Aero-Vederci Baby

Abschiedstour Aerosmith, das Ticket dafür war meine teuerste Konzertkarte aller Zeiten. Aber hätte ich noch etwas mehr ausgegeben und mir Front of Stage Tickets geleistet, hätte ich vielleicht auch etwas mehr gesehen. So stand ich schon ziemlich weit weg von Steven Tyler & Co. Von den unzähligen Smartphones vor meiner Nase ganz zu schweigen. Zum Glück haben die Telefone keine Wählscheibe mehr. Na, wie viele sind hier auf diesem Bild zu sehen?

Als Vorband war übrigens Foreigner mit dabei. Ja, die gibt’s noch. Nein, das meiste von ihnen habe ich verpasst, weil ich ewig lange in der Einlassschlange stand. Aber kein Problem, ich war ja wegen Aerosmith da. Und die lieferten, als sie nach einem Video-Intro auf die Bühne am Münchner Königsplatz kamen.

Tyler wirkte für seine 69 Jahre ausgesprochen fit auf der Bühne, nicht jeder seiner Mitstreiter war so frisch wie er. Aber sie klangen immer noch gut zusammen, das Konzert lebte von mehr als nur einem Retro-Charme. Und sie hatten viele Hits dabei, spätestens mit Cryin hatten sie das Publikum um den Finger gewickelt. Livin’ on the Edge, Love in an Elevator und Janie’s got a gun folgten, Schlag auf Schlag, ohne große Show oder langen Ansagen dazwischen. Danach driftete es etwas weg, bis dann mit I don’t want to miss a thing das Highlight des Abends folgte.

Aerosmith Setlist Königsplatz, Munich, Germany 2017, Aero-Vederci Baby!

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Das tolle Beatles-Cover Come Together und Looks Like a Lady beendeten das reguläre Set. Die Zugabe-Rufe danach waren zwar etwas verhalten, aber es sind ja alles Profis, sie kamen für Dream On und natürlich zum Konfetti-Regen bei Walk This Way wieder. Crazy fehlte leider im Set.

Um kurz vor 11 war es dann vorbei und die Menschenmasse löste sich auf in Richtung U-Bahn und Hauptbahnhof. Das Konzert war echt teuer, aber es war es schon wert – vielleicht sogar hätte man noch das zusätzliche Geld für die besseren Tickets investierten sollen. War ja immerhin ihre Abschiedstour. Oder?

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Südkorea 2017: I Seoul

Südkorea also! Nach einiger Überlegung, ob ich das nicht doch noch canceln sollte, landete ich nach einem ewig langen Flug in Incheon, dem internationalen Flughafen Seouls. Mein Hotel hatte mir vorab eine Beschreibung geschickt, wie ich zu ihnen kommen konnte und an die hielt ich mich auch genau. Mit dem Limousinen-Bus ab einem bestimmten Ausgang vom Flughafen – Zielstopp fast direkt vor meinem Hotel. Es klappte alles ohne Probleme. Die Fahrt dauerte etwas über eine Stadt, bis der Bus endlich im Zentrum Seouls angekommen war. Nach der langen Reise und wegen der Zeitverschiebung, Korea ist uns 7 Stunden voraus, musste ich mich erst einmal hinlegen.

Danach ging es mir etwas besser und ich machte mich auf meine erste Entdeckungsreise in diese riesige Stadt. Ich wollte das sehen, was ich bereits von Fotos her kannte und woran ich Suche nach einem Hotel ausgerichtet hatte: Die Promenade am Cheonggycheon. Diese wurde erst vor einigen Jahren zu ihrem jetzigen Stand umgebaut. Mitten im Zentrum, zwischen den glitzernden Glasfassaden der Bürotürme, hat die Stadt einen kleinen Wasserstreifen kultiviert, der auf beiden Seiten zum spazieren einläd. Viele Laternen und Kunstinstallationen verschönern die Promenade – besonders jetzt, in der Geburstagswoche von Buddha, als sich alles schon auf das große Lotuslaternenfest vorbereitete. Und so war dieser kleine Park zu jeder Tages- und Nachtzeit recht gut besucht und wurde zu meinem Lieblingsplatz in der Stadt.Am nächsten Morgen ging das Touristenprogramm los. Die Wahl war recht nahe liegend: Von meinem Hotelzimmer aus hatte ich bereits die Aussicht auf Deoksugung, einem der vielen Tempel in Seoul. Ich musste dafür nur den Seoul Plaza überqueren, schon stand ich davor. Und hatte Glück: An diesem Tag fand eine Probe zu den Feierlichkeiten zu Buddhas Geburtstag statt, daher gab es dort Musik und Tanz von vielen Menschen in alter, koreanischer Kleidung. Nicht schlecht erwischt für den ersten, richtigen Tag im Land!

