken zusammen, nehmen Drogen und schlafen miteinander. Als Nashir am nächsten Tag aufwacht, liegt Andrea mehrfach erstochen im Bett. Er kann sich aber an nichts erinnern. Er versucht zu fliehen, wird er aber von der Polizei entdeck und verhaftet. Der abgehalfterte Anwahl John Stone (John Turturro) nimmt sich seines Falles an. Wer hier eine klassische Wer war der Täter – Geschichte erwartet, wird enttäuscht sein. Vielmehr steht das amerikanische Justizsystem im Vordergrund, wo alle einfach ihren Job machen – angefangen beim ermittelnden Detective (der gute Bill Camp) bis hin zum Anwalt Stone. Das alles wirkt beängstigend realistisch, aber auch furchtbar bieder. New York wird in sämtlichen Grautönen gezeigt, aber die Farbe fehlt fast völlig. Khans klassische Knastgeschichte wirkt dagegen etwas überhastet. Dazu kommt ein Ende, was sich etwas unbefriedigend anfühlt. Die Serie ist anspruchsvoll und überzeugt handwerklich, verliert sich aber in ihrer Langsamkeit. Ihre Moment hat sie aber trotzdem und rettet sich deshalb grade noch so auf 6 Punkte.

Suits (Staffel 3 / 16 Folgen) – 7 von 10

Nach dem Debakel mit Hartmann, ist die Partnerschaft der Kanzlein Pearson und Darby aus London abgeschlossen, sehr zum Missfallen von Harvey Spector (Gabriel Macht), der seinen Namen auch gerne an der Tür gesehen hätte. Für einen neuen, großen Fall, bei dem es Korruption und Auftragsmord geht, erhält Harvey ungebetene Hilfe von Darby: Diese schicken ihren Problemlöser Huntley nach New York. Mike Ross (Patrick J. Adams) dagegen vertieft seine Beziehung mit Rachel (hach – Meghan Markle) und gelangt immer mehr zu der Erkenntnis, dass er wegen seines falschen Havard Abschlusses wohl nie nach ganz oben aufsteigen kann. Die Chemie zwischen den Figuren stimmt auch in der dritten Staffel immer noch, das Niveau bleibt hoch und man verzichtet immer mehr auf einen Fall der Woche. Negativ fällt dagegen auf, dass sich die Geschichte um Mike immer weiter im Kreis dreht, wie oft soll sein Geheimnis denn noch kurz vor der Auflösung stehen? Und Louis Litt (Rick Hoffmann) verkommt leider immer öfter zur Witzfigur.

The Young Pope (Staffel 1 / 10 Folgen) – 8 von 10

Lenny (grandios: Jude Law) wird der erste amerikanische Papst der Geschichte und versucht nun, als Papst Pius XIII die katholische Kirche zu reformieren und seine strengen Ansichten durch zu setzen. Law ist großartig in der Rolle, als arroganter und selbstgefälliger Papst, der aber selbst gar nicht so sehr an Gott glaubt. Die Nebenrollen sind toll besetzt, wie z.B. Silvio Orlando als Kardinal und SSC Neapel Fan, der sich von einer jahrtausendealten, nackten Frauenfigur angezogen fühlt oder Cécile de France als Marketingmanagerin, die gerne mehr Wandteller verkaufen würde, bis sie vom Papst auf die neue Spur gebracht wird. Das größte Verdienst der Serie ist es, kein grauer, politischer Vatikan-Thriller zu sein, sondern über weite Strecken gute Unterhaltung zu bieten mit skurillen Einfällen. Nur die unterbeschäftigte Diane Keaton tat mir ein wenig leid und die Rückblicke in die Jugendjahre des Papstes waren etwas zäh.

