FiSe Musi im Juni

Ein EM-freier Abend! Den kann ich nun wenigstens prima dazu nutzen, die FiSe Musi (wer hat sich eigentlich diesen blöden Namen ausgedacht?) für den Monat Juni zu beenden.

*** Kino ***

Anfang des Monats war ich einmal in Kino. Und der Besuch hatte sich gelohnt.

Money Monster 8 von 10

Börsenguru Lee Gates (George Clooney) ist der Gastgeber der boulevardesken Finanzsendungen Money Monster. Eines Tages platzt ein Paketbote in seine Sendung und zwingt ihm vor laufenden Kameras, eine Sprengstoffweste anzulegen. Gates hatte in der Sendung geraten, Aktien der Firma Ibis zu kaufen, weswegen er dann sein gesamtes Geld verloren hatte. Und nun steht er hier und verlangt Antworten. Der Film ist von Jodie Foster straff inszeniert, er spielt in Echtzeit und bezieht daraus auch seine Spannung. Die Rollen sind von Anfang an klar verteilt, wer auf Tiefgang steht, wird vielleicht etwas enttäuscht sein. So ist der Film das, was er sein möchte: Ein spannender Thriller mit gut aufgelegten Stars.

Im Juli bin ich wahrscheinlich etwas öfter im Kino. Neben The Conjuring 2, den ich am Sonntag sehen werde, starten auch die Sci-Fi Blockbuster Indepedence Day 2 und Star Trek Beyond. Gründe genug gibt es also.

*** Serien ***

Durch intensives Binge-Watching noch vor der Europameisterschaft, konnte ich auch im Juni einige Serienstaffeln beenden.

11.22.63 – Der Anschlag (Staffel 1) – 8 von 10

Der 22. November 1963, der Tag des Attentats auf JFK. Der frustrierte Lehrer Epping (James Franco) landet von unserer Zeit aus drei Jahre vor diesem Ereignis in der Vergangenheit, um das Attentat zu verhindern und damit die Geschichte umzuschreiben. Er gewöhnt sich an das Leben in den 60ern, spioniert den Attentäter Oswald aus und versucht mehr, über die Hintergründe zu erfahren. Und dann kommt irgendwann der Tag des Anschlags und wie Epping bereits gemerkt hat: Die Vergangenheit will sich nicht so einfach ändern lassen. Die Miniserie basiert auf einen Roman von Stephen King und wurde von J.J. Abrams produziert. Große Namen sorgen für große Erwartungen, aber die Serie kann sie voll und ganz erfüllen. Wenn man erst einmal geschluckt hat, wie diese Zeitreise zu Stande kommt – eine Zeitmaschine in einem DeLorean macht Sinn, das verstehe ich, aber dieses Konstrukt hier? – hat man das gröbste überstanden. Danach geht die Zeitreise in die 60er sehr gut auf, es ist spannend und unterhaltsam, man fühlt mit, wie Epping in dieser fremden Zeit wieder auflebt. Und dabei läuft alles unaufhaltsam auf den Tag X zu. Als dort dann Kennedys Wagen um die Ecke biegt, hält man unweigerlich die Luft an. Etwas Abzug gibt es dafür, dass Oswald leider etwas blass bleibt, die Story gegen Ende einen ziemlich unnötigen Schlenker macht und auch der Aspekt, dass die Vergangenheit sich nicht gerne ändern lässt, sehr inkonsequent eingesetzt ist.

Homeland (Staffel 5) – 8 von 10

Carrie (Claire Danes) lebt mittlerweile in Berlin und arbeitet dort als Sicherheitsberaterin für eine gemeinnützige Organsiation. Aus einer anonymen Quelle werden der Organisation geheime CIA Dokumente zugespielt mit brisanten Inhalten. Als dann auch noch der Konvoi ihres Chefs (Sebastian Koch) in einem syrischen Flüchtlingscamp angegriffen wird, holt sie ihre CIA Vergangeneheit wieder ein. Das neue Serienkonzept, jede Staffel an einem Standort spielen zu lassen, geht in diesem Jahr auch in Berlin wieder auf. Zwar wirkt am Anfang alles etwas konsturiert, um den Stamm-Cast der Show nach Berlin zu holen, aber danach entfaltet die Staffel ihre ganze Spannung und bietet mehrere Twists. Berlin erkennt man tatsächlich wieder und auch der deutsche Cast wird gut eingebunden. Nur die Storyline um Quinn war mir etwas zu sehr auf Zufälle aufgebaut.

