Leonardo Padura – Adiós Hemingway (2001)

Damit habe ich in diesem Jahr den sechsten Roman ausgelesen und meine bescheidene Quote aus dem vergangenen Jahr eingestellt. Wenn ich dran denke, dass ich vor zwei Jahren noch 10 Romane geschafft habe… ich sollte doch wieder mehr lesen. Oder kürzere Romane bevorzugen. So wie der aktuelle: Adiós Hemingway des Kubaners Leonardo Padura.

Die Kurzbeschreibung von Amazon: Vierzig Jahre nach Ernest Hemingways Tod wird auf seiner Finca bei Havanna eine Leiche gefunden, getötet mit zwei Kugeln aus einer Maschinenpistole seiner legendären Waffensammlung. War Hemingway ein Mörder? Auf Kuba gibt es nur einen, der diesem Fall gewachsen ist: Ex-Polizist Mario Conde. Im Zuge seiner Recherchen durchlebt Conde das Drama von Hemingways letzten Tagen in Kuba.

Das Fazit: Padura erzählt anhand einer klassischen Krimigeschichte die letzten Tage des Autors Ernest Hemingways in seiner Wahlheimat Kuba, ungeachtet dessen, was davon Fiktion und was Wirklichkeit ist. Und so ist es fast logisch, dass das auch die interessantere Geschichte ist. Seine Hauptfigur Conde wurde in Paduras vorherigen Werken als Polizist eingeführt, der sich am Ende eigentlich in den Ruhestand verabschiedet hatte und nun als Schriftsteller tätig ist – wie passend für die Geschichte, die er nun einige Jahre später veröffentlichte.

Die Erzählung springt dabei gekonnt zwischen Conde und dem Jahrzehnte vorher lebenden Hemingway hin und her, was die Geschichte spürbar aufpeppt. Über Kuba erfährt man in diesem Roman allerdings nicht allzu viel. Hemingway selbst hatte wenig Kontakt mit den Kubanern, und bei Conde steht mehr seine Hassliebe zu seinem ehemaligen Vorbild im Vordergrund. Durch ihn wird uns der amerikanische Autor näher gebracht, wie aus dem jungen Draufgänger eine alternder Schriftsteller geworden ist – der seine Unabhängigkeit aufgeben musste und nun auf Hilfe anderer angewiesen ist. Der seine Konkurrenten übelst beleidigte und seine loyalen Mitarbeiter gut behandelte.

Insgesamt ein netter, kleiner Roman für zwischendurch, das mehr Drama als Krimi ist. Aber wenigstens habe ich Lust bekommen, auch mal bei den richtigen Krimis um diesen Polizisten zu zu greifen.

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Ein Wochenende in Wien

Anfang November verbrachte ich ja kurzfristig ein Wochenende in Wien. Das Kasabian Konzert war der Anlass, die vier Stunden Bahnfahrt von München aus anzutreten. Das hätte ich aber natürlich nicht gemacht, wenn ich nicht gewusst hätte, dass Wien so schön ist. Es war nicht mein erster Besuch in der österreichischen Landeshauptstadt (ich habe dort sogar schon mal Silvester gefeiert und mich vor einigen Jahren im Hochsommer von Schatten zu Schatten gedrückt), und mein letzter war es hoffentlich auch nicht.

Das Hotel

Über Booking hatte ich mich ein paar Tage vor der Fahrt noch für die Pension Schönbrunn entschieden. Diese lag zwar nicht im Zentrum, aber nahe an einer U-Bahn-Station und in Nachbarschaft zum Schloß Schönnbrunn – womit ich die Pension auch örtlich etwas einordnen konnte. Das Hotel war sauber, die Leute am Empfang sehr hilfsbereit und das Zimmer ausreichend groß und schön ruhig. Ebenfalls wichtig bei Hotels: Die Dusche – und auch hier kann ich nicht meckern. Von daher kann ich die Pension guten Gewissens empfehlen.

Das Gasometer

Um kurz noch die Konzert-Location abzuhandeln: Die Halle lag direkt im Wiener Gasometer. Hier hatte man Anfang des Jahrhundert aus alten Gasbehältern ein Entertainment-Center gemacht, das neben der großen Konzerthalle auch einige Geschäfte, Restaurants und Spielhallen beherbergt. Am Samstagabend fand ich es aber, kurz vor dem Konzert, etwas leblos. Dafür ich war nach dem Ende so schnell wie sonst nirgends wieder in der U-Bahn und auf den Rückweg in die Stadt.