Das Navy CIS Team gönnt sich keine Pause und startet bereits am 5. Dezember in die 14. Staffel auf Sat1. Und am 25. holt die ARD die österreichische Serie Pregau – Kein Weg zurück nach Deutschland und sendet sie als Event. Das könnte trotzdem knapp werden für die Dezember-Ausgabe.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz im November: 3 Spiele, 1 Punkt – durch ein 0:0 gegen Kaiserslautern, Platz 15. Damit steht man ganz knapp vor den Abstiegsrängen. Selten gelang es bisher, über 90 Minuten ein gutes Spiel abzuliefern, individuelle Fehler und Abstimmungsschwierigkeiten machten oft ein besseres Ergebnisse zunichte.

Unter den schwachen Ergebnissen hatte nun Sportdirektor Jens Todt zu leiden. Sein Vertrag wäre Ende der Saison ausgelaufen, er wollte nicht verlängern und musste nun sofort gehen. Machte er in den letzten Jahren prinzipiell einen guten Job, kann man ihm in dieser Saison nicht von Schuld frei sprechen. Zwei der drei wichtigsten Transfers (Kom und Figueiras) haben nicht eingeschlagen, letzterer kam, obwohl er unter dem Verdacht der Spielmanipulation stand – was Todt dem Präsidium angeblich im Vorfeld nicht mitteilte. Dazu hat man im letzten Jahr die erfolgreiche Innenverteidigung aufgelöst. Nur einer davon, nämlich Gulde, wechselte in die erste Liga. Gordon dagegen ist nun Stammspieler in Sandhausen, Mausersberger sogar Vize-Kapitän bei 1860 München. Und – nunja – die Trainerentscheidung für Oral nach monatelangem Suchen kann man auch kritisch sehen.

Die Suche nach einem Nachfolger als Sportdirektor war bereits nach einem Tag beendet – kein Vergleich also zur endlosen Suche des HSV. Oliver Kreuzer kehrt zurück nach Karlsruhe. In seiner ersten Amtszeit hat er, nach anfänglichen Schwierigkeiten, einen gute Job gemacht. Wenn er es nun noch vermeiden könnte, allzu offen mit der Presse umzugehen, bin ich da verhalten optimistisch.

Ebenfalls wegweisend für die Zukunft: Nach jahrelangem hin und her haben Stadt und Verein nun endlich die Verträge über ein neues Stadion am alten Standort unterzeichnet. 2020 soll der neue Wildpark stehen, Zeit wird’s! Das kann sich KSC-Präsident Wellenreuther wirklich stolz auf seine Fahnen schreiben.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 2 (Minor Victories, The Slow Show. The Heavy musste ich wegen Krankheit leider sausen lassen.). Gekaufte Konzerttickets: 2 (The Temper Trap im Februar und Aerosmith im Mai – meine teuerste Konzertkarte ever).

Aber um The Heavy trotzdem hier noch etwas vorkommen zu lassen, folgt nun ein Stück von ihrem aktuellen Album. Ihr Sound hat sich über die Jahre nicht sonderlich groß verändert, aber die Mischung stimmt immer noch. What Happend To The Love? fragen sie hier und klingt typisch für ihre Mischung aus Rock und Soul.

Und endlich schaffe ich es auch mal, die Band Nothing unter zu bringen. Vielleicht liegt es an dem unglücklichen Bandnamen, dass sie bei mir immer etwas aus dem Fokus verschwunden waren. Fakt ist aber, mit Tired of Tomorrow haben sie in diesem Jahr ein Album veröffentlicht, was bei mir immer mal wieder ganz gefällig durch gelaufen ist. Kein großer Reißer, aber eine solide Nummer. So wie Vertigo Flowers auch.

*** Buch des Monats ***

Im Flugzeug und auf Madeira selbst bin ich wieder zum Lesen gekommen und konnte den sechsten Roman in diesem Jahr beenden. Läuft doch langsam wieder. Dieses Mal handelte es sich um den Roman Die irre Heldentour des Billy Lynn, den der amerikanische Autor Ben Fountain im Jahr 2012 veröffentlichte.

Die Bravo Squads, zu denen auch Billy Lynn gehört, werden während des Irak-Kriegs für zwei Wochen zurück in ihre Heimat gerufen, wo sie für ihre Heldentaten gefeiert werden. Sogar verfilmt werden soll ihr letzter Einsatz. Höhepunkt ihrer Tour ist der Besuch eines Football-Spiels der Dallas Cowboys, wo sie in der Halbzeitpause zusammen mit Destiny’s Child auftreten sollen.

