KW 10/2026: Boglands, Train Dreams, Eishockey und Angine de Poitrine
Happy Sunday!
Im medialen Wochenrückblick geht es heute zum Eishockey, in die Moore nach Irland und in die Wälder Nordamerika. Außerdem lauschen wir einem Musikprojekt aus dem französischsprachigen Kanada. Es ist der kürzeste Rückblick des bisherigen Jahres. Viel Spaß!

Kurz vor dem Ende der regulären Saison war ich am Freitag mal wieder im SAP Garden beim Eishockey: EHC München gegen die Grizzlys Wolfsburg. Nach einem mauen ersten Drittel dauerte es bis zur 33. Minute, bis das erste Tor fiel. Der Gast nutzte eine Überzahlsituation und ging mit 1:0 in Führung. Der Startschuss für die Münchener, die das Spiel danach innerhalb von nur zwei Minuten drehen konnten. Im letzten Drittel bauten sie die Führung zum komfortablen 4:1 Endstand aus. Beim Kicker gibt die Zusammenfassung im Video.
Trotz erneut ausverkaufter Halle war der Stadionbesuch vor, während und nach des Spiels ausgesprochen stressfrei. Die Anfahrt per Tram ist sehr zu empfehlen.


Boglands: Die Tote im Moor (Staffel 1, 6 Folgen, Irland, Arte) – 7 von 10
Nach fünfzehn Jahren wird die verschwundene Mutter von Polizist Conall Ó Súilleabháin (Dónall Ó Héalaí) in einem Moor begraben gefunden. Was war damals geschehen? Hat sein Vater (Dónall Ó Héalaí) etwas damit zu tun? Neben der Polizei interessiert sich auch eine junge Podcasterin (Hannah Brady) für den Fall. Nach Stadt der Schatten (8/10) und His & Hers (8/10) begegnet mir nun das dritte Mal in kurzer Zeit das Motiv der Journalistin, die sich in die Ermittlungsarbeit einmischt. Und natürlich scheren sie sich immer mehr um die eigene Reichweite als um den Ermittlungserfolg. Vielleicht nutze ich die falschen Nachrichtenmedien oder im Ausland ist es anders, aber wo gibt es denn diesen immensen Bedarf an tagesaktueller Blaulichberichterstattung? Je öfter das erzählt wird, um so mehr bin ich davon genervt. Wenn man davon absieht, macht es diese irische Mördersuche nicht schlecht. Diese alten Fälle sorgen immer wieder für einen besonderen Gänsehautmoment. Und auch hier werden immer wieder neue Verdächtige präsentiert, die Gemeinschaft in einer Kleinstadt ordentlich auseinander genommen und manches stellt sich nun mit dem Abstand von vielen Jahren anders dar, als es die Figuren in Erinnerungen hatten. Die irische Moorlandschaft trägt zusätzlich einiges zur morbiden Stimmung bei. Auch wenn mich die Auflösung nicht so ganz überzeugt hat, ist Boglands ein guter Vertreter seines Genres.

Train Dreams (Regie: Clint Bentley, USA, 2025, Netflix) – 7 von 10
Basierend auf Denis Johnsons Roman porträtiert der Film Robert Grainier (Joel Edgerton), einen Holzfäller und Eisenbahnarbeiter im sich wandelnden Amerika des frühen 20. Jahrhunderts. Es ist der diesjährige Beitrag von Netflix zu den Oscars und ist dort in gleich 4 Kategorien nominiert: Bester Film, bestes adaptiertes Drehbuch, bester Filmsong, beste Kamera. Vor allem letzteres ist nachvollziehbar: Der ursprüngliche Wald, die archaische Arbeit, das große Feuer – das sieht alles wirklich eindrucksvoll und natürlich aus und wird in ruhigen Einstellungen bebildert. Zu schade, dass der Film kaum auf der großen Leinwand gesehen werden wird. Es ist die Geschichte eines einfachen Mannes der ein einfaches Leben lebt. Ohne große Aufregung und Drama (was in gewisser Weise an Robert Seethalers Ein ganzes Leben erinnert) zieht die Zeit an ihm vorbei. Er erlebt Schicksalsschläge und kommt darüber hinweg. Aber die Vergangenheit hallt immer wieder nach und erinnert ihn daran, wo er herkommt. Das ist immer wieder in kurzen Sequenzen und Montagen zu sehen. Nur: So richtig berühren will das nicht, mich zumindest nicht. Denn dafür geht dann doch alles zu schnell und hat zu wenig Tiefe. Die emotionale Anbindung hat mir gefehlt. Seine Familie kennt man kaum, sein Kollegen ebenso. Teilweise war ich überrascht davon, welche Bilder in den Flashbacks vor seinem geistigen Auge wieder auftauchen, weil sie in der Handlung gar nicht so die große Rolle spielten. Ich verstehe, was der Film sagen will, aber ich konnte es nicht so richtig fühlen.

Gesehene Spiele in dieser Saison: 25 von 25 Liga-Spielen = 100%. (Saison 2024/25: 85%)
Fast wäre meine persönliche Serie an gesehenen Spielen am Stück gerissen, aber es ging sich gerade noch so aus. Weiter geht auch die Serie von Karlsruhes Nummer Neun Roko Šimić – jedes Mal, wenn er in dieser Saison in der Startelf stand, hat der KSC auch gepunktet. So auch im Heimspiel gegen Dynamo Dresden, das 3:3 endete, wie bereits das Hinspiel. Dynamo zeigte eine gute erste Hälfte und ließ den KSC-Vertretungstorwart Himmelmann einige Male unglücklich aussehen: 1:3 zur Pause aus KSC-Sicht. In der zweiten Hälfte warf der KSC dann alles nach vorne. Erneut waren es Ben Farhat und Wanitzek, die die Treffer erzielen konnten und in der Nachspielzeit das Spiel ausgleichen konnten. Damit nicht genug, in der sechsten Minute der Nachspielzeit brachte Ben Farhat den Ball ein weiteres Mal im gegnerischen Tor unter… stand aber vorher klar im Abseits. Der KSC bleibt damit weiter auf Platz 8.

In dieser Woche standen lediglich eine Fahrt ins Büro und der Ausflug zum Eishockey an. Dabei gab es keine besonderen Vorkommnisse.

Die kanadische Band Angine de Poitrine hatte vor einigen Wochen einen unerwarteten Hype ausgelöst. Ihr Live-Auftritt beim großartigen Radio-Sender KEXP machte die Runde und löste Erstaunen und Begeisterung aus. Über 2 Mio. Abrufe hat der komplette Mitschnitt der Session bisher generieren können und ließ zudem auch noch eine ganze Reihe von Reaction-Videos folgen. Es ist aber auch zu kurios was man da sieht. Eine Zweier-Combo in Masken und Kostümen verhüllt spielt sich durch ihr gesangloses Set. Und je länger man zusieht, um so deutlicher wird: Das sieht nicht nur kurios aus, sondern macht auch musikalisch Spaß. Das gesamte Video ist oben verlinkt, eingebettet habe ich für euch den Song Fabienk. Viel Spaß!
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!