Der Monatsrückblick März 2020

Das war also der März und nichts ist mehr so, wie es noch am Anfang des Monats war. Die Corona-Pandemie hat das Land… ach quatsch… den gesamten Planeten fest in der Hand. Es ist ein Szenario, das ich niemals für möglich gehalten hätte und wirkt wie aus einem schlechten Film. Ich gehe davon aus, dass demnächst Markus Söder in einen Bundeswehr-Tornado steigt und das Virus persönlich aus der Erdumlaufbahn schießen wird.

Bis es soweit ist, heißt er erst einmal zu Hause bleiben, so gut es geht. Nun konnte ich mich seit November ja bereits etwas darauf vorbereiten, es fühlt sich jetzt für mich ein wenig an wie das nächste Level. Das Salz in der Suppe des Lebens, das persönliche Treffen mit Freunden, fehlt nun allerdings komplett. Man muss aufpassen, da nicht komplett durch zu drehen. Mir hat es sehr geholfen, meinen Nachrichtenkonsum auf heute um 19 Uhr zu reduzieren und den endlosen Schwall an schlechten Nachrichten, der die ganze Zeit auf einen einprasselt, an mir vorbei laufen zu lassen. Was wichtig ist, kommt sowieso als Push-Nachricht durch. Ich versuche, jeden Tag mal raus zu kommen (und beneide in dem Zusammenhang jeden mit einem Balkon oder gar Garten), und sei es nur für einen kurzen Weg zum Bäcker oder zum Supermarkt. Noch schöner ist dann natürlich ein Spaziergang durch den hiesigen Stadtpark oder an der Würm entlang.

Welch ein Luxus in diesen Tagen, wenn man dann einfach über so simple Dinge wie Filme und Serien reden kann.

*** Foto des Monats ***

Ein Blick auf die Isar, wenige Stunden bevor in Bayern der Katastrophenfall ausgerufen wurde.

*** Filme ***

In diesem Monat habe ich es immerhin noch einmal vor dem Shutdown ins Kino geschafft. War eigentlich ganz angenehm, obwohl der Film grade angelaufen war, verirrten sich nicht mehr als 10 Leute in den Saal und die saßen sehr großzügig verteilt.

Narziss und Goldmund 7 von 10

Die Buchvorlage zu diesem Film kannte ich vorher nicht, aber ich dachte mir, was solle bei Hermann Hesse schon groß schief gehen – obwohl, das hatte ich mir bei Siddhartha auch schon gedacht. Eine falsche Entscheidung war es auf jeden Fall nicht. Der Film ist ganz unterhaltsam und zeigt die Freundschaft des Mönchen Narziss (Sabin Tambrea) und des Freiheit liebenden Künstlers Goldmund (Jannis Niewöhner). Trotz – oder vielleicht auch grade wegen – ihrer grundsätzlich verschiedenen Lebensentwürfe entwickelt sich zwischen den beiden über die Jahre eine tiefe Freundschaft. Ein zeitloses Thema, immerhin ist der Roman dazu bereits vor gut 90 Jahren erschienen. Den Film runden einige bekannte Nebendarsteller ab. Das gezeigte Mittelalter erhebt dabei keinerlei Anspruch auf historische Korrektheit, aber das tun die Märchenfilme im Weihnachtsprogramm ja auch nicht. Der ganz große Wurf ist der Film jedoch nicht, anschauen kann man ihn sich aber auf alle Fälle.

Sonstso – In der heimischen Flimmerkiste gab es im März wieder so einiges, wobei Monster und Zombies im Vordergrund standen. Von alt nach jung sortiert waren das:

Boy 7 (2015, 3Sat) ist eine kleine deutsche Genreproduktion. Kann man sich mal anschauen, bleibt aber nicht lange im Kopf.

Auch beim zweiten Ansehen bleibt The Girl With All The Gifts (2016, Sky Cinema Action) einer der besten Zombie-Filme der jüngeren Vergangenheit.

Die Oasis-Doku Supersonic (2016, BluRay) kann man sich ebenfalls ruhig ein zweites Mal ansehen und auch einem dritten Mal steht eigentlich nichts entgegen.

Colossal (2016, RTL Zwei) war ein überraschend guter und kleiner Monster-Film und hat mit Anne Hathaway und Jason Sudeikos auch zwei gute Hauptfiguren abbekommen. Mein Highlight des Monats.

What Happened To Monday (2017, ZDF) war, Dank einer tollen Noomi Rapace, unerwartet kurzweilig, auch wenn es mehr ein Actionfilm war und der dystopische Aspekt etwas kurz kam.

Eine eher mittelmäßige Zombie-Komödie war Little Monsters (2019, Sky Cinema). Sah zwar nicht schlecht aus, bot aber nicht wirklich was Neues.

Und nochmal Monster-Action: Godzilla II: King of the Monsters (2019, Sky Cinema). Aber nicht jede Material-Schlacht hat Herz. Es knall zwar heftiger als bei Colossal, es lässt einen aber etwas kalt.

Men in Black: International (2019, Sky Cinema) war nette Abendunterhaltung mit Aliens, Action und Chris Hemsworth und Tessa Thompson.

Der spanische Psycho-Horror Film Der Schacht (2020, Netflix) geht ziemlich an die Nerven und wäre auch ein toller Kandidat für das Fantasy Filmfest gewesen. Düster, spannend und mit einem philosophischen Unterton, zur Abwechslung mal ein guter Netflix-Film.