Suits (Staffel 2) – 9 von 10

Das zweite Gruündungsmitglied der Kanzlei, der zwielichtige Daniel Hardman, kehrt zurück. Jessica und Harvey sind davon alles andere als begeistert. Harvey droht der Verlust seiner Anwaltslizenz, als er angeklagt wird, in einem alten Fall Beweise zurück gehalten zu haben. Zu Mike ständiger Angst, als falscher Anwalt entdeckt zu werden, gesellen sich auch noch private Probleme. Wie man sieht, ist wieder einiges los in der Kanzlei Pearson & Hardman. Dabei geht es gar nicht so sehr um einzelne Fälle – die vielen Machtspielchen sind das, was die Serie interessant macht. Und das zieht einem besonders in der Mitte der Staffel in seinen Bann. Da lag die Latte für das Staffefinale recht hoch, das dann ein wenig verpufft – aber das tut der guten Bewertung keinen Abbruch. Das war noch mal eine Steigerung zur guten ersten Staffel.

Vinyl (Staffel 1) – 7 von 10

Richie (Bobby Cannavale) ist in den 70ern Plattenboss von American Century Records, einem Label, das kurz vor der Pleite steht. Kurz vor dem Abschluß des rettenden Deal mit Polyband lässt er den Vertrag platzen. Statt dessen will er das Label lieber selbst neu aufstellen. Einen der rettenden Anker sieht er in der jungen Punkband Nasty Bits. Die Serie von Marin Scorsese und Mick Jagger kommt nicht recht aus den Startlöchern. Es braucht eine Weile, bis man sich bei den vielen Personen zurecht findet. Spannend ist die Serie immer dann, wenn es um das Business geht. Richies Privatprobleme dagegen ließen mich meistens kalt, dafür war die Hauptfigur einfach nicht sympathisch genug. Der Soundtrack der Serie steht dagegen außer Frage. Die 70er werden insgesamt sehr gut zum Leben erweckt. Da wäre durchaus Potential für mehr gewesen, leider wird es nun wohl doch bei der einen Staffel bleiben.

Die Neustarts im Juli – wie immer mit gütiger Mithilfe der Serienjunkies – selektiert nach den persönlichen Interessen und Empfangsmöglichkeiten. Gleich am 1. Juli geht es los mit der kurzen 4. Staffel von Luther, zu sehen auf zdfneo. Danach merkt man die Sommerpause, weiter geht es nämlich dann erst am 26., wenn Nashville endlich auf FOX zurück kommt und in die 4. Runde geht. Am 27. gibt es dann schließlich noch einen Neustart, auf den ich sehr gespannt bin: Quantico geht auf Pro7 los.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 1 (so ist jedenfalls der Plan: Frank Turner spielt am 30.6. mal wieder in München). Gekaufte Konzerttickets: 3 (alles bereits für den Herbst: Blues Pills, The Duke Spirit und The Slow Show).

Als Empfehlung gibt es dieses Mal eine Band aus Norwegen. Yuma Sun bezeichnen das, was sie da machen, selbst als Doom Rock, was immer das sein soll. Zwar sehen sie etwas abgefucked aus, die Musik ist aber recht eingängig finde ich, wie zum Beispiel Violets To Stone, ein Song mit Gitarren und Piano. Vorsicht, das Video ist teilweise etwas explizit.

Yuma Sun – Violets to Stone (Explicit) von orchardmusic

Als zweites gibt es noch das Ergebnis einer sogenannten Superband. Was passiert, wenn man Mogwai mit den Editors und Mojave 3 kreuzt? Minor Victories kommen dabei heraus und haben grade ihr erstes Album veröffentlicht. Wer auf eine der drei vorher genannten Bands steht, sollte mal reinhören. Mindestens in A Hundred Rops.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Die Spielpläne sind eingetrudelt! Und da ich immer versuche, sie möglichst an einem der ersten Spieltag live im Stadion zu erleben, war ich schon sehr gespannt auf die Pläne. In der Liga geht es los in Bielefeld Mitte August. Für die 1. Pokalrunde wurde ihnen 1860 München zugelost, das schwerste Los im Topf. Aber gut, dafür findet das Spiel vor der Haustür statt. Heimspiel in München, ich bin dabei.

*** Essensbild des Monats ***

Der Burger des Monats, natürlich aus dem Burger House. Wie fotogen die Dinger doch sind!