Nach diesem ersten Highlight folgte ich der riesigen Sejong daero, die einen direkt zur größten Tempelanlage der Stadt führte: Gyeongbokgung. Sobald man das Haupttor passiert hatte, ließ man die stressige Großstadt hinter sich und fühlte sich um Jahrhunderte zurück versetzt. Diese Ruhe! Diese harmonische Einbettung der Anlage in den Park! Das hat mir richtig gut gefallen. Viele junge Koreaner nutzten die Location, um sich hier gegenseitig in ihren schönen Trachten zu fotografieren. Ja, spätestens jetzt hatte Seoul mich.Danach war es dann erst einmal gut mit den Tempeln. Über die Einkaufsstraße Insadong-gil und dem festlich geschmückten Jogyesa ging es wieder zurück in Richtung Cheonggycheon. Dort wurden dann später am Abend die Straßen für den großen Laternenumzug gesperrt.Wer statt den Tempeln eher auf Shopping steht, auch der wird in Downtown Seoul fündig. Myeong-dong heißt das Einkaufsmekka, hier stehen die modernen Shoppingcenter und die großen Geschäfte mit ihren glitzernden Fassaden. Nur ein paar Meter davon entfernt verlaufen die Straßen des Namdaemun-Marktes, in dem sich ein Stand neben den anderen reiht. Hier kann man nun wirklich alles finden – außer Postkarten, die es im ganzen Land eigentlich nicht gab.Ebenfalls einen Besuch wert ist der N Seoul Tower, eines der Wahrzeichen der Stadt. Der Turm ist fast von überall zu sehen,  dafür hat man von ihm aus einen tollen Blick über die ganze Stadt. Besonders wenn die Dämmerung einsetzt und es langsam dunkel wird, ist der Ausblick sehr eindrucksvoll. Man kann dort auch etwas essen, aber ein Tipp dazu: Nur weil da steht, The Best Burger in Seoul, muss es nicht stimmen. Hoffe ich jedenfalls für die Stadt.Seoul hat insgesamt fünf Paläste zu bieten. Der Palast der blühenden Tugend, Changdeokgung, ist dabei der einzige, der sich Weltkulturerbe nennen kann. Ihm angeschlossen ist der Geheime Garten, für den man allerdings eine Extra-Karte kaufen muss und man nur im Rahmen einer Führung besichtigen kann. Da ich auf diese zu lange hätte warten müssen, habe ich mich mit dem Tempel alleine begnügt.Danach bot sich ein Besuch des um die Ecke gelegenen Bukchon Hanok Village an, ein Geflecht mit vielen kleineren Gassen und traditonellen Häusern. Zum Essen findet man hier auch genug Möglichkeiten, ich griff bei einem schönen Bibimbap zu – allerdings aufgrund von Sprachschwierigkeiten bei einer vegetarischen Variante.

