Emma Ruth Rundle live in München

Am vergangenen Sonntag stand mal wieder ein Konzertabend an: Zu Gast im schönen Milla war die Amerikanerin Emma Ruth Rundle. Sie trat in einer gut gefüllten Location auf. Sie komplett in schwarz auf, das Publikum auch überwiegend, es wurde ein harmonischer Abend.

Es war eines dieser Konzerte, auf denen man mehr oder weniger nur rumsteht und bestenfalls Bier trinkt. Wie passend für einen Sonntag Abend! Emma spielte hauptsächlich Songs von ihrem aktuellen, schönen Album On Dark Horses. Düster-Pop könnte man es nennen, andere schrieben von Dark Folk, wie auch immer, wenn man sich darauf einlässt, nimmt es den Zuhörer für einen Abend gefangen. Musik für einen Soundtrack.

Nach 10 Songs mit ihrer Begleitband und einer Solo-Zugabe (wohl einem älteren Song, der teilweise richtig euphorisch aufgenommen wurde) war dann auch schon wieder Schluß. Ein gelungener Abend mit schönen Meloldien und einer besonderen Stimmung vor einem dankbaren Publikum.



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Es ist an der Zeit, dass sich der wichtigste Klub in Deutschland mal klar positioniert

Das hat der FC Bayern mit der heutigen Pressekonferenz getan. Als selbstherrlicher, realitätsfremder Arschlochverein, mit einer ungesunden Doppelmoral. Keinerlei Kritikfähigkeit, aber selber austeilen wollen. Sich für die Größten halten, aber keine Größe in der Niederlage haben. Die Presse kritisieren, aber mehr TV-Gelder fordern. Das Grundgesetz zitieren, aber sich schön das Sponsorengels aus Katar einstecken. Wer es sogar schafft, bei einem Angriff auf die Bild-Zeitung unsympathisch zu werden, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Das war das Ende vom Welt-Club FC Bayern, es ist einfach nur ein Provinzverein.

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Jonathan Franzen – Anleitung zum Alleinsein (2002)

Von Zeit zu Zeit nehme ich mir vor, von Autoren, von denen mir bereits Romane gefallen haben, weitere Bücher zu lesen. Das ist mein persönliches: “Wenn sie das mochten, mögen sie auch…” Vor einigen Jahren gefiel mir der Roman Freiheit von Jonathan Franzen ausgesprochen gut. Die Zeit war nun fällig, um sich ein weiteres Werk von Franzen anzuschaffen. Meine Wahl fiel auf Anleitung zum Alleinsein, des Titels wegen.

Was mir vorher nicht ganz klar war: Bei dem Buch handelte es sich nicht um einen Roman, sondern um eine Sammlung von Essays, die Franzen im Laufe einiger Jahre verfasst hatte. Muss man wissen. Oder damit umgehen können. Also fing ich an zu lesen.

Sehr selbstreflektiert beschäftigt sich Jonathan Franzen in seinen Essays mit der Rolle von Literatur und Autoren in der modernen Gesellschaft – Literatur als Selbstbestätigung für eine elitäre Gruppe oder als Unterhaltung für die Masse? Er erzählt aber auch von seiner familiären Situation, dabei besonders eindrucksvoll, als er über die Alzheimererkrankung seines Vaters schreibt.

Stellenweise merkt man der Sammlung das Alter der Texte leider an, nicht alle Themen oder Aspekte sind zeitlos – und förderlich ist dem auch nicht grade, dass Franzen selbst ein Mann ist, der dem technischen Wandel nicht grade aufgeschlossen ist. Er hängt an seiner alten Schreibmaschine, spricht mit Freuden über sein altes Telefon mit Wählscheibe und verteufelt das Fernsehen als sinnbefreite Berieselung. Seine Einstellung zum Thema Social Media lässt sich dadurch bereits erahnen. Immerhin schrieb er schon damals über die Auflösung der Grenze zwischen öffentlichem und privatem und dem Datenschutz.

Franzen erzählt jedoch so flüssig und wortgewandt, so persönlich und gut recherchiert, dass es immer unterhaltsam bleibt. Er kann über das amerikanische Postsystem schreiben und man bleibt interessiert dran. Er gibt einen Exkurs, warum sich Städte in den USA und in Europa unterschiedlich entwickelt haben und Einblicke in Hochsicherheitsgefängnis in den USA. Nicht die naheliegendsten Themen, aber er schafft es, den Leser dafür zu begeistern.