*** Das Viertelfinale der EM ***

Immerhin, von acht Viertelfinalisten hatte ich vor der Runde sechs Stück richtig getippt. Überrascht haben mich die Italiener, die nach dem Spiel gegen Belgien, nun mit Spanien wieder einen Favoriten geschlagen haben. Und Portgual gewann gegen Kroaten, die ich nach der Vorrunde stärker eingeschätzt hatte. Aber die Portugiesen nahmen deren tolles Mittelfeld einfach mal völlig aus dem Spiel. Und die Isländer – nun ja, ich hatte es halt einfach richtig getippt. Sigthorsson!

Schauen wir auf die nächste Runde:

Polen – Portugal: Bei Polen denke ich zuerst an das schlimme Spiel gegen Deutschland und nun das Dusel-Weiterkommen im Elfmeterschießen gegen die Schweiz. Die Portugiesen dagegen haben sich mit einer taktisch starken, defensiven Leistung gegen Kroatien durch gesetzt, dazu die offensive Vorrunde, wo ihnen nur die Tore gefehlt haben. Eigentlich sind sie besser drauf, deshalb mein Tipp: Portugal.

Wales – Belgien: Im wohl schlechtesten Achtefinale des Turniers haben sich die Waliser durch gesetzt. Die Belgier sind am Ende souverän gegen die tapferen Ungarn weiter gekommen. Nach anfänglichen Problemen kommen sie nun besser in Gang, das sollte auch gegen Wales reichen. Mein Tipp: Belgien.

Deutschland – Italien: Jetzt muss ich mich leider unbeliebt machen. Die Italiener haben in diesem Turnier zweimal gegen höher gehandelte Teams gespielt und zweimal überraschend, aber verdient gewonnen. Dazu kommt, dass das Deutsche Team oft seine Probleme gegen Italien hatte. Daher lautet mein Tipp: Italien.

Frankreich – Island: Die Franzosen konnten nach dem Schreckmoment des Rückstands gegen Irland das Spiel noch drehen, das Team hat erneut sehr viel Moral bewiesen. Nun wartet Island auf sie. Für die gilt nach wie vor: Sie haben nichts zu verlieren. Aber gegen den Gastgeber wird es noch schwerer werden. Mein Tipp: Frankreich.

*** Suchanfragen des Monats ***

Irgendwas mit Schwedinnen in jeglicher Kombination. Deshalb noch mal etwas Schweden-Content, als Abschluß für heute. Kroatinnen dann vielleicht beim nächsten Mal.

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Die EM vor den Achtelfinals

Na also, es ist geschafft! Die Vorrunde der Europameisterschaft ist endlich durch. Und hat am letzten Spieltag dann doch noch das Highlight Spiel der Runde raus gehauen. Hätte man bei der Paarung Ungarn gegen Portugal vorher nicht unbedingt erwarten können. Selbstredend, dass ich ausgerechnet von diesem Spiel nur die Hälfte gesehen habe.

Insgesamt war diese Gruppe eh diejenige, die die meiste Spannung bot. Dachte man vorher, die Konstellation wäre klar, setzen sich am Ende die Ungarn vor den tapferen Isländern durch. Weitere Überraschungen in der Vorrunde: Die Kroaten schlagen die Spanier in ihrem letzten Gruppenspiel. Und Wales setzt sich in seiner Gruppe gegen England durch. Da kann sich deren Superstar Gareth Bale auch mal ein Besuch in der Eistonne gönnen.

Das deutsche Team konnte im letzten Spiel gegen die Nordiren doch noch mal etwas zu legen und erspielte sich Chance um Chance. Letztlich erzielte Mario Gomez den mehr als verdienten Siegtreffer und schoß damit Deutschland zum Gruppensieg. Positivste Entdeckung war dagegen Youngster Kimmich, der frech und forsch die rechte Außenbahn beackerte.

Einen kleinen Aufreger bot auch die Partie der Schweiz gegen Frankreich. Das lag weniger an dem Spiel selbst, das ging nämlich mal gepflegt mit 0:0 aus, sondern mehr an den Trikots der Schweizer. Es gibt zwar keine schlechte Presse, so heißt es jedenfalls immer, aber ob Ausrüster Puma das gut findet, dass gleich 7 ihrer Trikots gerissen sind? Für den Spruch des Tages sorgte Xherdan Shaqiri.