Wer sich eher für politische Geschichte interessiert, auch dafür hat Seoul einiges zu bieten. Dazu gehört zum einen ein Besuch der Demilitarisierten Zone DMZ zu Nordkorea, das ist der klassische Tagesausflug von Seoul aus, zu dem ich beim nächsten Mal etwas schreiben werde. Aber auch das kostenlose War Memorial Museum mit seinen monströsen Ausdehnungen lohnt einen Besuch. Das Museum besteht zum einen aus einer Ausstellung zur über 4000 Jahre langen Kriegsgeschichte des Landes, welche auch eines der Schildkrötenschiffe aus dem 16. Jahrhundert enthält. Zum anderen kann man danach im Außenbereich sehr viel modernes Kriegsgerät begutachten.Und so verbrachte ich dann eine Woche in der südkoreanischen Hauptstadt. Das Wetter war dafür ideal, wie im mitteleuropäischen Frühsommer. Das meiste hatte ich mir im Zentrum angesehen, dort ist vieles zu Fuß zu erreichen. Aber auch das U-Bahn System funktioniert gut. Da sollte man sich nicht von der Sprache abschrecken lassen, man hat es sehr schnell gelernt.

In Seoul habe ich in insgesamt zwei Hotels gewohnt. Die ersten Nächte habe ich im Hotel President verbracht – großes Zimmer, wirklich eine Top-Lage – die letzte Nacht im Gulden Tulip M Hotel, was etwas moderner war und die beste Dusche auf der ganze Reise bot, aber einen Tick weiter von den Tempeln entfernt war. Empfehlen kann ich letztlich beide.Schweren Herzens musste ich mich schließlich doch von Seoul verabschieden. Von Seoul Station aus nahm ich einen Zug Richtung Süden – Cheonan war das Ziel, eine Stadt mit immerhin auch knapp 600.000 Einwohnern. Was es da zu sehen gab, erfahrt ihr im nächsten Eintrag.

I: Seoul – II: DMZ & Cheonan – III: Busan – Outtakes

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7 Gründe für den KSC-Abstieg

Aus, aus, endlich vorbei! Diese vermaledeite Saison für den KSC hat endlich ein Ende. Womit vor der Saison nicht unbedingt zu rechnen war, ist nun eingetreten. Die wenigsten Tore geschossen, die meisten Gegentore kassiert, Platz 18, Abstieg in die Liga 3. Nur 25 Punkte, das sind noch weniger Punkte als bei den ersten beiden Abstiegen aus der 2. Liga.  Wie konnte es nur so weit kommen?

1. Die Kaderplanung vor der Saison

Nach den Abgängen in den letzten Jahren von Spielern wie Hennings, Yabo, Max und Gulde, kamen vor dieser Saison drei Spieler, die ein Versprechen auf die Stammelf waren. Die Rechnung ging allerdings nicht auf. Figueras hatte mehr Probleme mit sich selbst und den Anschuldigungen der Spielmanipulation zu kämpfen und entpuppte sich als zu langsam für die Liga. Nach einem guten Spiel konnte man sich sicher sein, dass er im nächsten Spiel zwei große Böcke drin hatte. Kom kam aus Tunesien und hat mehr als ein halbes Jahr gebraucht, bis er ein ernsthafter Anwärter auf die Startelf war. Stoppelkamp konnte am Ball alles, außer abspielen. War stets sehr engagiert, aber spielte isoliert. Damit erwies sich die neue Achse erst einmal als Flop.

Die Bilanz der anderen Neuen war dagegen nicht so schwach. Der junge Kamberi bekam mehr Einsatzzeit als erwartet, bis er sich schwer verletzte. Kinsombi stand in seiner ersten Zweitligasaison oft in der Startelf, musste aber auch Lehrgeld zahlen. Mavrias und Yann ergänzten den Kader und hatten auch ihre Momente.

Als zu schwach eingestuft wurden dagegen vor der Saison die Stürmer Köpke und Nazarov. Beide landeten bei Erzgebirge Aue und erzielten dort 19 Treffer – das sind ca. 50% aller Tore des Vereins. Man kann sagen, sie schossen ihren neuen Verein zum Klassenerhalt.

