Facebook’s Safety Check

Wie die meisten ja wahrscheinlich aus den Medien mitbekommen haben, war gestern abend ziemlich viel Aufregung in München. Ich persönlich war gestern bereits ab kurz vor 17 Uhr zu Hause, daher kann ich nichts dramatisches zu den Vorkommnissen beitragen. Auch von meinen Freunden gibt es nichts schlimmes zu berichten, die bemerkenswerteste Geschichte war wohl noch die von einem Kollegen, der mit seinen Leuten im Burger House verschanzt war.

Facebook hatte für München seinen Safety Check gestern abend aktiviert. Das Tool also, was eigentlich für Naturkastatrophen entwickelt wurde, und nun immer öfter bei Anschlägen Verwendung findet. So wie ich das verstanden habe, bekommt den wohl in diesem Fall jeder automatisch, der als Wohnort München eingetragen hat oder sich vor kurzem dort markiert hatte. Da bei mir mein Viertel hinterlegt ist, kam ich erst über einen Link auf die entsprechende Maske. Die Bedienung war aber dann denkbar simpel. Man kann sich als in Sicherheit eintragen, was dann den Kontakten angezeigt wird, und den Safety Check für weitere Freunde anfordern.Innerhalb kürzester Zeit ging die Funktion rum und man konnte dem Zähler für den eigenen Freundeskreis gradezu beim wachsen zu sehen. Heute morgen, und damit ca. 16 Stunden nach Ausrufung des Checks, sah es bereits folgendermaßen aus:Und von den nicht markierten waren in der Zwischenzeit bereits viele im Chat oder bei WhatsApp online – oder nutzen Facebook sowieso nicht so wirklich. Aber insgesamt eine wirklich simple und enorm hilfreiche Funktion.

Heute vormittag war die Stimmung in der Stadt sehr gedämpft. Es war recht ruhig und alles lief etwas langsamer und auch entspannter ab als sonst. Wahrscheinlich normalisiert es sich in den nächsten Tagen wieder, wenn der erste Schock weg ist. Und wenn nach aktueller Lage der Dinge die Stadt nicht viel anders im Fadenkreuz steht, als es noch am Donnerstag der Fall war.

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Ein Song geht um die Welt #7: Billie Jean

Im Jahre 1982 erschien Michael Jacksons Hitalbum Thriller. Anfang 1983 wurde der Song Billie Jean als zweite Single-Auskopplung des Albums veröffentlicht und wurde sein bis dato erfolgreichster Song in Deutschland. Er hielt sich insgesamt 40 Wochen in den Charts und kletterte bis auf Rang #2. In den USA, in UK und in der Schweiz erklomm er die Spitze der Charts, in Österreich reichte es ebenfalls für Platz #2. Weltweit wurden insgesamt 12 Millionen Exemplare verkauft.

Ebenfalls sehr erfolgreich mit diesem Song waren The Bates, eine deutsche Punkband aus Eschwege. Deren Version schaffte es 1995 bis auf Platz #21 der deutschen Charts und war ihre kommerziell erfolgreichste Single. Beim dazugehörigen Video bediente man sich, naheliegend bei dem Bandnamen, bei Psycho.

Damit nicht genug. Im Jahr 2008 schafften noch einmal zwei weitere Versionen den Spung in die Charts. Zunächst die von Marc Terenzi (bekannt aus der Klatschpresse), mit der er es in Deutschland auf die #27 schaffte. Der Rest der Welt blieb davon verschont. Achtung, es wird etwas schmierig.

Die Engländer dagegen bekamen ein Cover von Chris Cornell vorgesetzt, bekannnt von der Band Soundgarden. Und kauften ihn auf Platz #77 ihrer Charts.

Bei der Recherche für diesen Eintrag bin auf eine seltsame japanische Version gestoßen. Anscheinend stammt sie von einer gewissen Miki Asakura, mehr Informationen kann ich euch leider nicht bieten.

Einige Mitglieder der Münchner Philharmonie spielen die Melodie unter den Namen bracc auf ihren klassischen Instrumenten nach. Kann man auch mal machen.

Nicht ganz so klassische sind die Bottle Boys aus Dänemark unterwegs. Sie spielen den Song nämlich auf – nunja – Bierflaschen nach.

Auch Blog-Liebling Jess Greenberg spielte den Song auf ihrer GItarre nach. Ist doch gar nicht mal so schlecht?

Billie Jean hat es bis in die Ukraine geschafft. Hier haben sich Urban Gypsy dem Song angenommen. Auch nicht übel.