Und damit stehen die Achtelfinals fest, jedes der 16 verbliebenen Teams kennt nur seinen Weg bis ins Finale. Dabei fällt auf, dass die vermeintlich starken Teams recht ungleichmäßig verteilt sind. Was dazu führen wird, dass ein wohl eher unbekanntes Team am Ende im Finale auftauchen wird.

Der erste Finalist wird einer dieser Teams sein:

Schweiz – Polen: Die Schweizer machten bisher mehr durch ihre Trikots auf sich aufmerksam. Spielerisch war das bieder, aber immerhin war noch ein Unentschieden gegen den Gastgeber dabei. Polen zog mit 7 Punkten in die KO-Runde ein, ein Torverhältnis von 2:0 ist dagegen ernüchternd. Durchaus ähnliche Ausgangslage also, wird ne knappe Geschichte. Mein Tipp: Polen.

Kroatien – Portugal: Die Kroaten mit einer überzeugenden Vorrunde, inklusive des überraschenden Sieges gegen Spanien. Wenn die sogenannten Fans nicht dazwischen pfuschen, sind sie für mich der Geheimtipp im Moment. Gegner Portugal hat einiges an Häme einstecken müssen, hatte aber auch viel Abschlußpech, sonst spielten sie nämlich ganz gut. Vielleicht ist im letzten Spiel gegen Ungarn der Knoten jetzt geplatzt. Wenn nicht, ist mein Tipp: Kroatien.

Wales – Nordirland: Zwei Teams aus Großbritanien im direkten Duell. Die Nordiren haben sich mit einem 0:1 gegen Deutschland in die KO-Runde gemauert, Wales ist dagegen als Gruppensieger hier her gestürmt. Und hat mit Bale einen der Superstars des Turniers bisher in seinen Reihen. Mein Tipp: Wales.

Ungarn – Belgien: Keiner hat in der Vorrunde mehr Tore erzielt als die Ungarn. Der Lohn war der Gruppensieg und ein begeisterndes Spiel gegen Portugal. Belgien ging als Geheimfavorit ins Rennen und wurde dann erst mal von Italien abgekocht. Danach wurde es deutlich besser. In diesem Spiel sind sie nun wieder der Favorit. Mein Tipp: Belgien.

Der zweite Finalist kommt aus dieser Gruppe:

Deutschland – Slowakei: War eigentlich eine souveräne Vorrunde von Deutschland, wenn da das trostlose Gekicke gegen Polen nicht gewesen wäre. Nun wartet mit der Slowakei der Gegner, gegen den sie im Regenspiel von Augsburg vor nicht mal einem Monat mit 1:3 verloren haben. Nun ist die Konzentration und Fitness aber da, deshalb ist mein Tipp: Deutschland.

Italien – Spanien: Der Knaller der Runde, die Wiederholung des Endspiels der letzten EM. Die Spanier mit einer überzeugenden Vorrunde, die sich gegen Kroatien vielleicht nur etwas zu früh ihres Gruppensieges sicher waren. Italein dagegen mit einer starken Leistung gegen Geheimfavorit Beligien, danach war das aber auch kein Feuerwerk mehr. Mein Tipp: Spanien.

Frankreich – Irland: Die Franzosen haben zweimal in den Schlußminuten den Sieg eingetütet. Es ist schwer, sie zu Hause zu schlagen. Und nun geht es gegen ihre Lieblingsgäste aus Irland, deren Fans das Internet grade sprengen mit ihren tollen Gesängen. Das wird aber leider nicht reichen. Mein Tipp: Frankreich.

England – Island: Die Engländer haben zwar den Battle of Britain gegen Wales gewonnen, kamen sonst aber auch nur zu zwei Unentschieden. Die Isländer spielen die ganze Zeit schon so, als hätten sie nichts zu verlieren. Und dabei auch den Angriffssturm von Portugal überstanden. Wenn sie defensiv wieder so sicher stehen, ist die Sensation drin. Mein Tipp: Island.

Möge nun also alles besser werden. Und wie kann man so einen Eintrag besser beenden als mit einem der vielen tollen Fanvideos der Iren? Eben, gar nicht. Schön, dass ihr es grade noch so ins Achtelfinale geschafft habt!

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Die EM nach den ersten beiden Gruppenspielen

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Und los geht’s!