2. Die wischi-waschi Zielvorgabe

Jeder, der arbeiten geht, weiß, wie wichtig Zielvorgaben sind. Sie sollen motivieren, heraus fordern und relevante Ziele enthalten. Und sie müssen objektiv nachprüfbar sein. KSC-Präsident Wellenreuther gab vor der Saison diese Ziele aus:

Erstens soll der KSC einen attraktiven Fußball spielen, damit viele Zuschauer ins Stadion kommen. Zweitens soll am Ende der Saison kein Verein vor uns stehen, der einen kleineren Lizenzspieleretat hat als der KSC. Drittens wollen wir alle baden-württembergischen Duelle gewinnen.

Relevant war keines dieser drei Ziele. Klar verfehlt wurden sie dagegen schon.

3. Etablierte Spieler mit unerklärlichen Formschwankungen

Es wäre einfach, die schlechte Saison nur auf die Neuen zu schieben. Es gab auch genug etablierte Spieler, die nicht ihre Leistung abrufen konnten, egal unter welchem Trainer. Valentini, Diamantakos, Torres, Yamada oder Thoelke – keiner von denen war im Stande, über einen längeren Zeitraum der Mannschaft zu helfen.

4. Die Startelf aus der Lostrommel

Die vier Trainer setzten insgesamt 36 Spieler ein. Davon landeten 32 auch mal irgendwann in der Startelf. Im Schnitt gab es 3 Wechsel pro Spieltag. Es war nur ein kurzer Weg vom Rasen auf die Tribüne und wieder zurück. Lediglich 3 mal wurde die Startelf nicht verändert: Am 6., am 10. und am 27. Spieltag. In diesen drei Spielen wurden dann 4 Punkte geholt, das ist schon überdurchschnittlich für diese Saison.

5. Das defensive Mittelfeld brach auseinander

Die wichtigste Position im modernen Fußball startete mit argen Problemen in die Saison. Alle 3 eingeplanten Spieler auf dieser Position hatten ihre eigene Story: Prömel fiel nach der Olympiateilnahme erst einmal in ein Loch und zeigte sich oft überfordert. Krebs verletzte sich schwer und kam erst im Laufe der Rückrunde zurück. Kom musste sich an die Liga gewöhnen. Und so wurde hier viel ausprobiert. Erst in der Rückrunde kam mit Meffert etwas Stabilität auf diese Position, aber keine wirkliche Verbesserung.

6. Mehr Masse statt Klasse in der Winterpause

In der Winterpause wurden weitere 5 Spieler verpflichtet. Allerdings mehr Talente, als die dringend benötigten Führungsspieler. Und auf mehr als 8 Startelfeinsätze kam keiner von ihnen. Wenn man mit ihnen das Ruder rumreißen wollte, ist das gründlich schief gegangen. Alle Vereine, die zur Winterpause hinter dem KSC standen, stehen in der Rückrundentabelle unter den besten 9 Teams.

7. Man sprach mehr übereinander als miteinander

Wellenreuther über Todt und Oral. Oral über Reich. Kreuzer über einzelne Spieler. Es wurde viel gesprochen in dieser Saison. Aber gerne übereinander, nicht miteinander. Schuld waren oft die anderen.

Am Ende steht nun der Abstieg. Mehr als der Gewinn des Harder 13 Cups und Kempes Tor des Monats ist auf der Positivseite dieser Saison nicht zu finden. Jetzt darf man diesen Absturz in den nächsten Jahren wieder ausbügeln. Die Kaderplanung läuft und muss dann auf Anhieb passen, um das Ziel direkter Wiederaufstieg zu erreichen.

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Ein Tag beim Eishockey

Grade noch rechtzeitig zurück gekommen vom ersten Biergarten-Besuch des Jahres, um beim entscheidenden Eishockey-Spiel zwischen Deutschland und Lettland wenigstens ab Ende des zweiten Drittels dabei zu sein. Das deutsche Team braucht einen Sieg um ins Viertelfinale der Heim-WM ein zu ziehen. Sie führen 2:0, es sieht ganz gut aus.