Schloß Schönbrunn und Schloßpark

Da meine Pension ja gleich in der Nähe war, gehörte der Besuch des Schönbrunner Schloßparks natürlich zu meinem kleinen Touristenprogramm am Sonntag. Hier nahm ich auch mein Katerfrühstück nach dem Konzert ein, die Jausen Station im Park ist dazu sehr zu empfehlen. Danach noch ein schöner Spaziergang durch den herbstlichen Park und man spürt die wienerische Gelassenheit in einem aufsteigen. Auf eine Schloßbesichtigung habe ich dieses Mal verzichtet, stattdessen fuhr ich mit der U-Bahn ins Stadtzentrum.

Stadtzentrum

Genau so klassisch ging meine kleine Tour weiter: Raus am Stephansdom und von dort ein wenig durch die Prachtstraßen schlendern. Weiter bis zur Hofburg und ein wenig in der Sonne draußen sitzen. Kurzer Abstecher in eines der anliegenden Museen (mehr dazu gleich) und dann schließlich in Richtung des Museumsquartiers. Wahrscheinlich ist genau das die Gegend, die mehr von Touristen als von echten Wienern besucht wird, aber es ist halt einfach wirklich schön hier. Und das nicht nur beim ersten Besuch.

Weltmuseum Wien

Wenn ich die Wahl zwischen einem Kunstmuseum und einem Museum für Völkerkunde habe, entscheide ich mich für letzteres. So auch hier, wo ich das Weltmuseum Wien in der Hofburg besuchte . Das Highlight des Museums war allerdings die Architektur, rund um den wunderschönen Innenhof, an dem man immer wieder vorbei kam.

Wiener Hauptbahnhof

Wer beim Wiener Hauptbahnhof eine alte, klassische Bahnhofshalle mit hohen Decken und verrauchten Bahnhofsrestaurants erwartet, könnte kaum falscher liegen. Statt dessen ist es ein moderner Zwitterbau, halb Bahnhof, halb Konsumtempel. Zwar ist alles hell und effizient, aber auch etwas gesichtlos und so anonym wie ein Flughafen. In der Nähe gibt es allerdings noch das 15 süße Minuten, ein kleines Café, in dem ich vor der mittäglichen Rückfahrt noch einmal nett frühstücken war.

Und damit endete mein Wien-Ausflug auch schon wieder. Aber ich komme immer wieder gerne!

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Messerscharf kalkuliert

Neulich im Supermarkt.

Ich bin mit genau 11 Euro in der Tasche zum Einkaufen gegangen. Habe dann meine Pfandflaschen abgegeben und meine Payback Punkte in einen 10 Euro Gutschein umgewandelt. Heraus gekommen bin ich aus dem Supermarkt mit einer prall gefüllten Einkaufstasche und noch genau 12 Cent. Das nenne ich mal messerscharf kalkuliert! An mir ist ein Finanzbuchhalter verloren gegangen.

Oder es war einfach Zufall. Als wüsste ich vorher, was ich einkaufen würde. Oder was so ein Liter Milch kostet! Und ich habe anscheinend noch ein Nutella nach alter Rezeptur erwischt.

Und ja, ich zahle im Supermarkt äußerst ungern mit EC-Karte. Nur bares ist wahres, wenn es um die Haushaltseinkäufe geht.

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Kasabian Fanboy

Wer regelmäßig auf Konzerte geht, kennt das wahrscheinlich. Meistens sind sie gut, man hat einen schönen Abend, weil man das bekam, was man sich von dem Künstler versprochen hat. Und ab und an ist dann mal ein Konzert dabei, was einem umwirft und total geflasht zurück lässt. So ging es mir vergangenen Montag, als Kasabian in München in der Tonhalle auftraten.Eine Setlist wie ein Best-Of Konzert, eine Halle, die tobte, mit einem begeisterungsfähigen und angenehmen Publikum. Es war ein fantastischer Abend. Ill Ray vom aktuellen Album als Opener, danach gleich Bumblebee und Eez-Eh (ja so heißen die Songs – Melodien hat Songwriter Sergio Pizzorno drauf und die Texte sind gut genug zum mitgröhlen), schon hatten sie alle im Sack. Und als kurz danach auch schon Underdog und Shoot The Runner kamen, lief der Abend. Stimmung können die machen, unglaublich. Hit für Hit wird da abgeliefert, keine Sperenzien dazwischen. Das sind Dienstleister im Brit-Rock-Geschäft, bessere gibt es zur Zeit vielleicht nicht.