Nachdem nun die ersten beiden Gruppenspieltage der Europameisterschaft durch sind, kann man sich mal ein erstes Zwischenfazit gönnen. Das fällt – an dieser Stelle werden die Kameras der UEFA abgeschaltet – eher negativ aus.

Und das liegt nicht nur an dem kirmesmäßigen runter zählen bis zum Anpfiff – das mag im Stadion selbst ja noch ganz lustig sein – oder einem DJ, der aussah wie Otto in jungen Jahren, bei der Eröffnungsfeier. Das Problem sind mehr die Spiele selbst. Sie sind so austauschbar, viele wirken gleich. Gleich langweilig. Weil hinten dicht machen können sie mittlerweile alle, auch die kleinen Nationen. Und dann sieht man ein Ballgeschiebe von links nach rechts zur Mitte und zurück nach links. Dann kommen Flanken in die Mitte, die man auch in der zweiten Liga oft genug sieht, und in der Mitte steht niemand. Weil ja keiner mehr eine richtige Nummer Neun hat. Nun ja, fast keiner.

Hätte die EM nicht die vielen Tore in den letzten Minuten, hätte sie gar nichts. So waren die Spiele hinten raus wenigstens spanned. Die Überraschungen hielten sich aber meiner Meinung nach bisher in Grenzen. Behaupte ich einfach mal, so lange ich mich beim Firmen-Tippspiel noch im oberen Viertel halten kann.

Vom Deutschen Team (Hashtag: dieMannschaft) bin ich bisher noch nicht ganz überzeugt. War gegen die Ukraine die Defensive mehr als wacklig, hat sie im Schlafwagenkick gegen Polen zwar überzeugt, dafür ging nach vorne nichts. Die nächsten Spiele werden zeigen, ob mehr von der Europameisterschaft hängen bleibt als Jogi Löws Handspiel oder dieser Schnappschuß von Boateng.

Überhaupt sind die Teams, die in beiden Spielen bisher überzeugen konnten, sehr dünn gesät. Spanien muss man hier nennen, aber mit Einschränkungen auch Kroatien und Italien. Frankreich hat zweimal kurz vor Schluß noch das Spiel für sich entscheiden können, dass sollte dem Team noch einen Schub geben. Von den Außenseitern haben mir die Waliser bisher am Besten gefallen, die Isländer (die ja Ronaldo zur Weißglut getrieben haben) und die Ungarn konnten allerdings auch schon für etwas Furore sorgen.

Hoffen wir mal auf den letzten Spieltag und die K.O.-Phase, da sollte das taktieren und abwarten ein Ende haben. Und wenn man es dann nach knapp zwei Wochen geschafft hat, aus 24 Teams 16 für das Achtelfinale auszuwählen, sollte es danach Schlag auf Schlag gehen.

Schlimm ist allerdings auch das, was im und ums Stadion so los ist. Dass viele Idioten die Bühne nutzen, um sich selbst zu inszenieren. Möge mir keiner erzählen, dass wären Fußball-Fans. Das sind arme Irre, die den Sport als Vorwand nutzen, um ihre Anarchie-Fantasien auszuleben.

Die Europameisterschaft lässt sich im Fernsehen natürlich mal wieder ganz gut weg gucken, auch wenn ich mich eigentlich nur auf die Spiele beschränke. In die Zeit zwischen den Spielen passt dagegen eine Folge Suits immer ganz gut rein. Das Studio von ARDZDF ist ein wenig stimmungsarm – die Kombi Welke/Kahn/Stanislawski gefällt mir aber etwas besser als das ARD Pendant. Sehr umstritten ist im ZDF die Kommentatorin Claudia Neumann, und das ist noch harmlos ausgedrückt. Abgründe tun sich auf, wenn man die Kommentare zu ihr liest. In welchem Jahr leben wir doch gleich? Meine Meinung ist ja, wenn man sonst Steffen Simon oder Bela Rethy hat, dann ist Frau Neumann mit Sicherheit nicht schlechter. Ein Kompliment sieht zwar anders aus, aber man muss sich da echt nicht drüber echauffieren. Einen weiteren Einsatz wird sie allerdings sowieso nicht mehr haben.

In den bekannten Social Media Plattformen wird natürlich auch wieder jede neue Sau durchs Dorf getrieben. Auch wenn es mich mittlerweile langweilt, wenn man sich auf der Hass-Plattform Twitter über alles lustig macht. Manche Sachen sind aber tatsächlich ganz nett, wie diese Panini-Bildchen der niederländischen Nationalmannschaft.

