#Konzertliebe

Vergangenes Wochenende habe ich mich mal einem ganz besonderen Projekt gewidmet: Ich habe meine persönliche Konzertliste erstellt. Wann war ich wo auf welchem Konzert? Klingt etwas nerdig, aber diese Ordnung musste nun doch endlich mal sein.

Zwar konnte ich mich für die letzten Jahre auf meinen in dieser Hinsicht sehr akuraten Blog verlassen, für die Jahre davor wurde es allerdings sehr schwierig. Zum Glück führe ich seit einigen Jahren ein Notizbuch für den Blog, da waren sämtliche Konzerte seit 2012 vermerkt. Das war einfach. Für die älteren Konzerte begann ich zunächst damit, alte Fotos zu durch suchen. Wobei ich diese “mindestens ein Foto pro Konzert”-Regel noch nicht so schrecklich lange habe. Aber so füllte sich langsam die Liste. Andere Sachen waren mir noch im Gedächtnis, so etwas wie das war das erste Konzert in dieser oder jener Location. Das schränkte die weitere Suche zeitlich etwas ein.

Auch Setlist.fm war mir eine große Hilfe, hier sind auch für ältere Jahre noch viele Konzerte verzeichnet. Unglaublich, wer früher alles im Atomic aufgetreten ist! Mein erster Konzert dort wußte ich noch (Little Man Tate), aber die zwei-drei Jahre danach? Puh. Wir waren in der Zeit öfter dort, haben in der Firma damals am Tag vorher noch rum gefragt, wer wo mit wollte. Dazu hörte ich dann schnell mal bei myspace rein und ging mit oder nicht. Ob mir da noch alles eingefallen ist? Eher nicht.

Festivals waren noch ein ganz anderes Problem. Zwar war ich nie der große Festival-Gänger, aber so ein paar waren doch dabei. Aber sich jetzt noch erinnern, was man alles bei Rock im Park 2008 gesehen hat? Schwierig. Die Fotos halfen da auch nur noch bedingt weiter. Und zählt man ein Festival-Konzert als ein vollwertiges Konzert? Habe ich nun nicht gemacht. Deshalb bekamen die Festival-Konzerte noch einen extra Zusatz.

Vorbands habe ich überhaupt nicht berücksichtigt. Das war ein Ding der Unmöglichkeit, die zusammen zu bekommen. Alleine schon die ganzen Local Bands auf den kleineren Konzerten. Ich habe sie ganz weg gelassen, um konsequent zu bleiben. Obwohl da einige schöne Sachen dabei waren, die mich nachhaltig beindruckt haben (wie Frank Turner, John Allen oder Blonde Redhead) oder Vorbands, wegen denen ich überhaupt nur auf dem Konzert war (Purple oder The Regrettes). Aber Listen müssen nun mal klar definiert sein! Achja, und Coverbands auf den Stadtfesten und Irish Pubs dieser Welt waren sowieso raus.

Letztlich habe ich für die Recherche einige Stunden investiert. Bei 132 Konzerten stehe ich im Moment – ohne Festivals, wie gesagt. Angefangen habe ich Spätstarter damit 2006, da war ich – natürlich – bei Oasis. 2007 waren es schon vier Konzerte, plus ein Tag auf dem Southside, und 2008 schon fünf. Ab 2009 wurde es dann richtig zum Hobby, seit dem waren es jedes Jahr mindestens zehn, 2014 sogar siebzehn Konzerte.

Der meist gesehen Künstler in dieser Zeit ist Frank Turner mit dreizehn Auftritten (dieses Mal incl. Festivals), aber ohne seinen Support bei Gaslight Anthem, die ich wiederum insgesamt sechsmal sah, Platz zwei in der Liste. Bei den Gallagher-Brüdern kommte ich auf insgesamt neun Auftritte in der Summe (3x Oasis, 4x Noel Gallagher, 2x Beady Eye), bei den Likely Lads von den Libertines auf sechs (2x The Libertines, 3x Babyshambles, 1x Carl Barât). Auch noch weit oben in der Liste: Kasabian (bald das fünfte Mal), die Killians (4x), Young Rebel Set (4x) und The Asteroids Galaxy Tour (ebenfalls 4x, davon dreimal innerhalb von zwölf Monaten im Atomic).