Und als Abschluß – ganz ehrlich, die Auflistung hätte noch ewig so weiter gehen können – eine beschwingte Sommer-Nummer des Songs von La Nikko.

Und nun seid ihr gefragt: Welche Version gefällt euch am Besten?

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Siehe auch: #1 Wonderwall#2 Under The Bridge#3 Just Can’t Get Enough#4 Mrs. Robinson#5 I Will Survive#6 Don’t Le Me Be Misunderstood

(Quelle für alle Chartplatzierungen und Verkaufszahlen: wikipedia)

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Das große Fazit zur EM 2016

Ok, in dieser schnelllebigen Zeit bin ich jetzt natürlich schon etwas spät dran, aber hier ist nun mein ultimatives Fazit für die diesjährige Europameisterschaft in Frankreich. Aber fangen wir erst einmal stilecht mit der Eröffnungsfeier an. Mo-ney mo-ney!

Die Erweiterung auf 24 Teams war vor dem Turnier ja sehr umstritten. Aber man muss zugeben, die einzelnen Spiele waren enger als erwartet, nur ganz selten wurden sie mit 3 oder mehr Toren Differenz entschieden. Das mündete aber in der Gruppenphase nicht in übergröße Spannung. Statt dessen beschränkten sich viele Teams auf die Defensive. Erst einmal nicht verlieren war das Motto, das reichte teilweise ja schon, um die K.O.-Phase zu erreichen. Das Turnier lebte sehr von den kleinen Teams, die auf dem Platz und auf den Rängen Farbe ins Spiel brachten. Island, Wales, Irland, Ungarn und Nordirland seien hier genannt. Die meisten davon hätten sich allerdings auch im alten Modus qualifiziert, allen voran Island und Wales.

Sportlich blieb es auch in den K.O.-Runden immer noch eine zähe Angelegenheit. Sicher, es gab mehr Drama, was in der Natur der Sache lag, aber richtig packende Spiele gab es auch jetzt noch selten. England gegen Island oder Deutschland gegen Italien kann man hier nennen. Es waren statt dessen die Fans, die dieses Turnier zu etwas besonderem machten. Es verging kaum ein Tag, an dem es nicht etwas neues von den Fans aus (Nord-)Irland oder Island gab. Die schlechte Nachricht für die Zukunft: Das fällt bei der EM 2020 weg, dieses Turnier wird quer durch ganz Europa gespielt, ob sich da die Turnieratmospähre einstellen wird, sei mal dahin gestellt.

Portugal wurde am Ende Europameister. In der Gesamtbetrachtung kamen sie oft schlecht weg, etwas zu Unrecht, wie ich finde. In der Gruppenphase waren sie durchaus offensiv unterwegs, sorgten im Spiel gegen Ungarn sogar für das torreichste Spiel in dieser Zeit. In den Play-Offs wurden sie dagegen defensiv sehr gut von ihrem Trainer Santos eingestellt und hofften vorne auf Ronaldo. Kann man machen, das ist nicht verboten.

Überhaupt, Ronaldo. Er war ständig im Gespräch. Sei es durch seine Galaauftritte gegen Ungarn oder Wales, durch die Selfies auf dem Spielfeld oder durch sein Versenken von Reporter-Mikrofonen. Das Finale sollte sein großer Auftritt werden. Wahrscheinlich hatte jeder Mitleid mit ihm, als er nach nicht einmal einer halben Stunde unter Tränen ausgewechselt werden musste. In der Verlängerung mimte er den Co-Trainer und freute sich wie ein kleines Kind über den Siegtreffer von (Europa-)Meister Eder. Ich habe es ihm gegönnt, ich habe es dem Team gegönnt, die sich nun in ihrem zweiten Finale nach der Heim-EM 2004 endlich den Titel holen konnten. Damals spielten sie mit den schönsten Fußball und scheiterten dann an den Defensiv-Spezialisten aus Griechenland. Daraus haben sie wohl gelernt.

Das Deutsche Team scheitere schon im Halbfinale am Gastgeber aus Frankreich und das, wie ich fand, recht verdient. Nach dem großen Drama gegen Italien davor, war Frankreich einfach einen Tick besser und hatte die zwingenderen Chancen. Löw, Boateng, Schweinsteiger – das Thema Handspiel zog sich durch das Turnier. Und wie bei jedem Turnier gab es Gewinner und Verliere im deutschen Team.