*** Serien ***

Da ich im März noch etwas mehr Zeit zu Hause verbracht habe als zuletzt ohnehin schon, ist die Serienrubrik erneut recht umfangreich geworden. Und etwas unerwartet heimste das gute, alte ZDF in diesem Monat die höchste Punktzahl ein. Überhaupt schneidet der Sender im Moment bei mir ausgesprochen gut ab. Die heute Nachrichten gehören zum festen Tagesprogramm und über die Mediathek bleibe ich öfter bei den guten Dokumentationen hängen, sei es nun Terra X oder andere Formate, wie Russland von oben.

Arctic Circle (Staffel 1 / 5 Folgen – ZDF) – 6 von 10

Die finnische Polizistin Kautsalo (Iina Kuustonen) findet in Lappland eine fast erfrorene Prostituierte und zwei weitere tote Frauen. Alle drei scheinen ein tödliches Virus in ihrem Blut zu haben, weswegen der deutsche Virologe Lorenz (Maximilian Brückner) aus Helsinki eingeflogen wird, um die Polizei bei der Arbeit zu unterstützen. Eines muss man dem ZDF lassen: Das Timing hätte nicht besser sein können. Inhaltlich bietet es solide Nordic-Noir Unterhaltung, die sich dank dem Twist mit dem Virus tatsächlich von ähnlichen Vertretern abhebt. Die beiden Hauptfiguren sind sympathisch – das alles kann aber nicht davon ablenken, dass die Story doch einige Längen hat. Und auch die Synchronisation fällt etwas unangenehm auf und wirkt manchmal holprig. Besonders bei Brückner, der sich in dieser internationalen Produktion anscheinend selbst synchronisiert hat. Da helfen auch die schönen Schneebilder nicht.

Happy (Staffel 2 / 10 Folgen – Netflix) – 6 von 10

MEGA: Make Eastern Great Again – das ist das Motto vom wahnsinnigen Kinderstar Sonny Shine (Christopher Fitzgerald). Dafür ist ihm jedes Mittel Recht. In der Zwischenzeit gewöhnt sich Nick Sax (Christopher Meloni) langsam an das Leben als Vater, wobei Töchterchen Hailey (Bryce Lorenzo) etwas zu sehr nach ihrem Vater zu schlagen scheint. Der imaginäre Happy macht dagegen so seine eigenen Erfahrungen. Der Überraschungseffekt der ersten Staffel ist weg, die Serie weiß trotzdem weiterhin zu unterhalten. Einige gute Lacher sind drin und das Blut fließt weiter in Strömen. Funktioniert alles? Nein, das nicht und auch die Story ist oft over-the-top und meist nur auf Schauwerte ausgelegt. Mir wäre ja etwas weniger kranker Wahnsinn lieber gewesen, um die imaginäre Freundschaft zwischen Nick und Happy etwas mehr zu betonen, die geht so nämlich ein wenig unter.

I Am Not Okay With This (Staffel 1 / 7 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Die 17-jährige introvertierte Nowak (Sophia Lillis) lebt mit ihrer Familie in einer trostlosen Kleinstadt. Als ihre einzige engere Bezugsperson Dina (Sofia Bryant) einen neuen Freund hat, den Footballer Brad (Richard Ellis), fühlt sie sich immer mehr alleine. Dann entdeckt sie nach und nach, dass sie über Superkräfte verfügt. Nachbarsjunge Stanley (Wyatt Oleff) will ihr helfen, mit ihnen umzugehen. Wenn man hört, dass hinter der Serie die Macher von Stranger Things und von The End of the f*** World stehen, hilft das nicht grade, die Erwartungen klein zu halten. Dabei ist die Serie an sich recht klein. Eine Teenager-Serie, die nur punktuell etwas mit Superkräften (die in dieser Staffel noch sehr diffus und wenig zielgerichtet sind) zu tun hat und letztlich im Moment nur ein überhöhter Ausbruch ihrer inneren jugendlichen Wut ist. So richtig hat mich das nicht überzeugt. Aber immerhin, die Figuren sind ja ganz nett – grade Stanley ist ganz witzig – und man kann es wegen der knappen Laufzeit ganz gut weggucken.

The New Pope (Staffel 1 / 9 Folgen – Sky Atlantic / Sky on Demand) – 7 von 10

Papst Pius XIII (Jude Law) liegt im Koma, es wird ein neuer Papst gesucht. Kardinal Vioello (Silvio Orlando) gelingt es nach einigen Wirrungen seinen Kandidaten, den Engländer John Brannox (John Malkovich) als neuen Papst Johannes Paul III zu installieren. Er steht für einen gesunden Mittlelweg und muss die Kirche nach innen einen und gegen Gefahren von außen beschützen. Der Nachfolger von The Young Pope hinterläßt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Da wären zum einen die Schauspieler: Alle drei Hauptfiguren sind interessant geschrieben und fantastisch gespielt. Die Nebenfiguren fallen kaum ab. Die Bilder sind ebenfalls sehr eindrucksvoll, viele Einstellungen wirken so kunstvoll arrangiert wie ein Gemälde. Dazu kommt die Musik und die Sprache, beides sehr modern – kurz: Die ganze Produktion zieht den alten Mief aus den kirchlichen Palästen (und wirkt um Jahrzehnte zeitgemäßer als das altbackene Die zwei Päpste von Netflix). Aber dann kommt der Wermutstropen: Es wird geredet und philosophiert, die Handlung vor allem in der Mitte der Staffel will nicht so recht vorwärts gehen. Die Macher wirken manchmal etwas zu sehr von sich selbst berauscht. Das ist schade, hätte die Story an sich auch noch etwas mehr gekonnt, hätte das ein ganz großer Wurf werden können.

