Ein neuer Fernseher zieht ein

Das beste Ostergeschenk habe ich mir selbst gemacht: Am Samstag kam mein neuer Fernseher – ein Samsung GQ 49 Q 6 FN, so die offizielle Bezeichnung. Es ist das erste Mal, dass ich mir einen Fernseher gekauft habe, obwohl der alte noch nicht defekt war. Schön, so etwas machen zu können!

Zeit, noch einmal den alten zu würdigen: Es war ein Panasonic Viera, der mir 10 Jahre lang treue Dienste geleistet hatte. Ich hätte mir auch gerne wieder einen neuen der Firma geholt, wurde im Laden dann aber von Samsug überzeugt.

Der neue Samsung ist größer als der alte – weswegen ich ein wenig umsortieren muss – aber passt genau in die vorgesehene Lücke. Das Bild ist fantastisch, zum Test empfehle ich hier die brandneue Netflix-Doku Unser Planet mit seinen atemberaubenden Naturbildern.

Neben dem klassischen TV-Signal, was bei mir vollständig von der Sky-Box kommt, sind die Smart-TV-Apps natürlich die Errungenschaften, die den Fernseher ins Jahr 2019 bringen. Netflix ist genauso nur ein Klick entfernt wie der Zugriff auf die Mediatheken von ARD und ZDF oder youTube. Auch für Magenta Sport gibt es eine App, weswegen ich den KSC-Sieg nicht auf dem kleinen Laptop, sondern am großen Bildschirm verfolgen konnte. Die Auswahl an Apps ist noch überschaubar, aber die gängigsten Service sind alle verfügbar: Prime Video und DAZN sowieso, dazu noch einige exotischere On-Demand Dienste. Es gibt scheinbar auch einige Apps, mit denen man das private Medienarchiv nutzen kann (also Bilder, mp3s, etc.), aber damit habe ich mich bisher noch nicht beschäftigt.

Die Qualtität der Apps ist gut, lediglich der Magenta Sport Stream zeigte bei schnellen Ballpassagen (heißt in der 3. Liga: Der Ball wird hinten raus gekickt) noch einige Schwächen und auch bei youTube sehen ältere Music-Clips teilweise schlimm aus. Dafür sind hochwertige Aufnahmen wirklich ein Erlebnis, wie z.B. die Mitschnitte von KEXP.

Erstes Fazit nach den ersten beiden Tagen: Was für ein Unterschied zum alten Fernseher, da hat sich der Sprung gelohnt! Das HD-Bild ist unglaublich gut, auch die SD-Sender sehen nicht so schlimm aus, wie ich befürchtet hatte. In der Technikindustrie sind 10 Jahre wirklich noch einmal ein riesiger Sprung. Und die Apps sorgen dafür, dass man tatsächlich kaum einen Unterschied merkt, ob man nun grade klassisches Fernsehen schaut oder einen Streaming-Service eingeschaltet hat. Die Bedienung macht einen guten Eindruck, nur an manchen Stellen, wie z.B. der youTube-App hakt es noch etwas – das wird sich in den nächsten Wochen aber zeigen, ob es an mir liegt oder an der Benutzerführung.

Ich bin da ja mittlerweile etwas old school: Ich will einen großen Fernseher haben und mir nicht Sachen auf dem kleinen Bildschirm anschauen müssen. Und das erfüllt der neue Samsung bisher auf jeden Fall, egal aus welcher Quelle die bewegten Bilder kommen!

Der neue Fernseher (und die Erkältung, die ich in den letzten Tagen hatte) ist jetzt auch ein wenig Schuld daran, dass ich das Osterwochenende doch nicht so genutzt hatte, wie ich eigentlich wollte. Muss ich mich wohl später um die Steuererklärung kümmern!

PS: Ich weiß, Fernseher zu fotografieren ist ähnlich sinnvoll, wie ein TV-Sport für neue Fernseher zu zeigen. Aber man macht es halt trotzdem.

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Die perfekte Serie (für mich)

Der Serienboom geht ununterbrochen weiter. Weltweit werden immer mehr Serien produziert, auch in Deutschland ist die Anzahl der Produktionen spürbar nach oben gegangen, auch abseits von austauschbaren Krimiserien. Die Qualität steigt dabei nicht zwangsweise an, die Zahl der guten Kreativen ist begrenzt, es wird auch sehr viel Mist produziert. Aber wie muss eine Serie beschaffen sein, damit sie auch gut ist? Damit sie vor allem mir gefällt?

Der Blick zurück

Dafür schauen wir uns doch mal die Serien an, denen ich in den letzten drei Jahren die besten Bewertungen gegeben haben. Das wären: Westworld, Suits und Black Mirror 2016, Broadchurch, Bates Motel und American Crime Story im Jahr 2017 und im vergangenen Jahr waren das Atlanta, The Handmaid’s Tale und The Sinner.

Es sind immerhin drei echte Krimis dabei, aber auch drei Serien mit einem leichten Science-Fiction Einschlag, zwei Dramen und eine Dramedy. Acht Serien haben eine durchgängige Handlung, d.h. mindestens über eine Staffel hinweg, während Black Mirror in jeder Folge eine neue Welt öffnet.