Den Abend ließen wir in einer nahe gelegenen Bar ausklingen. Um halb drei war ich zu Hause, gab ja zwei Feiertage im Anschluß. Und an den Feiertagen kam ich dann auf die Idee zu schauen, wo Kasabian denn noch touren würden. Und siehe da, in Wien würden sie am nächsten Samstag spielen. Donnerstagabend buchte ich Zugfahrt (sind von München aus machbare vier Stunden), eine günstige Pension und ein Ticket für ihren Auftritt im Gasometer. Stehplatz war leider nicht mehr zu bekommen, also musste ich zähneknirschend mir einen Sitzplatz in der Galerie nehmen. Die Setlist war ähnlich, aber doch mit kleinen Unterschieden. Immerhin, diese Mühe machten sie sich, es variiert ja nicht jeder. Bless This Acid House vom neuen Album kam dieses Mal ziemlich früh, dafür war Empire neu dabei und leitete dann in Stevie über. Und wie immer beendete Fire den Zugabe-Block. Sichere Sache, die Halle rastete dazu aus.

Das konnte ich von meinem Sitzplatz aus gut beobachten. Auch die Sicht auf die Bühne war gut, ich hatte meine normale Pocket-Kamera dabei, die mir einige schöne Bilder lieferte. Insgesamt fühlte man sich aber hier oben etwas mehr wie ein Beobachter – live-dabei, statt mittendrin sozusagen. Aber gut, das hatte ich ja erst ein paar Tage vorher gehabt. Die Galerie war nur mäßig gefüllt. In meiner Reihe saßen einige mit VIP-Einladung – sie stellten sich als Freunde von Sänger Tom Meighan vor, die von ihrem Wochenendtrip nach Wien und den Plätzen ganz begeistert waren. Wenigstens standen sie dann auch während des gesamten Konzertes, das machte nicht jeder in unserem Block – Gruß an die Leute, die hinter uns saßen.

Kurz: Auch das zweite Konzert war wieder äußerst eindrucksvoll und ich hatte es nicht bereut, den Ausflug gemacht zu haben. Kasabian, Leute! Und nun: Musik.



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Der Monatsrückblick Oktober 2017

Wir müssen der Wahrheit ins Gesicht sehen: Der Winter wird kommen. Kalt, dunkel, nass – bald ist es wieder soweit. Wie schön, dass uns vorher der Oktober noch einmal etwas Sonne gegönnt hat. Hier ist mein Monatsrückblick für den Oktober – mit einem eindeutigen Schwerpunkt auf die Serienlandschaft.

*** Kino ***

Lediglich einmal war ich in diesem Monat im Kino. Blade Runner 2049 habe ich bisher leider noch nicht geschafft, kann ich aber hoffentlich bald noch nachholen.

Schneemann 7 von 10

Der Detective Harry Hole (Michael Fassbender) gerät durch die junge Polizisten Katrine Bratt (Rebecca Ferguson) an einen neuen Fall: Er muss das Verschwinden einer jungen Frau in Oslo untersuchen und befürchtet, dass ein nie gefasster Serienmörder wieder aktiv geworden sein könnte, der es auf junge Mütter abgesehen hat. Der Schwede Tomas Alfredson hat den siebten Roman des Norwegers Jo Nesbø über dessen Ermittler Harry Hole verfilmt und dazu einige prominente Namen vor der Kamera versammelt. Neben den schon genannten tauchen auch noch Charlotte Gainsbourg als Holes Ex-Frau und in Rückblenden Val Kilmer auf. Der Cast macht seine Sache dementsprechend auch gut und die Kamera fängt fantastische Bilder aus Norwegen ein. Wer die schönsten Straßen des Landes sehen möchte, sollte sich den Film ansehen. Auch atmosphärisch ist der Film top und bietet das, was man von einem verschneiten Skandinavien-Krimi erwarten darf. Leider verhebt er sich aber an der Geschichte und verzettelt sich in unnötigen Nebenaspekten, die zwar den Kreis der Verdächtigen hoch schrauben, aber letztlich doch ins Leere laufen. In gut zwei Stunden Spielzeit hätte man das durchaus runder machen können. Und so steht der Showdown am Ende stellvertretend für die Löcher in der Geschichte. Aber weil ich ja so auf Filme mit Schnee stehe, langt es grade noch so für 7 Punkte.

