Feel It Still

Das Konzert am Montag stand bei mir etwas auf der Kippe. Das lag nicht an Portugal, The Man, die in der Muffathalle spielten, sondern an der Bahn.

Ich war am Wochenende in der Heimat und hatte den Montag noch frei. Gegen Mittag fuhr ich mit der Bahn zurück und brauchte für die vier Stunden Strecke ziemlich genau sieben Stunden. Verpasste Anschlusszüge und komplette Streckensperrungen verhinderten eine stressfreie Rückfahrt. Fast hätte der Zug auch noch einen Umweg von Ulm über Ingolstadt nach München genommen, was noch mal mehr als eine halbe Stunde gekostet hätte, aber da waren wir wohl einer der ersten Züge, die Augsburg wieder passieren konnten. Um viertel nach sieben kam ich hungrig in der Wohnung an, holte mir erst einmal beim neuen Asiaten gegenüber etwas zu essen (ganz tolle Sommerrollen!) und fuhr dann zur Halle.

Als ich ankam spielte die Vorband bereits und ich musste mich durch die ausverkaufte Halle nach vorne zu meinen Freunden kämpfen. Bei so etwas immer an junge Frauen mit Bier hängen, die werden immer durch gelassen, die machen den Weg frei.

Als ich Portugal, The Man das letzte Mal sah, spielten sie im ausverkauften Strom, nun war es schon die wesentlich größere Muffathalle. Dabei ist ihre Bühnenshow (nennen wir es mal so) und ihre Musik doch gar nicht mal so mainstreamig. Vor einer großen Leinwand spielten sie im Halbdunkel ihr Set perfekt – man merkt, da sitzt jeder Ton – schraubten die Interaktion mit dem Publikum aber auf ein Minimum runter. Aber gut, das machen sie konsequent, muss ja auch nicht anders, das ist fair genug.

Sie fingen mit Pink Floyd‘s Another Brick In The Wall an, dass dann zu Purple Yellow Red And Blue kippte. Ihr aktueller Hit Feel It Still kam dann schon recht früh, war aber nicht ganz so poppig wie auf dem Album. Mir gefielen am Besten die Songs vom Evil Friends Album – auch wenn der Titeltrack nicht kam. Aber Modern Jesus, Hip Hop Kids und Creep In A T-Shirt gehen immer noch gut. Stimmungsmäßig war natürlich auch das Don’t Look Back In Anger Cover ganz groß, auch wenn ich als alter Oasis-Fan sagen muss, dass das allerdings etwas uninspiriert war. Und auf Church Mouth wartete ich vergeblich. Immerhin langte es dieses Mal zu einer Zugabe, das habe ich bei ihnen auch schon mal anders erlebt.

Insgesamt ein guter Konzert, man weiß was man bekommt, auch wenn sie ihren Stiefel einfach runterspielen. Aber auch das will gekonnt sein.

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Fantasy Filmfest 2017

Fantasy Filmfest Nummer 31!

An manchen Sachen fällt mir ja immer wieder auf, wie schnell doch die Zeit vergeht. Eine davon ist tatsächlich das Filmfest, was ich dieses Jahr nun bereits das achte Mal besucht habe. Mittlerweile hat es einen festen Platz in meinem Jahreskalendar und es macht nicht den Anschein, dass sich das so bald ändern wird.

Bereits das Screening der Trailer gehört im Vorfeld für mich dazu. Was ist alles dabei – was sind die offensichtlichen Highlights, was könnte noch gut sein und welche Exoten sind dabei? Das Programmheft ist dabei nur teilweise eine Hilfe, preist es doch alle Filme so an, wie früher die Reisekataloge noch die schlimmsten Hotels. Neben den Perlen gehört es dazu, dass man auch mal richtig grottige Filme erwischt.

In diesem Jahr war die Planung für mich etwas schwieriger. Einige Tage fielen für mich wegen dem Lollapalozza aus und am Abschlußtag war ich wegen einem Geburtstag in der Heimat. Die Nachmittagsfilme standen wegen der Arbeit sowieso nicht zur Wahl. Daher habe ich mit Colossal und 47 Meters Down zwei Filme verpasst, die ich eigentlich gerne gesehen hätte. Es waren trotzdem noch genug Filme, unter anderem ein anstrengder Dreierpack an einem Abend. Von Horrorclowns bis Riesenameisen, von Kannibalen bis Zeitreisen und von Hexen bis zu indischen Göttinnen war alles dabei.

Das hier war meine Auswahl, sortiert in chronologischer Reihenfolge:

IT (USA 2017) – 8 von 10 Punkten


Inhalt: “It” hat es auf Kinder abgesehen. Nicht nur, dass “It” in seiner Lieblingsgestalt als Horrorclown Pennywise (Bill Skarsgard) sich den kleinen Georgie geschnappt hat, nein, er terrorisiert auch dessen etwas älteren Bruder Bill (Jaeden Lieberher) und seine Außenseiter-Clique.

Fazit: Um es vorweg zu sagen – ich kannte vorher weder der Roman von Stephen King, noch den klassischen Film.  Regieseur Andrés Muschietti serviert uns eindrucksvolle Szenen rund um die Clique, in der sie mit ihren eigenen Ängsten, den Ängsten junger Teenager, konfrontiert werden. Das wirkt grade in der ersten Hälfte sehr episodenhaft – bis sich schließlich die Zusammenhänge etwas mehr erschließen. Die Kids sind gut gecastet, Skarsgard mit ordentliche Effektunterstützung als Horrorclown beängstigend, nur die jugendlichen Gegenspieler wirken so plastisch wie ein Abziehbild. Der Film funktioniert dank der vielen Jump-Scares gut, die dahinter liegende Coming-of-Age Story war in Stand By Me allerdings klarer. Aber vielleicht holt das der geplante zweite Teil dann nach. Gute Horror-Unterhaltung, der das Zeug zum Klassiker fehlt.