Die einfachen US-Soldaten haben dabei anscheinenend an der Heimatfront mehr Probleme als im Kampfeinsatz. Schulterkloper, Neureiche und VIPs lauern an jeder Ecke, sie wollen sich gerne mit der ruhmreichen Einheit zeigen. Wie im Rausch feiern die Bravo Squads mit und genießen die Aufmerksamkeit, die ihnen von solch für sie unerreichbaren Personen zu teil kommt. Doch schnell merken sie, dass hier mehr Schein als Sein ist und sie nur ein Rädchen, um die Kapitalismusgesellschaft am Laufen zu halten. Der Kampf auf Leben und Tod trifft hier auf die Glitzerwelt der Medien und des Konsums. Unterhaltsamer Roman, der sehr im Plauderton daher kommt, aber gar nicht so trivial ist, wie es zunächst scheint.

Im Februar wird in Deutschland die Verfilmung in die Kinos kommen. Und dem Trailer nach zu urteilen, erhalten die Erlebnisse im Irak wohl etwas mehr Raum als im Buch.

*** Ausgefallener Post des Monats ***

Eigentlich wollte ich ja mal über die Pub Quizze schreiben, auf denen ich in den letzten Monaten so war. Ist ja auch immer mal eine nette Abwechslung, man sitzt in der Kneipe bei zwei oder drei Bieren zusammen und rätselt im Team. Aber da der Besuch in diesem Monat wegen Krankheit ausgefallen ist, gab es für diesen Eintrag nun erst mal keinen Anlass.

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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The Slow Show, München

Gestern bin ich mitten in der Nacht aus Madeira zurück gekommen. Doch bevor ich dazu etwas mehr erzähle, komme ich zunächst zurück auf das Konzert von The Slow Show, das ich am Abend vor dem Kurzurlaub noch im ausverkauften Münchner Ampere besuchte.Das Ampere ist ja insgesamt eine sehr schöne Location. Angenehme Größe, recht breite Bühne, Balkon, direkt in der Innenstadt an der Isar. Am Samstag kam noch ein weiterer Pluspunkt dazu: Sehr angenehmes Publikum. Bei ruhigen Konzerten hört man ja oft genug ein gewisses Grundrauschen im Saal, ein dauerndes Gemurmel, was sich durch den Raum zieht. Davon war bei The Slow Show nichts zu merken, es war teilweise wirklich mucksmäuschenstill.

Das begann schon beim Support von I Have A Tribe, der es nur mit seiner Stimme und seinem Piano schaffte, den Saal ruhig zu halten. Es waren aber auch schöne Songs, die hier zum Besten gegeben wurden. Ein guter Auftakt.

Und dann kamen The Slow Show aus Manchester auf die Bühne. Sie haben in diesem Jahr bereits ihr zweites Album veröffentlicht. Das klingt so wie das erste, was prinzipiell schon mal gut ist. Auch für das Live-Set schadet das nicht, alles klang wie aus einem Guß. Sänger Rob Goodwin brachte seine Stimme auch auf der Bühne voll zur Geltung. Die übrige Band fiel dagegen nicht ab, sie hatten sogar eine Trompete dabei, sieht man ja auch nicht alle Tage.

Allerdings blieb es am Ende, trotz aller handwerklichen Qualitäten und der Sympathie, mir etwas zu eintönig. Die ein oder andere schnellere oder überraschendere Nummer hätte da durchaus noch kommen können. Naja, begnügen wir uns halt erst einmal mit Ordinary Lives. Für Album Nummer 3 darf man das Rezept aber nicht nochmal einfach aufwärmen.

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Blogparade: Kill them off!