*** Serien ***

Star Trek: Discovery findet so langsam seinen Ton und springt auf einem guten Niveau durch die Galaxis, auch wenn man es mit der Star Trek Geschichte nicht immer so genau nimmt. Durch einen Post von Bastian Pastewka bin ich darauf gestoßen, dass sich Sky 1 die Rechte an der Serie Pastewka gesichert hat. Und da ich die ersten Staffeln hier nie bewertet habe, konnte ich sie nun hier endlich verwursteln. Allerdings habe ich auch in diesem Run wieder die erste Staffel komplett und die zweite halb verpasst. Aber auch bei den neuen Serien war in diesem Monat einiges los.

American Crime (Staffel 3 / 8 Folgen – 13th Street) – 4 von 10

Die Familie Hesby beschäftigt auf ihren Farmen vermehrt illegale Erntehelfer als billige Arbeitskräfte, um die Einkaufspreise der Supermärkte erfüllen zu können. Einer von ihnen ist der Mexikaner Luis Salaza (Benito Martinez), der auf der Suche nach seinem ausgerissenen Sohn illegal in die Vereinigte Staaten eingereist ist. Als mehrere Arbeiter bei einem Brand ums Leben kommen, beginnt Jeanette Hesby (Felicity Huffmann), eine der Schwiegertöchter der Farmer-Familie, sich für die Arbeitsumstände der Erntehelfer zu interessieren. Was so gut und spannend in dieser Staffel anfängt, nämlich der Zusammenhang zwischen günstigen Lebensmitteln und billigen Arbeitskräften, kippt leider in der Mitte wieder. Die Arbeiter in der Farm sehen wir dann gar nicht mehr, stattdessen geht es wieder um die weiße Oberschicht, die freudlos in ihrer exponierten Stellung vereinsamt. Spätestens als eine Nanny aus Haiti (Mickaëlle X. Bizet) eingestellt wird und minutenlang nur noch französisch gesprochen wird, steht sich die verkopfte Serie wieder selbst im Weg. Da helfen auch die besten Schauspieler (wie Timothy Hutton oder Regina King) nichts.

Babylon Berlin (Staffel 1 / 8 Folgen – Sky 1 & On Demand) – 7 von 10

Da ist sie also, Sky’s erste Eigenproduktion in Deutschland und mit Hilfe der ARD gleichzeitig auch die teuerste Serienproduktion des deutschen Fernsehens. Und man muss neidlos anerkennen: Das Geld sieht man auch. Wie das Berlin der 1920er Jahre zum Leben erweckt wird, ist einmalig. Nichts wirkt kulissig, alles sehr lebendig. Da haben Ausstattung und die digitale Tricktechnik ganze Arbeit geleistet. Und wie es für eine Qualitätsserie wohl sein muss, bekommt man in den ersten 15 Minuten auch gleich Drogen, Gewalt und nackte Haut zu sehen. Der Kommisar Gereon Rath (Volker Kutscher) kommt nach Berlin, um in einem Erpressungsfall zu ermitteln und wird dem Sittendezernat um seinen Kollegen Wolter (Peter Kurth) zugeordnet. Er macht Bekanntschaft mit der jungen Charlotte (Liv Lisa Fries), die bei der Polizei als Tagelöhnerin tätig ist, und ihn mit der glitzernden Nachtszene der Stadt bekannt macht. Zur gleichen Zeit macht sich ein russischer Güterzug auf den Weg in die Hauptstadt, der eine sehr gefährliche Ladung an Bord hat. So toll die Serie auch aussieht, sie braucht einige Folgen, bis die eigentliche Story etwas klarer wird. Wie bei Westworld (vielleicht nicht der naheliegendste Vergleich) wird am Anfang sehr viel Zeit investiert, um die Welt zu beschreiben: Der Glitzer Berlins und das Elend der Bevölkerung, die zerstörten Kriegsheimkehrer und die Militärs, die dem verloreren Krieg hinter her trauern. Bis auf Charlotte und ihre Freundin Greta (Leonie Benesch) fehlen auch noch etwas die Sympathieträger. Das sieht alles bisher ganz fantastisch aus, aber wenn man die Story noch etwas mehr fokussiert, geht da auch noch was.