The Autopsy of Jane Doe (USA/GB 2016) – 8 von 10 Punkten


Inhalt: Kurz vor Feierabend in der Pathologie bekommen Vater (Brian Cox) und Sohn (Emile Hirsch) noch einen Fall rein. Eine junge Frauenleiche wurde unter mysteriösen Umständen im Keller eines Hauses gefunden. Äußerlich zwar unversehrt, stoßen sie bei der Obduktion auf immer mysteriösere Details.

Fazit: Ein typischer Film für das Filmfest. Eine kleine Produktion mit wenigen Schauspielern und einem begrenzten Setting reichen, um eine gute Geschichte zu erzählen, wenn sie gut inszeniert ist, so wie diese hier von André Ovredal. Die beiden Hauptfiguren sind sympathisch und die Obduktion sorgt schon für etwas Gänsehaut. Der Film ist dabei mehr Thriller als der angekündigte Horror und ist grade dadurch in den ersten beiden Dritteln stärker. Den Mystery-Touch am Ende hätte es gar nicht unbedingt gebraucht.

Raw (F/B/I 2016) – 7 von 10 Punkten


Inhalt: Die junge Justine (Garance Marillier) beginnt ihr Studium als angehende Veterinärmedizinerin. Doch gleich die erste Woche wird für sie zum Spießrutenlauf, muss sie doch die zahllosen Rituale als Frischling überstehen. Angestachelt von ihrer großen Schwester (Ella Rumpf) bricht sie ihren Kodex als Vegetarierin und entwickelt danach eine völlig unbekannte Lust auf Fleisch und Blut.

Fazit: Ein Film mit vielen Ekelszenen, die einem definitiv im Kopf bleiben. Je näher diese an der Realität bleiben, um so wirkungsvoller. Dahinter verbirgt sich aber die Geschichte, wie sich Justine von ihrem Elternhaus abnabelt und ihre eigene Identität entdeckt. Das ganze eingebuden in einer Bildsprache, die den Film auch arte-kompatibel machen. Die beiden Hauptdarstellerinnen geben alles – aber das ihre Umwelt nur so halbwegs erschüttert reagiert, ist etwas seltsam. Auch der Auslöser für Justines Wandel wirkt etwas schwach. Und die finale Szene bietet zwar noch eine Erklärung, fühlt sich aber wie ein unmotiverter Nachdreh an.

Reset (China 2017) – 6 von 10 Punkten


Inhalt: In einer nahen Zukunft arbeitet die Wissenschaftlerin Xia Tian (Yang Mi) an einem Projekt, das Zeitreisen möglich machen soll. Als ihr kleiner Sohn entführt wird und die Gangster durch ihn die Firmengeheimnisse erpressen wollen, bricht für Xia eine Welt zusammen. Früher als gedacht wird sie nun das erste menschliche Versuchsobjekt der Zeitreisen.

Fazit: Endlich mal wieder richtige Sciene Fiction auf dem Filmfest! Kommt ja leider viel zu selten vor. Was die Chinesen hier liefern, sieht schon sehr hochwertig aus. Die Wandlung von Xia von der braven zur rachsüchtigen Mutter wird hier visuell sozusagen mit dem Holzhammer gezeigt. Wer allerdings einen Zeitreise-Thriller erwartet, wird etwas enttäuscht sein. Stattdessen wandelt sich der Film eher zu einem harten Rachefilm, dessen kawummige Action dem anfangs seriösen Science-Effekt entgegen steht.

Replace (D/CDN 2017) – 4 von 10 Punkten


Inhalt: Die junge Kira (Rebecca Forsythe) leidet unter einem seltsamen Syndrom – ihre Haut altert und vertrocknet quasi im Zeitraffer. Da ihr Arzt Dr. Crober (Barbara Crampton) ihr nicht richtig helfen kann, findet Kira eine andere Lösung: Die Ersatzhaut von jungen Frauen.

Fazit: Das positive mal vorweg: Die halb-deutsche Produktion inszeniert die Häutung tatsächlich ziemlich gruselig. Ich kann mir ja vieles anschauen, aber wenn sich eine junge Frau so kratzt und die Haut abpickelt, schaudert es mich. Auch der Soundtrack ist präsent und vermittelt eine gewisse Stimmung. Die Story kann da leider nicht mithalten und ist teilweise ziemlich unfokussiert. Kira findet eine grausame, aber wirkungsvolle Heilungsmethode, in dem sie andere Frauen tötet? Das sorgt bei ihr für keine Regung – weder Freude, noch Überwindung. Die Nachbarin (Lucie Aron)? Nervig. Das Verhalten und die Dialoge der jungen Frauen? Man merkt, ein Mann hat sie geschrieben. Oder liebe mitlesenden Damen: Hand hoch – wer von euch putzt in Unterwäsche? Und leider beschäftigt sich das letzte Drittel des Films mit einem Aspekt, der nun wirklich uninteressant war – nur um noch ein paar Blutfontänen unterzubringen. Schade, aber zu mehr als einem guten Trailer reichte der Film nicht.

