KW 04/2026: Frankenstein, Die nackte Kanone 2½ + 33⅓, Tony & Ziva & Robbie Williams

Happy Sunday!

Als Indikator für die Volksgesundheit kann man durchaus die Anzahl der Krankentage der arbeitenden Bevölkerung nehmen, auch wenn in dieser Kennzahl ganze Bevölkerungsgruppen nicht berücksichtig sind und auch wenn psychische Erkrankungen nur unzureichend auftauchen. Es ist kein perfekter Indikator, aber könnte als Teil mehrerer Indikatoren ein guter sein. Und wenn dieser Wert höher liegt als in vergleichbaren Volkswirtschaften, kann man darin durchaus ein Problem lokalisieren. Um als Staat dagegen zu steuern – denn ein gesundes Volk ist auf allen erdenklichen Ebenen eine positive Sache – könnte man spontan an einige Stellschrauben denken: Ernährung, Verfügbarkeit von Alkohol und Nikotin, Hygienestandards, ärztliche Versorgung, saubere Umwelt, Bildung, Förderung von Bewegungsangeboten, etc.

Oder man versucht, die Messung der Gesundheit zu erschweren, höhere Hürden für die Krankmeldung anzulegen, um dadurch diese Kennzahl zu minimieren. Aber dann kann man auch die Klimaerwärmung stoppen, wenn man weniger Thermometer aufstellt. Und die Kriminalität bekämpfen, wenn man es schwerer macht, eine Anzeige zu erstatten.

War auch in dieser Woche wieder topfit: Der mediale Wochenrückblick.

Heute mal ein etwas anderes Bild aus München. Entstanden ist es beim nächtlichen Wechsel zwischen zwei Locations am vergangenen Wochenende. Wir sehen die Tumblingerstraße, die hier unter den Bahngleisen entlang führt. Am Ende des Tunnels folgt auf der rechten Seite der Eingang zum Bahnwärter Thiel (was jedoch nicht das Ziel der Nacht war).

NCIS: Tony & Ziva (Staffel 1, 10 Folgen, USA, Paramount+) – 6 von 10

Die Diversifizierung des NCIS-Franchises geht weiter. Nach dem Abenteuer in Australien (NCIS: Sydney: S1 7/10) und dem Ausflug in die Vergangenheit (NCIS: Origins: S1 9/10) folgt nun der nächste Streich. Die beiden aus der Ursprungsserie äußerst beliebten Figuren von Tony DiNozzo (Michael Weatherly) und Ziva David (Coté de Pablo) kehren zurück zum Franchise und hetzen gemeinsam durch Europa (der Arbeitstitel der Serie war passenderweise sogar NCIS: Europe). Frankreich, Schweiz, Österreich, Deutschland, Spanien, Ungarn – wurden irgendwelche Kernmärkte auf dem alten Kontinent nicht berücksichtigt? Das ist aber nicht die einzige Besonderheit der Serie. Erstmals lebt eine NCIS-Serie vollständig von einer durchgehenden Storyline und serviert keinen Kriminalfall der Woche. Es ist nicht einmal ein Krimi, sondern ein waschechter Thriller, der hier erzählt wird. So richtig will das aber nicht funktionieren. Alles wirkt etwas drüber: Die technischen Gadgets sind wild (es geht irgendwie um Drohnen und Waffen und Computerviren, die mittels USB-Stick eingeschleust werden, und es gibt eine lange Actionsequenz mit selbstfahrenden Autos), die Verschwörungen zu verstrickt und die Lösungen teilweise zu technisch. Auf der anderen Seite ist es aber trotzdem sehr viel frischer Wind für das NCIS-Franchise und funktioniert mutigerweise auch ohne relevate Querverweise auf die alten Kollegen und Kolleginnen. Dazu verlässt man sich nicht nur auf die beiden Titelhelden, sondern gibt ihnen eine Reihe von weiteren Figuren mit an die Hand, die – wie man es meist vom Franchise kennt – auch wieder sehr sympathisch rüberkommen. So bleibt am Ende ein etwas zwiespältiger Eindruck: Die Grundvoraussetungen waren schon da, aber die Story will nicht so richtig funktionieren.