Aufgrund meines Urlaubs habe ich bisher nicht besonders viel von dem Turnier sehen können. Allerdings war ich dafür am Samstag live in Köln dabei. Dank eines Tagestickets konnte ich dort gleich 3 Spiele in der Lanxess Arena verfolgen. Ein paar Bilder von diesem Tag:

Lettland – USA 3:5

Ein enges Spiel, den Sympathien in der Halle galten den Außenseitern aus Lettland. Die gingen tatsächlich desöfteren verdient in Führung. Die USA konnte jeweils ausgleichen und dann am Ende das Spiel für sich entscheiden.

Russland – Slowakei 6:0

Von Anfang zeigten die Russen, wer hier der Chef im Ring ist. Bereits nach wenigen Minuten gehen sie 1:0 in Führung und lassen diese sich auch nicht mehr nehmen. Das Puckspiel der Russen ist beängstigend. Links, rechts, links, Schuss – man kann kaum folgen, so schnell geht das. Das ist eine ganz andere Sportart. Die Stimmung in der Halle ist fantastisch, die vielen russischen Fans machen ordentlich Stimmung und wenn erst einmal Scooter erklingt, ist kein Halten mehr.

Italien – Deutschland 1:4

Nach der Niederlage gegen Dänemark musste das deutsche Team gewinnen, um sich die Chance aufs Viertelfinale zu bewahren. Ein frühes 1:0 sorgte nicht zur Beruhigung der Nerven, die Italiener kommen mit dem ersten Schuss aufs Tor postwendend zum Ausgleich. Im zweiten Drittel ziehen die Deutschen auf 4:1 weg. Im letzten Drittel sollte schließlich nichts mehr anbrennen.Das Spiel gegen Lettland wurde dann noch ganz großes Drama. Die Letten drehten den Spielstand noch auf 3:2, das deutsche Team konnte sich 30 Sekunden vor Schluß durch den Ausgleich noch in die Verlängerung retten. Es kam zum Penalty-Schießen. 3 Schützen auf jeder Seite. Die ersten 5 vergeben alle. Der sechste am Puck: Frederik Tiffels. Und der gebürtige Kölner behält die Nerven, verwandelt den Penalty und schießt damit Deutschland ins Viertelfinale!

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Südkorea – Outtakes von A bis Z

So schnell vergehen zwei Wochen. Donnerstag Abend hat mich die Lufthansa wieder sicher in München abgesetzt. Am Anfang hatte der Flug ziemlich gewackelt, danach hat es sich einfach nur noch gezogen. Drei Filme habe ich auf dem Flug sehen können (The Founder, Die wilde Maus und Fences – wie aktuell die Mediathek doch ist), die kann man sich alle gut ansehen, auch auf dem kleinen Screen.

Genau wie Südkorea. Was für tolle zwei Wochen! Ich habe spannende Städte und exotische Tempel gesehen und mich in einem völlig anderen Kulturkreis bewegt. Ich hatte sogar richtig gutes Wetter! Bevor aber der ausführliche Reisebericht folgt (was wohl leider noch etwas dauern kann) – vorab schon mal ein paar Outtakes.

A wie Abenteuer: Da passt der Ausdruck Großstadt-Dschungel tatsächlich. Hochhaus-Schluchten mit Werbung und Hinweis-Schildern, geschrieben in einer Schrift, die man nicht lesen kann. Das kann sehr schnell abenteuerlich werden.

B wie Bier: Bekommt man überall und auch Sorten aus der ganzen Welt. In den Restaurants gab es oft San Miguel (bei dem ich ja sowieso immer an Urlaub denke) oder auch Corona, im Supermarkt habe ich auch Becks gesehen. Und wenn man etwas die Augen offen hält, schenken einige Restaurants deutsche Biere aus. Ich habe mich in der Zeit ja sehr an das Cass gewöhnt.C wie Cash: In Südkorea gibt es den Won. Dabei entsprechen 10.000 Won zur Zeit ungefähr 8 €. So weit, so klar. Problematischer ist da eher die Geldbeschaffung. Bei meiner Kreditkarte hatte ich die Geld-Abheben-Funktion nie frei geschaltet, so blieb mir nur meine EC-Karte. Und einen Automaten zu finden, der die akzeptiert, ist ein echtes Glücksspiel. Mein Tipp: Die Citibank am Cheonggyecheon inSeoul, der zweite Geldautomat von links. Davon abgesehen habe ich oft bargeldlos bezahlt, das macht man schon bei kleinsten Summern (ich bin auf die Abrechnung gespannt) und habe meine mitgebrachten 30 € vor Ort gewechselt – das war dann zum Schluß mein Notgroschen. Am Ende hatte ich noch knapp 5.000 Won in der Tasche.