Die meist besuchte Location ist das Backstage mit 21 Konzerten (wobei das ja eigentlich auch drei Hallen sind – vielleicht sollte ich die noch trennen?). Auf Platz 2 ist das gute, alte Atomic mit 14 (oder mehr) Konzerten, dann kommt schon das von allen ungeliebte Zenith. Das Strom und sein inoffizieller Vorgängerladen 59:1 – meine Lieblingslocation – stehen bei jeweils 11 Konzerten. Was da überall für Erinnerungen drin stecken?

Und am Sonntag Abend konnte ich gleich noch mal drei weitere Einträge hinzufügen. Da hatte ich eine Einladung zu den Sofar Songs Munich. Vor kleinem Publikum gaben in einem Hotelzimmer im schicken Cocoon Hotel drei Bands und Künstler ihre Songs zum Besten. Nette Idee, die Sets wurden aufgezeichnet und sobald sie im Internet zu sehen sind, werde ich hier noch einmal etwas darüber schreiben. Und um diese wichtige Frage auch noch zu beantworten: Konsequenterweise musste ich die drei kurzen Konzerte als Festival werten.

Ich liebe Listen.

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John Allen, Backstage, 2017

John Allen ist mittlerweile ein fleißiger Tourer. Er ist dauernd im deutschsprachigen Raum und ab und an auch darüber hinaus unterwegs, seine 500. Show folgt im Laufe des Jahres. In München ist er mit Sicherheit auch mindestens jährlich zu sehen. Trotzdem habe ich ihn seit März 2015, als er mit seiner Begleitband auf Tour war, nicht mehr live gesehen. Sein Friseur offensichtlich auch nicht, Haare und Bart sind seit dem deutlich länger geworden, die Stimme ist aber immer noch die gleiche.

Dieses Mal war John Allen alleine unterwegs, nur begleitet von seiner Gitarre und ein paar kleinen Geschichten, die er rund um seine Songs erzählte. Mehr brauchte es auch nicht, um den Anwesenden einen schönen Abend zu bereiten. Die Songs der Alben Sophomore und Ghosts bildeten die Basis der Setlist, angereichert wurde das ganze mit zwei Coversongs: Born To Run (yeah!) von Bruce Springsteen und American Girl – ich musste hinterher erst fragen, von wem der Song war, weil ich wusste, ich kannte ihn, aber nicht, woher. Also, der Song war von und zu Ehren von Tom Petty, ich hatte aber eher die Coverversion der Goo Goo Dolls im Kopf. Nun ja.

Zurück zu seinen eigenen Songs, die können sich ja auch sehen lassen. So düster, wie er immer sagt, war das Set dann doch nicht. Mit der Zeit wurde es immer lebhafter. Zum Highlight entwickelte sich Home, anscheined mittlerweile sein bekanntester Song, bei dem auch das Publikum lauthals mitsingen kann. Und am Ende hatten alle Hunger auf Cheesburger.


Das Konzert war wieder viel zu schnell vorbei. So unspektakulär wie es war, so bodenständig war es auch. Einfach ein paar Bier trinken in entspannter Atmosphäre und dazu die Musik und die kleinen Geschichten hören mit der tollen Stimme – das könnte gerne immer so weiter gehen. Aber eins ist sicher: Die nächste Tour kommt bestimmt.

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Samuel Shem – House of God (1978)

Der junge Dr. Roy Basch beginnt als Intern sein praktisches Jahr im sogenannten House of God und trifft nun nach seinem Medizinstudium erstmals auf die wirkliche Welt. Und die ist ernüchternd. Völlig überfordert von der Realität und ohne Hilfe seiner Vorgesetzten, hält er sich an die Tipps des Assistenzarztes, der von allen nur Der Dicke genannt wird: Akten frisieren, Patienten abschieben und möglichst keine Untersuchungen machen, weil das den Patienten am Besten hilft.

Samuel Shem veröffentlichte diesen Roman bereits 1978, teilweise nach eigenen Erfahrungen. Es ist die Zeit, in der die moderne Medizin immer mehr möglich macht – besser eine Untersuchung mehr für das eigene Gewissen, als sich mit dem Patienten persönlich beschäftigen. Die Krankenhauswelt wird als kalt und herzlos beschrieben, in der die jungen Ärzte auf sich alleine gestellt sind, während ihre Chefs nur noch Karrieristen sind, ohne Bindung ans Tagesgeschäft. Ein beträchtlicher Teil der Patienten, die vom Dicken Gomers genannt werden, vegetieren nur noch vor sich hin und werden vom Gesundheitssystem von einer Untersuchung zur nächsten gescheucht. Basch findet Hilfe und Verständnis nur bei seinen Mit-Interns und bei seiner Freundin Berry, die seinen seelischen Verfall genau analysiert.