It Came From The Dessert (CDN/GB/FIN 2017) – 5 von 10 Punkten


Inhalt: Als der schüchterne Brian (Harry Lister Smith) und sein nicht besonders heller Bruder Lucas (Alex Mills) in der Wüste von New Mexiko mit ihren Motocross Freunden eine Party schmeißen wollen, geraten sie an vom Militär genetisch modifizierte Riesenameisen. Können sie ihre Freunde und ihr Bier beschützen und die Ameisen aufhalten?

Fazit: Man bekommt den zu erwartenden Trash geliefert. Regisseur Marko Mäkilaakso liefert das, was so ein Film braucht: Sympathische Helden, die bei der Bedrohung durch preiswert animierte Riesenviecher über sich hinaus wachsen. Der Film wirkt allerdings oft genug wie eine Studentenarbeit und trieft nur so von Klischees. Zwar nimmt er sich dabei selbst oft auf die Schippe, hat man aber auch schon konsequenter gesehen. Und wo der Film für mich leider völlig versagt: Auch wenn der Film natürlich lustig sein soll, nimmt er seine Hauptfiguren einfach nicht ernst und lässt sie die blödestend und unpassendsten Dinge sagen. Das haben zum Beispiel Big Ass Spider vor ein paar Jahren oder sogar die Sharknado Filme wesentlich besser gemacht. Die Grundsympathie für den Film kann das allerdings nicht kaputt machen.

The Vault (USA 2017) – 7 von 10 Punkten

Inhalt: Die Dillion Geschwister (rund um Tarynn Manning und Francesca Eastwood) sind Bankräuber. Während eines Großbrandes in der Nachbarschaft marschieren sie in Feuerwehrmontur in die Bank und nehmen Angestellte und Gäste als Geisel. Dumm nur, dass der Tresor recht wenig hergibt. Zum Glück verrät ihnen eine der Geiseln (James Franco), wo es mehr gibt: Unten, im Keller. Aber dort fangen die Probleme erst richtig an.

Fazit: Auch wenn der angekündigte, größte Genretwist seit From Dusk Till Dawn dieses Versprechen nicht ganz einlöst, zündet die Geschichte. In der engen Location wächst minütlich der Druck auf alle Beteiligten. Das Kammerspiel um die überforderten Gangster funktioniert. Als die Bankräuber dann schließlich den Keller betreten kippt das ganze allerdings dann doch nicht richtig in das Metier Horror, bietet aber wenigstens einige Schauermomente und dezimiert die Bande auf die wesentlichen Figuren. Mit der Erklärung am Ende kann man leben, sie wirkt nicht so angeklatscht wie bei Raw.

The Night of the Virgin (Spanien 2016) – 7 von 10 Punkten

Inhalt: Bei Möchtegernaufreißer Nico (Javier Bódalo gibt alles in dieser Rolle) soll es an Silvester endlich soweit sein – eine Nacht mit einer Frau. Nach einigen gescheiterten Aufreißversuchen wickelt ihn die etwas ältere Medea (Miriam Martín) um den Finger und schleppt ihn mit nach Hause in ihr versiffte und mit Kakerlaken verseuchte Wohnung. Hätten ihm Statue der Männerhasser-Göttin Naoshi oder der Kelch mit Menstruationsblut im Bad eine Warnung sein sollen auf das, was dann kommt?

Fazit: Oh mein Gott. Oh mein Gott! Was anfängt, wie eine fade, spanische Version von American Pie, kippt spätestens nach der Hälfte des Films in eine abartige Tour de Force für Nico. Am Ende sind Wohnung und Hauptfiguren voller Körperflüssigkeiten und spätestens DIE Szene des Film kocht selbst den hartgesottensten Kerl weich. Das ist abstoßend und eklig – aber man bleibt dran.Das war also meine Auswahl in diesem Jahr. Insgesamt war ich recht zufrieden. Ich habe ein breites Spektrum an Genres gesehen und richtige Ausfälle waren dieses Mal selten, fast alles hatte seine Berechtigung. Die besten Filme sah ich bereits am Anfang – das war neben dem überall schon hochgelobten It, das in München als Deutschland-Premiere lief, auch die kleine und klassische Produktion The Autopsy of Jane Doe.

Wer weitere und ausführlichere Reviews lesen möchte, der sei an den Wortvogel verwiesen, der sich fast das ganze Programm gegeben hat.

Auf Zeitreise: FFF2016 – FFF 2015 – FFF 2014FFF 2013FFF 2012FFF 2011FFF 2010

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Lollapalooza Berlin – 2017

Der große Festivalgänger war ich ja nie und eigentlich dachte ich, meine Festivalzeit wäre mittlerweile auch ganz vorbei. Aber dann kam im vergangenen Jahr der kurze Besuch auf dem Sziget, das mich wieder etwas auf den Geschmack gebracht hatte. Dieses Jahr stand das Programm beim Lollapalooza schon recht früh fest, es ist ein Festival in einer Stadt – man muss also nicht zelten – und plötzlich waren die Tickets gekauft. Mein dritter Besuch in der Hauptstadt in diesem Jahr.

