Der richtige Ton,  Was mit Medien

KW 28/2025: Die Mörder sind unter uns, Together, Eternauta, Wanda, Konklave, Sprints und Paradise Z

Happy Sunday!

Habt ihr euch schon einmal ein Fußball-Trikot gekauft? Nur wegen des Logos des Sponsors? Nun ja, ich habe es gemacht. Ich habe zugeschlagen bei einem Trikot des irischen Clubs Bohemian FC aus Dublin. Und warum? Weil das Oasis-Logo groß auf der Brust prangt. Wie könnte man da auch nicht widerstehen? Hier sieht man das gute Stück. Die Einnahmen aus dem Verkauf gehen an wohltätige Projekte (Quelle).

Heute im medialen Wochenrückblick: Ein Konzert und ein Musiktipp, eine Serienstaffel, ein weiterer Film vom Münchener Filmfest und gleich drei Couchfilme. Viel Spaß!

Am Freitag war ich noch einmal auf dem Tollwood, das zweite Mal bereits in diesem Sommer. Erneut war ein Konzert der Anlass (siehe weiter unten). Die Konzerte sind dort immer schon relativ früh zu Ende, angenehmerweise um 22 Uhr, während der Rest des Marktes noch etwas länger auf hat. So konnte ich mir nach dem Auftritt noch ein paar gebrannte Erdnüsse gönnen und den Mond über der Anlage betrachten. Und ja, das ist natürlich ein künstlicher Mond und nein, das daneben ist das nicht das Konzert-Zelt, sondern ein kleineres Zelt einer bekannten Brauerei, aber auch mit einer kleinen Bühne, wo meist ein paar Cover-Bands spielen.

Eternauta (Staffel 1, 6 Folgen, Argentinien, Netflix) – 6 von 10

Juan Salvo (Ricardo Darín) kämpft zusammen mit einer Gruppe von Überlebenden in Argentinien gegen eine mysteriöse Bedrohung. Ein seltsamer Schneefall hat Millionen von Menschenleben gefordert. Die Serie basiert auf einem Comic, den ich natürlich nicht kenne. Aber so einer Vorlage entsprechend passt schon mal die Optik: Das verschneite, postapokalyptische Buenos Aires macht schon einiges her. Und wenn die Figuren dann aus der sicheren Wohnung die ersten Schritte ins Freie tun, funktioniert das atmosphärisch schon sehr gut. Leider sind es aber die Figuren, die bei mir zum Schluß kein großes Interesse wecken konnten. Sicher, es gibt die Figuren die mehr auf sich und mehr auf das Gemeinwohl fokussiert sind, aber das ist Standard in so einem Szenario. Und dann gibt es diesen Twist zur Mitte der Serie, der zu dem Schneefall noch etwas anderes hinzubringt. Für mich eine richtige Überraschung im ersten Moment, in der Folge dann aber ein Grund, warum am Ende beide Aspekte irgendwie nur so halb funktionieren und dadurch keinem so richtig gerecht wird. Vielleicht bringt die angekündigte zweite Staffel hier etwas mehr Licht.

Together (Regie: Michael Shanks, USA) – 6 von 10

In diesem Jahr habe ich auf dem klassischen Filmfest München auch noch einen zweiten Film gesehen, der inhaltlich jedoch auch beim Fantasy Filmfest hätte laufen können. Es geht um diesen Horrorfilm, in dem die beiden real verheirateten Alison Brie und Dave Franco ein Paar spielen, das frisch zusammenzieht und dabei durch äußere Umstände – nunja – immer mehr eins wird. Wie die beiden auf die Idee für diesen Film gekommen sind lässt sich erahnen. Die Umsetzung ist allerdings nur so halb gelungen. Sicher, die Effekte sind okay, manche Sequenzen sind nett, am Ende eskaliert er in seinem Rahmen und Brie und Franco sind auch Sympathieträger. Aber der Aufbau ist zu langsam und zu hervorsehbar. Auf die filminterne Logik wird immer nur geachtet, wenn es gerade für die Dramaturgie passt.  Und die Message kommt mit dem Holzhammer (wenn die Spice Girls mit 2 Become 1 eingespielt werden, wirkt das fast unfreiwillig komisch). Es ist Horror vom Fließband und das ist zu wenig für die bekannten Namen vor der Kamera.

Konklave (Regie: Edward Berger, USA, 2024, Sky Cinema, Re-Watch) – 8 von 10

Wie bereits im Kino (8/10) konnte mich der Film auch bei der zweiten Sichtung überzeugen. Ich zitiere mich mal selbst: „Es ist ein Starkino alter Tage, dass hier aufgeführt wird und von Ralph Fiennes als Kardinal Lawrence bestens moderiert wird. […] Der Thriller ist ruhig, aber unterhaltsam inszeniert und von teilweise großartigen und opulenten Bildern visualisiert.“ Bonus Fact: Er funktioniert auch als Bügel-Background ausgezeichnet.