Das Buch verlangt auch dem Leser einiges ab, das Krankenhaus drückt sehr auf die Stimmung – so plastisch erzählt Shem – und zwingt einem, ein Krankenhaus und die Ärzte mit anderen Augen zu sehen. Und wenn man denkt, schlimmer kann es Basch nicht mehr treffen, rotiert dieser zur nächsten Station, wo er sich wieder durch kämpfen muss. Das geht einem nahe und lässt einem verstehen, warum die Interns alle etwas durchdrehen. Sympathischer werden sie dadurch nicht, aber warum es so ist, warum sie sich so abschotten, wird klar. Ein wirklich starkes Buch!

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Der Monatsrückblick September 2017

Dieser September war echt stressig. Es war viel los, ich war viel unterwegs und war teilweise um jeden Abend frei, an dem ich einfach auf der Couch liegen konnte und Fußball oder Serien gesehen habe. Ich will mich ja nicht über Freizeit-Stress beklagen, aber manchmal kam ich da schon an meine Grenzen.

*** Kino ***

In diesem Monat stand natürlich mal wieder das Fantasy Filmfest im Mittelpunkt. Was ich mir da alles angeschaut habe, könnt ihr hier noch einmal nach lesen. Darüber hinaus habe ich diese beiden Filme noch gesehen:

Barry Seal: Only in America 8 von 10

Pilot Barry Seal (Tom Cruise) langweilt sich ein wenig in seinem Job, bis ihm die CIA in Person von Schafer (Domhnall Gleeson) einen Job als Aufklärungsflieger in Süd- und Mittelamerika in den 80ern anbietet. Die kolumbianische Kokain-Szene wird auf ihn aufmerksam und engagiert ihn, ihre Drogen in die USA zu schmuggeln. Seal wird der Mann, der immer liefert und macht damit ein Vermögen. Der Film beruht auf der Lebensgeschichte des echten Barry Seal. Das Duo Liman/Cruise – die uns schon den tollen Edge of Tomorrow beschert haben – hat daraus einen sehr unterhaltsamen Film gemacht mit viel Abenteuer, Spaß, ein paar politischen Untertönen und flotter Musik. Das Drehbuch stand lange auf der Liste der besten unverfilmten Drehbücher Hollywoods. Die Rolle des schlitzohrigen Gauners ist wie für Cruise gemacht. Und so macht der Film einfach Laune, ohne jemanden weh zu tun. Was dann letztlich auch das ist, was den Film zur ganz großen Wertung fehlt: Die Läuterung Barry Seals.

Victoria & Abdul 5 von 10

England 1887. Königin Victoria (Judi Dench) ist mittlerweile nun auch die Kaiserin von Indien. Von dort wird Abdul Karim (Ali Fazal) geschickt, um ihr zum Thronjubiläum ein Geschenk zu überreichen. Zum Missfallen der gesammelten Entourage der Königin entwickelt sich zwischen den beiden ein Vertrauensverhältnis und sie ernennt ihn schließlich zu ihrem Munshi. Der Film macht einiges richtig. Die beiden Hauptdarsteller überzeugen, die Ausstattung ist gut und man kann immer wieder schmunzeln über diesen leichten Unterhaltungsfilm. Dass es trotzdem nicht für mehr Punkte gereicht hat, liegt am fehlenden Pepp und der arg vorhersehbaren Story. Vielleicht war ich noch 15 Jahre zu jung für diesen Film.

*** Serien ***

Nur durch straffes Timing war es in diesem Monat möglich, diese Sachen abzuschließen. Für The Expanse hat es leider allerdings noch nicht gereicht, da fehlen mir noch die letzten Folgen. Nashville und Twin Peaks waren dagegen längerfristige Projekte, mit allerdings recht unterschiedlicher Wertung. Und zum Start von Star Trek: Discovery hatte ich hier bereits etwas geschrieben.

