Rund um den Schreibtisch,  Unterwegs

Beruflich in London

Anscheinend kann man mit nur mit wenigen anderen Sätzen so viel Neid hervor rufen, wie mit Ich bin die nächsten Tage nicht da, ich muss beruflich nach London. So kam es mit jedenfalls letzte Woche vor. Da berief mich meine Firma für Mittwoch bis Freitag nach London, zu unserer Europazentrale. Und dem Ruf folgt man natürlich gerne.

Das Büro war im Herzen von London, irgendwo bei Soho und Covent Garden, den Übergang habe ich nicht so ganz mitbekommen, und war deutlich größer und schicker als unseres. Aber auch: Ein riesiges Großraumbüro, Reihen über Reihen mit Arbeitsplätzen, wie man es nur aus US-Filmen kennt. Auf ein Einzelbüro muss man anscheinend Jahre warten. Es gab ein ganzes Stockwerk nur mit Meetingräumen. Und die Aufzüge erst: Man drückt die Nummer für das Stockwerk, wo man hin möchte, und bekommt dann auf einem Panel angezeigt, welchen Aufzug man denn zu benutzen habe. Am zweiten Tag hatte ich das System raus. Aber ob ich in so einem Büro arbeiten möchte, da war ich mir nicht sicher.

Die Arbeitszeit dort verging recht schnell. Arbeiten konnte und musste ich nicht so wirklich, statt dessen war ich damit beschäftigt, Leuten Hallo zu sagen und mich vorzustellen, über den deutschen Markt zu sprechen und etwas darüber zu disktutieren, wie man sich so die Zusammenarbeit zwischen den Büros vorstellt. Dazu habe ich einer neuen Praktikantin (20 Jahre, aber bereits 2 Jahre studiert), die mir von London aus ein wenig helfen soll, viel erklärt über die spezielle Software, die sie dafür benutzen muss. Also eigentlich ein angenehmes arbeiten für mich in den drei Tagen! Und es ist so hilfreich, die Menschen und Gesichter hinter den Mails kennen zu lernen und zu wissen: Es gibt sie wirklich! Und mein Chef in London fand es glaube ich auch nicht so schlecht.

Von London selbst habe ich dieses Mal jedoch nicht viel gesehen, aber kein Problem, ich war ja erst im Februar dort. Mein Weg vom Hotel zum Büro führte mich immer am Soho Square vorbei, der morgens jedoch deutlich leerer war als am Abend. Dann merkte man, dass ich genau die bisher heißesten Tage des Jahres erwischt hatte, der Platz war voll und vor den Pubs und Bars drängten sich die Menschen.Einen Termin hatte ich außerhalb des Büros zu absolvieren, wofür ich mittags 20 Minuten über die volle Oxford Street gelaufen bin. Auch nicht schlecht, kann man mal machen und auch erstaunlich, wie die jungen Londoner Frauen im Sommer so aus dem Haus gehen (nicht im Bild).Sogar abends hatte ich Programm: Am ersten Abend hatte ich mich mit zwei Freunden zum Essen getroffen, die grade in London Urlaub machten. Am zweiten Abend war ich mit einem Schulfreund verabredet, der seit einem Jahr in der Stadt arbeitet, weswegen ich auf der Abschiedsfeier eines Praktikanten aus meiner Abteilung am gleichen Abend nicht lange bleiben konnte.

Mein Hotel war das Nadler: Super Lage, hilfsbereiter Serive, nette kleine Zimmer mit funktionierendem WiFi und einer tollen Regenwalddusche. Nur das Frühstück war etwas seltsam: Man musste es am Abend vorher bestellen und es wurde dann bei einem Bäcker eingekauft. Wenn man morgens auf der Suche nach dem Frühstücksraum ist, hört man nicht so gerne von diesem System. Aber gut, wenn man es weiß, kann man auch damit leben. Zumal es ja, wenn man als Tourist da ist, auch genug andere Möglichkeiten in der Ecke gäbe, um in Ruhe frühstücken zu können.Alles in allem war es eine recht angenehme Zeit. Einfach nur da sein und sich mit den Leuten unterhalten, dass sollte ich beruflich machen – ist doch viel einfacher als der ganze Rest… Jetzt bin ich gespannt darauf, wie das mit der Reisekostenabrechnung in der Firma funktioniert, abseits von Flugbuchungen (und meiner ist echt teuer geworden) und Hotels. Das bekomme ich nämlich morgen gezeigt.

8 Kommentare

  • LittleMissSunshine

    Oh, oh… Die Reisekostenabrechnungen… Und dann auch noch in Fremdwährung…
    Damit werde ich wahrscheinlich nie richtig warm… 😉
    Zum Glück muss ich die immer nur als Vertretung überprüfen und buchen…

    London steht bei mir nächstes Jahr hoffentlich auf dem Reiseplan…
    Aber dann privat… 🙂

  • Christine

    London ist eine tolle Stadt und ich kann verstehen, dass so ein Satz viel Neid hervorruft. Letztlich warst du ja wirklich sehr mit deiner Arbeit eingespannt und hast nicht so viel von der Stadt gesehen… gut, dass du das schon vor ein paar Monaten machen konntest. 🙂

    An Gladiator? 🙂 Warum denn das? Also auf die Antwort bin ich jetzt neugierig. 😉
    Dankeschön!

  • Nummer Neun

    @LittleMissSunshine: London ist echt ne Reise wert, so viel wie man da machen kann! Abrechnung ist bei mir jetzt auf nächste verschoben :/

    @Christine: Stimmt, viel gesehen habe ich dieses Mal nicht, aber dafür hatte ich das Gefühl, ein paar Tage mitten in London zu leben 😉

  • Christine

    Ah! Danke für den Link. Jetzt weiß ich was du meinst!
    Ich kenne den Film zwar, aber ich habe in vor ewigen Zeiten das letzte Mal gesehen und hatte so eine Szene gar nicht mehr im Kopf!

  • Hailey London

    Das stimmt! Wir hatten wirklich Glück, aber haben dadurch leider auch das Feuerwerk verpasst…
    Deinen Blog finde ich super interessant! Klasse, dass du durch die Arbeit nach London gekommen bist, das klingt super! Es ist eine meiner Lieblingsstädte 🙂

    Allerliebste Grüße,

    Hailey

Schreibe eine Antwort zu Nummer Neun Antwort abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.