Leider sind die langweiligsten und unbedeutendsten Texte am Ende der Sammlung einsortiert, das hätte man von der Dramaturigie her sicherlich besser lösen können. Aber dafür wurde man vorab schon mit einigen sehr persönlichen Texten und sehr interessanten Ansichten entschädigt. Abwechslungsreich, interessant und zum Nachdenken anregend, so kann man seine Anleitung zum Alleinsein beschreiben. Und am Ende bleibt der Wunsch: Man möchte selbst solche Essays schreiben können, so wie Jonathan Franzen.

(Eine andere Rezension findet man bei Literatur & so – zusammen mit einer Übersicht der Essays)

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Der Monatsrückblick September 2018

Ich weiß noch, wie ich im April das erste Mal in diesem Jahr am Abend noch schön im freien essen und trinken war. Jetzt haben wir Ende September, damit ist es wohl für 2018 endgültig vorbei. Das ist zwar schade, aber die Zeit dazwischen war in diesem Jahr lange genug. Und ich muss zugeben: Ich habe mir in diesem Monat bereits das erste Mal Dominosteine im Supermarkt gekauft. Die Saison ist eröffnet.

In diesem Monat wurde auch die Fußball-EM 2024 nach Deutschland vergeben. Ich könnte noch genau sagen, wo ich damals die Verkündung als Gastgeber für die WM 2006 gesehen habe und wie ich mich gefreut habe. Dieses Mal habe ich die Push Nachricht von Spiegel Online relativ emotionslos gleich wieder weggeklickt. Der große Fußball entfernt sich spürbar von der Basis.

*** Foto des Monats ***

Ein wenig Bahnhofs-Romantik für alle.

*** Kino ***

Diesen Monat habe ich viel Zeit im Kino verbracht. Verdammt viel. Es stand nicht nur das Fantasy Filmfest an, ich musste auch noch die letzten Filme meines Sommertickets weggucken – und BlacKkKlansman wollte ich auch unbedingt sehen. Dafür ist mir Bad Spies durch die Lappen gegangen. Nicht gesehen, obwohl Mila Kunis mitspielt.

BlacKkKlansman 8 von 10

Der junge Detective Stallworth (John David Washington) erhält in den USA der 70er seinen ersten Undercover Auftrag: Er soll sich telefonisch beim örtlichen Ku-Klux-Klan und dessen Vorsitzenden Walter (Ryan Eggold) einschmuggeln. Da er schwarz ist, vertritt ihn beim ersten persönlichen Aufeinandertreffen sein jüdischer Kollege Flip (Adam Driver). Zusammen schaffen sie es, bis zu den obersten Personen des Klans durchzudringen. Spike Lee gelingt es, mit seinem auf wahren Ereignissen beruhenden Film, ein ernstes Thema mit einer vergnüglichen Cop-Story zu verknüpfen. Der latente Rassismus der Mittelschicht wird gezeigt und von den gesellschaftlichen Außenseitern aufgedeckt, ohne dabei in ferne Extreme abzudriften. Trotzdem wird es dem (weißen) Publikum leicht gemacht: Der KKK wird klar als der Feind gebrandmarkt – das hätte durchaus auch unangenehmer für den Zuschauer sein können, kommen die Mitglieder des Klubs doch auch aus der Mitte der Gesellschaft. So bleibt es ein leicht zu konsumierender Film mit einer offensichtlichen und wichtigen Botschaft, vielen Schmunzlern und einigen Lachern, bevor der Epilog einen dann noch einmal völlig unvorbereitet trifft und den Film mit erschreckenden und aktuellen Bilder aus Charlottesville verabschiedet. Zum Schluß noch als Zusatzpunkt: Driver hat endlich mal eine sympathische Rolle abbekommen.

Christopher Robin 7 von 10

Bei Christopher Robin (Ewan McGregor) ist Land-unter. Völlig im Job eingespannt, hat er so gut wie keine Zeit für seine Frau (Hayley Atwell) und seine fleißige Tochter. Was er nun gar nicht gebrauchen kann: Auf einmal steht Winnie Puuh vor ihm, sein alter Spielkamerad aus der Kindheit. Christopher muss ihn zurück in den Hundertmorgenwald bringen und entdeckt dabei den Wert der unbeschwerten Kindheit wieder. Mit so vielen Kindern saß ich lange nicht mehr im Kino. Ob die sich dabei gut unterhalten gefühlt haben, das weiß ich nicht – mir hat der Film aber recht gut gefallen. Die Story ist so nett, wie berechenbar. Die Stofftiere sind fantastisch animiert und wirken wirklich wie lange abgegriffene Teddys. Diese bringen natürlich den Spaß zurück in Robins tristes Leben, sogar der depressive Esel I-Aaah. Nebenbei bekommt man noch ein paar Lebensweisheiten auf Kalenderspruch-Niveau serviert, aber gut, es ist halt ein Kinderfilm.

Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon 6 von 10

Schorsch (Elmar Wepper) ist Gärtner in einer Kleinstadt am Tegernsee. Familär ist eher Eiszeit angesagt, finanziell sieht es noch schlechter aus. Als eines Tages der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, flüchtet er sich in sein rotes Propeller-Flugzeug und macht sich auf den Weg in Richtung Norden. Unterwegs trifft er auf die junge Philomena (Emma Bading), die aus ihrem zu gut behüteten Elternhaus abhauen möchte und sich ihm anschließt. Das luftige Roadmovie lässt sich gut weggucken und man kann es sich gut im Abendprogramm der ARD vorstellen. Die Story verläuft meist so, wie man es erwartet, wobei Schorsch die Bekanntschaft mit den verschiedensten Familienkonstellationen macht um am Ende – nun das hätte man zu Beginn nicht unbedingt erwartet. Was man aber sagen kann ist, dass alle, die aus ihren verkrusteten Lebensverhältnissen ausbrechen, mit der neuen Freiheit wachsen, sei es Schorsch oder Philomena, aber auch Schorschs zurück gelassene Familie. Wepper fand ich am Anfang etwas anstrengend zurück haltend, ihm nahm ich die Rolle als einfacher Gärtner nicht unbedingt ab, aber er findet sich dann langsam in seine Figur. Emma Bading und Dagmar Manzel, auf die er dann im Laufe des Films trifft, wissen dagegen von Beginn an zu überzeugen. Und so ist es ein netter kleiner Film, garniert mit einigen schönen Lanfschaftsaufnahmen.

Sonstso

In der heimischen Flimmerkiste gab es den netten Gefühlt Mitte Zwanzig mit Ben Stiller, sowie Pacific Rim: Uprising, der noch mal eine ganze Klasse schlechter war als der erste Teil. Lady Bird dagegen war gut, auch wenn ich den Hype Anfang des Jahres nicht ganz nachvollziehen kann. The Circle war auch ganz okay, obwohl ich ständig dachte, aus der Idee hätte man auch noch etwas mehr machen können. Und Killer’s Bodyguard war ein guter Film, um nebenbei zu bügeln.

*** Serien ***

England, Spanien, Indien – und Nashville. Sehr international das ganze dieses Mal. Wobei in diesem Monat eher kürzere Staffeln im Mittelpunkt standen. Und ein Pferd, nämlich:

BoJack Horseman (Staffel 5 / 12 Folgen – Netflix) – 8 von 10

BoJack übernimmt Princess Carolyn zu Liebe bei der Serie Philbert die Hauptrolle, die für eine unbedeutende Website entsteht, während sich Carolyn um eine Adoption bemüht. Diane und Mr. Peanutbutter müssen dagegen ihre Trennung verkraften. Und am Ende finden sich alle wieder am Set von Philbert zusammen. Während BoJack seinen großen Auftritt in einem endlosen Monolog als Grabrede für seine Mutter hat, stehen ansonsten eher die Frauen im Mittelpunkt: Diane, die versucht unabhängig zu werden, Carolyn, die ihre Familienplanung alleine voran treiben möchte, und BoJack’s Co-Star Gina, die sich von ihren großen Ambitionen bereits verabschiedet hat und sich nun gleichgültig rumschubsen lässt, um wenigstens ein paar Krümel Ruhm abzubekommen. Und wie immer gibt es auch in dieser Staffel schmerzhafte Momente der Wahrheit, die sitzen. Dieses Mal war es Dianes Abrechnung mit Mr. Peanutbutter’s Beziehungen, die eine unerwartete Tiefe hatte.