Die Location

Es scheint eine kleine, aber ungewollte Tradition zu sein, dass das Lollapalooza innerhalb Berlins jedes Jahr die Location wechselt. In diesem Jahr machte der Zirkus auf der Rennbahn Hoppegarten halt, was schon eigentlich nicht mehr zu Berlin gehört. Das Areal war aber schön ausgewählt und bot reichlich Platz für die verschiedenen Bühnen und Aktionsflächen. Auch die Tribüne der Rennbahn wurde mit einbezogen. Die eine Seite war für VIPs und die Presse vorgesehen, die andere Hälfte stand aber jedem frei. Von hier hatte man einen guten Blick über das ganze Gelände. Hinter der Tribüne wurde auch die original Infrastruktur der Anlage genutzt: Ein sehr schöner Innenhof mit Ständen, Bierbänken und ein kleiner Gartenpavillon. Insgesamt fand man überall in der Anlage einige ruhige Flecken.

Der Samstag

Am Samstag waren wir recht früh auf dem Gelände, da wir nicht genau wussten, wie lange alles dauern würde – und dann lief es sehr glatt durch und wir waren bereits um kurz nach zwölf drin. Kurz einmal das Gelände inspizieren und dann ging es auch schon gleich los mit Roosevelt. Kannten wir nicht, aber die Jungs haben uns schnell überzeugt. Alle in weiß angezogen brachten sie die 80er Jahre wieder zurück. Als nächstes hörten wir uns Bear’s Den an – die gingen so, klangen halt sehr nach Mumford & Sons, ohne deren Klasse zu haben.

Dummerweise haben wir danach die Zeit für den Wechsel der Bühnen unterschätzt, so haben wir es nicht ganz rechtzeitig zur Main Stage und Wanda geschafft. Es blieb uns nur ein Platz etwas weiter hinten, wo die Stimmung leider nicht ganz so rüber kam. Schade. Im Anschluß waren wir schlauer, gingen ein paar Minuten früher, aber dafür zügig zur Alternative Stage. Hier traten nun The Vaccines auf und erinnerten mich daran, wie gut doch ihr Debutalbum damals war. Die neuen Sachen hielten da nicht ganz mit und der Sänger polarisierte etwas mit seiner gespielten Rockstar-Attitüde – aber stimmlich ist er halt wirklich top.

Zu den Beatsteaks holten wir uns dann etwas zum futtern und hörten ihnen von weit hinten zu. Und als danach dann viele zu Marteria gingen, sicherten wir uns tolle Plätze nah an der Bühne für Mumford & Sons, was dann auch das Highlight des Festivals werden sollte. Little Lion Man und I Will Wait gehen halt immer und White Blank Page ist ne sichere Bank. Der Südafrikaner Baaba Maal begleitete sie bei einigen Songs, das holte mich allerdings leider nicht ab. Es blieb aber trotzdem ein Wahnsinns-Konzert, überall sah man nur glückliche Menschen.

Der Two Door Cinema Club im Anschluß wollte danach als Rausschmeißer nicht mehr so richtig zünden.

Die Verpflegung und die Bezahlung

Entgegen vieler anderer Meinung in den Netzwerken hatten wir wenig Probleme mit der Verpflegung. Bezahlt wurde mit einer Chipkarte, die am Festivalbändchen hing. Wir hatten uns jeweils 50 € darauf geladen und kamen damit die beiden Tage gut hin. Das hat gereicht für: Einen Burger mit Pommes (natürlich), ein paar Empanadas und eine ehrliche Bratwurst. Dazu gab es Cola und einige Bier.

Das Wetter

Am Samstag hat es bis zum späten Nachmittag ein wenig genieselt, danach war es aber trocken, wenn auch etwas frisch. Der Sonntag brachte dann bestes Festivalwetter mit Sonnenschein und zwanzig Grad.

Der Sonntag

Den Sonntag gingen wir dann etwas entspannter an, hier lief nicht so viel, was wir unbedingt sehen wollten. Und so entdeckten wir am Anfang die Tribüne der Rennbahn für uns und genossen den Überblick über das wuselige Festival. Und staunten nicht schlecht, als wir von hier aus sahen, dass auch Perry’s Stage, die DJ Bühne, gut besucht war. Aber Westbam zieht wohl die Berliner. Wir hörten eher Django Django zu, auch wenn der Ton durch die Entfernung nicht besonders gut war. Deshalb lieber wieder runter und weiter zur Alternative Stage, wo Metronomy auftraten. Kannten wir auch wieder nicht, entpuppte sich aber als ganz nett, das was die Band mit ihrem verspielten Synthy-Indiesound boten. Mehrere Gesangsstimmen, die Keyboarder performten, am Ende war es mir aber etwas zu viel Schnörkel um die Songs. Da waren Annemaykantereit danach auf der Main Stage direkter auf den Punkt, auch wenn ich dank der schnodderigen Texte und Ansagen zwischen den Songs wohl in diesem Leben kein Fan der Band mehr werden werde. Aber die Stimme ist natürlich klasse und wenn man dazu entspannt auf der Wiese sitzt, macht man nichts falsch.Auf gut Glück machten wir uns im Anschluß auf den direkten Wege zurück zur Alternative Stage – immerhin ging es darum, Cro zu vermeiden – und hörten London Grammar. Gänsehautsound! Sängerin Hannah Reid hat das Publikum in ihrem Bann. Was bei der ruhigen, bedeutungsschweren Musik kein Selbstgänger ist, aber die Zuschauer waren artig und lauschten.

Noch ganz gefangen von der Band war es schwer, sich im direkten Anschluß dann auf die Foo Fighters einzustellen. Nach vorne kam man eh nicht mehr, also machten wir es wie bei den Beatsteaks am Vortag und hörten von hinten zu. Und wer sein Konzert mit All My Life, Learn To Fly und The Pretenders beginngen kann, ist zu Recht eine Band dieser Größe. Bis an die hinteren Ecken des Areals wurde zugehört, das hier war eindeutig der Headliner des Festivals. Nur – wir waren emotional durch, lauschten noch ein wenig und machten uns dann bereits vor Ende des Konzertes auf den Heimweg.