The Big Bang Theory (Staffel 8 / 24 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Mittlerweile bin ich in der achten Staffel angelangt und was soll man noch zur Serie sagen? Die Beziehungen der Figuren rücken immer stärker in den Vordergrund, allen voran in dieser Staffel die von Sheldon (Jim Parsons) und Amy (Mayim Bialik), womit die Serie ihr Alleinstellungsmerkmal – die popkulturellen Referenzen und die Wissenschaft – immer mehr verliert und so austauschbar wird. Drama können andere Comedies besser! Aber es ist natürlich nicht alles schlecht, die Folgen um Howards (Simon Helberg) First Pitch beim Baseball oder Leonards (Johnny Galecki) Operation der Nasenscheidewand sind schon gut, Sheldons Bewerbung für die Mars-Mission auch gutes Drama und der Tod von Howards Mutter kommt wie ein Schlag in die Magengrube. Außerdem mag ich Rajs (Kunal Nayyar) aktuelle Freundin Emily (Laura Spencer), auch wenn die Autoren nach einer Weile ihr immer den gleichen Witz unterschieben.

Cleverman (Staffel 1 / 6 Folgen – One) – 6 von 10

Australien in naher Zukunft: Unter den Menschen leben die sogenannten Hairies mehr oder weniger in Ghettos und müssen sich mit Anfeindungen und Vorurteilen rumschlagen. Hauptfigur der Serie ist der Cleverman, ein Nachfahre des letzten Auserwählten unter den Aborigines, der die Aufgabe hat, Brücken zwischen Menschen und Hairies zu bauen. Nach dem Tod des Vorgängers, geht diese Macht auf den einfachen Koen (Hunter Page-Lochard) über, obwohl dessen Bruder (Rob Collins) sich eigentlich für etwas geeigneter gehalten hatte. Die Serienaufnahme hat mir leider bei den letzten Folgen jeweils das Ende abgeschnitten. Ärgerlich, aber nicht zu ändern. Zukunftsgeschichten sind ja meist dann am stärksten, wenn sie aktuelle Konflikte in die Zukunft verlegen, so auch hier. Der Ansatz ist sehr spannend, auch wenn man als Europäer mit den Legenden der Aborigines nicht so viel zu tun hat. Die Schauspieler machen ihre Sache meist gut, auch wenn sie oft in sehr stereotype Rollen gesteckt wurden (so gibt es natürlich den zwielichtigen Politiker, den fiesen Gefängniswärter und den reichen Medientypen) – da wäre durchaus noch etwas mehr gegangen.

The Expanse (Staffel 2 / 13 Folgen – Netflix) – 8 von 10

Der Konflikt zwischen Erde und Mars spitzt sich weiter zu und auch die Gürtler kämpfen um ihre Position. Schließlich kommt es zu einem folgenschweren Zusammenstoß einer Gruppe von Mars-Soldaten (rund um Frankie Adams) mit dem Feind. Optisch war die Serie ja schon in der ersten Staffel auf kinoniveau – mittlerweile ist auch die Story etwas fokussierter, auch wenn die Fülle an Haupt- und Nebenfiguren immer noch etwas verwirrend sein kann. Das Hauptquartier der Vereinten Nationen rückt nun als Handlugsort stärker in den Mittelpunkt, wenn Avasarala (Shohreh Aghdashloo) von dort versucht, die Geschicke der Erde zu leiten. Aber auch die Crew der Rocinante (um Captain Steven Strait und der Ingenieurin Dominique Tripper) kann sich in der vordersten Linie nicht verstecken und hat auch noch mit Detective Miller (Thomas Jane) einen neuen Gast an Bord. Was die Serie wirklich gut macht, sie stellt alle beteiligten Parteien sehr wertneutral gegenüber – den Feind an sich gibt es nicht, sondern der findet sich vielleicht eher jeweils in den eigenen Reihen wieder.