Pastewka (Staffel 9 / 10 Folgen – Sky 1) – 7 von 10

Beruflich läuft es für Bastian (Bastian Pastwka) wieder besser: Das ZDF will eine Arztserie mit ihm drehen – zufälligerweise im gleichen Krankenhaus, in dem Anne (Sonsee Neu) arbeitet, die nichts mehr von ihm wissen will. Auch privat gibt es Veränderungen: Er zieht auf den Hof von seinem Bruder Hagen (Matthias Matschke) und seiner Frau (Bettina Lamprecht). Die neunte Staffel, die nun ins Pay-TV gerutscht ist, ist wieder etwas besser als der Vorgänger, auch wenn mir immer noch die Staffelgeschichte etwas zu sehr im Vordergrund steht. Die Serie war immer dann am Besten, wenn man Bastian dabei zu schauen konnte, wie er sich im Alltag von Fettnäpchen zu Fettnäpchen hangelt, sowohl beruflich als auch privat. Hier ist mir die Geschichte etwas zu episch und wird daher dem Kern nicht so ganz gerecht. Trotzdem ist diese Staffel auch wieder für einige Lacher gut – für einen der besten ist mal wieder der Gastauftritt von Huge Egon Balder verantwortlich. Ansonsten hat Chris Tall noch eine wiederkehrende Rolle, die allerdings etwas dick aufgetragen ist und damit erneut den Alltagsgedanken sprengt.

Smilf (Staffel 2 / 10 Folgen – Sky on Demand) – 4 von 10

Wie ich meine Serien auswähle? Das kann man gut in zwei Gruppen einteilen. Auf manches freue ich mich vorher richtig, das ist fest eingeplant zu schauen. Wie zum Beispiel die aktuellen Staffeln von Westworld oder auch Better Call Saul. Manch andere Sachen müssen den richtigen Moment erwischen. Ich habe sozusagen einen freien Slot und was mich dann in diesem Moment am meisten anspricht, das wird geschaut. Und bis zum Ende durchgehalten, komme was wolle. Nun hatte ich einen Comedy-Slot frei, Zeit für eine Serie mit kurzen Folgen, die man immer mal wieder einschieben kann. Für den ist zum Beispiel die zweite Staffel von The Conners vorgemerkt, bisher sind aber noch nicht genug Folgen gelaufen, als das sich der Start lohnen würde. Aber die zweite Staffel von Smilf lag schon lange bereit auf der Sky-Plattform. Die erste Staffel hatte ich vor Jahren gesehen und fand sie nur mittelmäßig, obwohl mir Hauptdarstellerin Frankie Shaw als Bridgette ganz gut gefiel. Mit der zweiten Staffel würde die Serie bereits zu Ende gehen. Also habe ich diese Staffel noch schnell eingeschoben, ich habe im Moment ja viel Zeit. Warum ich das so breit erzählen kann? Nun, die Serie selbst ist keiner Rede wert. Langweilig und unlustig, dabei will sie ganz besonders clever und sozialkritisch sein. Ist sie nicht, sie ist anstrengend, aber nicht in einem guten Sinne. Lasst die Finger davon, auch wenn bei den Nebenfiguren Rosie O’Donnell als Bridgettes Mutter und Connie Britton als eine Freundin von Bridgette schon richtig gut sind.

Unterleuten – Das zerissene Dorf (Staffel 1 / 3 Folgen – ZDF Mediathek) – 9 von 10

Unterleuten, irgendwo in Brandenburg. Bürgermeister Seidel (Jörg Schüttauf) stellt die Unternehmerin Pilz (Mina Tander) im kleinen Dorf vor, weil sie hier einen Windpark errichten möchte. Das befeuert wieder den Konflikt zwischen den Alt-Eingesessenen Kron (Hermann Beyer) und Gombrowski (Thomas Thieme). Aber auch die neuen Einwohner, die aus der Großstadt geflüchteten Dr. Fließ (Ulrich Noethen) oder die Pferdenärrin Franzen (Miriam Stein), verfolgen ihre eigenen Pläne. Was die etwas ungelenke Inhaltsangabe hoffentlich so halbwegs andeutet: In der Verfilmung von Juli Zehs Roman bekommt der Zuschauer es mit einem recht großen (und guten) Cast, der Dorfgemeinschaft, zu tun. Man muss sich erst einmal ein wenig zurecht finden in Unterleuten, bevor die Ereignisse so richtig in Gang kommen. Das Gleichgewicht des Dorfes beginnt in Wanken zu geraten, als das auswärtige Kapital durch Pilz und dem bayerischen Spekulanten Meiler (Alexander Held) die Leute in Versuchung führt. Den Windpark verhindern oder bauen? Wer darf daran verdienen? Allianzen im Dorf bilden sich und lösen sich wieder auf und auch der Zuschauer ist immer hin und her gerissen. Das ist wohl die größte Leistung dieser Geschichte, dass die vielen Optionen mehr oder weniger gleichberechtig behandelt werden und dass auch die handelndnen Personen sehr nachvollziehbar sind – es gibt hier nicht die Guten und die Bösen, jeder verfolgt seine eigenen, berechtigten Ziele. So wird der Konflikt sehr ausgeglichen erzählt  und wertet nicht – zeigt am Ende aber, wie sich das Dorfleben verändert hat und sich eben nicht von den Entwicklungen der Welt frei machen kann.