Das Chaos drumherum

Weswegen das Festival aber bei vielen im Kopf bleiben wird, sind die chaotischen Zustände bei der Abreise. Während wir auf den beiden Hinfahrten immer gut durch gekommen sind, war die Abreise am Samstag völlig indiskutabel. Sicher ist es nicht einfach, über 80.000 Menschen in kurzer Zeit weg zu bekommen – aber dann darf man es nicht in dieser Location veranstalten.

Es gab eine S-Bahn Station in der Nähe, die aber hoffnungslos überlastet war. Und die Shuttlebusse waren nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, damit bekommt man die Leute nicht schnell weg. Wir warteten ewig lange darauf, überhaupt das Gelände in Richtung Busse verlassen zu dürfen, ohne das wir wussten, wann es weiter ging. Immer mehr – wir auch – entschieden sich stattdessen dafür, das Gelände über den PKW-Parkplatz zu verlassen, um dann auf dem Weg dorthin die Pferderennbahn verbotenerweise zu überqueren und über die Straße zu den Bussen zu gelangen. Diese kamen wenigstens kontinuierlich und jeder war froh, wenn er erst einmal drin war. Wohin sie fuhren, das wusste keiner so genau, hauptsache erst einmal weg. Unserer brachte uns zu einer weiteren S-Bahn-Station von der aus es dann relativ entspannt zurück in die Stadt ging. Insgesamt brauchten wir über zwei Stunden für die Heimweg, manche wohl eher drei oder vier. Auch dank dieser Erfahrung gingen wir am Sonntag etwas früher, womit wir nicht die Einzigen waren.

Trotz allem war es ein gelungenes Festival in einer schönen, aber schlecht angebundene Location. Gute und reibungslose Konzerte, einen richtigen Ausfall hatten wir nicht erlebt. Wäre eine Überlegung wert, das im nächsten Jahr zu wiederholen – dann im Berliner Olympiapark.

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Der Monatsrückblick August 2017

So oft kam Rihanna bisher in diesem Blog vor: 0. So oft kommt Rihanna in dem heutigen Eintrag vor: 2. Aber keine Sorge: Sie wird nicht singen.

*** Das Wetter ***

Auch wenn es immer mal wieder kältere Tage und heftigere Unwetter gab, kann man sich auch im August über den Sommer nicht beschweren.

*** Kino ***

Nach dem eher schwachen Vormonat zogen nun doch noch die Sommer-Blockbuster ins Kino ein. Ein reichhaltiges Programm, wo aber auch ein diskussionswürdiger Ausfall mit dabei war. Sharknado V war dagegen auf seinem Kino-Screening wieder mal ein Fest!

Baby Driver 5 von 10

Miles (Ansel Elgort) – “Baby” genannt, wegen seines jugendlichen Aussehens – ist ein begnadeter Fahrer. Da er einen Tinitus hat, hat er meistens Kopfhörer im Ohr, um das Piepen zu übertönen. Er steht bei “Doc” (Kevin Spacey, dem man einige gute Sprüche zugeschrieben hat) in der Schuld, und arbeitet sie als Fluchtwagenfahrer bei seinen kriminellen Machenschaften ab. Die rasante Auto-Action und die viele Musik geben dem Film einen ungeheueren Sympathiebonus, den er aber leider nicht zurück zahlen kann. Das ich die Hauptfigur unsympathisch und wenig glaublhaft fand, ist vielleicht noch ein Stück weit mein Problem und dass die Geschichte hinter der Action verschwindet, war bereits vorher absehbar. Das hilft aber nicht dagegen, dass vieles andere einfach unrund war. Ein Driver-Film, dessen großes Finale in einem Parkhaus spielt? Lily James himmelt mal wieder einen Mann an und verwandelt sich am Ende einfach so in eine Art Gangsterbraut? Der auf der Straße keine Gnade kennende Baby, kümmert sich natürlich liebevoll um seinen schwarzen und tauben Adoptivvater. Aber das reichte den Autoren anscheinend nicht, man musste in den letzten Minuten dem Zuschauer noch einmal genau erklären, dass er eigentlich ein Guter ist. Und cool? Schon am Anfang wird Baby doch demaskiert, dass er nur cool sein möchte, und wir wissen doch alle, das man es genau dann nicht ist. Und ganz ehrlich, die Choreo zur Musik war auch eher mau, wenn man das schon so plakativ nutzen möchte, dann sollte man wenigstens das Niveau des Lip-Sync-Battles haben. Nein, das war zu wenig. Am Ende bleiben nur die stellenweise gute Action und die Riege der bekannten Nebendarsteller rund um Spacey, Jon Hamm und natürlich Jamie Foxx.

Dunkirk 9 von 10

Im zweiten Weltkrieg ist das britische Militär im französischen Dünnkirchen von den Deutschen eingeschlossen. Es startet die bis dahin größte Rettungsmission der Weltgeschichte, um die Soldaten wieder zurück nach England zu bekommen. Der Film von Christopher Nolan ist dabei ungeheuer dicht an verschiedenen Teilen der Rettung dabei, weswegen vielleicht etwas der große Überblick und die historische Einbettung fehlt. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt. Der Film läßt dem Zuschauer fast keine ruhige Minute, während er auf die Rettung der britischen Soldaten hofft. Und obwohl diese nicht vorgestellt werden, fiebert man mit ihnen mit. Es knallt an jeder Ecke, das Meer ist unruhig und die Flugszenen am Himmel sind atemberaubend. Der Soundtrack von Hans Zimmer tut sein übriges und ersetzt oft die spärlichen Dialoge. Einer der besten Filme des Jahres.