D wie DMZ: Die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea ist ein beliebtes Ausflugsziel aus dem Süden. Die Busse fahren in Reihe dahin.

E wie Englisch: Können dort nicht viele. In den Großstädten wie Seoul und Busan kommt man damit grade noch so zu recht. Auf dem Land wird die Verständigung dann noch schwieriger (aber das ist in Bayern ja genau so). Da wurde es dann im Restaurant teilweise echt zum Problem.F wie Fotografieren: Zum Glück braucht man dafür nicht viele Sprachkenntnisse. Wenn man mit der Kamera in der Hand auf jemanden zu geht und dabei freundlich lächelt, wissen die anderen schon, was man von ihnen will. Ich bin irgendwann dazu übergegangen, immer die jungen Frauen zu bitten, ein Foto zu machen. Der Grund dafür war ganz einfach: Die können das wenigstens. Bei vielen Familienvätern wundert man sich dagegen sehr, wie die Fotos danach aussehen.

G wie Geburtstagswoche: Happy Birthday! Ich war genau zu Buddhas Geburtstagswoche in Südkorea. Das zeigte sich in unheimlich vielen bunten Laternen und in vielen Straßenfesten. Das hat doch gut gepasst!

H wie Hygiene: Bei der Einreise wird man nach aktuellen Krankheiten befragt, sogar eine Wärmekamera achtet auf extrem überhöhte Temperatur. In Restaurants bekommt man meist ein Hygiene-Tuch zum Essen, Finger-Food wird so gehändelt, das man es nicht mit den Fingern anfassen muss und viele laufen mit Mundschutz durch die Straßen. Man ist auf der Halbinsel also äußerst vorsichtig, was die Ansteckungsgefahr an geht. Aber dafür werden die Naseninhalte gerne und lautstark hoch gezogen. Naja, jedem das seine.

I wie Internet: Jedes Hotel hat Wifi (in Qualität, die für Netflix ausreicht), in Restaurants gibt es das auch oft genug, dazu noch an vielen öffentlichen Plätzen. Abgeschnitten von der Welt ist man in Südkorea nicht.

J wie Japan: Kommt nicht wirklich gut weg in den Geschichts-Museen des Landes. Dort ist Koreas Besatzungszeit unter den Japanern noch sehr präsent und emotional aufgeladen.

K wie Kimchi: In koreanischen Restaurants bekommt man gerne einige Beilagen zu seinem Essen serviert. Das kann alles mögliche sein, was aber immer dabei ist, das ist Kimchi. Dabei handelt es sich um einen in einer Art Chilipaste eingelegten Kohl. Und wenn es nicht zu scharf ist, kann man den eigentlich ganz gut essen.

L wie Limonaden: im Urlaub steigt mein Cola-Konsum schnell in die Höhe. Nach einem Tag zu Fuß unterwegs gibt es doch nichts schöneres, als eine kalte Dose Coca Cola. Um etwas Abwechslung hinein zu bekommen, habe ich mich immer mal wieder an den bunten, koreanischen Dosen versucht. Wer glaubt, eine Bananen-Limo könnte lecker sein, dem muss ich diese Vorstellung nehmen. Ich hab’s versucht.M wie Mülleimer: Die Innenstadt von Seoul ist unglaublich sauber. Noch erstaunlicher wird das, wenn man nirgends Mülleimer stehen sieht. Mehr als ein Mal bin ich dabei verzweifelt, meinen Plastikbecher mit dem frisch gepressten Saft irgendwo entsorgen zu können.