Frankenstein (Regie: Guillermo del Toro, USA, 2025, Netflix) – 8 von 10

Viktor Frankenstein (Oscar Isaac) wagt im 19. Jahrhundert das Undenkbare: Aus Leichenteilen setzt er eine Kreatur (Jacoc Elordi) zusammen, die er mit Hilfe von elektrischer Energie zum Leben erweckt. Fortschrittsangst gab es schon immer, so auch in Mary Shelleys klassischer Gruselgeschichte (meine Romankritik), die hier mit einigen Anpassungen erneut verfilmt wurde. Die Änderungen betreffen hier vor allem die Nebenfiguren, während hier wie dort Frankenstein im Vordergrund steht. Oscar Isaac ist toll in dieser Rolle und geht darin voll auf. Und um das direkt im Anschluß zu erwähnen: Elordi kommt dagegen meiner Meinung nach nicht an die ikonische Darstellung von Boris Karloff heran, was aber auch an der Maske liegt. Der Look und die Atmosphäre des Films dagegen sind wirklich gelungen: Wir tauchen ein in das viktorianische Europa und die verrückten Maschinen Frankensteins verströmen zarte Steampunk-Vibes. Die offenbar großteils realen Sets zahlen sich hier voll aus und führen sogar dazu, dass manche CGI-Effekte und -Sets dagegen negativ auffallen (z.B. das ewige Eis). Das schmälert den Gesamtspaß an dem neun (!) Mal für den Oscar nominierten Film aber keineswegs. Sowohl Frankensteins Antrieb, als auch das Schicksal seiner Kreatur werden intensiv beleuchtet. Der Lernprozess des Letzterem hätte für meinen Geschmack sogar gerne noch etwas ausführlicher erzählt werden können. Lohnenswert ist der Film aber auf jeden Fall.

Die nackte Kanone 2½ (Regie: David Zucker, USA, 1991, DVD, Re-Watch) – 7 von 10

Weil Dr. Meinheimer (Richard Griffiths) eine Studie zum Thema alternative Energien veröffentlichen will, versucht eine Gruppe von Lobbyisten für fossile Energien rund um den Industriellen Hapsburg (Robert Goulet) ihn auszuschalten. Nur Lt. Frank Drebin (Leslie Nielsen) ist ihm auf der Spur. Kaum zu glauben, aber diese Story ist tatsächlich schon so alt? Hat sich gut gehalten, genau wie der Humor, der weiterhin eine schöne Mischung aus Slapstick und Parodie ist. Vielleicht etwas zotiger und nicht mehr ganz so treffsicher wie noch der erste Film (8/10), aber er schaut sich immer noch gut weg.

Die nackte Kanone 33⅓ (Regie: Peter Segal, USA, 1994, DVD, Re-Watch) – 4 von 10

Frank Drebin (Leslie Nielsen) ist mittlerweile pensioniert. Aber seine alten Kollegen brauchen ihn und überreden ihn dazu, noch einmal in einem letzten Fall undercover zu gehen. Also landet Frank erst in einem Gefängnis und dann auf der Oscar-Verleihung. Die Story ist dünn, die Witze sind dümmer und teilweise schlecht inszeniert. Der alberne, beiläufige Witz der ersten Filme findet hier nicht statt, hier kommt jede Albernheit mit dem Holzhammer. Am Ende sind noch die Parodien anderer Filme und die Verhohnepiepelung von intellektuellen, typischen Oscar-Filmen die besten Momente. Aus der Reihe ist die Luft raus, das hier macht echt kaum noch Spaß zu Schauen.

Gesehene Spiele in dieser Saison: 19 von 19 Liga-Spielen = 100%. (Saison 2024/25: 85%)

Gegen die Hertha aus Berlin gab es zu Hause ein nicht unverdientes 2:2 und damit das dritte Spiel in Folge ohne Niederlage. Nach der desaströsen Serie zuvor ist der Turnaround damit wohl geschafft. Wie schon in der Vorwoche waren es erneut die Dienstältesten, die für die eigenen Tore sorgten: Schleusener traf zum frühen 1:0, der alte Jung sehenswert zum 2:1. In der ersten Hälfte hätte noch das ein oder andere weitere Tor dazu kommen können um das Spiel klarer in die eigene Richtung zu lenken. Kam aber nicht und so wurde der Druck der Hertha in der letzten halben Stunde immer größer, die dann schließlich verdientermaßen noch den Ausgleich erzielten.

Eine Hin- und Rückfahrt ins Büro, zwei Hin- und Rückfahrten in die Stadt. Keine besonderen Vorkommnisse, da ich alle vorher bekannten Einschränkungen vorrausschauend umgangen habe.

Neues von Robbie Williams. Überraschend hat er in der vergangenen Woche ein neues, gelungenes Album veröffentlicht. Die Überraschung bezieht sich dabei sowohl auf den Zeitpunkt, als auch auf die Qualität. Das Album hört auf den Namen Britpop und klingt auch so, als käme es direkt aus den 1990ern, aus der Zeit, als er Take That verlassen hat und die Zeit mit den Gallaghers verbrachte. Sogar das zentrale Cover-Motiv stammt aus dieser Zeit. Das Album klingt trotz zahlreicher Zitate nicht unbedingt retro, sondern erstaunlich frisch und läuft gut durch. So gut, dass ich einzelne Highlights noch gar nicht so richtig nennen kann, aber It’s OK Until The Drugs Stop Working bleibt schon gut im Ohr.

Und da andere eh besser über Musik schreiben können, empfehle ich euch noch den Beitrag Robbie’s Coming Home von Coffee and TV über das neue Album.

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!

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