The Fall (Staffel 2 / 6 Folgen) – 7 von 10

Die Schlinge um Paul Spector (Jamie Dornan) zieht sich enger, die Belfaster Polizei unter der Leitung von Stella Gibson (Gillian Anderson) ist dem Serienmörder auf den Fersen. Da erhält Spector unerwartete Hilfe. Für die zweite Staffel hätte man ruhig einen zweiten Fall aufmachen können. So zieht sich die Jagd nach Spector unnötig in die Länge und nimmt erst gegen Ende der Staffel wieder etwas Fahrt auf, wenn sich die beiden Hauptfiguren schließlich immer näher auf die Pelle rücken. Ob es eine gute Idee war, auch noch eine dritte Staffel zu produzieren, wird sich zeigen.

Incorporated (Staffel 1 / 10 Folgen) – 5 von 10

Nach einer Klimakatastrophe sind im Jahr 2075 Unternehmen an die Macht gekommen und haben für sich und ihre Mitarbeiter lebenswerte Biotope geschaffen, während die arme Bevölkerung ausgesperrt vor den Toren lebt. In dieser Welt versucht der junge Ben (Sean Teale) in seiner Firma skrupellos Karriere zu machen und seine alte Flamme Elena (Denyse Tontz) wieder zu finden. Die Serie von Matt Damon und Ben Affleck bietet ein interessantes Setting, macht aber zu wenig daraus. Es fehlt der Geschichte an sympathischen Figuren, am ehesten taugt dazu noch Ben’s Frau Laura (Allison Miller), der irgendwann die Augen geöffnet werden, wie es vor den Toren der Stadt zu geht. Optisch am stärksten war dabei noch die Pilotfolge, in welcher der Gegensatz zwischen den beiden Welten am eindrucksvollsten war. Danach stand wahrscheinlich nicht mehr so viel Budget zur Verfügung.

The Lizzie Borden Chronicles (Staffel 1 / 8 Folgen) – 5 von 10

Nachdem Lizzie Borden (Christina Ricci) am Ende des 19. Jahrhunderts frei gesprochen wurde, was den Mord an ihren Eltern angeht, lebt sie zusammen mit ihrer Schwester Emma (Clea DuVall). Ihr Schicksal nimmt sie aber weiterhin selbst in die Hände und wer ihr oder der Familie zu nahe kommt, macht Bekanntschaft mit ihrer Axt. Das sieht optisch ganz gut aus und ist sehr schön mit anachronistischem Blues-Rock unterlegt, überzeugt auf Dauer aber nicht. Dazu wiederholt sich das Schema zu oft und bei Lizzie fehlt der innere Konflikt, den zum Beispiel Dexter ausgemacht hatte. Ihr Wahnsinn wird zu wenig deutlich.

Nashville (Staffel 5 / 22 Folgen) – 8 von 10

Nach dem Flugzeugunglück am Ende der letzten Staffel erholt sich Juliette Barnes (Hayden Panetierre) langsam wieder und möchte nun musikalisch neue Wege einschlagen. Der große Countrystar Rayna James (Connie Britton) hat dagegen Probleme, ihr neues Label zu führen und holt sich Unterstützung beim Internet-Millionär Zach Welles (Cameron Scoggins). Währenddessen startet Raynas Tochter Maddie (Lennon Stella) langsam so richtig durch. Und dann passiert Mitte der Staffel ein Ereignis, was vieles durcheinander würfelt. Wer drauf steht wird auch in der fünften Staffel wieder bestens unterhalten von dem großen Cast, in dem jeder seine Lieblingsfiguren findet. Nach dem großen Schock in der Mitte brauchte die Serie ein paar Folgen, um damit um zu gehen, findet danach aber schnell wieder in die Spur. Ja, das ist ne Soap und jeder von außerhalb des Musik-Business spielt im Zweifelsfall eine zwielichtige Rolle – aber es macht halt Spaß. Da hat auch ein neuer Auftraggeber in den USA nichts daran geändert. Ich hatte nur den Eindruck, man hat etwas an den Konzertausschnitten gespart und mehr Tonstudio-Auftritte eingebaut.