When They See Us (Staffel 1 / 4 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Fünf schwarze und hispanische Jugendliche werden beschuldigt im New York der 1980er Jahre im Central Park eine Joggerin vergewaltigt zu haben. Von der Polizei in den Verhören unter Druck gesetzt, gestehen sie letztlich ein Verbrechen, das sie nie begangen haben. Die von Ava DuVernay entwickelte Serie basiert auf dem wahren Fall der sogenannten Central Park Five. Und so tragisch dieser Fall für die Beteiligten und so vernichtend für die New Yorker Polizei dieser Ära auch ist, leider konnte mich die Serie nicht wirklich packen. Dafür fühlen sich die vier Episoden so an wie vier verschiedene Geschichten. Etwas unzusammenhängend mit zu großen Zeitsprüngen. Man sieht zwar, wie die Protagonisten irgendwann das Gefängnis verlassen und versuchen, wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen, es fühlt sich aber nie so an, als hätten wir diese ganze Zeit mit ihnen durchgestanden. Schauspielerisch ist das gut, die Grundidee dramatisch, nur hätte man es ruhig noch etwas zielgerichteter erzählen können, ohne die Authentizität zu verlieren. Und einen Extra-Punktabzug gibt es schließlich noch für die Kameraarbeit, die ständig gefühlt ungefähr zwei Drittel des Bildes in Unschärfe gelassen hat. Ein Stilmittel? Vielleicht. Aber auch super nervig.

Was gibt’s neues im April? Gleich am 1. startet auf 13th Street mit Deputy eine neue Action-Crime-Serie. Und ab dem gleichen Tag kann man sich nochmal Community auf Netflix ansehen. Neue Comedies gibt es ab dem 2. auf Sky 1: Die 7. Staffel von The Goldbergs und dessen Ableger Schooled starten, genau wie The Unicorn. Auf Servus TV kann man ab dem 10. sich die Serienvariante von The Name Of The Rose anschauen, gibt es aber auch bereits bei Sky on Demand zu sehen. Am 24. taucht Das Boot für die zweite Staffel auf Sky 1 wieder auf und auch After Life kehrt mit der zweiten Staffel auf Netflix zurück. Suits geht am 28. nahtlos mit Staffel 9 auf Universal TV weiter. Einige andere Sachen mussten leider verschoben werden, in den Synchronstudios des Landes wird im Moment nicht gearbeitet.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 1 Spiel, 0 Punkte, Abstiegsplatz. Dann kam die Corona-Pause.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 0 (The Slow Show wäre es gewesen, ist aber aus den bekannten Gründen ausgefallen. Deutlich mehr Einschnitte wird der April bieten: Martha, Lea Porcelain, Russian Cicles und Hinds hätten es sein sollen, die meisten davon haben bereits einen Ersatztermin bekommen, Martha fällt anscheinend komplett aus).

Heute gibt es zwei Musiktipps – es gibt laut und leise im starken Kontrast. Fangen wir an mit dem Lauten: God Damn kommen aus England und machen Musik, als wenn der Black Rebel Motorcycle Club auf einmal hyperaktiv wäre. Mirror Ball spart nicht mit den F***.

Zum Ausgleich nun das Ruhige. Die Musik von Bonny Light Horseman (was mit der Netflix-Serie nichts zu tun hat) wird auf Plattentests als “warme Milch mit Honig in kalten Winternächten” beschrieben und dem gibt es wenig hinzu zu fügen. Wer nur ein wenig Herz für schöne Folkmusik hat, sollte man in The Roving reinhören.

Beide Tipps habe ich – mal wieder – durch Plattentests.de entdeckt.

*** Krieg und Frieden ***

Es geht vorwärts! Das dritte Buch konnte ich in der vergangenen Woche beenden – jetzt steht nur noch das vierte aus und der Epilog. Eigentlich wäre ja die aktuelle Situation wie geschaffen dafür, dass jetzt durch zu ziehen, aber ich muss mich zur Zeit schon sehr dazu zwingen, weiter zu lesen. Zum Aufgeben ist es aber bereits viel zu spät!

Dabei war das dritte Buch historisch gesehen durchaus interessant. Es behandelt Napoleons Feldzug gegen Russland und seinen Marsch bis nach Moskau. Die Eckpfeiler der Geschichte sind demnach historisch verbürgt. Tolstoi wechselt in seiner Erzählung immer wieder von der russischen auf die französische Perspektive, schreibt teilweise auch – und das fand ich etwas irritierend – wie ein Historiker, der die Ereignisse im Nachhinein bewertet und einordnet. Die bekannten Figuren kommen dadurch aber leider etwas kürzer als gewohnt.

Mal sehen, wie es nun im vierten Band weiter geht.

*** Foodpic des Monats ***

Ein klassisches, bayerisches Essen: Angebräunter Leberkas mit Spiegelei und Bratkartoffeln. Lecker, lecker, lecker! Zu finden im Hofbräukeller am wunderschönen Wiener Platz in München, als die Restaurants noch offen waren.

*** Frage des Monats ***

Da die Rückblicke auf das abgelaufene Jahrzehnt ja immer ganz gut ankommen, würde ich die lose Reihe gerne weiter fortsetzen. Gibt es hier ein bestimmtes Thema, über das ihr gerne lesen würdet?

