Der richtige Ton,  Was mit Medien

Der Monatsrückblick März 2020

Das war also der März und nichts ist mehr so, wie es noch am Anfang des Monats war. Die Corona-Pandemie hat das Land… ach quatsch… den gesamten Planeten fest in der Hand. Es ist ein Szenario, das ich niemals für möglich gehalten hätte und wirkt wie aus einem schlechten Film. Ich gehe davon aus, dass demnächst Markus Söder in einen Bundeswehr-Tornado steigt und das Virus persönlich aus der Erdumlaufbahn schießen wird.

Bis es soweit ist, heißt er erst einmal zu Hause bleiben, so gut es geht. Nun konnte ich mich seit November ja bereits etwas darauf vorbereiten, es fühlt sich jetzt für mich ein wenig an wie das nächste Level. Das Salz in der Suppe des Lebens, das persönliche Treffen mit Freunden, fehlt nun allerdings komplett. Man muss aufpassen, da nicht komplett durch zu drehen. Mir hat es sehr geholfen, meinen Nachrichtenkonsum auf heute um 19 Uhr zu reduzieren und den endlosen Schwall an schlechten Nachrichten, der die ganze Zeit auf einen einprasselt, an mir vorbei laufen zu lassen. Was wichtig ist, kommt sowieso als Push-Nachricht durch. Ich versuche, jeden Tag mal raus zu kommen (und beneide in dem Zusammenhang jeden mit einem Balkon oder gar Garten), und sei es nur für einen kurzen Weg zum Bäcker oder zum Supermarkt. Noch schöner ist dann natürlich ein Spaziergang durch den hiesigen Stadtpark oder an der Würm entlang.

Welch ein Luxus in diesen Tagen, wenn man dann einfach über so simple Dinge wie Filme und Serien reden kann.

*** Foto des Monats ***

Ein Blick auf die Isar, wenige Stunden bevor in Bayern der Katastrophenfall ausgerufen wurde.

*** Filme ***

In diesem Monat habe ich es immerhin noch einmal vor dem Shutdown ins Kino geschafft. War eigentlich ganz angenehm, obwohl der Film grade angelaufen war, verirrten sich nicht mehr als 10 Leute in den Saal und die saßen sehr großzügig verteilt.

Narziss und Goldmund 7 von 10

Die Buchvorlage zu diesem Film kannte ich vorher nicht, aber ich dachte mir, was solle bei Hermann Hesse schon groß schief gehen – obwohl, das hatte ich mir bei Siddhartha auch schon gedacht. Eine falsche Entscheidung war es auf jeden Fall nicht. Der Film ist ganz unterhaltsam und zeigt die Freundschaft des Mönchen Narziss (Sabin Tambrea) und des Freiheit liebenden Künstlers Goldmund (Jannis Niewöhner). Trotz – oder vielleicht auch grade wegen – ihrer grundsätzlich verschiedenen Lebensentwürfe entwickelt sich zwischen den beiden über die Jahre eine tiefe Freundschaft. Ein zeitloses Thema, immerhin ist der Roman dazu bereits vor gut 90 Jahren erschienen. Den Film runden einige bekannte Nebendarsteller ab. Das gezeigte Mittelalter erhebt dabei keinerlei Anspruch auf historische Korrektheit, aber das tun die Märchenfilme im Weihnachtsprogramm ja auch nicht. Der ganz große Wurf ist der Film jedoch nicht, anschauen kann man ihn sich aber auf alle Fälle.

Sonstso – In der heimischen Flimmerkiste gab es im März wieder so einiges, wobei Monster und Zombies im Vordergrund standen. Von alt nach jung sortiert waren das:

Boy 7 (2015, 3Sat) ist eine kleine deutsche Genreproduktion. Kann man sich mal anschauen, bleibt aber nicht lange im Kopf.

Auch beim zweiten Ansehen bleibt The Girl With All The Gifts (2016, Sky Cinema Action) einer der besten Zombie-Filme der jüngeren Vergangenheit.

Die Oasis-Doku Supersonic (2016, BluRay) kann man sich ebenfalls ruhig ein zweites Mal ansehen und auch einem dritten Mal steht eigentlich nichts entgegen.