Twin Peaks (Staffel 3 / 18 Folgen) – 6 von 10

Nach mehr als 25 Jahren fand die Geschichte endlich ihre nicht mehr für möglich gehaltene Fortsetzung. Der von Bob bessene Dale Cooper (Kyle MacLachlan) treibt in der echten Welt sein Unwesen, während der richtige Cooper immer noch in der schwarzen Hütte sitzt. Als er dort irgendwann frei kommt, steckt er im eher einfältigen Dougie (ebenfallys Kyle MacLachlan) in Las Vegas fest. Wenn es heißt, dass David Lynch und Mark Frost nun die Geschichte rund um Twin Peaks weiter gesponnen haben, trifft es das nicht richtig, spielt sich doch der Hauptteil der Handlung gar nicht in Twin Peaks ab. Zwar treffen wir immer mal wieder einige Bewohner des Ortes in der Stadt an, allen voran das Sheriff Department, das wirkt aber oft etwas bemüht, als hätte man den alten Schauspielern noch einmal eine Rolle zu schreiben wollen. Die alte Atmosphäre trifft die Staffel nicht wieder. Aber das Lynch das abliefert, was alle erwartet hätten – damit war wohl eh nicht zu rechnen. Stattdessen ist das hier sehr viel Fernsehen für Kunststudenten, was mal mehr und mal weniger funktioniert – alleine die Entstehungsgeschichte von Bob in Folge 8, eine Feier des Surrealismus, wird viele Zuschauer an ihre Grenzen bringen. Am stringentesten ist die Staffel immer dann, wenn man den beiden FBI-Agenten (Miguel Ferrer und ausgerechnet David Lynch selbst) bei ihrer Suche nach Cooper folgt. Der Cast ist voll von prominenten Gaststars (wie Jim Belushi, Tim Roth, Madeline Zima, Jürgen Prochnow und Naomi Watts – auch David Duchovny und David Bowie sind in ihren alten Rollen kurz zu sehen) und skurillen Nebenfiguren. Und da das vielleicht auch einigen wichtig ist: Die Staffel ist halbwegs abgeschlossen, hinterlässt einen aber auch mit einem gewissen Cliffhangar.

Ausblick: Der Oktober bringt die lang erwartete erste deutsche Serie von Sky: Babylon Berlin startet am 13. auf Sky 1. Bereits am 11. bringt TNT Serie Colony nach Deutschland. Und wer es noch nicht gesehen hat: Mr. Robot hackt sich am 31. bei Nitro ins Free-TV. Hochkaräter gibt es auch bei den Fortsetzungen: Da ist das Highlight die 3. Staffel von Broadchurch, die am 18. bei 13th Street startet. Etwas skeptisch bin ich bei den zweiten Staffeln von Good Behavior (ab dem 17. auf TNT Serie) und von Vice Principals (ab dem 19. auf Sky 1). Am 23. schleichen die Zombies von The Walking Dead auf FOX in ihre mittlerweile schon 8. Runde. Und ich muss endlich mal in Stranger Things auf Netflix rein schauen. Die zweite Staffel kommt schon am 27. Oktober. Wird also insgesamt Zeit, den Festplattenrecorder wieder etwas zu leeren.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 4 Spiele, 7 Punkte, 3:1 Tore, Platz 12.

Die Bilanz des neuen KSC-Trainers Alois Schwartz liest sich ganz gut – beide Heimspiele gewonnen und die Schießbude hinten dicht bekommen. Darauf lässt sich aufbauen.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 2 (Portugal, The Man und die Kombi Regrettes / SWMRS). Gekaufte Konzerttickets: 1 (Wolf Alice nächstes Jahr im Januar).

The National melden sich wieder zurück und halten ihr Niveau weiter hoch, ohne einfach nur ihren Stiefel runter zu spielen. Fast etwas ungewohnt flott ist zum Beispiel Day I Die, was sie hier zum Besten geben. Sollte jemand noch ein Ticket für ihr Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie zu viel haben: Bitte bei mir melden.

Mittlerweile ist das Debutalbum von Inheaven erschienen, jener Band, die im Frühling die Konzerte von Circa Waves eröffnet hatten. Das Album rockt ordentlich und ist ein Tick poprockiger geworden, als ich es erwartet hatte. Hört in Vultures rein.

*** Foodpic des Monats ***

Ich bin ja nun wirklich nicht der größte Wiesn-Fan und mache auch drei Kreuze, wenn der ganze Zauber am Dienstag wieder vorbei ist und wieder etwas Ruhe in die Stadt einzieht. Aber andererseits muss ich auch zu geben, wenn man erst mal da ist, hat man auch seinen Spaß.

Nach dem ich in den letzten beiden Jahren überhaupt nicht dort war, bin ich in diesem Jahr mal wieder der Firmeneinladung gefolgt. Das ist ein wahrer Segen bei den Preisen, die auf dem Oktoberfest aufgerufen werden!