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und bleibt gesund!

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Die 13 besten Serien der 2010er Jahre

Da wir ja im Moment alle auf einmal recht viel Zeit zu Hause verbringen, bietet sich das Thema ja förmlich an. Nach den deutschen Filmen und den Romanen folgen nun die für mich besten Serien der vergangenen Dekade. Ich wollte eigentlich nur zehn Serien nennen, musste die Liste dann aber auf 13 erweitern, um noch ein paar Serien unter zu bekommen, die mir in diesem Zusammenhang wichtig waren.

Nun also: Die besten der vergangenen Jahre, alphabetisch geordnet:

Bates Motel

(50 Episoden in 5 Staffeln, 2013 – 2017, USA)

Die Serie erzählt die Vorgeschichte zum legendären Hitchcock-Film Psycho. Wie wurde aus dem unscheinbaren Norman (Freddie Highmore) der spätere Psychopath? Man ahnt es schon, seine dominante Mutter (Vera Farmiga) spielt dabei eine große Rolle. Tolle Schauspieler (man muss das Spiel von Highmore nur mal mit Anthony Perkins aus den Filmen vergleichen) und eine beklemmende Atmosphäre zeichnen diese Serie aus. Und das Zusammenspiel zwischen Mutter und Sohn ist wie ein Verkehrsunfall – man ahnt, da schwingt etwas ganz schlimmes im Hintergrund mit, kann sich aber nicht von der Faszination losreißen. Leider hat die Serie nie so wirklich die Aufmerksamkeit bekommen die sie verdient hat und ist daher wohl immer noch ein Geheimtipp.

The Big Bang Theory

(279 Episoden in 12 Staffeln, 2007 – 2019, USA)

Als gegenüber der WG der beiden nerdigen Wissenschaftler Leonard (Johnny Galecki) und Sheldon (Jim Parsons) die hübsche Kellnerin Penny (Kaley Cuoco) einzieht, ist das der Big Bang für eine Kette von Ereignissen, die das Leben der Nerds und ihrer Freunde für immer verändern wird. Die größte Sitcom der letzten Dekade setzte Maßstäbe. Die Nerds waren nicht mehr nur freakige Sidekick sondern die Hauptfiguren – und waren eben nicht nur verschlossene Nerds, sondern erfolgreich im Beruf und damit ein wichtiger Teil der Gesellschaft. Nur eben mit einigen Problemen im Zwischenmenschlichen. Die Serie war schon von Beginn an sehr witzig (was nicht selbstversändlich ist für eine Sitcom) und wurde auch im Laufe seiner Lebenszeit nie so schlecht, wie sie manche gemacht haben. Es war wohl auch eine der ersten Serien, die das Schauen und Vergöttern von anderen, realen TV-Serien zum Thema gemacht haben und damit das Nerd-Tum tatsächlich in die Mitte der Gesellschaft gebracht haben. Passend zum Serienboom der 2010er Jahre war es auf einmal nicht mehr seltsam, Star Wars oder Superhelden Shirts zu tragen. Ob es nochmal eine vergleichbar große Sitcom geben wird? Die aktuell schon länger laufenden Serien wie The Goldbergs oder Brooklyn Nine-Nine haben zwar ihre Fans, erreichen aber (zumindest in Deutschland) nicht die Masse. Und ob die ach-so-tollen Dramedys der Streaming-Anbieter mit ihren 10 Folgen pro Jahr ähnliches erreichen können, bezweifle ich auch stark.

Black Mirror

(bisher 22 Episoden in 5 Staffeln, seit 2011, UK)

Ein altes Konzept fand mit Black Mirror in den letzten Jahren ein Revival: Die Anthologie-Serie, bei der jede Episode für sich steht und mit immer neuen Schauspielern und Storys in jeder Folge eine neue Welt eröffnet. Der Macher im Hintergrund ist Charlie Brooker, der die Ideen für alle Episoden hatte. Was ihnen allen gemein ist: Sie thematisieren den (meist negativen) Einfluß von Technik und Medien auf die moderne Gesellschaft. Die Bandbreite ist dabei sowohl inhaltlich, als auch von der Tonart her enorm. Dass davon nicht jede Geschichte funktioniert: Geschenkt. Besonders, nachdem Netflix das Zepter von Channel 4 übernommen hatte, ist die Qualität spürbar abgesackt. Ändert aber nichts daran, dass einige Folgen zum Besten gehören, was die Sciene Fiction in den letzten Jahren hervor gebracht hat.

BoJack Horseman

(77 Episoden in 6 Staffeln, 2014 – 2020, USA)

Die Zeichentrickserie erzählt die Geschichte des ehemaligen Serienstars BoJack Horseman, der den Höhepunkt seiner Karriere überschritten hat und nun ernsthaft klären muss, wie sein Leben weitergehen soll. Und ja, BoJack ist ein Pferd. Wie nähert man sich am Besten den Themen Depression, Einsamkeit und Alkoholmissbrauch? Vielleicht muss es ja eine Zeichentrickserie sein, in der Menschen und vermenschlichte Tiere gleichberechtigt zusammen leben. In der Serie steckt so viel Herz und Wahrheit, dass man sich vor dem Fernseher mehr als einmal ertappt fühlt. Sicher hat die Serie auch Sitcom-Witz, aber auf den kommt es nicht an. Er ist nur dafür da, um die Zuschauer anzulocken, hängen bleiben sie aus anderen Gründen. Es ist nämlich von Anfang bis Ende eine runde und stimmige Sache. Zeichentrick für Erwachsene.