Hier im Blog konnte ich in den letzten Tagen einen deutlichen Anstieg der Googler fest stellen. Anscheinend waren sie hier auf der Suche nach Schwedinnen, genauer gesagt hübschen Schwedinnen. Dutzendfach wurden Leser dadurch angelockt. Dabei sind das doch wieder nur dumme Klischees! Ich hatte nicht mal einen richtigen Blogpost zu Schwedinnen!

Und damit gebe ich zurück ins Studio.

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It’s London – again

Dieses Jahr läuft es aber. In der vergangene Woche musste ich bereits das zweite Mal in diesem Jahr in unser Londoner Büro. Das ist immer auch ein Kulturschock für mich. Das Büro dort ist sehr viel größer, moderner, cleaner als unseres. Es gibt ein eigenes Stockwerk, nur für die ganzen Meeting-Räume. Man braucht einen Besucher-Ausweis, um überhaupt in die Büros zu kommen. Es wirkt alles so professionell. Das ist Big Business, wir sind die kleine Filiale.

Der Sitz meiner Abteilung ist London, meine Kollegen und ich sind dagegen in den einzelnen Länder verteilt. Willkommen im Western Europe Team. Das war nun das erste Mal in den gut zwei Jahren, seit dem ich dort arbeite, dass ich meine Kollegen aus Frankreich, Italien, Spanien und Portugal persönlich getroffen habe. Und das an den beiden letzten Tagen vor der Europameisterschaft.

Wir hatten nun also ein Offsite (wie es in einer internationalen Firme heißt) in London. Mal raus sein aus dem normalen Tagesgeschäft, um über grundsätzliche Dinge zu diskutieren und sich auszutauschen. Wie arbeiten die anderen so, mit welchen Problemen sind sie so konfrontiert – und dann wird möglichst eine einheitliche Linie für alle gefunden.

Was ich von London gesehen habe war zwar nicht viel, aber das hat mir mal wieder sehr gut gefallen. Also rund um’s Büro ist es schön, das konnte ich mir wieder bestätigen. Super zentral, mitten in der Stadt. Mein Hotel war das gleiche wie beim letzten Mal, nur das Handling mit der Minibar habe ich jetzt besser hinbekommen. Man lernt ja.

Am Abend waren wir nach unserer Session auch noch zusammen unterwegs. Zunächst auf ein schnelles Bier in einem nahe gelegenen Pub, wo ich die Runde zahlen durfte, da unser Chef nicht genug Bargeld mit hatte, ich aber die Firmenkreditkarte (wünscht mir viel Spaß bei der Reisekostenabrechnung). Danach waren wir gut und vornehm essen in der Brasserie Max. Ich bekam ein Schnitzelverbot auferlegt und entschied mich deshalb für ein Dry Aged Steak, mit Sauce Bearnaise und French Fries (nicht im Bild). Viel mehr gibt es zu den beiden Tagen dann auch nicht mehr zu sagen. Beim nächsten Mal, was höchstwahrscheinlich nicht mehr dieses Jahr sein wird, sollte ich unbedingt ein paar Tage dran hängen. Geht ja nicht, dass man von dieser tollen Stadt sonst nichts weiter mit bekommt.

Die nächsten Tage wird es im Büro nun vor allem darum gehen, wie man die 15 Uhr Spiele der EM am besten verfolgt. Genug Fernseher haben wir in unseren Räumen, da sollte man durchaus einen entbehren können.

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Meine Top 9 Fußball-Spiele

Heute gibt’s Fußball. Passt doch in die Zeit, schließlich fängt am Abend ja die Europameisterschaft in Frankreich an. Und da ich es jetzt zeitlich nicht mehr schaffen werde, dafür eine Vorschau zu liefern – wer sind die Favoriten, wer ist Kanonenfutter – bleibe ich hiermit wenigstens thematisch noch dicht dran.

Heute soll es nämlich um die – aus meiner subjetiven Sicht – besten Spiele gehen, bei denen ich selbst live im Stadion war. Um sich dafür zu qualifizieren, musste nicht nur das Spiel selbst gut bzw. erfolgreich gewesen sein, sondern auch das ganze drumherum gepasst haben. Und das tat es besonders bei diesen neun Spielen. In chronoligischer Reihenfolge waren das:

Eintracht Frankfurt – FC Bayern München 4:1 (1. Bundesliga, 1995/96)

Damals wohnte ich noch im Frankfurter Raum, war zwar kein Eintracht-Fan, verfolgte sie aber trotzdem mit einem Auge. Und war mit Freunden ab und an mal im damaligen Waldstation. Und wer Karten gegen die Bayern bekam, war König. Für dieses Spiel hatten wir Karten und es wurde ein Fest. 4:1 gegen die Bayern, zweimal Matthias Hagner, einmal Ivica Mornar und einmal Manni Binz. Schon da war abzusehen, dass Otto Rehhagel und München nicht zusammen passten.