Es läuft wieder eine neue Blogparade der singenden Lehrerin, die ich hier gerne aufgreife. Das Thema spielt dieses Mal wieder im Serienkosmos und lautet:

Kill Them Off! 10 Most Hated Characters

Welche Serien Charaktäre hasst man so sehr, dass man sie am liebsten mit einem kräftigen Arschtritt aus der Serie befördern würde? Dabei geht es nicht um die Bad Boys der Serien oder die ultrafiesen Gegenspieler. Aber welche Figuren nerven so, dass man kurz davor steht, ihre Szenen einfach zu überspulen? Hier kommen meine 10 Kandidaten, sortiert nach den Serien, in denen sie auftreten.

1. Downton Abbey: John Bates

Oberster Kammerdiener, aber mit einer mysteriösen Vergangenheit. Wird über Staffeln hinweg für irgend einen Mord verdächtigt, den er aber natürlich nicht begangen hat. Sorgt sich liebevolle um seine Frau Anna und hat immer ein verschmitztes, großväterliches Lächeln auf den Lippen. Was habe ich das gehasst!

2. Die Goldbergs: Adam Goldberg

Die Hauptfigur der Serie wird von seinen Geschwistern leider völlig in den Schatten gestellt. Zu jung, um irgendwie Identifikationspotential zu bieten und seine Kinder-Probleme sind meist uninteressant. Er war schon Nerd, lange bevor es diesen Begriff überhaupt gab. Und so darf er dann in jeder Folge irgendein kultiges 80er Jahre Shirt tragen. Ein unglaubwürdiger Trendsetter.

3. Homeland: Carrie Mathison

Carrie hat eine bipolare Störung und nicht den besten Ruf in ihrer Behörde. Sie ist extrem launisch, fühlt sich ständig ungerecht behandelt und stellt dauernd weit hergeholte Theorien auf. Dass sie damit am Ende des Tages auch meist recht behält, macht es schwierig, sie als Spinnerin abzutun.

4. Modern Family: Andy Bailey

Auch in der 6. Staffel liefert die Serie genug lustige Moment. Die weniger lustigen erkennt man oft an ihm: Andy, die Nanny für die Kleinen. Seiner Freundin mehr als hörig. Schleimt sich sogar bei Phil Dunphy ein. Aber warum er eigentlich auf der Liste steht: Haley macht sich an ihn ran. Was findet sie nur an dem Kerl?

5. Navy CIS: Abby Sciuto

Wird auch nach 13 Jahren in der Serie immer gleich eingesetzt. Bekommt ihren Drink, sagt was schrulliges und dazu der prinzipiell immer gleiche Soundtrack. Und sie hat ja so ein feines Gespür für Menschen und damit auch immer Recht. In der Serie mag sie jeder, es ist mir ein Rätsel, warum.

6. Silicon Valley: Jared Dunn

Arbeitet bei Pied Piper. Da er vom Programmieren nichts versteht macht er… was eigentlich? Dafür bekommt er von den Autoren immer mehr Schrullen verpasst, was oft überhaupt nicht den Ton der Serie trifft.

7. Star Trek: The Next Generation: Wesley Crusher

Sozusagen die Definition des Themas. Ein junger Kadett, ein Streber, ein Klugscheißer. So spannend wie stilles Wasser aus dem Hahn.

8. Star Trek: Voyager: Neelix

Talaxianer, Bord-Koch (!) und Moral-Offizier (!!) der Voyager. Was man sich aus den Fingern saugen musste, um die Existenz dieser Figur zu rechtfertigen. Für mich der Jar Jar Binks des Star Trek Universums.

9. Two And A Half Men: Jake Harper

Der wohl best bezahlteste Laienschauspieler der Welt. Wenigstens hat man ihm immer mal wieder gute Einzeiler geschrieben, die er fehlerlos aufsagen konnte.

10. The Walking Dead: Carol Peletier

Wandelt sich in der Serie von der einfachen Hausfrau zur Zombie-killenden Super-Waffe. Da kam ich nicht mehr ganz mit. Ihre beste Szene hatte sie mit ihrem Look at the flowers – Zitat. Aber mittlerweile hoffe ich drauf, dass Lucille sie sich holt.

Das waren meine Top 10. Was sind eure?

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