The Fall (Staffel 3 / 6 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Was macht man in einer Krimi-Serie mit fortlaufender Handlung, wenn der Fall gelöst und der Täter gefasst wurde? Vor dem Problem stand die zweite Staffel von Broadchurch und nun auch die dritte Staffel von The Fall. In beiden Fällen war die Lösung nicht grade befriedigend. Hier war es nun so, dass Serientäter Paul Spector (Jamie Dornan) nach dem schlimmen Ereignissen am Ender der vorherigen Staffel nun erst einmal mühevoll von den Ärzten (rund um Richard Coyle) gerettet werden musste, um sich dann Dank eines Gedächtnisverlustes nicht mehr an seine Taten erinnern zu können. Detective Superintendent Stella Gibson (Gillian Anderson) sieht ihren Fall davon schwimmen. Und so plätschert die Staffel so vor sich hin und dreht sich um etwas, was schon gelöst geglaubt wurde und Spector wird quasi unwissend mit seinen eigenen Handlungen konfrontiert – bis sich die beiden Kontrahenten endlich in der letzten Folge am Verhörtisch gegenüber sitzen. Etwas zu spät, um die Staffel noch komplett zu retten.

Ghul (Staffel 1 / 3 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Nida Rahim (Radhika Apte) wird als Wärterin in einer streng geheimen Militäranlage untergebracht, die einige an ihre Grenzen bringt. Als der Terrorist Ali Saeed Al Yacoub (Mahesh Balraj) in die abgelegene Einrichtung eingeliefert wird, bricht ein Massaker aus. Es scheint so, als hätte dieser dämonische Kräfte mit denen er Kontrolle über das Gefängnis erlangt. Es beginnt ein Kampf auf Leben und Tod. Der eigentlich als Film konzipierte Stoff wurde kurzerhand als Mini-Serie umfunktioniert, was man ihr auch anmerkt: Netflix-untypisch hat die Serie kaum zähe Längen, sondern kommt relativ schnell zur Sache. Der Militäraspekt holt die Story etwas raus aus der exotischen Location und könnte so auch eine US-Produktion sein. Die Figuren sind alle leicht drüber, das fällt aber kaum negativ ins Gewicht. Ein kurzes Vergnügen, ohne Langzeitwirkung.

Nashville (Staffel 6 / 16 Folgen – FOX Serie) – 7 von 10

Das war sie also, die finale Staffel. Deacon (Charles Esten) findet sich immer mehr in seine Rolle als alleinerziehender Vater ein, während Tochter Maddie (Lennon Stella) mit dem Teenie-Star Jonah Ford (Nic Luken) anbandelt und Daphne (Maisy Stella) sich bei einer Casting-Show versucht, unter der Leitung des schmierigen Brad (Jeffrey Nordling). Will (Chris Carmack), Gunnar (Sam Palladio) und Avery (Jonathan Jackson) spielen wieder gemeinsame Shows und peppen die Band durch Allanah (Rainee Blake) auf, die unter den Jungs ordentlich für Wirbel sorgt. Leider funktionieren nicht alle Handlungsstränge in dieser Staffel, Juliettes (Hayden Panettiere) Ausflug mit einer sektenähnlichen Organisation und Scarletts (Clare Bowen) Hilfsprojekt auf einer Pferderanch sorgen eher für gepflegte Langeweile. Die Musik stimmt aber nach wie vor, es wird sogar einmal N’Sync zum Besten gegeben und wenn zum Serienabschluß alle auf einer Bühne vereint sind, muss ich den Punkrock schon etwas lauter drehen, damit man mich nicht schluchzen hört.

Die Pest (Staffel 1 / 6 Folgen – Sky Atlantic) – 5 von 10

Manchmal findet man ja einfach keinen Einstieg in die Serien. So ging es mir bei dieser spanischen Serie, bei der ich in jeder Folge versucht habe, den roten Faden der Serie wieder zu finden. Irgendwann habe ich es dann einfach nur noch durchlaufen lassen. Schade eigentlich, weil das Bild und die Ausstattung sahen super aus, sogar das aktuelle Sevilla habe ich an eingen Stellen wieder erkennen können. Die Schauspieler waren gut und es wurden moderne Themen wie Gleichberechtigung mit eingebaut. Trotzdem hat es bis zum Ende bei mir nicht klick gemacht, bei dieser Geschichte über Sevilla im Zeitalter der Pest, zwischen Aberglaube, Anfängen der Medizin und Aufbruch in die neue Welt.

Was gibt es neues im Oktober? Sat1 setzt direkt am 1. die 15. Staffel von NCIS fort – so wie seine anderen Crime-Serien in dieser Woche auch. The Walking Dead schleicht am 8. bei FOX mit der neunten Staffel um die Ecke (während auf RTL II die Zombies ab dem 12. ihre achte Runde machen). Das hochgelobte 4 Blocks geht am 11. bei TNT Serie in seine zweite Staffel. Die Netflix-Produktion The Haunting of Hill House könnte was gruseliges sein, zu sehen ab dem 12. Am 18. startet Krypton bei Syfy. Und für die Abonennten von Prime Video gibt es ab dem 19. die Fortsetzung von Deutschland 83.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 5 Spiele, 12 Punkte, Platz 1 (jedenfalls mindestens bis Sonntag Mittag). Mitarbeiter des Monats: Toni Fink.