Gewinner:

  • Manuel Neuer: Man nimmt das fast ja als gegeben hin, aber er hat mal wieder gezeigt, dass er der weltbeste Torhüter ist. Ohne die Elfmeter im ganzen Turnier wurde er nur einmal bezwungen.
  • Jerome Boateng: Startete in der Zeit der Nachbarschafts-Debatte, die nach dem ersten Spiel schon wieder vergessen war. Die Säule in der Abwehr.
  • Jonas Hector: Ohne internationale Erfahrung gekommen hat er sich auf der rechten Seite fest gespielt und durfte dann den entscheidenden Elfmeter gegen Italien verwandeln.
  • Joshua Kimmich: Der neue Lahm, hat sich im Laufe der EM unbekümmert in die Startelf gespielt.
  • Mario Gomez: Begann auf der Bank, spielte sich ins Team und als er sich verletzte, war er nicht mehr zu ersetzen. Er schaffte die Räume für die offensiven Mittelfeldspieler und hängenden Spitzen dieser Welt.

Verlierer:

  • Bastian Schweinsteiger: Kam nicht fit und ohne Spielpraxis zur EM. Und als es drauf ankam, verschoss er den Elfmeter gegen Italien und verursachte einen gegen Frankreich.
  • Thomas Müller: Am Anfang Chancentod, am Ende hatte er nicht mehr welche. Auch er kann also mal in der Krise stecken.
  • Andre Schürrle: War zu Beginn der erste Joker. Da dann aber nichts kam, bliebt er zuletzt einfach auf der Bank.
  • Mario Götze: Mittlerweile sollte auch der letzte erkannt haben, dass nicht Guardiola Schuld daran hat, dass er bei den Bayern kein Stammspieler ist.

Die Spiele wurden souverän von der ARD und dem ZDF begleitet, Sat.1 sendete bei seinen wenigen Spielen oft nur so ein bißchen für sich selbst. Die Übertragungen in der ARD waren durch die Nähe zum Stadion etwas stimmungsvoller, das ZDF hatte dafür aber Oliver Kahn, der das Duell gegen Mehmet Scholl haushoch für sich gewann. Nett, dass ihm seine Freunde den Mydays Gutschein “Experte im Ersten” geschenkt hatten.

Zum Abschluß mein Dream-Team der EM 2016 – im 3-4-3 System:

Neuer (Deutschland)

Boateng (Deutschland), Pepe (Portugal), Bonucci (Italien)

Blaszczykowski (Polen),  Bjarnason (Island) Ramsey (Wales), Payet (Frankreich)

Ronaldo (Portugal), Bale (Wales), Griezmann (Frankreich)

Und damit geht es jetzt in die Fußball-Pause. Die zweite Liga startet am 5. August in die neue Saison. Am gleichen Tag werden die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro eröffnet. Solange können wir also noch den Sommer genießen und unsere schönsten Regenschirme spazieren führen.

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Musik & Du – 019 – Back in Time

Eine neue Runde von Musik & Du. Das Thema im Juli lautet:

Back in Time

Die großen Sport-Events wie die Olympischen Spiele oder Fußball-Welt- und Europameisterschaften haben oft einen Song, der mit diesem großen Ereignis untrennbar verbunden ist. Sei es nun der offizielle Song oder die Songs, die von Medien und Fans gepusht werden – einer bleibt doch meistens im Kopf zurück.. Beispiele gefällig? One Moment in Time (Whitney Houston, Seoul 1988), Un’estate Italiana (Gianna Nannini, WM Italien 1990), Don’t Look Back In Anger (Oasis, EM England 1996), Love Generation (Bob Sinclair, WM Deutschland 2006), 54, 74, 90, 2010 (Sportfreunde Stiller, WM Südafrika 2010), Freed from Desire a.k.a. Will Griggs on Fire (Gala, EM Frankreich 2016).

So einen Song hatte auch die Europameisterschaft 2000 in Belgien und den Niederlande. Europameister wurde damals Frankreich mit einem 2:1 im Finale gegen Italien, durch ein Golden Goal von David Trezeguet in der Verlängerung. Ich gebe zu, besonders viel blieb von diesem Turnier nicht in Erinnerung, positiv zumindest.