Die formalen Kriterien

Was sich aus den Titeln noch ableiten lässt: Ein klassischer Wer-war-es-und-warum Krimi scheint eine gute Basis zu sein (Broadchurch, The Sinner, American Crime Story), mit einem Blick hinter die unscheinbare Fassade (Bates Motel und wieder Broadchurch und The Sinner). Stylisch darf sie aber auch sein (Suits, Westworld). Ein sozialkritischer Aspekt wäre nicht schlecht (Atlanta, The Handmaid’s Tale, American Crime Story), gerne auch technikkritisch (Black Mirror, Westworld). Die Hauptfigur sollte in dem, was sie tut, gut sein, aber mit persönlichen Problemen zu kämpfen haben (The Sinner, Broadchurch, Suits) oder eine dunkle Seite haben (Bates Motel). Neben der erzählten Story an sich sollte die Serie auch von den Beziehungen zwischen den Hauptfiguren leben (Suits, Bates Motel). Die Geschichte kann dabei ruhig auf mehreren Zeitebenen gleichzeitig spielen (Westworld, The Sinner, The Handmaid’s Tale). Wie kann man möglichst viele der Kriterien unter einen Hut bekommen?

Die Handlung

Und darum könnte es gehen: Frankfurt. Julia ist der aufstrebende Star ihrer Investmentbank. Was sie anpackt, wird zum Erfolg. Sie hat der Firma einen Haufen Geld eingebracht, die Beförderung hat sie sich redlich verdient. Sie genießt ihren Erfolg und das Leben, aber sie gibt auch zurück und engagiert sich bei der Frankfurter Tafel. Ein scheinbar perfektes Leben, bis auf einmal der verknitterte Kommissar Schuster vor ihr steht und ihr Unglaubliches vorwirft. Rückblick: 16 Jahre früher. Schuster wird zu einem verstörenden Tatort gerufen: In einer Gartenlaube wurde die ermordete Franziska gefunden und so wie sie zugerichtet war, muss sie wohl ein schlimmes Schicksal durchlitten haben – über Tage hinweg wurde sie gefangen gehalten und misshandelt. Von den Tätern fehlt jede Spur, alle Hinweise führen ins Leere. Dieser Fall wird Schuster nie mehr loslassen und ihn in schwere Depressionen stürzen. Bis er nun doch noch einen entscheidenden Hinweis bekommen hat. Aus einer – zugegeben – äußerst unzuverlässigen Quelle. Julia soll dahinter stecken? Er kann es nicht endgültig beweisen, noch nicht, er braucht ihre Aussage, um den Fall am Ende doch noch zu lösen und die grausamen Bilder aus seinem Kopf zu löschen. Sie streitet aber verzweifelt alles ab, egal wie schlimm er sie unter Druck setzt und auch ihre Freunde und Kollegen wollen es nicht glauben, passt das doch so gar nicht zu dem Sonnenschein, als den sie Julia kennen. Aber sie wissen auch, dass sie nie gerne von ihrer Jugend erzählt hat. Lügt Julia doch und sie hat eine dunkle Vergangenheit? Ist Kommissar Schuster wirklich so verzweifelt, dass er sich die Lösung des Falls aus irgendwelchen Hinweisen zusammen reimt und nun Grenzen überschreitet, um die Sache endlich aufzuklären? Was passierte damals wirklich, vor 16 Jahren in der Gartenlaube?

Gib dem Kind einen Namen

Die Serie nenne ich Aufwand und Ertrag, was natürlich zum Einen zum Setting einer Investmentbank passt. Aber der Titel beschreibt auch die Arbeit des Kommissars, die jetzt kurz vor der Erlösung steht. Oder auch die Tat an sich könnte der Titel beschreiben. Die Tag, die Julia in den vergangenen Jahren scheinbar einen guten Ertrag einbrachte. Die Rolle der Julia könnte Alexandra Maria Lara ganz gut ausfüllen, den Kommissar müsste ein Typ wie Peter Kurth spielen.

So weit mein Vorschlag für die perfekte Serie. Auf vier bis sechs Folgen sollte man die Geschichte strecken können, da sehe ich keine Probleme. Wichtig wäre aber natürlich noch, eine entsprechende Atmosphäre zu schaffen, welche sowohl dem locker-leichten von Julia gerecht wird, als auch der trostlosen Realität, mit der sie aus heiterem Himmel von Kommissar Schuster konfrontiert wird.

Auf diese Top-Idee dürfen sich Produktionsfirmen, Fernsehsender und Streaming-Service per Mail melden, ich bin kaufbar.

Würdet ihr euch Aufwand und Ertrag ansehen, auch wenn es keine leichte Kost ist?

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Beans On Toast

Achtung: Es geht hier nicht um ein Rezept, sondern um den britischen Folksänger Jay McAllister, der seit vielen Jahren als Beans On Toast unterwegs ist und in den letzten Wochen auch durch Deutschland tourte. In München war er im schönen, aber nur mäßig gefülltem Orangehouse zu Gast.

Ich muss zugeben, ich hätte von ihm vor dem Konzert keinen Song benennen können. Aber ich hatte ihn schon mal live gehört, irgendwann als Support von Frank Turner und fand ihn gut, wie die meisten, die aus diesem Umfeld kommen. So hatte Frank Turner schließlich auch mal angefangen, nur mit einer Gitarre auf der Bühne unterwegs. Das Konzert kostete keine 15 €, was konnte man also falsch machen?

Nicht viel. Beans On Toast stand auf der Bühne, wie man es sich von einem – laut Eigenaussage – English Drunk Folk Singer erwarten würde, machte ein paar Witze über Kölner Bier (was in München ja immer gut ankommt), erzählte Geschichten und spielte sich durch sein Set. Das ist jetzt nichts, was einen komplett eskalieren lassen würde, aber man hört gerne zu, trinkt mit Freunden ein paar Bier und hat einen schönen Abend. Solche Abende sollte es öfter geben.

Denkt also in Zukunft bei Beans On Toast bitte nicht mehr an dieses Essen, sondern an Jay McAllister. Er hat’s verdient.

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