Hertha BSC – FC Barcelona 1:1 (Champions League, 1999/00)

Mein Vater ist Hertha-Fan, ich war das erste Mal in der Lage, mir Urlaub nehmen zu können – irgendwie kamen wir auf die Idee, zur Champions League nach Berlin zu fahren. Es war das erste Spiel der Zwischenrunde, die gibt es heute ja gar nicht mehr, es war Ende November, es war saukalt. Dichter Nebel hing über dem Stadion, man konnte grade mal eine Hälfte des Spielfelds sehen. Ein Abbruch des Spiels stand wohl im Raum. Letztlich wurde aber doch gespielt, Barcelona ging durch Luis Enrique in Führung, gesehen haben wir es allerdings nicht. Überhaupt wurde einfach mal mit gejubelt oder gepfiffen, wenn man es in der anderen Stadionhälfte auch getan hat. Kai Michalke glich noch vor der Halbzeit aus, das 1:1 war dann auch schon der Endstand. Bei der Hertha damals im Tor: Gabor Kiraly, der nun, 16 Jahre später, bei der EM spielen wird.

Deutschland – Costa Rica 4:2 (Weltmeisterschaft 2006)

Die WM im eigenen Land! Vor dem Turnier hatte ich Online-Foren gewälzt, wie man am Besten im Online-Shop der FIFA noch an Karten kommt, und saß dann lange im Büro und aktualisierte immer wieder die Ticketseite, bis ich tatsächlich Glück hatte, und noch an Karten gekommen bin. Ausgerechnet für das Eröffnungsspiel in München! Was war man im Vorfeld dann von der WM genervt. Es gab kein anderes Thema mehr. Horst Köhler sprach bei der Eröffnungsfeier dann das aus, was wir alle dachten: Jetzt geht’s endlich los. Und wie! Philipp Lahm eröffnete den Torreigen nach nur 6 Minuten. Aber Costa Rica konnte überraschend ausgleichen. Miroslav Klose schließlich entschied das Spiel mit einem Doppelpack. Am Ende stand ein 4:2 und es begann ein Monat, der das Land nachhaltig veränderte. Wann hat es schon mal so eine positive, offene Atmosphäre gegeben? Sogar das Wetter war die ganze Zeit gut. Und Franz Beckenbauer riet uns, sich Deutschland auch mal vom Hubschrauber aus anzusehen.

Wacker Burghausen – Karlsruher SC 0:4 (2. Bundesliga, 2006/07)

Das erste Spiel der neuen Saison. Ich war noch recht frisch in München, aber fuhr mit einigen anderen KSC-Fans von hier den weiten Weg nach Burghausen, kurz vor der Grenze zu Österreich. Das Stadion dort war klein, die Gegentribüne bestand aus vielleicht 4 Sitzreihen, dahinter lag das städtische Schwimmbad. Wider erwarten erwischte der KSC einen starken Start in die Saison und ballerte sich mit diesem Sieg gleich an die Spitze. Sebastian Freis war der Mann des Spiels, mit einem Tor und gleich drei Vorlagen. Die Saison sollte so weiter laufen, bis schließlich…

SpVgg Greuther Fürth – Karlsruher SC 1:3 (2. Bundesliga, 2006/07)

…der letzte Spieltag in Fürth anstand. Der KSC war mittleweile schon längst aufgestiegen und stand als Zweitligameister fest. Das Saisonfinale hatte keinen sportlichen Wert mehr, bedeutete aber nach fast 10 Jahren die Rückkehr in die 1. Liga. Giovanni Federico traf gleich dreimal und sicherte sich so auch noch die Torjägerkanone. Schiedsrichter war damals übrigens Manuel Gräfe. Viel von dem Spiel weiß ich nicht mehr, nur wie Timo Staffeldt damals tänzelnd zur Eckfahne gelaufen ist, um von dort die letzte Ecke auszuführen. Und wie mich nach dem Spiel ein fremder KSC-Fans auf der Haupttribühne ansprach, aufgrund des besonderen Ereignisses müsse er erst jetzt einfach einen anderen KSCler drücken.