Außer vielleicht diesem Lied, mit dem das ZDF seine Übertragungen untermalte. Warum sie sich dabei ausgerechnet bei einem amerikanischen Künstler bedienten, wird wohl auf ewig ihr Geheimnis bleiben, aber der Song hatte das, was einen guten Fußball-Song auszeichnete. Er war flott, er war positiv, er war eingängig, er war das, was man als Stadionrock bezeichnen kann. Eine echty Hymne einer Band, deren Ansehen irgendwann zu Unrecht ins Negative kippte. Es war Bon Jovi mit It’s My Life. Und wie könnte man dazu auch nicht lauthals mitsingen?

It’s my life, It’s now or never. I ain’t gonna live forever, I just want to live while I’m alive, It’s my life. My heart is like an open highway, like Frankie said: I did it my way, I just wanna live while I’m alive – It’s my life!

Mit diesem Song kamen Bon Jovi in Deutschland auf Platz 2 der Charts und auf die 1 in Österreich und der Schweiz. Dem deutschen Team brachte er nicht so viel Glück. Unter Erich Ribbeck langte es nur zu einem Unentscheiden und zwei Niederlagen in der Gruppenphase. Negativer Höhepunkt war dabei das 0:3 im letzten Gruppenspiel gegen die B-Elf von Portugal, mit der sich la Mannschaft um Kahn, Matthäus, Deisler, Scholl und Rink aus dem Turnier verabschiedeten. Gruselig.

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Die EM während der Halbfinals

Jetzt geht es ja echt ratz-fatz und ich komme kaum hinterher. Im Moment läuft grade das erste Halbfinale zwischen dem Überraschungsteam aus Wales und den Catenaccio-Portugiesen ab, dabei gab es doch seit dem letzten Eintrag noch so einiges bemerkenswertes. Das will ich euch noch schnell nahe bringen, damit ihr euch auch so fühlt, als wärt ihr ganz dicht dran an den Stars der Europameisterschaft.

Da wären zunächst noch einmal die Isländer zu würdigen, die nach einem großen Turnier bis ins Viertelfinale eingezogen sind und dort dann schließlich in Gastgeber Frankreich ihren Meister fanden. So groß ihre Leistung war, so war auch ihr Empfang in der Heimat.

Auf dem Weg in dieses Spiel schlugen sie auch das favorisierte Team aus England. Deren Legende Bobby Charlton hat sich dabei zu diesem Kommentar hinreißen lassen.

Und dann war da noch das Viertelfinalspiel von Deutschland gegen Italien. Man könnte meinen, dass die EM für die deutschen Fans erst mit diesem Spiel so richtig begann. War die Spannung in den ersten 120 Minuten noch recht überschaubar (bemerkenswert nur Boatengs Block am imaginären Volleyball-Netz), begann dann im Elfmeterschießen das große Drama.

Nach der Boateng Nummer im Spiel war es mir dann eine Herzensangelegenheit, die weiteren klassischen Bayern-Spieler Müller und Schweinsteiger wegen ihrer verschossenen Elfmeter zu verfluchen. Besonders an letzterem habe ich mittlerweile einen Narren gefressen – kaum zu fassen, dass der wahrscheinlich morgen sich Spielpraxis fürs Finale holen darf. Aber zurück zum Elfmeterschießen: Nach der großen Drama-Nummer zog Deutschland schließlich ins Halbfinale ein und besiegte den Italien-Fluch. Hier noch einmal deren Elfmeter im Überblick.

Nun kommt es morgen abend zum Halbfinale gegen Frankreich. Es fehlen der gesperrte Hummels und die verletzten Khedira und Gomez. Als bekennender KSC-Fan hätte ich nie gedacht, das mal sagen zu müssen, aber der Ausfall von Gomez wird wohl am schwersten wiegen. So wie er in der Abwehr zwei-drei Leute beschäftigen konnte, um damit Platz zu schaffen für die nachrückenden Mittelfeldspieler, wird er nicht zu ersetzen sein. Die Franzosen dagegen haben gegen Island eine sehr runde Offensivleistung gezeigt, aber sich auch gegen den Außenseiter zwei Gegentreffer gefangen. Gegen Deutschland werden sie wohl defensiver antreten. Deshalb erwarte ich kein schönes Spiel, sondern einen knappen Sieg für Deutschland.

Und da fällt grade das 1:0 für Portugal. Ronaldo per Kopf nach einer Ecke, unglaublich, wie er beim Kopfball in der Luft stehen bleibt. Und wie er sich in diesem Turnier in den Dienst der Mannschaft stellt und vorne mitpresst und seriös defensiv spielt, womit man nicht grade glänzen kann. Nur wenige Minuten später das 2:0, jetzt läuft’s für Portugal und tatsächlich – das ist der erste Finalist dieser EM.

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