Planet der Affen: Survival (3D) 8 von 10

Ich bin ja bekennender Fan des ersten Reboot-Films, der ja überraschenderweise mehr Drama als auf Action gesetzt hatte. Auch den zweiten Film mochte ich. Das ich mir den dritten ansehen wollte, stand daher außer Frage. Leider hat der deutsche Verleiher allerdings den Titel etwas verhauen. Da hat man schonmal für die Vorgängerfilme bessere Titel als den Original gewählt, versäumt es aber, die Reihe zum Abschluß zu bringen. Auf Prevolution und Revolution hätte ja eigentlich Evolution folgen müssen – geworden ist es aber Survival. Passt natürlich inhaltlich, die Chance hat man aber trotzdem verschenkt.

Die im Wald unter der Führung von Caesar (Andy Serkins – gibt dem Mann endlich einen Oscar) lebenden Affen werden von einer Spezialeinheit des Militärs angegriffen. Die Affen wollen in die Wüste flüchten, doch bevor sie dazu kommen, werden sie von einem erneuten Überfall empfindlich getroffen. Caesar muss sich nun langsam entscheiden, ob er doch den Krieg aufnimmt, den er eigentlich gar nicht will. Der Film war insgesamt weniger ein Kriegsfilm, als ich anfangs befürchtet hatte. Stattdessen steht mal wieder die Gefühlswelt von Caesar im Mittelpunkt. Die Gestaltung der Affen ist erneut unglaublich, nach ein paar Minuten vergisst man, dass man über weite Teile des Films nur animierte Wesen sieht, so natürlich fügen sie sich in die Umgebung ein. Woody Harrelson spielt den an Colonel Kurtz erinnernden Anführer der Spezialeinheit eindringlich. Und einige Anspielungen schaffen die Verknüpfung mit dem Originalfilm.

Valerian – Die Stadt der tausend Planeten (3D) 8 von 10

Major Valerian (Dane DeHaan) und Sergeant Laureline (die umwerfende Cara Delevingne) sind Spezialgenten. Ihr neuster Fall führt sie nach Kyrion, auf dessen virtuellem Basar sie einen Transmutator finden sollen, einem Wesen des zerstörten Planeten Mül. Sie bringen ihn zurück auf die Station Alpha, einer Mega-Metropole für mehrere tausenden verschiedener Lebewesen. Allerdings passiert bei der Übergabe etwas unvorhergesehenes: Die Pearl, die alten Bewohner von Mül, entführen den Transmutator, und Valerian und Laureline werden getrennt. Zwanzig Jahre nach Das fünfte Element hat Luc Besson wieder ein knallbuntes Weltraum-Spektaktel erschaffen, das voller verrückter Details steckt. Die Geschichte ist eine Art Indiana Jones im Weltall, gespickt mit viel Humor. DeHaan wirkt etwas zu jung für die Rolle und Clive Owen als Gegenspieler ein wenig unterforderd, dafür hat Rihanna einen starken Gastauftritt. Insgesamt macht der Film Spaß und die erschaffene Welt schreit nach mehr.

Nächsten Monat steht bereits wieder das Fantasy Filmfest ins Haus, dazu wird es – wie in den vergangenen Jahren auch – einen gesonderten Eintrag geben. Die ersten Karten sind dafür schon gekauft, incl. des Eröffnungsfilms It als Deutschland-Premiere.

*** Serien ***

Heutzutage gibt man Serien nicht mehr die Chance, sich zu finden und zu etablieren. So etwas wie die Star Trek Serien der 90er wird es wohl so bald nicht mehr geben. Wenn man sich von The Next Generation oder von Deep Space Nine mal Folgen aus der 1. Staffel und zum Beispiel der 4. Staffel ansieht, dann liegen da Welten dazwischen. Die Zeit haben Serien mittlerweile nicht mehr. Schön ist dagegen, wenn die Macher von Anfang an einen festen Plan für ihre Serie haben und dann auch die Chance bekommen, diesen umzusetzen. So hat es bei Breaking Bad funktioniert, so funktionierte es nun auch bei…

Bates Motel (Staffel 5 / 10 Folgen) – 9 von 10

Norman Bates (Freddie Highmore) dreht seine letzte Runde und beschert uns wieder den ein oder anderen Gänsehaut-Moment. Seine Psychosen werden immer schlimmer, Ex-Sheriff Romero (Nestor Carbonell) will sich an ihm rächen und Rihanna checkt im Motel ein. Und während es mit Norman langsam bergab geht, ist sein Bruder Dylan (Max Thierot) mittlerweile im Familien-Leben angekommen. Aber auch Mutter Norma (Vera Farminga) hat immer wieder ihren Auftritt. Die finale Staffel löst all das ein, was sich die Serie vier Jahre lang aufgebaut hat. Vom verstörenden Anfang bis zum runden und endgültigen Ende. Eine der besten Serien der letzten Jahre scheitert auch nicht am Abschluß.

