Aus dem Leben,  Im Netz

Neulich beim Optiker

Ende letzten Jahres beschloß ich, dass es mal wieder Zeit wäre für eine neue Brille. Nicht, weil ich nichts mehr gesehen habe und überall gegen die Möbel gerannt wäre, nein, sondern es sollte einfach mal etwas neues her. Deshalb war ich bei dem Optiker meines Vertrauens (Apollo Optik), ließ meine Sehstärke überpüfen (die war unverändert gut/schlecht – wie auch immer) und schaute mir einige Modelle an. Die gefielen mir aber alle nicht, die Bedienung war auch keine große Hilfe, also ging ich wieder und dachte mir, ich könnte es ja auch mal online versuchen.

So bin ich bei Mister Spex gelandet. Einige Freunde hatten dort bereits bestellt und die Plattform empfohlen. Es war tatsächlich recht einfach. Große Auswahl in allen Preisklassen mit guter Filterführung. Dazu die – zugegeben etwas spooky – Möglichkeit der virtuellen Anprobe. Man schaute ein paar Sekunden in die Webcam und dann wurde einem eine vereinfachte Version der Brille aufgesetzt, die sich sogar mitbewegte, wenn man den Kopf drehte.Vier Modelle ließ ich mir kostenlos zu schicken und testete sie durch. Der ganz große Favorit war noch nicht dabei, deshalb schickte ich alle wieder zurück und orderte noch einmal drei Modelle. Dieses Mal wurde ich fündig, eine dunkelbraune mit Rand sollte es sein. Ich schickte alle wieder zurück, aber vermerkte die Angaben für meine Sehstärke, und gut zwei Wochen später hielt ich meine neue Brille in den Händen. (Gegen die daraus entstandenen Fingerabdrücke gab es sowohl von Mister Spex also auch vom Hersteller des Gestells jeweils ein Brillenputztuch)

So richtig saß sie aber noch nicht. Sie war recht locker und rutschte mir immer mal wieder von der Nase. Aber zum Glück bekam man mit der Bestellung auch noch einen Gutschein für einen Partner-Optiker, bei dem man sich die Brille richtig einstellen lassen konnte. Ich hatte irgendwie mehr Partner-Geschäfte erwartet, aber gut, einer von denen lag für mich noch recht einfach zu erreichen im Zentrum und so ging ich das erste Mal am Ostersamstag dort hin.

Er hatte dummerweise an dem Tag zu, wegen der Feiertage. Kein Problem, dachte ich mir, gehe ich halt mal nach der Arbeit noch dorthin. Gesagt getan in der folgenden Woche – ich stand wieder vor verschlosssenen Türen. Die Öffnungszeiten fielen mir jetzt erst auf, sie deckten sich erstaunlich genau mit meinen eigenen Bürozeiten.Blieb mir also nur noch der Samstag. Und da wurde ich dann von diesem Schild begrüßt:

Natürlich kann man bei kleinen Geschäften wegen Krankheit nichts machen. Wenn man krank ist, ist man krank. Mein Ärger wuchs aber trotzdem. Bei meinem nächsten Versuch zwei Wochen später verzichtete ich dann darauf, ein Foto zu machen. Der Laden war an diesem Samstag einfach ohne Angabe von Gründen geschlossen. Jetzt war auch meine Geduld erschöpft. Schnell einen anderen Partner-Optiker raus gesucht, der lag für mich zwar nicht mehr ganz so günstig, aber unglaublicherweise hatte er offen, ich kam sofort dran und nach zehn Minuten saß die Brille deutlich besser.Fazit: So richtig hat mich das nicht überzeugt. Ob es günstiger war oder nicht, das könnte ich nicht mal sagen. Zu selten kauft man sich dafür ein neues Gestell und bei den vielen Modellen und Anbietern ist es schwer, die Preise zu vergleichen. Am nervigsten war aber, dass sich der ganze Prozess so lange hingezogen hat. Und das lag nicht nur an der falschen Wahl des Optikers. Schon die ganze Auswahl und das viele hin- und herschicken hat ewig viel Zeit gekostet. Von den unnötigen Lieferwegen ganz zu schweigen. Dazu fehlte eine gute Beratung bei der Wahl der Richtung Gläser.

Beim nächsten Mal sitze ich deshalb wahrscheinlich wieder bei einem richtigen Optiker und probiere 20 Modelle in 10 Minuten an, als darauf zu warten, dass mir vier Gestelle zugeschickt werden. Aber als Alternative hat der Online-Einkauf sicher seine Berechtigung.

3 Kommentare

  • ide02

    Mit Optiker und Brillen musste ich bisher keine großen Erfahrungen machen, weil eigentlich meine Augen toll sind. Eigentlich. 😉 Trotzdem war es ein Versuch wert, mal mit einer Brille zu versuchen gegen Migräne und Co. vorzugehen (die benötigte Sehstärke ist lächerlich…aber wenn alle auf einen einreden glaubt man irgendwann selbst, dass man es mal versuchen sollte ;)). Ich habe mich dann für den F-Optiker (will hier keine Schleichwerbung machen ;)) entschieden, weil mir der A-Optiker nicht so gefiel. Und ich muss sagen: Toller Service und prima Auswahl. Außerdem hat man mir nicht versucht die teuersten Gestelle aufzuschwatzen, weil ich deutlich gemacht habe, dass es erst einmal ein Versuch von vielen ist und daher 0 Euro-Gestelle ausreichen. Also: Ich kann dir den F-Optiker empfehlen…die Mister S-Erfahrungen meiner Umwelt waren auch nicht die besten…

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