Narcos (Staffel 3 / 10 Folgen – Netflix) – 8 von 10

Nach dem Tod Escobars in der letzten Staffel widmet sich die amerikanische DEA nun in Kolumbien der Bekämpfung des Cali-Kartells. Dieses verhandelt unter Führung von Gilberto Rodríguez Orejuela (Damián Alcázar) mit der kolumbiansches Regierung eine Kapitulationsvereinbarung, bei der sie fast straffrei ausgehen soll. Der aufgestiegene DEA-Agent Pena (Pedro Pascal) versucht mit Hilfe zweier jungen Kollegen (Matt Whelan und Michael Stahl-David) dem Cali-Kartell vorher noch das Handwerk zu legen. Nicht einfach, bei dessen aufmerksamen Security-Chef Salcedo (Matias Varela). Auch wenn in Staffel 3 der Gegner ein anderer ist, hat sich nicht viel geändert. Die Action und die Spannung stimmt, aber immer noch bin ich der Meinung, dass man die Story auch etwas klarer hätte erzählen können und so die Abhandlungen im Off-Text stark verkürzen könnte. Die Figur des Salcedo tut der Serie sehr gut und ist der größte Unterschied zu den beiden ersten Staffeln, dafür können die Großen des Kartells es nicht mit der Präsenz Escobars aufnehmen.

Pastewka (Staffel 3 / 9 Folgen – Sky 1) – 6 von 10

Bastian (Bastian Pastewka) und Anne (Sonsee Neu) wohnen mittlerweile zusammen, sein Bruder Hagen (Matthias Matschke) ist frisch verliebt in die nervige Frau Bruck (Bettina Lamprecht). Sonst hat sich nicht viel geändert – egal was Bastian macht, es endet ungewollt im Chaos. Nur dieses Mal nicht mit einer ganz so hochen Gagdichte, so ist die Story um seinen Vater (Dietrich Hollinderbäumer) und dessen Haushaltshilfe Elsa (Adriana Altares) sogar richtig nervig. Auch die Gastauftritte wurde besonders in der ersten Hälfte deutlich runter gefahren. Besser machen es dann die letzte Episoden, vor allem das Jesus-Casting von Bully Herbig und Bastians Kochkurs machen wieder richtig Spaß.

Pastewka (Staffel 4 / 12 Folgen – Sky 1) – 8 von 10

Da wo die letzte Staffel aufgehört hat, macht Staffel 4 zum Glück gleich weiter. Stark, wie Bastian (Bastian Pastewka) das Marihuna seiner Nichte Kim (Cristina do Rego) an die Kölner Promiwelt verkauft. Noch besser, wie er danach als Samenspender für seine Nachbarin, die Frau Bruck (Bettina Lamprecht) her halten soll. Und so geht es munter weiter. Auch die Gaststars um (den großen) Michael Kessler, Hugo Egon Balder, Annette Frier, Anke Engelke, Christoph Maria Herbst und Dieter Wedel geben sich die Klinke in die Hand und machten mir noch einmal bewußt, dass die damalige Comedy-Szene mir deutlich näher stand als die aktuelle. Ausfälle gibt es in dieser Staffel wenn überhaupt nur wenige.

Room 104 (Staffel 1 / 12 Folgen – Sky Atlantic) – 7 von 10

Das Zimmer 104 in einem Motel. Hier spielen 12 unterschiedliche Geschichten (à 25 Minuten), die in der ersten Staffel dieser Anthology Serie erzählt werden. Mal Horror, mal Drama, mal Bizarr, mal in der Gegenwart, mal in der Vergangenheit – Mark und Jay Duplass haben sich hier einiges einfallen lassen. Aber wie es bei einer Serie mit immer wechselnden Geschichten so ist, nicht jede davon funktioniert. Die Highlights der Staffel sind die erste Folge – um eine Babysitterin (Melonie Diaz), die auf ein etwas unheimliches Kind (Ethan Kent) aufpasst – und die letzte Folge, um ein altes Ehepaar (Philipp Baker Hall und Ellen Geer), das an den Ort ihrer Jugend zurück kehrt. Nett war auch die 90er Geschichte um einen jungen Autor (Karan Soni), der telefonisch seine Mutter anleitet, ihm eine Mail zu schicken. Bei manchen Geschichten macht der Twist am Ende einiges kaputt (wie bei der James van der Beek Story) und manche sind leider einfach langweilig, wo auch die Meta-Ebene nicht mehr hilft, wie bei der Reinigungsfrau (Dendrie Taylor), die mit ihrem jüngeren Ich (Sarah Hay) tanzt. Insgesamt ein interessantes Konzept, was aber nicht immer aufgeht.