The Big Bang Theory (Staffel 6 / 24 Folgen) – 6 von 10

So langsam kommt die Serie in der Mittelmäßigkeit an und kann sich nur manchmal in den grünen Bereich retten. Wenn zum Beispiel die Jungs um Sheldon (Jim “nur echt mit -s am Ende” Parsons) und Leonard (Johnny Galecki) sich zur Comic-Con aufmachen und dann in ihren Star Trek Kostümen ausgeraubt werden, ist das schon ziemlich gut. Leider kann die Mädels-Clique um Penny (Kaley Cuoco) nicht dagegen halten. Wenn es um Beziehungsprobleme geht, konnten das anderen Comedy-Serien schon deutlich besser. Und die Story rund um Raj (Kunal Nayyar) und sein festes Date am Ende der Staffel funktioniert überhaupt nicht.

The Fall – Tod in Belfast (Staffel 1 / 5 Folgen) – 8 von 10

Stella Gibson (Gillian Anderson) wird von London nach Belfast versetzt, um dort die Suche nach einem Serienmörder zu leiten. Der Serienmörder ist Paul Spector (Jamie Dornan, der danach für 50 Shades of Grey gecastet wurde), der ein Doppelleben führt. Auf der einen Seite führt er ein harmonisches Familienleben und arbeitet als Trauerhelfer, gleichzeitig verübt er aber brutale Morde an jungen Frauen. Und obwohl von Anfang an klar ist, wer der Täter ist, hat die BBC hier mal wieder einen spannenden TV-Krimi gestrickt, in der anfangs sogar Spector die sympathischere Figur ist, während Gibson eher kalt und berechnend wirkt. Aber das passt, zeigt sich die Polizeiarbeit doch hier mal wieder von seiner realistischen Seite, die wenig glamourös ist. Und mit Belfast wird eine Location gezeigt, die dem durchschnittlichen deutschen Krimigucker noch nicht so vertraut ist und in der immer ein gewisses Misstrauen gegenüber den Staatsdienern mitschwingt.

How To Get Away With Murder (Staffel 3 / 15 Folgen) – 6 von 10

Nach dem wir die zweite Staffel damit verlassen haben, dass Wes (Alfred Enoch) den Tod seines verschollen geglaubten Vaters mitansehen musste, steht nun die Aufklärung des Mordes an. Allerdings hat sich Verdächtiger Nummer 1, Frank (Charlie Weber) abgesetzt. Schnitt: Das Haus von Annalise Keating (Oscar-Preisträgerin Viola Davis) steht in Flammen, Laurel (Karla Souza) wird schwer verletzt (und schwanger) gerettet, aber man findet ebenfalls einen Toten im Haus. Und daraus entspinnt sich die Story der neuen Staffel, die aber bei weitem nicht so packend gerät wie die tolle zweite Staffel. Dafür wirkt der Teaser zu bemüht. Immerhin, Asher (Matt McGorry) wird langsam etwas sympathischer und startet eine seltsame Beziehung mit Michaela (Aja Naomi King). Moment, wenn ich drüber nach denke – eigentlich bin ich nun etwas eifersüchtig auf Asher.

Silicon Valley (Staffel 4 / 10 Folgen) – 8 von 10

Weil aus Pied Piper “nur” ein boomender Video-Chat geworden ist, hat Firmengründer Richard (Thomas Middleditch) die Firma verlassen. Die Geschäfte führt nun Dinesh (Kumail Nanjiani), der sich in der neuen Rolle ein wenig verändert. Bertram (Martin Starr) wartet nur auf sein Scheitern. Währenddessen versucht hooli in Person von Gavin Belson (Matt Ross) mal wieder die Firma zu übernehmen. Die Serie kann das hohe Niveau der letzten Staffel halten und schlägt dadurch die Nerds der Big Bang Theory mittlerweile deutlich. Die Nebenfiguren sind schrullig genug, um im Kopf zu bleiben – und man kann sie sich trotzdem noch im realen Silicon Valley vorstellen. Die Pointen sitzen oft, nur das Firmenschicksal dreht sich mittlerweile arg im Kreis aus Finanzierungslücken, Übernahmeversuche und Durchbrüchen.

The Son (Staffel 1 / 10 Folgen) – 7 von 10

Nach einen Indianerüberfall, bei dem seine ganze Familie umgebracht wurde, wächst der junge Eli (Jacob Lofland) unter den Comanchen auf. Viele Jahrzehnte später ist aus Eli der Familienpatriarch der McColloughs (Pierce Brosnan) in Texas geworden. Das moderne Zeitalter setzt sich langsam durch, die Boomphase des Öls beginnt und im Süden mehren sich die Konflikte mit den Mexikanern. Dieser große Westernepos spielt auf zwei Zeitebenen, die des jungen und die des alten Elis. Manchmal würde man sich eine etwas größere Verknüpfung der beiden Erzählungen wünschen. Insgesamt ist das Erzähltempo gemächlich, man braucht einige Folgen, um in die Geschichte hinein zu finden. Brosnan macht seine Sache sehr gut, aber die Nebenfiguren wirken noch etwas eindimensional. Potential hat das ganze aber auf jeden Fall – und die großen Landschaftsaufnahmen sind ein Erlebnis für sich. Es könnte die beste Westernserie seit dem großartigen Deadwood werden.

Als ich mit Bates Motel durch war, habe ich mir dann übrigens auch noch Psycho angeschaut – der Film, auf dem die Serie beruht. Kommt einem zwar manchmal etwas langsam vor, aber entfaltet immer noch eine ziemliche Wucht. Wer den Film mal irgendwo erwischen sollte: Schaut ihn euch an.