Ein kulinarisches Schmankerl ist dabei jedes Mal wieder die Brotzeitplatte, die gerne zu Beginn eines Abends aufgetischt wird. Kalbspflanzerl, Schmalz- und Schnittlauchbrote, Schinken, Obatzda – definitiv nichts für Vegetarier. Und danach ist man schon so satt, dass man nicht unbedingt eine warme Mahlzeit braucht.

Nichts geht allerdings über den warmen Kaiserschmarrn, um einen zünftigen Abend im Zelt zu beschließen. Den kann man auch ganz gut essen, während die Band grade Helene Fischer spielt.

*** Foto des Monats ***

Das Foto stammt von einem kurzen Spaziergang, den ich am vergangenen Sonntag  nach meine Kreuzchen bei der Wahl gemacht habe. Das hier ist aus dem schönen Pasinger Stadtpark bei wunderbarem Herbstwetter.

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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Der Start von Star Trek: Discovery

Zu den großen Zeiten von Star Trek – Mitte der 90er, als es über einen längeren Zeitraum immer zwei Star Trek Serien gleichzeitig gab – war die TV-Landschaft noch eine völlig andere. Heute ist das Bewegtbildangebot sehr viel differenzierter, man kann sie über viel mehr Kanäle konsumieren, auf denen die breite Masse teilweise keinen Zugriff hat. Exklusivinhalte sind hier das Zauberwort. Binge-Watching, statt das Warten auf eine neue Folge – wobei sich das vielleicht auch grade wieder ändert: Die meist gehypten Serien aktuell, Game Of Thrones und The Walking Dead, erscheinen nur wöchentlich. Und eine Serie, die anspruchsvoll sein will, kann nicht jeder Woche eine neue Geschichte erzählen – obwohl grade Star Trek hier seine Stärke und gradezu unglaubliche Einzelfolgen produziert hatte.

Gene Roddenberrys Zukunftsvisionen startete 1966 als Star Trek im amerikanischen Fernsehen, hielt sich aber vorerst nur 3 Jahre. Zwar wurde wenige Jahre später noch mal eine Zeichentrickversion nachgeschossen, aber eigentlich war es das. Der Erfolg von Star Wars provozierte 1979 aber einen Kinofilm mit der gealterten Original-Crew. Obwohl der Film inhaltlich und finanziell ein Flop war, folgten bis 1991 weitere Kinofilme mit der alten Crew.

Auch die Rückkehr ins Fernsehen klappte, bereits 1987 startete The Next Generation. Die neue Enterprise flog 7 Jahre, bevor sie für vier Kinofilme auf die große Leinwand wechselte. Wegen des großen Erfolges wurde 1993 mit Deep Space Nine eine weitere Serie gestartet, die mittlerweile wesentlich besser besprochen wird, als es zu ihrer aktiven Zeit der Fall war. 1995 ging mit Star Trek Voyager eine weitere Serie on air. Auch sie hielt sich 7 Jahre. Nach ihrem Ende machte die nächste Serie einen Sprung zurück – Star Trek Enterprise spielte deutlich näher an der Gegenwart als die übrigen. Ein großer Erfolg war sie allerdings nicht, 2005 endetete sie nach nur 4 Jahren recht unspektakulär und damit war Star Trek im TV erst einmal durch.

Statt dessen brachte J.J. Abrams die Reihe 2009 zurück ins Kino und führte die Reihe zurück zu ihren Wurzeln. In bisher drei Filmen erzählte er die Geschichte von Kirk & Spock erneut. Das kam nicht bei jedem der alten Fans gut an, finanziell waren die Filme aber ein ganz netter Erfolg. Die Rufe nach einer neuen Serie wurden lauter und nach vielen Verschiebungen startete nun die neue Serie: Star Trek Discovery.
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Der Sender CBS beauftragte eine neue Star Trek Serie als Zugpferd für seine eigene Streaming Plattform. Weltweit wurde die Serie exklusiv an Netflix verkauft, weswegen sie in Deutschland erst einmal nicht frei empfangbar im Fernsehen zu sehen sein wird – auch der Pay-TV-Markt und andere Streaminganbieter gingen leer aus. Seit Montag sind nun die ersten beiden Folgen der neuen Serie auf Netflix abrufbar. Wie sind sie?