Nach einem miserablen Start und der wohl schlechtesten Halbzeit seit Jahren gegen die Sportfreunde Lotte, hat sich der KSC tatsächlich gefangen und vier Siege in Folge eingefahren. In denen stand man nicht nur hinten gut, sondern hat auch überraschend flott und abwechslungsreich nach vorne gespielt.  Beim Heimspiel gegen den KFC Uerdingen war ich sogar im Stadion und konnte mich live von den neuen, fußballerischen Fähigkeiten überzeugen. Bemerkenswert dabei, dass die von einigen schon abgeschriebenen Toni Fink (besonders im Zusammenspiel mit Karlsruhes Nummer Neun Marvin Pourié) und Marc Lorenz einen zweiten Frühling erlebten. Langsam machte sich wieder etwas positive Stimmung rund um den Wildpark breit.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 1 (Pabst). Gekaufte Konzerttickets: 1 (Emma Ruth Rundle im nächsten Monat).

Los geht es mit den Idles, die ich auf Albumlänge zur Zeit noch etwas anstrengend finde, aber einzelne Songs das gewissen Etwas haben, so wie Danny Nedelko. Haben etwas von Shame, stimmlich aber auch von The Enemy und ich meine, da steckt auch etwas Irish Rock drin. Sollen live auch ganz toll sein.

Und als zweites etwas, auf das mich mal wieder Plattentests gestoßen hat: Die Künstlerin Emma Ruth Rundle, deren neues Album On Dark Horses zum Album der Woche erklärt wurde. Es wird als Mischung aus Dark Folk und Post-Rock beschrieben, was ja schon sehr interessant klingt. Noch besser klingt dann das Album, dass für mich gefühlsmäßig nun den Herbst einleitet. Hört euch den Light Song an.

*** Linktipps ***

Ein paar Lesetipps aus den Weiten des Internets:

Sehnsucht nach Retrotopia: Zeit Online mit einem sehr interessanten Artikel über den Megatrend Retromania.

Fantasy Filmfest 2018: Der verrückte Wortvogel hat sich wie immer sämtlichen Filmen des Filmfests angenommen.

Whatever you say I am: Auf den Moment hat das Fräulein Mixtape lange hingefiebert: Eminem live und das in London.

Reise, Reise: Kopenhagen: Miss Booleana war in der Stadt, die auch schon ewig auf meiner Reiseliste steht.

Was mich das Studium gelehrt hat: Nicole blickt zurück auf ihre Studienzeit und schreibt darüber, was es ihr abseits des Lehrstoffes gebracht hat.

Über mich selbst hinaus: Ist die Nummer Fünfzehn gewachsen und hat den Berg doch noch bezwungen.

*** Frage des Monats ***

Jetzt, wo Nashville komplett durch ist, brauche ich eine neue Guilty Pleasure Serie. Was könnt ihr mir da empfehlen?

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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Fantasy Filmfest 2018

Na, welche fünfte Jahreszeit steht in München immer gegen Mitte/Ende September an? Genau, das Fantasy Filmfest war wieder in der Stadt! Ausgabe Nummer 32, bereits das neunte (!) Mal mit mir. Es ist immer wieder ein Vergnügen, im Vorfeld die vermeintlich richtigen Filme auszuwählen, sich die Karten dann am ersten Tag des Ticketverkauf am Schalter zu holen (wer will schon Online-Tickets) und dann zu hoffen, dass der Geheimtipp sich auch tatsächlich als solcher entpuppt und kein übler Rohrkrepierer wird.

Acht Filme sind es in diesem Jahr für mich geworden. Zu sehen gab es Horror, Action, Arthouse, Sciene-Fiction, Mystery und Thriller. Die Produktionen kamen aus den USA, Mexiko, Frankreich, den Philippinen und Dänemark. Von fremden Planeten bis zur Kopenhagener Metro waren so einige Locations dabei. Die Hauptfiguren waren Punks, eine französische Tanzgruppe und eine mexikanische Diebesbande. Mit Nicolas Cage und Andrew Garfield.