Colossal (2016, RTL Zwei) war ein überraschend guter und kleiner Monster-Film und hat mit Anne Hathaway und Jason Sudeikos auch zwei gute Hauptfiguren abbekommen. Mein Highlight des Monats.

What Happened To Monday (2017, ZDF) war, Dank einer tollen Noomi Rapace, unerwartet kurzweilig, auch wenn es mehr ein Actionfilm war und der dystopische Aspekt etwas kurz kam.

Eine eher mittelmäßige Zombie-Komödie war Little Monsters (2019, Sky Cinema). Sah zwar nicht schlecht aus, bot aber nicht wirklich was Neues.

Und nochmal Monster-Action: Godzilla II: King of the Monsters (2019, Sky Cinema). Aber nicht jede Material-Schlacht hat Herz. Es knall zwar heftiger als bei Colossal, es lässt einen aber etwas kalt.

Men in Black: International (2019, Sky Cinema) war nette Abendunterhaltung mit Aliens, Action und Chris Hemsworth und Tessa Thompson.

Der spanische Psycho-Horror Film Der Schacht (2020, Netflix) geht ziemlich an die Nerven und wäre auch ein toller Kandidat für das Fantasy Filmfest gewesen. Düster, spannend und mit einem philosophischen Unterton, zur Abwechslung mal ein guter Netflix-Film.

*** Serien ***

Da ich im März noch etwas mehr Zeit zu Hause verbracht habe als zuletzt ohnehin schon, ist die Serienrubrik erneut recht umfangreich geworden. Und etwas unerwartet heimste das gute, alte ZDF in diesem Monat die höchste Punktzahl ein. Überhaupt schneidet der Sender im Moment bei mir ausgesprochen gut ab. Die heute Nachrichten gehören zum festen Tagesprogramm und über die Mediathek bleibe ich öfter bei den guten Dokumentationen hängen, sei es nun Terra X oder andere Formate, wie Russland von oben.

Arctic Circle (Staffel 1 / 5 Folgen – ZDF) – 6 von 10

Die finnische Polizistin Kautsalo (Iina Kuustonen) findet in Lappland eine fast erfrorene Prostituierte und zwei weitere tote Frauen. Alle drei scheinen ein tödliches Virus in ihrem Blut zu haben, weswegen der deutsche Virologe Lorenz (Maximilian Brückner) aus Helsinki eingeflogen wird, um die Polizei bei der Arbeit zu unterstützen. Eines muss man dem ZDF lassen: Das Timing hätte nicht besser sein können. Inhaltlich bietet es solide Nordic-Noir Unterhaltung, die sich dank dem Twist mit dem Virus tatsächlich von ähnlichen Vertretern abhebt. Die beiden Hauptfiguren sind sympathisch – das alles kann aber nicht davon ablenken, dass die Story doch einige Längen hat. Und auch die Synchronisation fällt etwas unangenehm auf und wirkt manchmal holprig. Besonders bei Brückner, der sich in dieser internationalen Produktion anscheinend selbst synchronisiert hat. Da helfen auch die schönen Schneebilder nicht.

Happy (Staffel 2 / 10 Folgen – Netflix) – 6 von 10

MEGA: Make Eastern Great Again – das ist das Motto vom wahnsinnigen Kinderstar Sonny Shine (Christopher Fitzgerald). Dafür ist ihm jedes Mittel Recht. In der Zwischenzeit gewöhnt sich Nick Sax (Christopher Meloni) langsam an das Leben als Vater, wobei Töchterchen Hailey (Bryce Lorenzo) etwas zu sehr nach ihrem Vater zu schlagen scheint. Der imaginäre Happy macht dagegen so seine eigenen Erfahrungen. Der Überraschungseffekt der ersten Staffel ist weg, die Serie weiß trotzdem weiterhin zu unterhalten. Einige gute Lacher sind drin und das Blut fließt weiter in Strömen. Funktioniert alles? Nein, das nicht und auch die Story ist oft over-the-top und meist nur auf Schauwerte ausgelegt. Mir wäre ja etwas weniger kranker Wahnsinn lieber gewesen, um die imaginäre Freundschaft zwischen Nick und Happy etwas mehr zu betonen, die geht so nämlich ein wenig unter.

