Aus dem Leben,  Was mit Medien

Nach neun Jahren auserzählt


Mittwoch Abend war es soweit, nach 208 Folgen flimmerte die letzte Episode von How I Met Your Mother über die deutschen Fernsehbildschirme. Wenn man mal darüber hin weg sieht, wie schlecht teilweise die letzten Staffeln waren – und da reihte sich die abschließende Staffel mit Leichtigkeit ein – fand ich den finalen Zweiteiler dann doch besser als befürchtet.

Sicher, die allerletzte Wendung war etwas unfair, wenn man sich an Titel und Ziel Ted’s ewig langer Erzählung erinnert, passt aber trotzdem noch ganz gut zur Serie. Und immerhin kam sie erst, nach dem er mit seiner Geschichte fertig war. Nur etwas ärgerlich, da kämpft man sich durch die letzte Staffel, die sich anfühlte, als hätten die Macher schon vorher die Kulissen verkauft und deshalb wo anders drehen müssen und als ob sich die Autoren krampfhaft bemühen mussten, jeden verdammten Faden zu einem Ende zu bringen – nur um dann zum Schluß in fünf Minuten alles wieder auf Anfang zu drehen.

Neun Jahre begleiteten wir die fünf Freunde in ihrem Leben, neun Jahre in dem sie allerhand erlebten, aber am Ende doch immer wieder gemeinsam im MacLaren’s tranken oder in der Wohnung ihre Zeit verbrachten. Neun Jahre, genau so lange wohne ich mittlerweile schon in München.

Neun Jahre, in der Zeit hatte ich hier drei verschiedene Jobs und zwei Wohnungen. War wahrscheinlich in keinem Restaurant / keiner Kneipe / keinem Club so oft wie die im MacLaren’s. Und die wohnen in New York und sollten noch mehr Möglichkeiten haben! Und treffe ich mich noch mit den gleichen Freunden wie vor 9 Jahren? Ja, zwar immer noch, aber nicht mehr so häufig wie damals. Dazu passiert dann doch zu viel im Leben jedes einzelnen. Umzüge, Jobwechsel, jeder entwickelt sich weiter, trifft neue Leute, lebt in Beziehungen oder auch nicht mehr, macht neue Erfahrungen. Alles ist ständig im Wandel. Leute, die einem über so einen langen Zeitraum begleiten, sind äußerst selten. Ob man das jetzt gut oder schlecht findet, so ist das einfach, so ist das Leben. Richtig gegen steuern kann man eigentlich nicht – wenn man keinen gemeinsamen Nenner mehr findet, findet man keinen und dann ist das halt so. Anders sieht es aus, wenn man es zeitlich nicht packt: Dann muss man sich die Zeit tatsächlich nehmen. Klingt sehr einfach, ist es oft aber nicht. Besonders, wenn man nicht mehr in der gleichen Ecke wohnt.

Manche sieht man dann nach Jahren und Monaten wieder und merkt sofort, es passt noch, man hat sich immer noch was zu sagen und hat wieder eine schöne Zeit. Mit manchen hat man Spaß daran, über alte Zeiten, über früher zu reden. Das ist auch nett, wenn aber nichts neues dazu kommt, kann man es auch nicht zu oft machen. Und bei manchen klappt nicht mal mehr das.

Die Freunde bei How I Met Your Mother haben diese Erfahrung erst im Zeitraffer nach der eigentlichen Geschichte erfahren. Ich bei ihnen in den letzten Jahren, als die Serie Jahr für Jahr uninteressanter wurde. Und dann schließlich in dieser riesigen, aufgepumpten Hochzeit endete. Besser wurde erst es nun wieder im abschließende Zweiteiler. Als das comic-haft überzeichnete der letzten Folgen weg fiel und die Serie wieder so war, wie sie oft am Besten war: Eng am eigenen Leben. Und da bleibt selten alles so, wie es ist.

10 Kommentare

  • LittleMissSunshine

    Ich muss sagen, dass wir uns momentan auch noch durch die letzte Staffel quälen.
    In den ersten Staffeln konnte ich fast nie genug davon bekommen. Wir haben die ersten vier oder fünf Staffeln alle auf DVD einfach hintereinander geguckt.
    Bei dieser letzten Staffel zieht sich einfach alles ewig hin, und man ist nur noch genervt. Spätestens nach 2 Folgen muss ich abschalten, und habe dann auch noch mehrere Wochen danach nicht das Bedürfnis weiterzugucken. 🙁
    Wir sind mittlerweile nicht mal bei der Hälfte der ersten Staffel angekommen. Der Rest schmort irgendwo auf dem Festplattenrecorder. Normalerweise würde ich es ja gut sein lassen, und den Rest gar nicht mehr gucken, aber irgendwie will man ja doch wissen, wie es am Ende ausgegangen ist…

    Aber ich finde es schon schade, was die Produzenten daraus gemacht haben… Meiner Meinung nach ist die letzte Staffel, dem Rest der Serie nicht würdig… 🙁

  • Deboite

    Gut, ich hab da jetzt mal ein paar Sachen überflogen, da ich den Eindruck hatte es würde mir etwas verraten 😀 Ich hab nämlich irgendwann bei Staffel 4 aufgehört regelmäßig zu schauen und wollte das alles mal gern noch nachholen, da ichs schon echt gern angugg. Meine Schwester war allerdings mega enttäuscht vom Finale, daher bin ich jetzt gar nichtmal soooo scharf drauf. Und wenn du hier auch schon schreibst, dass es nicht mehr so dolle is wie früher, dann weiß ich gar nicht so recht ob ich das jetzt noch durchziehen soll. auf der andren Seite will ich trotzdem die Auflösung 😀 Knifflig 😀

  • ide02

    Ich muss zugeben, dass ich den Zug mal wieder verpasst hatte. Wie so oft. 😉 Irgendwann kam es von allen Seiten und jeder sprach über diese Serie. So habe ich auch ab und an reingeschaut, aber kam nie wirklich an. Ich war also ein „Teilweise HIMYM-Schauer“ und habe, weil ich keine Lust hatte, dass Ende abzuwarten, einfach schon mal schön gespoilt. Zum Leidwesen vieler anderer. Aber, zu meiner Verteidigung, ich habe immer vorher gefragt, ob ich wirklich erzählen soll, wie es ausgeht. Es lag also nicht nur an mir… 😉 Ich bin mal gespannt, ob die neue Auflage der Serie genauso einschlägt oder direkt Schiffbruch erleidet, was ich persönlich glaube.

    • Nummer Neun

      Die Neu-Auflage wurde gecancelt. Es gab zwar wohl einen Piloten zu „How I Met Your Dad“ – aber der hat wohl (zum Glück) niemanden überzeugt, daher ist aktuell kein Nachfolger geplant.

  • Kim

    Neun Jahre und ich hatte 3 Wohnungen XD

    Die Folgen rund um die Hochzeit waren sehr langweilig. Ich bin froh, dass sie sich dann doch teilweise, wie du geschrieben hast, sich aufs Leben fokussierte.

    • Nummer Neun

      Wie man überhaupt auf die Idee kommen konnte, die Hochzeit auf eine ganze Staffel zu strecken? Und sogar noch länger, in der Staffel davor war ja schon zu sehen, wie Ted erst Robyn helfen muss und dann später alleine am Bahnhof sitzt.

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