Das hier waren meine Filme, geordnet in chronologischer Reihenfolge. Dazu die kurzen, offiziellen Pressetexte. Die Trailer verraten etwas mehr. Los geht’s direkt mit dem Eröffnungsfilm:

Mandy (USA, 2018) – 5 von 10 Punkten

Pressetext: Nicolas Cage hat in Regisseur Panos Cosmatos seinen Meister gefunden. Mandy ist DER Horrorfilm des Jahres und nach Standing Ovations in Cannes der perfekte Eröffnungsfilm für das Fantasy Filmfest 2018.

Fazit: Wenn das der Horrorfilm des Jahres sein soll, ist es ein ziemlich schlechtes Jahr für den Horrorfilm. Nicolas Cage geht zwar in der Rolle des Ehemanns auf, der den gewaltsamen Tod seiner Frau Mandy (Andrea Riseborough) rächen möchte, das reicht aber nicht. Die Story ist relativ überraschungsfrei, der sektenhafte Gegenspieler (Linus Roache) nicht furchteinflößend genug, die Actionsequenzen nicht blutig genug. Der Rest ist eine Abarbeitung von Horrorfilmklischees aus den 80ern: Nebelschwaden, in blutrote Lichter getränkte Landschaften, mysteriöse Wesen in Lederjacken auf Motorrädern, es gibt Kettensägen und selbst geschmiedete Schwerter und ja, die meinen das alles ernst. Kein Augenzwinkern, keine Ironie. Optisch wird das schon hängen bleiben, der Look wird konsequent durchgezogen und spätestens bei der Abschlußszene weiß man, woran einem das alles noch erinnert: Cover von Heavy-Metal-Alben aus den – genau – 80ern. Ein Werk für Filmstudenten.

Cutterhead (Dänemark, 2018) – 8 von 10 Punkten

Pressetext: In den Tiefen der Kopenhagener Metro, gefangen in klaustrophobischer Enge zwischen Stahl und Stein, beginnt ein Kampf ums Überleben, der bis an die Grenzen der Menschlichkeit geht. Nicht jeder von ihnen wird das Tageslicht wiedersehen…

Fazit: Klaustrophobie-Thriller gibt es immer wieder und folgen meist dem gleichen Schema. Einige Personen (in diesem Falle eine Journalisten (Christine Sonderris) und zwei Arbeiter (gespielt von Kresimir Mikic und Samson Semere)) sind auf engstem Raum eingesperrt und können sich mehr oder weniger nicht selbst befreien. Mit einem intensiven Spiel und einer interessanten Location können dadurch selbst kleine Produktionen sehr gut werden. So wie dieser dänische Film. Der U-Bahn-Bau liefert ein tolles Setting, die riesigen Maschinen wirken eindrucksvoll und die Schauspieler gehen in ihren Rollen auf. Man schwitzt mit ihnen und ringt mit ihnen nach Luft. Und als die vermeintliche Rettung kommt, ahnt man schon, dass da noch etwas passiert. Nein, etwas wirklich Neues bietet der Film nicht. Aber das, was er erzählen möchte, macht er ausgesprochen gut.

Climax (Frankreich, 2018) – 9 von 10 Punkten

Pressetext: Genau zum Cannes Festival hat Gaspar Noé einen neuen Aufreger hingelegt: sein fiebrig monströser Ritt durch eine drogengeschwängerte Nacht, der eine phänomenale Tanztruppe besinnungslos über jede Grenze treibt, verstörte das Premierenpublikum.

Fazit: Noch ein Werk für Filmstudenten. Wie man doch eine simple Story mit einer unkonventionellen Bildsprache aufpeppen kann! Spätestens noch 20 Minuten entfaltet der Film einen ungeheueren Sog und man ist ähnlich berauscht wie die Tanztruppe rund um Sofia Boutella (der Mumie aus Die Mumie) auf der Leinwand. Endlose Kamerafahrten, die das ganze Set bespielen und von Protagonist zu Protagonist treiben. Und um so mehr die Tänzer ihren Kopf verlieren, verliert auch die Kamera ihre Position und wankt umher. Immer animalischer verhalten sich die Tänzer, aufgepusht von Alkohol, Drogen und der Musik. Trotz des recht großen Castes hat man die Figuren nach einigen Minuten bereits gelernt, einer Ansammlung von Stereotypen sei Dank. Was bei Take That funktioniert, funktioniert halt auch hier. Das nicht jede Strang bis zum bitteren Ende verfolgt wird – geschenkt. Im Rausch der Bilder fällt das zunächst nicht auf, uns kam es erst in der Nachbesprechung. Und die, besonders am Anfang häufige, Unterteilung in Abschnitte hätte es auch nicht gebraucht, daran hat man sich mittlerweile satt gesehen. Aber das ist nebensächlich, insgesamt ist es ein Rausch und ein Fest für die Figuren und für die Zuschauer.