Was gibt’s neues im November? Zwei britische Serien finden den Weg nach Deutschland. Am 6. bringt Sky Atlantic die Serie Tin Star mit Tim Roth in der Hauptrolle an den Start. Gut eine Woche später startet RTL Crime mit SS-GB, in der sich in den 40er Jahren London unter Kontrolle der Nazis befindet. Am 14. geht es los. Netflix startet mit den ersten Staffeln der Westernserie Godless (ab dem 22.) und von The Sinner (ab dem 7.). Und bei Sky 1 geht es nahtlos und ohne Pause direkt mit der zweiten Staffel von Babylon Berlin weiter. Klingt komisch, ist aber so.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 4 Spiele, 7 Punkte, Platz 9.

Alois Schwarz scheint der erfolgreichste KSC-Trainer seit Kausczinski zu werden. Der ist zwar grade mal anderthalb Jahre weg, hatte aber schon genug Nachfolger. Schwarz hat es endlich geschafft, die Abwehr dicht zu bekommen – und vorne geht immer mal einer rein. Dank der Serie ist der KSC nun eines der besten Heimteams der Liga, aber auch das schwächste Auswärtsteam. Unterm Strich ergibt das dann einen biederen Mittelfeldplatz.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 3 (John Allen und Kasabian, außerdem war ich bei den Sofar Sounds Munich). Gekaufte Konzerttickets: 2 (Noel Gallagher und Wanda, beider erst im nächsten Jahr).

Bei Wanda ist es die Tour zum grade veröffentlichten Album Niente. Dieses warf eine ungewohnten Vorab-Single ab. Aber spätestens ab dem zweiten Hören fand ich sie richtig gut. 0043 – die Vorwahl Österreichs.

Das zweite Video heute stammt von Liam Gallaghers tollem Debutalbum. Chinatown sticht dabei etwas heraus, stellt er Liams (hier etwas verzerrte) Stimme in den Vordergrund. Der Song klingt anders als von ihm gewohnt und wirkt dadurch relativ frisch.

*** Foodpic des Monats ***

Zur Abwechslung mal wieder ein Burger-Bild. Dieses Mal ist es der Lunchburger aus der Drunken Cow.

*** Ausgefallener Post des Monats ***

Eigentlich hatte ich vor, jetzt nach vier Monaten etwas über meine Erfahrungen mit meinem neuen Smartphone zu schreiben, dem Huawei P10 Lite. Beim Tippen musste ich dann aber selbst einsehen: Viel relevantes habe ich dazu nicht zu sagen, dazu nutze ich das Smartphone nicht stark genug.

Klar, ein paar Apps laufen ständig und ich könnte einiges darüber sagen, warum das Betriebssystem von Windows Mobile besser war als Android, aber das hat ja mit der Hardware wenig zu tun. Und ein Handy beurteilen, das können andere vermutlich viel besser. Deshalb nur die Kurzform: Ich bin im Prinzip zufrieden, der Akku hat eine brauchbare Haltbarkeit und die Kamera macht gute Fotos. Nur Android macht nicht immer das, was ich möchte.

*** Foto des Monats ***

War das nicht ein schöner Herbst bisher? Es war warm, es war sonnig, die Wiesen und Wälder leuchteten in den unterschiedlichsten Farben. Das Bild hier ist in der Nähe der Blutenburg entstanden und zeigt eine Biene (oder Wespe? wer weiß das schon) in einer der letzten Blüten. Wäre ich etwas mutiger gewesen, hätte ich das Motiv auch noch etwas mittiger fotografieren können.

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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