Die Mörder sind unter uns (Regie: Wolfgang Staudte, Deutschland, 1946, Arte) – 8 von 10

Als eine KZ-Überlebende (Hildegard Knef) nach dem Krieg in das zerbombte Berlin zurückkehrt, muss sie sich zunächst mit dem traumatsierten Arzt Dr. Mertens (E. W. Borchert) ihre Wohnung teilen. Beide versuchen, die Erfahrungen hinter sich zu lassen. Bereits so kurz nach dem Krieg beschäftigte sich der schwarz-weiß Film mit der moralischen Verantwortung. Das wird insbesondere deutlich, wenn Dr. Mertens auf den Hauptmann a. D. Brückner (Arno Paulsen) trifft, den er noch aus dem Krieg kennt. Diese Zusammenkünfte und die dazugehörigen Rückblicke sind die stärksten Sequenzen in diesem Film. Der materielle Schutt der Hauptstadt trifft auf die moralischen Trümmer, die aus der Zeit übrig geblieben sind. Die starken Bilder sorgen zusätzlich für eine bedrückende Stimmung. Starkes Nachkriegskino!

Paradise Z (Regie: Wych Kaosayananda, USA, 2020, Joyn) – 3 von 10

Zwei Frauen (Milena Gorum und Alice Tantayanon) versuchen, sich während einer Zombie-Apokalypse in einem asiatischen Luxusresort zu verstecken. Gut für die beiden: Es gelingt ihnen recht gut. Schlecht für das Filmpublikum: Der erste Zombie taucht erst nach 36 (von 80) Filmminuten auf, und das auch nur für den Bruchteil einer Sekunde in einer Traumsequenz. Generell machen sich die Monster in den ersten 50 Minuten äußerst rar, hier gibt es bis dahin definitiv öfter Brüste als Zombies zu sehen. Wenn letztere endlich etwas mehr Screentime bekommen, wirken sie jedoch nicht sehr überzeugend oder gar furchteinflößend. Generell ist die Story bestenfalls als dünn zu bezeichnen, die Dialoge sind sogar noch dünner, wenn nicht sogar dümmer. Immerhin, die Location in Südostasien macht einiges her und hebt den Film von ähnlich billigen Machwerken in austauschbaren Settings ab, und die ruhige Kamerarbeit lässt Paradise Z wertiger erscheinen, als er eigentlich ist.

Wanda (Österreich) – München, Tollwood

Es gibt mittlerweile kaum Bands und Künstler, die ich ähnlich häufig gesehen habe wie Wanda aus Österreich. 2023 waren sie meine Konzert-Band des Jahres, letzmalig habe ich sie vergangenen Dezember in Wien gesehen. Gelohnt hat es sich noch jedes Mal und da reiht sich ihr Auftritt im ausverkauften Zelt auf dem Tollwood problemlos ein.

Es ist ein wenig wie Oasis auf österreichisch. Songs zum mitsingen oder besser zum mitgröhlen, hier vielleicht etwas melancholischer als die Band aus Manchester, aber nicht minder mitreißend. Ohne ein aktuelles Album im Gepäck konnte sie sich frei durch ihren musikalischen Werdegang spielen. Das Publikum nahm es dankbar auf. Das reguläre Set ging gerade einmal etwas über eine Stunde, die Zugabe machte dann aber doch die zwei Stunden voll und im Rückblick verschwimmt das eh alles. Von Bologna am Anfang bis Bologna am Ende war alles dabei, sicher wird aber jeder den ein oder anderen Song vermisst haben. Hoch her ging es bei den Songs vom Debut wie Luzia und Auseinander gehen ist schwer, emotional wurde es bei Bei niemand anders, episch bei Columbo. Und dazwischen wird mal schnell noch ein Nirvana Cover eingestreut (Setlist). Kurz: Es war wieder ein großer Abend.

Nach Been Stellar meldet sich nun auch meine zweite, große Newcomer-Band von 2024 zurück: Die Sprints aus Irland haben mit Descartes der ersten neuen Songs veröffentlicht. Und der rockt auch wieder wie Sau und lässt die Stimme von Sängerin Karla Chubb ordentlich glänzen. Das Album folgt Ende September. Letztes Jahr rankte ich sie auf #2 bei den Alben und auf #3 bei den Konzerten. Mal abwarten, wie hoch es dieses Jahr geht.

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!

4 Kommentare

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