Braunschlag

(8 Episoden in 1 Staffel, 2012, Österreich)

Die Österreicher sind anders als wir. Zumindest die Künstler. Skuriller. Mutiger. Abgedrehter. Die Serie von David Schalko ist dafür ein tolles Beispiel. Der Bürgermeister (Robert Palfrader) der kleine Gemeinde hat die aberwitzige Idee, ein Marienwunder zu inszinieren, um damit Touristen anzulocken und die Kassen aufzufüllen. Das läuft natürlich furchtbar aus dem Ruder und am Ende ist nichts mehr so, wie es mal war. Der Cast ist groß und macht Spaß (alleine schon Nicholas Ofczarek als Besitzer der maroden Dorfdisco) und die Story ist sich für keinen Schlinger zu Schade. Teilweise ist es so, als hätte David Lynch hier ein österreichisches Gesellschaftsdrama entworfen – so abgedreht wie manche der Einfälle sind. Die Serie hört mit einem riesigen Bang auf, der mir zunächst eigentlich etwas zu viel war, aber mit etwas Abstand doch perfekt zu dieser Serie passt. Abtreten mit dem ganz großen Gong.

Breaking Bad

(62 Episoden in 5 Staffeln, 2008 – 2013, USA)

Ein an Krebs erkrankter, biederer Chemielehrer (Bryan Cranston) wird zum skrupellosen Drogenbaron und läutet damit die große Zeit der Fernsehserien ein. Düsteres Drama wird hier gepaart mit einem Hauch schwarzen Humor. Einem herausragendem Hauptdarsteller werden hier eine ganze Reihe von skurillen Nebenfiguren an die Seite gestellt (von denen Saul Goodman später sein eigenen Spin-Off erhalten sollte). Die Bilder waren langsam und kunstvoll und die Autos fahrende Blechhaufen. Der Einfluß auf die Pop-Kultur war beträchtlich. Eine ganze Weile sah man ständig nerdige junge Leute mit Los Hermanos Shirts rumlaufen. Und kannte vorher in Europa jemand die Stadt Albuquerque?

Broadchurch

(24 Episoden in 3 Staffeln, 2013 – 2017, UK)

Krimis sind langweilig und bieder? Nicht, wenn es Broadchurch ist. Nach dem Tod des kleinen Danny geht das Misstrauen in dem kleinen englischen Dorf um. Der neue DI Hardy (David Tennant) kümmert sich mit seiner Kollegin DS Miller (Olivia Colman) um die Ermittlung. Ein Mord in einer kleinen Stadt, den ein externer Detektiv aufklären soll? Das klingt alles ein wenig nach Twin Peaks, ist aber bei weitem nicht so skurill und hat überhaupt keinen Mystery-Einschlag. Aber auch hier lernt man eine komplette Dorfgemeinschaft kennen und fühlt den Einschlag, den der schreckliche Mord hinterlassen hat. Man rätselt mit, wer steckt hinter dem Mord? Diese Whodunit-Krimis können mich ja immer unheimlich fesseln, wenn sie denn gut gemacht sind, und das ist dieser hier ganz besonders. Die erste Staffel ist unglaublich fesselnd, die damit zusammenhängende zweite kommt da nicht mehr ganz ran. Die dritte Staffel behandelt schließlich noch mal einen neuen Fall und macht auch das nicht schlecht.

Chernobyl

(5 Episoden in 1 Staffel, 2019, UK)

Zu einer Zeit, als die Streaming-Anbieter längst so gut wie überall angekommen waren, tauchte auf einmal eine Serie vom schon mehrfach totgesagten Sky auf, die zusammen mit HBO eine Mini-Serie zum Reaktorunglück in Tschernobyl aufgesetzt haben, die tatsächlich großflächig gehyped wird. Völlig unaufgeregt, nüchtern und ohne Effekthascherei werden hier die damaligen Ereignisse nach erzählt, gezeigt, wie die Figuren von Jarred Harris und Stellan Skarsgard versuchten, durch einen immensen Materialeinsatz und durch lebensgefährliche Missionen der einfachen Arbeiter, noch schlimmeres zu verhindern. Das mit anzusehen ist dramatisch und tut fast körperlich weh. Den Machern ist hier großes Fernsehen gelungen und Chernobyl war zurecht bei IMDB eine Zeit lang die am besten bewertetste Serie aller Zeiten.

The End Of The F*** World

(16 Episoden in 2 Staffeln, 2017 – 2019, UK)

Die beiden Teenager James (Alex Lawther) und Alyssa (Jessica Barden) flüchten vor ihren Problemen durch das Land und geraten dabei immer tiefer in einen Strudeln von negativen Ereignissen, die auf sie einprasseln. Und wie es so ist bei Road Movies, je weiter sie sich von ihrer Heimat entfernen, desto mehr finden sie zu sich selbst. Die auf einem Comic basierende Serie ist kurzweilig und flott durch gesehen, was vor allem an der gelungenen lockeren Erzählart liegt. Die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren passt und weil man sie so gut verstehen kann, kann man ihnen auch ihre gegenseitigen Gemeinheiten verzeihen. Sogar die vorab nicht geplante zweite Staffel funktioniert ausgesprochen gut. Wer gerne Geschichten über das Erwachsenwerden sieht, kommt an dieser englischen Serie nicht vobei.