Der erste Offizier Michael Burnham (ja, trotz des Namens ist es eine Frauenrolle, gespielt von Sonequa Martin-Green, die für diese Rolle erst in The Walking Dead sterben musste) dient an Bord der USS Shenzou unter dem Kommando von Captain Georgiou (Michelle Yeoh). Aufgewachen unter Vulkaniern und aufgezogen von Sarek (James Frain) hatte sie zunächst Schwierigkeiten, sich wieder unter Menschen zu bewegen, konnte sich aber im Laufe der Jahre an die Crew gewöhnen. Als die USS Shenzou den Auftrag erhält, am Rande des Föderationsgbietes eine beschädigte Relais-Station zu überprüfen, kommt es nach über 100 Jahren zum ersten Kontakt mit dem klingonischen Imperium. Das will durch den Zusammenschluß aller Kriegerfamilien wieder zu alter Stärke gelangen.

Schon vor der Veröffentlichung gab es die ersten Fragezeichen. Eine fortlaufende Star Trek-Serie? Die Geschichte wird aus Sicht des ersten Offiziers erzählt und nicht aus der des Captains? Klingonen – schon wieder? Die Spock-Familie – schon wieder?

Bei manchen Punkten kann man Entwarnung geben – besonders der Perspektivwechsel zum ersten Offizier klappt dank Martin-Green ausgesprochen gut. Auf ihr liegt dann auch der Fokus des Serienauftakts. Ob das so bleibt oder es doch wieder eine klassische Ensemble-Serie wird, wird sich zeigen. Aber das sie von Sarek aufgezogen wurde, hätte nach den ersten beiden Episoden nicht unbedingt sein müssen, einen Mehrwert bietet das nicht. Die Klingonen als Gegner? Deren Kultur hat man durch TNG und DS9 schon oft genug gesehen, sie nun in andere Latex-Masken zu stecken, reißt es noch nicht raus. Dafür bindet man sich nur unnötig viel Star Trek Geschichte ans Bein, die es nun zu beachten gilt.

Aber ich fühlte mich mit den beiden ersten Folgen in den 90 Minuten gut unterhalten. Die Chemie zwischen Burnham, Georgiou und dem pessimistischen Lt. Saru (Doug Jones) stimmte und hatte was von der alten Kirk, Spock, McCoy Verbindung. Die Story um den Gegensatz zwischen Abschottung (Klingonen) und offener Gesellschaft (Föderation) hatte mehr zu sagen als die drei Abrams-Spielfilme zusammen, auch wenn es etwas mit dem Holzhammer kam. Die Action stimmte und die Verachtung der Klingonen für den Spruch “Wir kommen in Frieden” brachte mich wiederholt zum Schmunzeln.

Aber: Die ersten beiden Folgen sind auch ein Stück weit ein Beschiss. In den USA wurden sie im linearen Fernsehen auf CBS ausgestrahlt als Anreiz, deren Streaming-Dienst zu abonieren, wo nun die weiteren Folgen gezeigt werden. Und so ergeben die 90 Minuten einen schön TV-Film, besser als manche der Kino-Abenteuer, aber für Folge 3 wird einiges wieder auf Anfang gestellt. Die titelgebende USS Discovery wurde bisher nicht mal erwähnt, dessen Captain (Jason Isaacs) erst recht nicht. Die Pilotfolgen sind also denkbar ungeeignet, um die fertige Serie zu beurteilen.

Kleinigkeiten: Wer sich am Design stört und es nicht zwischen Enterprise und TOS verorten kann, ist arg kleinkariert. Der Vorspann ist ganz nett, auch wenn er optisch von Westworld inspiriert ist und die Musik noch etwas mehr Wumms hätte vertragen können. Und die Anzahl der genannten Executive Producer lässt schlimmstes befürchten.

Alles in allem war es aber ein guter Auftakt mit einer interessanten Story die zeigt, wie man ungewollt in einen Krieg hinein schlittern kann. Die bisherigen Hauptfiguren waren sympathisch und im Zusammenspiel gut und optisch hatte das sowieso Kino-Niveau. Die nächsten Folgen müssen nun aber auch die anderen Hauptfiguren etwas mehr beleuchten und vor allem den Klingonen als Hauptgegner ein paar neuere und interessantere Aspekte zu schreiben. Sonst hätte Martin-Green auch einfach weiter gegen Zombies kämpfen können.

Meine Wertung: 7 von 10 Punkte.

Weitere Kritiken: Robots & Dragons + Serienjunkies + Wortvogel + Teilzeithelden

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