Bomb City (USA, 2017) – 7 von 10 Punkten

Pressetext: Der Mord an dem 19-jährigen Punk Brian Deneke (Dave Davis) bildet den Hintergrund für einen visuell atemberaubenden Thriller. Bomb City zeichnet ein Alptraumbild der USA in den 90ern. Emotional verstörend und filmisch brillant; wir nennen das „großes Kino“!

Fazit: Der Film beruht auf einem wahren Fall aus Amarillo in den USA der 90er. Ob die Personenzeichnungen auch authentisch sind, sei mal dahin gestellt – in diesem Film allerdings wird ein klares schwarz/weiß Schema präsentiert: Auf der einen Seite die braven und friedliebenden Punks, die sich ihre eigene Subkultur geschaffen haben und dort feiern und sich um einander kümmern, mit ihren Mittelschichts-Eltern gut auskommen und zusammen in die Tierhandlung fahren, um sich dort süße Hundebabys anzuschauen. Auf der anderen Seite die Ignoraten und erfolgsverwöhnten Highschool-Football-Kids, die sich immer wieder mit den Punks anlegen wollen. Davon abgesehen ein wirklich interessanter Film, in dem sich die beiden Seiten immer weiter hochschaukeln, bis schließlich die Gewalt ausbricht. Erzählt anhand einer Gerichtsverhandlung, in der lange nicht klar ist, wer Angeklagter und wer Opfer ist. Ein guter Film in einem interessanten und selten gesehenen Setting.

Prospect (USA/Kanada, 2018) – 6 von 10 Punkten

Pressetext: Stimmungsvoller Sciencefiction und bravuröses Filmdebüt: Die junge Cee landet mit ihrem Vater auf der Suche nach Reichtümern und mit ihren letzten Ressourcen auf einem entfernten Mond. Doch die tödlich toxische Umgebung birgt unerwartete Gefahren.

Fazit: Ein stimmiger, kleiner Low-Budget Science-Fiction Film. Raumschiff, Technik und Raumanzügen sehen gut aus, passend schön abgeranzt. Der kleine Cast macht seine Sache gut, allen voran Sophie Thatcher als Hauptfigur und der aus Narcos bekannte Pedro Pascal als Gegenpart. Die Story selbst hat der Wortvogel als Jack-London-Geschichte bezeichnet, was es auch gut trifft und durchweg positiv gemeint ist. Die Ambitionen der Macher, sowohl in Ausstattung als auch in der Geschichte, bemerkt man immer – sie hätten ja auch einfach einen seelenlosen Shoot’n'Run auf einem fremden Planeten machen können, zum Glück haben sie nicht. Das der Film trotzdem keine bessere Bewertung bekommen hat, liegt an der doch ab und an etwas zähen Erzählung. Trotz einer Laufzeit von normalen 98 Minuten zieht es sich gerne mal etwas. Es wird einem auch nicht leicht gemacht, mit den Hauptfiguren mitzufiebern – auch wenn Cee einen tadellosen Musik-Geschmack zu haben scheint. Und das Zusammentreffen mit der kleinen Siedlung auf dem Planeten hätte etwas tiefer gehen können, so wird deren Konflikt nur recht oberflächlich behandelt. Von daher hätten ein paar Personen oder noch einige Wendungen mehr dem Film mit Sicherheit nicht geschadet.

Buyburst (Philippinen, 2018) – 6 von 10 Punkten

Pressetext: Topmoderne Action-Choregrafie, ein schwindelerregender Body Count kombiniert mit guter Story – Erik Mattis von der Kritik hochgelobter neuer Film ist eine echte Sensation!

Fazit: Tolle Action aus Asien. Und dann nicht mal Martial Arts, sondern knallharte Cop-Action. Die angeblich gute Story tritt dabei aber dezent in den Hintergrund. Wir sehen eine Spezialeinheit der Polizei, die in einem Slum in Manilla auf der Suche nach Drogenhändlern ist – und deren Einsatz dann eskaliert. Am Ende heißt es nur noch: Rette sich wer kann! Der Film produziert dabei einige denkwürdige Actionsequenzen, man denke dabei nur an die in einem Rutsch gedrehte Szene über mehre Stockwerke und Hausdächer oder die eindrucksvolle Schlußsequenz. Etwas mehr Story hätte dabei allerdings nicht geschadet, um den simplen Figuren etwas mehr Tiefe und Sympathien zu verleihen. So ist der Film einfach ziemlich gut choreografiert, das Herz ist ihm dabei aber abhanden gekommen.