I Am Not Okay With This (Staffel 1 / 7 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Die 17-jährige introvertierte Nowak (Sophia Lillis) lebt mit ihrer Familie in einer trostlosen Kleinstadt. Als ihre einzige engere Bezugsperson Dina (Sofia Bryant) einen neuen Freund hat, den Footballer Brad (Richard Ellis), fühlt sie sich immer mehr alleine. Dann entdeckt sie nach und nach, dass sie über Superkräfte verfügt. Nachbarsjunge Stanley (Wyatt Oleff) will ihr helfen, mit ihnen umzugehen. Wenn man hört, dass hinter der Serie die Macher von Stranger Things und von The End of the f*** World stehen, hilft das nicht grade, die Erwartungen klein zu halten. Dabei ist die Serie an sich recht klein. Eine Teenager-Serie, die nur punktuell etwas mit Superkräften (die in dieser Staffel noch sehr diffus und wenig zielgerichtet sind) zu tun hat und letztlich im Moment nur ein überhöhter Ausbruch ihrer inneren jugendlichen Wut ist. So richtig hat mich das nicht überzeugt. Aber immerhin, die Figuren sind ja ganz nett – grade Stanley ist ganz witzig – und man kann es wegen der knappen Laufzeit ganz gut weggucken.

The New Pope (Staffel 1 / 9 Folgen – Sky Atlantic / Sky on Demand) – 7 von 10

Papst Pius XIII (Jude Law) liegt im Koma, es wird ein neuer Papst gesucht. Kardinal Vioello (Silvio Orlando) gelingt es nach einigen Wirrungen seinen Kandidaten, den Engländer John Brannox (John Malkovich) als neuen Papst Johannes Paul III zu installieren. Er steht für einen gesunden Mittlelweg und muss die Kirche nach innen einen und gegen Gefahren von außen beschützen. Der Nachfolger von The Young Pope hinterläßt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Da wären zum einen die Schauspieler: Alle drei Hauptfiguren sind interessant geschrieben und fantastisch gespielt. Die Nebenfiguren fallen kaum ab. Die Bilder sind ebenfalls sehr eindrucksvoll, viele Einstellungen wirken so kunstvoll arrangiert wie ein Gemälde. Dazu kommt die Musik und die Sprache, beides sehr modern – kurz: Die ganze Produktion zieht den alten Mief aus den kirchlichen Palästen (und wirkt um Jahrzehnte zeitgemäßer als das altbackene Die zwei Päpste von Netflix). Aber dann kommt der Wermutstropen: Es wird geredet und philosophiert, die Handlung vor allem in der Mitte der Staffel will nicht so recht vorwärts gehen. Die Macher wirken manchmal etwas zu sehr von sich selbst berauscht. Das ist schade, hätte die Story an sich auch noch etwas mehr gekonnt, hätte das ein ganz großer Wurf werden können.

Pastewka (Staffel 9 / 10 Folgen – Sky 1) – 7 von 10

Beruflich läuft es für Bastian (Bastian Pastwka) wieder besser: Das ZDF will eine Arztserie mit ihm drehen – zufälligerweise im gleichen Krankenhaus, in dem Anne (Sonsee Neu) arbeitet, die nichts mehr von ihm wissen will. Auch privat gibt es Veränderungen: Er zieht auf den Hof von seinem Bruder Hagen (Matthias Matschke) und seiner Frau (Bettina Lamprecht). Die neunte Staffel, die nun ins Pay-TV gerutscht ist, ist wieder etwas besser als der Vorgänger, auch wenn mir immer noch die Staffelgeschichte etwas zu sehr im Vordergrund steht. Die Serie war immer dann am Besten, wenn man Bastian dabei zu schauen konnte, wie er sich im Alltag von Fettnäpchen zu Fettnäpchen hangelt, sowohl beruflich als auch privat. Hier ist mir die Geschichte etwas zu episch und wird daher dem Kern nicht so ganz gerecht. Trotzdem ist diese Staffel auch wieder für einige Lacher gut – für einen der besten ist mal wieder der Gastauftritt von Huge Egon Balder verantwortlich. Ansonsten hat Chris Tall noch eine wiederkehrende Rolle, die allerdings etwas dick aufgetragen ist und damit erneut den Alltagsgedanken sprengt.