Stranger Things

(bisher 25 Episoden in 3 Staffeln, seit 2016, USA)

Lange hatte ich mich dagegen gewehrt, mir diese Serie anzuschauen. Jeder hatte davon geschwärmt, das war mir etwas suspekt. Aber dann habe ich ihr doch noch eine Chance gegeben und war schnell überzeugt. Ja, hier stimmt wirklich so einiges. In der amerikanischen Kleinstadt Hawkins gehen seltsame Dinge vor sich, aber nur die Teenie-Gruppe (um Finn Wolfhard, Gaten Matarazzo und Caleb McLaughlin) scheintzu merken, dass da etwas größeres passiert. Hilfe bekommen sie von der seltsamen Eleven (Millie Bobby Brown) und Chief Hopper (David Harbour), vielleicht dem einzigen Erwachsenen, der hier überhaupt etwas kann. Die Serie wirkt wie eine Mischung aus Stephen King und Steven Spielberg und schafft eine seltsam vertraute Retro-Welt, auf die sich alle Zuschauer einlassen können. In den guten Zeiten ist das eine tolle Mischung zwischen unterhaltsamen Wohlfühl-Fernsehen und familiengerechtem Grusel, wenn die Story etwas dünner wird, kann es aber auch schnell zu einem etwas nervigen Jump’n'Run werden.

Suits

(134 Episoden in 9 Staffeln, 2011 – 2019, USA)

Der erfahrene Anwalt Harvey Spector (Gabriel Macht) stellt den jungen und genialen Mike Ross (Patrick J. Adams) als neuen Anwalt in seiner Kanzlei ein, obwohl dieser über keine Zulassung verfügt. Das ist die Ausgangssituation, aus der sich alles weitere in dieser Serie ergibt. Noch eine Anwaltsserie? Nein, das trifft es eigentlich nicht. Die Fälle (meist aus dem Bereich der Wirtschaft, was es dem Laien noch schwerer macht, ihnen zu folgen) spielen oft nur eine untergeordente Rolle in der Serie, es geht viel mehr um Freundschaft, Allianzen und Loyalität. Und das bei einer fast gleichbleibenden Qualität über die gesamte Serie hinweg. Ja, teilweise wird es soapig und die Story wiederholt sich etwas, das schadet dem Vergnügen aber nicht, weil die Charaktere einem über die Zeit hinweg sehr ans Herz gewachsen sind. So geht Unterhaltung.

True Detective

(24 Episoden in 3 Staffeln, 2014 – 2019, USA)

Und noch eine Anthologie-Serie, allerdings wechselt hier das Thema “nur” jede Staffel. Wobei die erste Staffel mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson gleich Maßstäbe gesetzt hat, mit ihrer schauerlichen Grundstimmung, den wortgewaltigen Dialogen und der über viele Jahre verzweifelten Suche nach der Wahrheit. Mit Ansage konnte die zweite Staffel mit Colin Farrell, Vince Vaughn und Rachel McAdams das Niveau nicht halten, obwohl sie eigentlich auch etwas besser ist als ihr Ruf. Die dritte Staffel mit Mahershala Ali und Stephen Dorff vertraute dann wieder auf einige Bausteine der Premiere. Insgesamt eine Serie, die jeder Anhänger von langsam erzählten Crime-Stories gesehen haben sollte.

The Walking Dead

(bisher 147 Episoden in 10 Staffeln, seit 2010, USA)

Wer hätte gedacht, dass eine Zombieserie das Potential für einen internationalen Straßenfeger hat? Schön, dass sich manches nicht voraussehen lässt. Als Rick (Andrew Lincoln) damals im Krankenhaus aus dem Koma erwacht ist, betrat er eine neue Welt: Ein Virus hat die Toten nicht sterben lassen sondern sie zu blutrünstigen Zombies verwandelt, die Regeln der modernen Gesellschaft gelten nicht mehr, es herrscht Anarchie. Und seitdem verfolgen wir das Schicksal der Überlebenden, die sich in Gruppen zusammen raffen und immer wieder auf andere Überlebende treffen. Und wir lernen, nicht die Zombies sind die eigentliche Gefahr, sondern die Menschen. Wenn man sich den Horror, Ekel und den Verbrauch an Kunstblut anschaut, kann man nicht so recht glauben, dass daraus wirklich so eine großes Ding geworden ist, aber die Zuschauer waren gefesselt. Den letzten großen Aufreger gab es dann, als Negan (Jeffrey Dean Morgan) das erste Mal seinen Baseballschläger schwang und man monatelang nicht wußte, wen es getroffen hat. Danach war dann leider, und das gehört auch zur Geschichte dieser Serie, ein wenig die Luft raus. Die Zombies tauchen nur noch auf, wenn sie aus Spannungsgründen grade gebraucht werden, und das Treffen auf andere Gruppen scheint sich zu wiederholen. Trotzdem, nach all den Jahren gehört es fast zur Tradition, den letzten Überlebenden weiter zu folgen, auch wenn einem die meisten davon mittlerweile egal geworden sind.

Damit kommen von meinen Top 13 – Serien insgesamt 8 aus den USA, weitere 4 aus UK und eine von unseren geschätzten Nachbarn aus Österreich. Beim Genre-Mix habe ich versucht, möglichst viel abzudecken. Von Comedy bis zu Crime, von Drama bis zu SF, von Horror bis Zeichentrick. Aber wir sollten mal darüber reden, warum ich eine Vorliebe für Serien mit “B” zu haben scheine.

