Aus dem Leben,  Sportlich

Job-Rotation

Adventszeit 2022. Nach dem großen Beben im letzten Jahr kam es gegen Ende 2021 zu einigen bedeutenden Umbesetzung an zentralen Punkten der deutschen Gesellschaft. Wie haben die Führungskräfte sich in ihren neuen Rollen geschlagen? Ein Rückblick.

Die Überraschung war groß, als der neu formierte Bundestag auf einmal den parteilosen Joachim Löw als Bundeskanzler bestätigte. Aber warum nicht? Immerhin hatte er Erfahrung damit, einen Job zu erledigen, von dem 83 Millionen Menschen dachten, sie könnten ihn besser. Und nachdem Löw seinen Ministern högschde Disziplin verordnet hatte, konnte die Corona-Krise nun doch noch endgültig gelöst werden. Um die Löcher in der Staatskasse zu stopfen, hat er danach für das gesamte Bundeskabinett einen Werbedeal mit Nivea abgeschlossen, sowie verbindliche Outfits für alle fest gelegt – den Mengenrabatt beim Einkauf nahm der Staat gerne mit. Beides ungewöhnliche Maßnahmen, aber sehr effizient, besonders Heiko Maas hatte diese Punkte unterstützt. Allerdings konnte sich Löw mit seiner Idee nicht durchsetzen, die Versammlungen des Bundestags aus dem Reichstag in das neu geschaffene „Campo Bahia am Kanzleramt“ zu verlegen.

Die Überraschung war groß, als Oliver Bierhoff mit Dieter Bohlen den neuen Bundestrainer vorstellte. Aber bei genauerem Hinsehen ergab das durchaus Sinn. Nach der letztjährigen Europameisterschaft galt es, eine neue Mannschaft aufzubauen. Während sich einige Spieler mehr oder weniger wie von selbst aufstellten, mussten um sie herum viele junge Spieler in die Mannschaft integriert werden. Und wer war für so eine Mammutaufgabe besser geeignet, als der studierte Betriebswirt und die langjährige Casting-Show Ikone Dieter Bohlen? Und so lud er jedes noch so halbwegs hoffnungsvolle Talent zwischen Kiel und Freiburg zum vorspielen ein und baute Stück für Stück eine neue Boyband zusammen, die Ende des Jahres nach Katar aufbrechen und dort die Fußball-Welt erobern sollte. Kurz vor Abflug ging es aber erst einmal ins Studio. Die Spieler waren sehr überrascht, dass Bohlen damit allerdings nicht das Aktuelle Sportstudio sondern tatsächlich ein Tonstudio meinte. Eine neue Team-Building Maßnahme? Hier sollte die Mannschaft in die Fußstapfen der legendären 1994er Truppe treten, die damals mit dem Hit Far Away in America und mit der Hilfe der Village People die internationalen Charts stürmten. Nun stand ihnen bei der Aufnahme mit KSC-Fan Pietro Lombardi ein alter Bohlen-Veteran helfend zur Seite, der für die nötige Musikalität sorgen sollte. Ob sie mit dem Gassenhauer Es gibt keine Quarantäne in Quatar an die alten musikalischen und sportlichen Erfolge anschließen können?

Die Überraschung war groß, als RTL die neue Jurorin für sein Flagschiff Deutschland sucht den Superstar präsentiert. Aber Angela Merkel wuchs in ihrer neuen Rolle von Folge zu Folge. Ihr „Sie schaffen das“ als Aufmunterung für jeden neuen Kandidaten wurde in kürzester Zeit zum Kult. Und als sie in den Recalls einer Kandidatengruppe mit „Die Lage ist Ernst, nehmen sie es auch ernst“ die letzte Warnung vor dem Rauswurf gab, litt die ganze Fernsehnation mit. Genauso wie alle vorher gelacht hatten, als ihr die Redaktion einen Kandidaten mit Hol mir mal ’ne Flasche Bier ins Casting gesetzt hatte. Aber auch davon ließ sich Merkel nicht aus der Ruhe bringen. Das auch sie letztlich nicht den Superstar fand – Operninterpretationen von Richard Wagner waren dann doch nicht so massentauglich, wie sie dachte – geschenkt. Das hatte vorher ja auch nie jemande in der Sendung  gestört.

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