Smilf (Staffel 2 / 10 Folgen – Sky on Demand) – 4 von 10

Wie ich meine Serien auswähle? Das kann man gut in zwei Gruppen einteilen. Auf manches freue ich mich vorher richtig, das ist fest eingeplant zu schauen. Wie zum Beispiel die aktuellen Staffeln von Westworld oder auch Better Call Saul. Manch andere Sachen müssen den richtigen Moment erwischen. Ich habe sozusagen einen freien Slot und was mich dann in diesem Moment am meisten anspricht, das wird geschaut. Und bis zum Ende durchgehalten, komme was wolle. Nun hatte ich einen Comedy-Slot frei, Zeit für eine Serie mit kurzen Folgen, die man immer mal wieder einschieben kann. Für den ist zum Beispiel die zweite Staffel von The Conners vorgemerkt, bisher sind aber noch nicht genug Folgen gelaufen, als das sich der Start lohnen würde. Aber die zweite Staffel von Smilf lag schon lange bereit auf der Sky-Plattform. Die erste Staffel hatte ich vor Jahren gesehen und fand sie nur mittelmäßig, obwohl mir Hauptdarstellerin Frankie Shaw als Bridgette ganz gut gefiel. Mit der zweiten Staffel würde die Serie bereits zu Ende gehen. Also habe ich diese Staffel noch schnell eingeschoben, ich habe im Moment ja viel Zeit. Warum ich das so breit erzählen kann? Nun, die Serie selbst ist keiner Rede wert. Langweilig und unlustig, dabei will sie ganz besonders clever und sozialkritisch sein. Ist sie nicht, sie ist anstrengend, aber nicht in einem guten Sinne. Lasst die Finger davon, auch wenn bei den Nebenfiguren Rosie O’Donnell als Bridgettes Mutter und Connie Britton als eine Freundin von Bridgette schon richtig gut sind.

Unterleuten – Das zerissene Dorf (Staffel 1 / 3 Folgen – ZDF Mediathek) – 9 von 10

Unterleuten, irgendwo in Brandenburg. Bürgermeister Seidel (Jörg Schüttauf) stellt die Unternehmerin Pilz (Mina Tander) im kleinen Dorf vor, weil sie hier einen Windpark errichten möchte. Das befeuert wieder den Konflikt zwischen den Alt-Eingesessenen Kron (Hermann Beyer) und Gombrowski (Thomas Thieme). Aber auch die neuen Einwohner, die aus der Großstadt geflüchteten Dr. Fließ (Ulrich Noethen) oder die Pferdenärrin Franzen (Miriam Stein), verfolgen ihre eigenen Pläne. Was die etwas ungelenke Inhaltsangabe hoffentlich so halbwegs andeutet: In der Verfilmung von Juli Zehs Roman bekommt der Zuschauer es mit einem recht großen (und guten) Cast, der Dorfgemeinschaft, zu tun. Man muss sich erst einmal ein wenig zurecht finden in Unterleuten, bevor die Ereignisse so richtig in Gang kommen. Das Gleichgewicht des Dorfes beginnt in Wanken zu geraten, als das auswärtige Kapital durch Pilz und dem bayerischen Spekulanten Meiler (Alexander Held) die Leute in Versuchung führt. Den Windpark verhindern oder bauen? Wer darf daran verdienen? Allianzen im Dorf bilden sich und lösen sich wieder auf und auch der Zuschauer ist immer hin und her gerissen. Das ist wohl die größte Leistung dieser Geschichte, dass die vielen Optionen mehr oder weniger gleichberechtig behandelt werden und dass auch die handelndnen Personen sehr nachvollziehbar sind – es gibt hier nicht die Guten und die Bösen, jeder verfolgt seine eigenen, berechtigten Ziele. So wird der Konflikt sehr ausgeglichen erzählt  und wertet nicht – zeigt am Ende aber, wie sich das Dorfleben verändert hat und sich eben nicht von den Entwicklungen der Welt frei machen kann.