VfB Stuttgart – Karlsruher SC 3:1 (1. Bundesliga, 2008/09)

Zwar war das erste Erstligajahr sportlich erfolgreicher, aber von der zweiten Saison ist mir noch mehr im Kopf geblieben. Wie zum Beispiel das Gastspiel in Stuttgart. Hochsicherheitsspiel. Fantrennung ab dem Bahnhof. Über einen abgeschirmten Weg wurden wir Gästefans ins Stadion geleitet. Senf und Bier bekam man vor dem Spiel und währendessen aber trotzdem ab. Sebastian Freis schoß den KSC mit 1:0 in Front, ein unbeschreibliches Gefühl, der Gästeblock explodierte. Schließlich drehten die Stuttgarter dann doch noch das Spiel. Nach dem Spiel herrschte vor dem Stadion helle Aufregung, Pferde wurden durch die Gänge gescheucht. Wir blieben so lange es ging im Block, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Werder Bremen – Karlsruher SC 1:3 (1. Bundesliga, 2008/09)

Vorletzter Spieltag. Der KSC stand seit Monaten unten drin, dass der Abstieg immer noch nicht fest stand, war fast wie ein Wunder. Ich musste am Tag vor dem Spiel für eine Veranstaltung nach Hamburg und blieb dann das Wochenende dort, um nach Bremen weiter zu fahren. Die Chance auf den Klassenerhalt war schließlich noch da. Marco Engelhardt verschoß einen Elfmeter. Trotzdem ging der KSC danach durch Lars Stindl in Führung. 3:0 stand es nach einer Stunde, dann gelang Bremen der Anschlußtreffer. In der Vorwoche hatten sie bereits eine komfortable Führung verspielt. Jetzt wieder? Die letzten Minuten konnte ich kaum noch hinschauen, bibberte, tigerte im Block herum – aber es ging gut. Sie waren noch im Rennen um den Klassenerhalt. (Der ihnen dann am letzten Spieltag, trotz eines Sieges gegen Hertha, verwehrt blieb)

Deutschland – Portugal 4:0 (Weltmeisterschaft 2014)

Die Weltmeisterschaft in Brasilien war für mich eh etwas verrückt. Aus einer Laune hinaus hatten wir uns für Tickets beworben und hatten eigentlich nicht damit gerechnet, irgendwelche zu bekommen. Und dann bekamen wir gleich drei Spiele zu gelost! Also wurde ein Brasilienurlaub drumherum geplant und los gings. Und so war ich dann beim Auftaktspiel der Deutschen in Salvador im Stadion. Tolle Stadt, tolles Stadion, tolle Stimmung. Thomas Müller trifft gleich dreimal und erledigt die Portugiesen fast im Alleingang.

Karlsruher SC – 1860 München 2:0 (2. Bundesliga, 2014/15)

Letzter Spieltag der Saison. Der KSC brauchte einen Sieg, um den Relegationsplatz zu verteidigen, mit etwas Glück wäre sogar noch der direkte Aufstieg möglich gewesen. Beides wäre eine riesige Leistung gewesen. Durch ein Eigentor ging der KSC früh in Führung und beruhigte die Nerven der Zuschauer. Die Gegengrade tobte. Das 2:0 durch Manuel Torres brachte Gewissheit, man würde mindestens dritter werden. Beim Parallelspiel ging es eng zu. Lange stand es in Darmstadt unentschieden, damit wäre Karlsruhe direkt aufgestiegen, bis in der 71. Minute die Hessen dort in Führung gingen. Schnell sprach sich das Ergebnis im Stadion rum. Es gab leichte Anfeuerungsrufe für deren Gegner – aber es blieb beim Sieg für Darmstadt. Egal, der KSC beendete die Saison auf Platz 3, damit hatte wohl niemand vorher gerechnet, und musste die Relegation um den Bundesliga-Aufstieg gegen den HSV spielen.

Das hat Spaß gemacht, diese Liste zusammen zu stellen! Auf meiner Short List stehen noch mal fast genau so viele Spiele, also vielleicht kann ich irgendwann noch einen zweiten Teil nach schießen.

An welche Sportereignisse denkt ihr besonders gerne zurück, wo wart ihr live dabei?

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