The Inhabitant (Mexiko, 2017) – 8 von 10 Punkten

Pressetext: Für drei Einbrecherinnen wird die Nacht zum Höllentrip, als sie im Keller einer Villa ein gefesseltes Mädchen retten. Dämonischer Psychoschocker aus Mexiko, der das Exorzismus-Genre kraftvoll regeneriert.

Fazit: Wenn es in diesem Jahr bei mir schon nicht für einen spanischen Film gereicht hat, dann wenigstens ein Lateinamerikanischer. Und der ist wirklich gelungen, obwohl er nicht ganz so heftig ist, wie man vermuten könnte. Der Film erfindet das Genre nicht neu, aber ähnlich wie bei Cutterhead setzt er die Bauteile richtig zusammen. Die drei Schwestern (Maria Evoli, Vanesa Restrepo und Carla Adell) landen unwissentlich mitten in einem Exorzismus und müssen sich erst einmal orientieren. Hier das arme, gefesselte Mädchen, dort die bösen Eltern? Es ist doch nicht ganz so einfach, wie es für sie anfangs scheint. Und so schleichen sie durch das viel zu große Haus und werden immer wieder an dunkle Schatten aus ihrer Kindheit erinnert. Das Haus strömt einen latenten Grusel aus, das Mädchen wird immer beängstigender und die drei Schwestern haben unser Mitgefühl. Und wenn dann schließlich der Priester eintrift, eskaliert es eh. Atmosphärisch und spannend.

Under The Silver Lake (USA, 2018) – 8 von 10 Punkten

Pressetext: Wie schon It Follows entzieht sich auch David Robert Mitchells heiß erwarteter neuer Film einer klaren inhaltlichen Kategorisierung. Dazu passiert auch viel zu viel und taucht in fast jeder Szene etwas unerwartet Merkwürdiges auf. Ein Liebesbrief an Los Angeles, an Hollywood und seine schrulligen Bewohner ist es jedoch allemal. Eine herrlich nostalgisch verklärte Hommage an die Glanzzeiten der Traumfabrik mit einem liebenswert trotteligen Andrew Garfield, der als Protagonist durch den stylishen Wahnsinn führt.

Fazit: Wie der antriebslose Sam (Andrew Garfield) durch die Suche nach seiner Kurzzeitbekanntschaft Sarah (Riley Keough) aus seiner Lethargie erwacht und dabei auf die skurillsten Bewohner L.A.’s trifft ist schon sehr gut anzuschauen. Trotz der recht langen Laufzeit wird der Film eigentlich nie langweilig, der vielen kleinen Episoden und wirren roten Fäden sei Dank. Wer da an The Big Lebowski denkt, liegt wohl nicht ganz falsch und das mit Patrick Fischler ein von Twin Peaks und Mulholland Drive bekannter Schauspieler eine wichtige Nebenfigur spielt, passt auch ins Bild. Sam’s Gummibärchen-Spur zu Sarah ist manchmal vielleicht etwas arg willkürlich, ist aber wohl so gewollt. Anders würden wir wohl auch nicht eintreten in L.A.s verrückte Welt zwischen verkleideten Piraten, Szene-Partys, obdachlosen Königen, Verschwörungen, wahnsinnigenn Pianisten und seltsamen Sekten. Eine Hommage an die Stadt der Träume, dem aber trotz allem an irgendeiner Stelle noch der große Knall fehlt. Das Zeug zum Kult hat er aber.

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Und damit hat es sich für dieses Jahr. Für mich ein guter Jahrgang, der traditionelle Rohrkrepierer war dieses Mal nicht dabei. Dafür der großartige Climax (kommt wohl gegen Ende des Jahres auch noch ins reguläre Kino), die beiden kleinen, aber feinen Produktionen Cutterhead und The Inhabitant und der kultige Under The Silver Lake – ebenfalls wohl demnächst im Kino. Und was für eine breite Mischung! Im Schnitt gab es für meine acht Filme eine Durchschnittswertung von 7,4, was wirklich gut ist. Damit sollte das Fantasy Filmfest auch im nächsten Jahr wieder einen festen Platz in meinem Kalender einnehmen.

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