When They See Us (Staffel 1 / 4 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Fünf schwarze und hispanische Jugendliche werden beschuldigt im New York der 1980er Jahre im Central Park eine Joggerin vergewaltigt zu haben. Von der Polizei in den Verhören unter Druck gesetzt, gestehen sie letztlich ein Verbrechen, das sie nie begangen haben. Die von Ava DuVernay entwickelte Serie basiert auf dem wahren Fall der sogenannten Central Park Five. Und so tragisch dieser Fall für die Beteiligten und so vernichtend für die New Yorker Polizei dieser Ära auch ist, leider konnte mich die Serie nicht wirklich packen. Dafür fühlen sich die vier Episoden so an wie vier verschiedene Geschichten. Etwas unzusammenhängend mit zu großen Zeitsprüngen. Man sieht zwar, wie die Protagonisten irgendwann das Gefängnis verlassen und versuchen, wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen, es fühlt sich aber nie so an, als hätten wir diese ganze Zeit mit ihnen durchgestanden. Schauspielerisch ist das gut, die Grundidee dramatisch, nur hätte man es ruhig noch etwas zielgerichteter erzählen können, ohne die Authentizität zu verlieren. Und einen Extra-Punktabzug gibt es schließlich noch für die Kameraarbeit, die ständig gefühlt ungefähr zwei Drittel des Bildes in Unschärfe gelassen hat. Ein Stilmittel? Vielleicht. Aber auch super nervig.

Was gibt’s neues im April? Gleich am 1. startet auf 13th Street mit Deputy eine neue Action-Crime-Serie. Und ab dem gleichen Tag kann man sich nochmal Community auf Netflix ansehen. Neue Comedies gibt es ab dem 2. auf Sky 1: Die 7. Staffel von The Goldbergs und dessen Ableger Schooled starten, genau wie The Unicorn. Auf Servus TV kann man ab dem 10. sich die Serienvariante von The Name Of The Rose anschauen, gibt es aber auch bereits bei Sky on Demand zu sehen. Am 24. taucht Das Boot für die zweite Staffel auf Sky 1 wieder auf und auch After Life kehrt mit der zweiten Staffel auf Netflix zurück. Suits geht am 28. nahtlos mit Staffel 9 auf Universal TV weiter. Einige andere Sachen mussten leider verschoben werden, in den Synchronstudios des Landes wird im Moment nicht gearbeitet.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 1 Spiel, 0 Punkte, Abstiegsplatz. Dann kam die Corona-Pause.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 0 (The Slow Show wäre es gewesen, ist aber aus den bekannten Gründen ausgefallen. Deutlich mehr Einschnitte wird der April bieten: Martha, Lea Porcelain, Russian Cicles und Hinds hätten es sein sollen, die meisten davon haben bereits einen Ersatztermin bekommen, Martha fällt anscheinend komplett aus).

Heute gibt es zwei Musiktipps – es gibt laut und leise im starken Kontrast. Fangen wir an mit dem Lauten: God Damn kommen aus England und machen Musik, als wenn der Black Rebel Motorcycle Club auf einmal hyperaktiv wäre. Mirror Ball spart nicht mit den F***.

Zum Ausgleich nun das Ruhige. Die Musik von Bonny Light Horseman (was mit der Netflix-Serie nichts zu tun hat) wird auf Plattentests als „warme Milch mit Honig in kalten Winternächten“ beschrieben und dem gibt es wenig hinzu zu fügen. Wer nur ein wenig Herz für schöne Folkmusik hat, sollte man in The Roving reinhören.

Beide Tipps habe ich – mal wieder – durch Plattentests.de entdeckt.

*** Krieg und Frieden ***

Es geht vorwärts! Das dritte Buch konnte ich in der vergangenen Woche beenden – jetzt steht nur noch das vierte aus und der Epilog. Eigentlich wäre ja die aktuelle Situation wie geschaffen dafür, dass jetzt durch zu ziehen, aber ich muss mich zur Zeit schon sehr dazu zwingen, weiter zu lesen. Zum Aufgeben ist es aber bereits viel zu spät!