Was stand bei mir noch auf der Short-List für das Ranking? Knapp verpassten haben es The Sinner, Spuk in Hill House und The Handmaid’s Tale. Sherlock und American Crime Story haben wegen enttäuschenden Folgestaffeln es nicht in die Auflistung geschafft – Dexter hatte seine besten Zeiten sowieso komplett im vorherigen Jahrzehnt. Für Better Call Saul habe ich der Hauptserie den Vortritt gelassen. Von den klassischen Crime-Shows, die ich ja nach wie vor ganz gerne schaue, war How To Get Away With Murder am dichtesten an der Aufnahme in diese Liste dran. Und bei Game of Thrones schließlich hatte ich völlig gelangweilt bereits nach der ersten Staffel die Sichtung aufgegeben. Fantasy ist nach wie vor einfach nicht meins.

Was habt ihr von diesen Serien gesehen? Was waren eure Serien-Highlights der letzten 10 Jahre?

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Nummer Neun unterwegs in Bayern

Man muss (und kann) ja nicht immer weit weg fahren, um sich mal eine kleine Auszeit zu nehmen. In den vergangenen Wochen habe ich mir einige schöne Sachen in Bayern angesehen, meiner aktuell üppigen Freizeit und dem Besuch der Eltern vor einigen Wochen sei Dank. Es folgen viele Fotos.

Murnau am Staffelsee

Den Anfang machte eine kurze Zugfahrt nach Murnau am Staffelsee Ende Januar. Es war insgesamt mein zweiter Besuch hier, das erste Mal war ich vor vielen Jahren im Sommer in der kleinen Stadt. Mein Eindruck hat sich im Winter jetzt noch einmal bestätigt: Der Ortskern ist ganz kitschig hübsch und der See, der dieses Mal größtenteils zugefroren war, auch ganz nett. Beides kann man aber in ähnlicher Form an vielen Orten in Bayern sehen. Und da liegt der Bahnhof auch etwas besser: In Murnau muss man sowohl in die historische Altstadt als auch zum See runter jeweils etwas laufen.

Rosenheim

Da mein Vater ein sehr großer Fan der Rosenheim-Cops ist (angeblich hat er auch mit dem Dialekt keine Probleme), war es doch mal an der Zeit, die dazu gehörige Stadt zu besuchen. In Rosenheim gibt es sogar eigene Stadtführungen extra für die Serie – aber nicht an dem Tag, an dem wir dort waren. So haben wir uns dann nur den historischen Ludwigsplatz angesehen und die sich anschließende Fußgängerzone.

Schliersee

So langsam wird der Schliersee wirklich zu meinem Lieblingssee in Bayern. Kitsch pur mit dem klaren Wasser und den schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Und der Zug bringt einem fast bis direkt an den See. Einen wunderschönen Ausblick über den See und den Ort hat man von der Sankt Georg Kapelle aus. Der Ort Schliersee selbst ist klein und überschaubar mit einigen netten Gasthäusern – wir waren mittags sehr gut im Hofhaus am See essen. Immer wieder ein sehr lohnender Ausflug!

Zugspitze

Für den Ausflug auf die Zugspitze – bekanntermaßen ja immerhin der höchste Berg des Landes – hatten wir richtig Glück mit dem Wetter. Es war zwar noch kalt, aber sehr sonnig und klar. Und so konnte man von der Zugspitze aus auf der einen Seite bis nach München schauen und auf der anderen Seite das Bergpanorama bewundern. Es war eniges los, viele Skifahrer waren unterwegs. Der Ausflug auf die Zugspitze ist kein billiger Spaß, für die Rauf- und Runterfahrt – wahlweise mit der alten Zahnradbahn oder mit der neuen Gondel – zahlt man ungefähr 50€ pro Nase. Auf dem Zugspitzplatt, der Endstation der Bahn, kann man ganz schön ein wenig spazieren (oder eben skifahren), von hier aus bringt einem eine kleinere Gondel in ein paar Minuten bis zur eigentlichen Bergstation, die in alle Richtungen einen tollen Ausblick bietet. Dazu gibt es hier ein modernes SB-Restaurant. Wagemutige können von hier sogar noch bis zum Gipfelkreuz hoch.

Eibsee

Unterhalb der Zugspitze, am Ausgangspunkt sowohl der Gondel als auch der Zahnradbahn, liegt der Eibsee. Bei meinem ersten Besuch hier wurde ich von einem biblischen Regenschauer überrascht, dieses Mal war er zugefroren. Aber irgendwann muss ich hier auch noch mal länger hin und einmal drumrum wandern.

Die Ausflüge sind alle von Ende Januar bis Mitte Februar passiert. Wie man sieht, hinke ich mit dem Eintrag ein wenig hinterher. Eigentlich hatte ich für Ende der Woche den nächsten Ausflug eingeplant der dann auch gerne etwas länger hätte dauern dürfen. Aufgrund der aktuellen Situation wird das aber wohl erst einmal nichts werden. So klappt es bei passendem Wetter also bestenfalls mit ein paar Spaziergängen in München. Wie am Sonntagnachmittag mit dem Spaziergang zur kleinen und feinen Blutenburg.

Beste Grüße an alle Mitleser. Welche Ausflüge macht ihr in eurer Heimat am liebsten?

Bleibt gesund!

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