Netflix haut nächsten Monat einiges raus. Gleich am 1. läßt man die dritte Staffel von Narcos von der Kette und am 8. die zweite Staffel von The Expanse. Am 25. startet dann endlich die lang erwartete neue Serie Star Trek: Discovery, wöchentlich wird es eine neue Folge geben. Und wer es noch nicht gesehen hat: Die BR-Serie Hindafing kann man bei Netflix ebenfalls ab Beginn des Monats streamen. Bei den Öffis startet am 5. auf One die Serie Cleverman, ein Sci-Fi-Drama aus Australien, das könnte was sein. 13th Street bringt ab dem 6. die britische Serie Loch Ness nach Deutschland. Und auf Sky Atlantic übernimmt Room 104 ab dem 21. den Twin Peaks Sendeplatz. Sonst reißt mich in der Vorschau im Moment noch nichts vom Hocker.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 4 Liga-Spiele, 4 Punkte, 3:8 Tore. Dazu das aus im DFB-Pokal, aber in der Verlängerung kann man gegen einen Bundesligisten schon mal verlieren. Dafür ist man im Badischen Pokal eine Runde weiter gekommen.

Wieder musste ein Trainer gehen, der Neue heißt Alois Schwartz und hatte seine erfolgreichste Zeit als Trainer in Sandhausen. Ein Problem muss er besonders angehen: Die Innenverteidigung ist trotz etablierter Namen viel zu fehleranfällig und zu langsam.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 0. Gekaufte Konzerttickets: 3 (John Allen im Oktober, Solstafir im November und The Menzingers nächsten Februar).

Da diesen Monat nicht besonders viel Neues anstand, komme ich nun endlich mal dazu, Nothing But Thieves zu posten. Steht schon seit ein paar Monaten auf meinem Zettel, nun ist die Zeit für Amsterdam gekommen.

Das zweite Lied kennen die meistens wahrscheinlich schon, aber es ist für mich schon mal die Einstimmung auf das Lollapalooza im nächsten Monat: Die Beatsteaks mit I Do. Das Video ist jetzt nicht so dolle, aber das Lied geht ins Ohr.

*** Foodpic des Monats ***

Heute gibt es zur Abwechslung mal feinstes und reinstes Rinder-Tartar aus der Spezlwirtschaft in München-Haidhausen. Aber zugegeben: Das hätte ruhig noch etwas besser gewürzt sein können. Das ich mir da selbst noch Salz und Pfeffer aushelfen musste, passiert mir nicht oft. Schön war aber auf jeden Fall die 70er Jahre Rockmusik, die dazu gespielt wurde.

*** Foto des Monats ***

Weil es so schön war: Nochmal ein Bild vom Schliersee.

*** Frage des Monats ***

Was macht man eigentlich mit alten Brillen, kann man die irgendwo spenden? Tipps dazu bitte in die Kommentare.

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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Am schön kitschigen Schliersee

Es hatte diese Woche alles gut zusammen gepasst. Auf der Arbeit nicht zu viel los und schönes Wetter – ich habe mir eine halbe Woche frei genommen und davon 2 Tage am Schliersee im Süden von München verbracht. Der ist nicht so weit weg, nicht mal eine Stunde mit dem BOB (der Bayerischen Oberlandbahn), man ist schnell da. Das letzte Mal war ich für eine Hochzeit 2011 dort, wie die Zeit doch vergeht.

Es war auch dieses Mal wieder richtig schön. Die kleine Gemeinde Schliersee ist schnell erkundet und abseits der Hauptverkehrsstraße, wo sich jede Menge Autos durchquälen, bietet sich auch viel Ruhe. Der See fällt ganz soft ab und man kann an vielen Stellen ins Wasser.

Viel unternommen habe ich in den 2 Tage nicht. Ich habe eine Wanderung rund um den See gemacht – dauert maximal zwei Stunden und erfordert überhaupt keine besondere Fitness. Etwas schade ist nur, dass man teilweise direkt an den Gleisen der Bahn entlang laufen muss und vom See nichts sieht und auf der Westseite ein Stück an der vielbefahrenen Straße geht. Das wäre doch auch noch etwas idylischer gegangen!Für was man auch keine besondere Fitness braucht, ist der kurze Anstieg zum Weinberg. Von dem aus hat man einen schönen Blick über die Gemeinde Schliersee und den See. Diese 10 Minuten sollte sich jeder nehmen. Das ist Bayern, wie es klassischer nicht geht. Blauer Himmel, grüne Berge, ein kleines Dorf mit Kirche und ein See. Das ist Kitsch pur, aber auch so schön.Übernachtet habe ich im Seehotel Schlierseer Hof, einem vier Sterne-Haus mit eigenem Zugang zum See und einem Pool. Die Zimmer sind rustikal, die Dusche gut und das Frühstücksbuffet okay (auch wenn man gerne noch mal hätte auffüllen dürfen). Appartementwohungen im Ort dürften allerdings günstiger sein.

Insgesamt war ich dreimal essen. Am besten gegessen habe ich dabei im Hofhaus am See – ein wirklich ganz tolles Pfferrahmsteak. Sehr nett sitzt man im Café Milchhäusl direkt am See. Gut, wenn auch ohne Seeblick, sitzt man auch auf der Terrasse des Restaurants vom Hotel Terofal, das Essen hat es aber nur auf ein okay geschafft.Jetzt stehen erst einmal einige Wochen im Büro vor der Tür. Und der nächste Ausflug wird mich dann im September nach Berlin zum Lollapalooza führen.

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