N wie Nordkorea: Wenn man nicht die Nachrichten lesen würde, würde man nicht mitbekommen, dass es zur Zeit größere Spannungen gibt. Die Leute auf den Straßen ergeben sich ihrem Alltag, es gibt keine Lichterketten und auch keine Hamsterkäufe.

O wie Operationen: Wer hätte das gedacht? Südkorea gilt als Mekka der Schönheitschirurgie und es gibt angeblich einen regelrechten Tourismus aus China hier her. Was mir aufgefallen ist: Die Einkaufsstraßen sind voll von Kosmetik-Läden, die südkoreanische Frau von heute scheint sich ihre Schönheit einiges kosten zu lassen.

P wie Posen: Südkoreaner machen nun wirklich immer Fotos mit ihren Smartphones und Kameras. So war es in den Tempelanlagen, als sie sich gegenseitig in ihrer Tracht fotografiert haben, beim Essen, am Strand oder vor anderen Sehenswürdigkeiten. But first, let me take a selfie.

Q wie Queren: Auch hieran bin ich teilweise verzweifelt, bis ich die nächste Möglichkeit gefunden hatte, die vier- oder mehrspurigen Straßen zu überqueren.

R wie Regen: Genau einen Tag lang gehabt. Das ist alles.

S wie Supermärkte: An jeder Ecke gibt es die kleinen 24/7 Läden, wodurch die Versorgung mit Getränken zuverlässig gesichert ist. Damit sind sie das Äquivalent zu den Friseuren in deutschen Innenstädten.

T wie Tempel: Während man sich in den europäischen Metropolen die Kirchen anschaut, besichtigt man in Südkorea die Tempel. Aber wie schön die sind! Sie sind wirklich ein Ort der Ruhe und fügen sich sehr harmonisch in ihre Umgebung ein. Nur etwas irritierend ist es, dass manche Tempel mit einem umgedrehten Hakenkreuz verziert sind, das Zeichen Buddhas.

U wie U-Bahn: Sowohl Seoul, als auch Busan, verfügen über ein dichtes U-Bahn-Netz. Beide sind sehr effizient und günstig. Wenn man erst einmal verstanden hat, wie das ganze funktioniert, ist die Fahrt damit kein Problem mehr. Die Ansagen werden jeweils auch auf Englisch gemacht und Busan hat seine Haltestellen sogar durchnummeriert.

V wie Verständigungsprobleme: Nicht immer klappt die Verständigung auf Englisch gut. Neulich am Strand kam ein Pärchen auf mich zu und drückte mir ihre Kamera in die Hand, ich solle doch ein Foto machen. Mache ich natürlich und frage dann, ob sie dafür auch für mich eins machen können. Na klar, er nimmt sich meine Kamera, sie stellt sich neben mich und man sieht auf dem Foto, wie sie asiatisch typisch post und ich etwas verdutzt in die Kamera schaue.

W wie WC: Was das angeht, sind uns die Koreaner nun wirklich um Jahre – ach was sag ich, Jahrzehnte! – voraus. Wahrscheinlich kann das Ding sogar twittern.

X wie X-Beine: Nein, die haben die Koreanerinnen eher nicht. Warum man das so genau sagen kann: Ab 20 Grad wird hier kurzer Rock oder Shorts getragen. Können sie sich auch erlauben.

Y wie Yin und Yang: Deren koreanische Variante – Eum und Yang – bildet in rot und blau das Grundgerüst der südkoreanischen Flagge und ist umgeben von vier schwarzen Trigammen.

Z wie Zukunft: Vergangene Woche hat Südkorea einen neuen Präsidenten gewählt: Moon Jae-In, Menschenrechtsanwalt und Sohn eines nordkoreanischen Flüchtlings, ist das neue Staatsoberhaupt und will für eine Entspannung in der aktuellen Krise sorgen. Bei mir ist es weniger episch: Ich sitze ab Montag wieder im Büro.

Der richtige Reisebericht wird dann wohl erst in ein paar Tagen kommen. Der soll ja auch gescheid werden! Nun am Wochenende begebe ich mich erst einmal an den nächsten, exotischen Ort: Ich bin in Köln.

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