Aus dem Leben,  Rund um den Schreibtisch

D’You Know What I Mean?

Meine Güte war ich mies. Richtig mies. Fremdsprachen waren so gar nicht mein Thema in der Schule. Englisch? Schlecht. Französisch? Abgrundtief schlecht. Mit anderen Worten: Meine Lehrer wären froh gewesen, wenn ich im Ausland nie meine Schule erwähnt hätte.

Mittlerweile weiß ich: Der Trick ist der, in der fremden Sprache einfach zu reden und zu denken. Und nicht zwanghaft zu versuchen, sich Wort für Wort zu übersetzen. Zu umschreiben oder noch mal von vorne anzufangen, wenn man in einem Satz nicht weiter kommt. Gelernt habe ich das im Urlaub. Witzigerweise als ich versucht hatte, Spanisch zu lernen. Davon blieb leider nicht so viel hängen. Kein Wunder, ich kam aus der Sprachschule und bin zurück ins Hostel, wo ich dann mit allen Leuten englisch gesprochen habe. Seit dem kann ich englisch, verstehe ein paar Sachen auf spanisch, nur französisch ist immer noch ein verschlossenes Buch für mich.

Wenn meine Englischlehrer von früher nun wüssten, dass ich für den neuen Job zwei von drei Bewerbungsgesprächen komplett (am Telefon) auf Englisch geführt habe, sie würden es wohl nicht glauben. Und dann auch noch das: Gestern war mein zukünftiger Chef aus London in der Stadt und wollte sich am Abend mit mir treffen. Mit Freunden aus Finnland oder Argentinien auf englisch zu reden ist ja das eine, aber so ein Business-lastiger Talk ist noch mal was anderes. Aber auch das hat gut funktioniert. Gegessen wurde stilecht im Andechser am Dom, das hat er sich vorher empfehlen lassen. Drei Stunden lang wurde gesprochen über den neuen Job, Olympia in London, die WM in Brasilien und warum so viele Gaststätten im Zentrum Augustiner heißen. Und damit hatte ich auch diesen Termin überstanden und freue mich nun um so mehr auf meinen Start im April.

Filme und Serien dagegen werden allerdings weiterhin wenn es geht synchronisiert geschaut. Und jedes Argument dagegen ist belanglos. Musik bitte: MT mit Alpha Romeo. Aus England. Natürlich.

4 Kommentare

  • LittleMissSunshine

    Englisch war bei mir eigentlich nie ein Problem. Meine Eltern haben mich damals in so eine Versuchs-Klasse gesteckt, in der Erdkunde, Biologie, Geschichte und Politik auch noch in Englisch unterrichtet wurde.
    Dadurch hatten wir an manchen Tagen als Unterrichtssprache mehr Englisch als Deutsch, und dann fängt man automatisch an, in der Sprache zu denken.
    Bei Französisch hingegen hatte ich immer Probleme. Hauptsächlich lag das am Unterricht, weil wir uns einfach nur stur im Buch vorgearbeitet, und Vokabeltest (meistens Note 5-6) geschrieben haben.

    Bei den Spanisch-Kursen die ich vor ein paar Jahren gemacht habe, ist mir auch wieder aufgefallen, dass dieses freie lernen, mit viel sprechen mir irgendwie besser liegt.
    Im Englisch- und Spanisch-Unterricht habe ich nie Vokabeln gelernt, und trotzdem kann ich diese Sprachen sehr viel besser als dieses blöde Französisch…

  • ide02

    Ziehe den Hut! Ich wünsche, dass ich genau das könnte. Aber ich habe leider eie Blockade, die seit der Schulzeit anhält. Falsche Lehrer. Haben Angst gemacht. Und diese Angst schleppe ich noch heute mit mir umher. Was in meinem Beruf ziemlich doof kommt…aber ich arbeite an mir. Irgendwann wird der Knoten auch bei mir reißen… 🙂

  • bknicole

    Sprachen sind echt genau mein Ding und Englisch mache ich richtig gerne – ich liebe die Sprache einfach total und könnte mich ständig auf Englisch unterhalten, weshalb ich wohl auch alle meine Serien nur in der Originalsprache schaue (bis auf ein paar Ausnahmen, die auch auf Deutsch okay sind), dafür bin ich aber in allem was Zahlen umfasst schlecht. Mathe ist also so gar nicht mein Ding :D. Finde es aber super , dass du da nun so viel dazu gelernt hast und dich jeder Situation gestellt hast. Praktisch lernt man da einfach viel mehr und sobald man mal die Angst verloren hat, in einer anderen Sprache zu reden, läuft das. Viele haben da je sehr Angst Fehler zu machen ,aber meist versteht man die Person trotzdem. Glückwunsch auch zum neuen Job ;).

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Bei mir sind mal wieder zu viele Filme eingeplant, die ich gerne sehen möchte. Jetzt steht erstmal irgendwann noch 12 Years As A Slave an, da will ich mit Freunden noch unbedingt rein.

  • Nummer Neun

    @LittleMissSunshine: Französisch braucht halt auch echt kein Mensch… 🙂

    @ide: Es muss halt einfach mal klick machen. Dann, wenn man merkt, dass die anderen einen tatsächlich verstehen, auch dann, wenn man mal 1 oder 2 Worte nicht weiß 😉

    @Nicole: Ich war dafür klassischerweise immer in Mathe besser 🙂 12 years a slave will ich auch noch sehen, bin ich bisher leider noch nicht dazu gekommen :/

Schreibe eine Antwort zu Nummer Neun Antwort abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.