Dabei war das dritte Buch historisch gesehen durchaus interessant. Es behandelt Napoleons Feldzug gegen Russland und seinen Marsch bis nach Moskau. Die Eckpfeiler der Geschichte sind demnach historisch verbürgt. Tolstoi wechselt in seiner Erzählung immer wieder von der russischen auf die französische Perspektive, schreibt teilweise auch – und das fand ich etwas irritierend – wie ein Historiker, der die Ereignisse im Nachhinein bewertet und einordnet. Die bekannten Figuren kommen dadurch aber leider etwas kürzer als gewohnt.

Mal sehen, wie es nun im vierten Band weiter geht.

*** Foodpic des Monats ***

Ein klassisches, bayerisches Essen: Angebräunter Leberkas mit Spiegelei und Bratkartoffeln. Lecker, lecker, lecker! Zu finden im Hofbräukeller am wunderschönen Wiener Platz in München, als die Restaurants noch offen waren.

*** Frage des Monats ***

Da die Rückblicke auf das abgelaufene Jahrzehnt ja immer ganz gut ankommen, würde ich die lose Reihe gerne weiter fortsetzen. Gibt es hier ein bestimmtes Thema, über das ihr gerne lesen würdet?

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und bleibt gesund!

5 Kommentare

  • Nicole

    Ich musste schmunzeln, als dein Beitrag zu den besten Serien des letzten Jahrzehnts online ging (den ich auch gleich lesen werde), weil ich da mit Nadine (Wörter auf Reise) auch schon länger dran bastel und zu dem Thema was in Vorbereitung habe. Ich bin jetzt gespannt, ob wir ähnliche Favoriten haben.
    Den neuen Godzilla bei Sky will ich ja auch noch gucken, bei Men in Black bin ich kritisch. Der wurde ja so zerissen, aber eigentlich mag ich die Hauptdarsteller :D. Dass du nicht so begeistert bist von When They See Us, schockiert mich. Für mich eine der besten Serien von 2019. Die hatte mich echt mitgenommen, wütend gemacht, schockiert. Habe da gerade bei der letzten Folge geheult ohne Ende. Die hat mich so mitgenommen und war schauspielerisch top. Aber da sieht man sehr gut, wie unterschiedlich Geschmäcker sind :). Aktuell komme ich ja auch in den Genuss der 1-Monat freien Serien bei Sky. Habe dort nun schon „Catherine the Great“ und „Victoria“ gebingt, gerade schaue ich noch Younger „Westworld“ wird erst geschaut, wenn ich mir im Mai wieder Sky Ticket hole.

    • Nicole

      Dankeschön für dein liebes Kommentar. Das verwundert mich aber nicht, weil ist ja bei allen Serien der Fall, die mehrere Staffeln haben. Ich muss mal gucken, ich bin halt nicht der größte Sitcom fand. Mag nur diejenigen, die eher in Richtung Dramedy gehen und doch verstärkt realistische Töne haben.

      Geht mir auch so, habe noch keine der neuen Serien gesehen, die in den letzten Monat online gegangen ist. Da wurde man aber auch mit Inhalten förmlich überflutet. Nein „Der Schacht“ habe ich noch nicht gesehen, aber viele Meinungen gelesen, die deine widerspiegeln.

      • Nummer Neun

        Ja „When They See Us“ hat mich leider nicht so richtig erreicht. Das ist schade, weil ähnliche Titel wie „Unbelievable“ oder auch die 1. Staffel von „American Crime Story“ habe ich hier ja genug gewürdigt. Aber in diese Serie bin ich leider nicht rein gekommen, so tragisch der wahre Fall auch ist.

        Zu den beiden Filmen auf Sky: Mir persönlich hat „MIB International“ etwas besser gefallen. Das ist einfach nette Blockbuster-Unterhaltung, auch wenn er nicht so frisch wirkt wie damals der erste Teil. Aber „Der Schacht“ musst du dir wirklich noch anschauen!

  • Stepnwolf

    Es gibt von „Smilf“ eine zweite Staffel? Das ist ja irgendwie komplett an mir vorbeigegangen. Muss ich wohl mal (auch wenn du sie eher schlecht bewertest) reinschauen…

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