KW 01/2026: Eden, Warfare, Ziam und Magnolia
Happy Sunday und herzlich willkommen im neuen Jahr!
Mit diesem Wochenende endet nun die wilde Zeit „zwischen den Jahren“. Ab jetzt bekommt das Leben wieder eine Struktur und wir sind mehr als nur der lebendige Teil der Couch. An diesem Freitag hatte ich sogar schon meinen ersten Arbeitstag in diesem Jahr!
Der mediale Wochenrückblick wird mehr oder weniger auch 2026 in bekannter Form weitergeführt werden. Allerdings habe ich eine zusätzliche Rubrik angelegt, um im Bedarfsfall auf die Deutsche Bahn zu schimpfen oder eine erneute Stammstreckensperrung anzuprangern. Eigentlich hatte ich den den Wochenrückblick mal eingeführt, um mir durch die feste Struktur etwas Zeit zu ersparen und gleichzeitig nicht alles für einen großen Monatsüberblick anzusammeln. Mittlerweile ist er in manchen Wochen aber eher ein Zeitfresser geworden. Aber so blöd es vielleicht klingen mag, der Wochenrückblick gibt meinem Film- und Serienkonsum irgendwie einen Sinn über das reine berieseln lassen hinaus. Wenn anderen meine Favoriten nicht gefallen oder ich Filme nicht mag, die allgemein als gut betrachtet werden, dann ist das halt so. Denn mehr als eine Spielerei ist es ja nicht. Ich bin kein professioneller Kritiker und kein ausgebildeter Filmanalytiker. In diesem Zusammenhang verweise ich auch gerne noch einmal auf die Grundlagen meines Bewertungssystems.
Und nun lasset die Spiele für 2026 beginnen!

Die frei Zeit vor Silvester hatte ich noch für eine kurze Fahrt zum Tegernsee genutzt. Es war kalt, es war sonnig – für so etwas eigentlich eine schöne Kombination. Hier der Blick von der Uferpromenade auf den Ort Tegernsee. Danach war ich noch im Bräustüberl essen. Mit der Idee war ich jedoch nicht alleine, denn dessen Terrasse war selbst bei diesen Temperaturen gut gefüllt!


Nach den Filmen an Weihnachten in der vergangenen Woche nun also die Filme über Neujahr.
Eden (Regie: Ron Howard, USA, 2024, Sky Cinema) – 7 von 10
Dr. Ritter (Jude Law) und seine Begleiterin Dore (Vanessa Kirby) leben als Einsiedler auf einer der Inseln des Galapagos-Archipels in den 1930er Jahren. Von Ritters Veröffentlichungen angezogen siedeln sich auch Heinz (Daniel Brühl) und Margret (Sydney Sweeney) auf der Insel an. Als dann auch noch die Baroness Eloise (Ana de Armas) und ihr Gefolge dazu stößt, die dort ein Luxushotel errichten möchten, eskaliert die Situation immer mehr. Bekannte Namen finden sich vor und hinter der Kamera wieder. Der Film funktioniert in vielen Teilaspekten gut und schafft es, die Aussteiger aus der Zivilisation glaubhaft zu erzählen. Aber auch hier, fernab von allem, brechen dann irgendwann die persönlichen Eitelkeiten und die Missgunst durch, es gibt Ärger im Paradies. Man kann einfach nicht zusammen in der Abgeschiedenheit leben. Der Herr der Fliegen lässt schön grüßen. Problematisch ist die Figur der Baroness, die in ihrer Naivität und mit ihrer Manipulationsgabe nicht glaubhaft in dem auf Realismus bedachten Film passen will, was natürlich am Drehbuch liegt und nicht an de Armas, denn die ist wie immer großartig! In seiner fast schon Episodenhaftigkeit geht Eden etwas das Raum- und Zeitgefühl abhanden und so lässt sich nicht immer nachvollziehen, wie lange alle schon auf der Insel sind und wie weit sie voneinander entfernt leben. Und das Ende stellt dann den Effekt der Wendungen über die innere Plausibilität. Kein schlechter Film, aber er hätte auch Potential für mehr gehabt.
Magnolia (Regie: Paul Thomas Anderson, USA, 1999, DVD, Re-Watch) – 9 von 10
Das Schicksal verknüpft mehrere Menschen in einer schicksalsträchtigen Nacht in Los Angeles. Großes Kino, das die drei Stunden Film wie im Flug vergehen lassen. Eine Vielzahl an verschiedenen Storylines sind kunstvoll miteinander verknüpft und in einer Nacht atmosphärisch sehr dicht erzählt. Starke Schauspielende tragen die Geschichten über die Konflikte zwischen Eltern und ihren Kindern und welchen Einfluss die Kindheit auch noch im Erwachsenenalter haben kann. Der Soundtrack hält die Collage an einzelnen Sequenzen gekonnt zusammen. Und wenn am Ende der legendäre Froschregen einsetzt, dann weiß man, so etwas hat man noch nicht gesehen.
Warfare (Regie: Alex Garland & Ray Mendoza, USA, 2025, Sky Cinema) – 6 von 10
Eine Einheit der Navy-Seals gerät während der Besetzung des Iraks 2006 in einen unerbittlichen Kampf ums Überleben. Es ist eine 90-minütige Survival-Action, die hier geboten wird und wir sind mitten drin. Es wird gebrüllt, militärische Befehle gebellt. Der Ton ist mal laut, mal taub, der Blick eingeschränkt und der Feind kaum zu sehen. Als Actionsequenz ist das fantastisch und wiederholt das, was Regisseur Garland ein Jahr zuvor schon in Civil War (9/10) schon so meisterlich gezeigt hat. Nur war das dort in eine große Story eingebettet – man kannte die Figuren und die Bedeutung der Mission. Das alles fehlt hier und deshalb lässt es einen kalt. Es wirkt wie ein Kurzfilm, wie eine technische Übung, die zwar fantastisch ist, aber der der Kontext fehlt. Keine Worte über die Figuren, den Konflikt, die Mission. Krieg ist böse und unmenschlich und die jungen Soldaten werden unvorbereitet in solche Situation geschickt? Natürlich ist das so, aber als Botschaft ist das etwas dünn.
Ziam (Regie: Kulp Kaljareuk, Thailand, 2025, Netflix) – 6 von 10
In einem Krankenhaus in Thailand bricht ein Zombievirus aus und infiziert in kürzester Zeit weiterere Menschen, während Ärztin Rin (Nuttanicha Dungwattanawanich) dort ihren Dienst verrichtet. Als ihr Freund Singh (Prin Suparat), ein ehemaliger Profikämpfer, davon hört, versucht er ebenfalls bei der Bekämpfung zu helfen. Es ist ein klassischer Zombiefilm, der unnötigerweise in einer dystopischen Zukunft spielt und dadurch mehr Distanz aufbaut als nötig. Der ernsthafte Zombiefilm ist ganz nett gefilmt, bietet aber wenig bis kaum neues. Professionelle Standardware.

Verlief die Fahrt in die Heimat vor Weihnachten mit der Deutschen Bahn ohne Probleme, war die Rückfahrt am Sonntag etwas verzwickter. Der ICE kam ca. 20 Minuten zu spät in Frankfurt an, bis nach Augsburg erhöhte sich die Verspätung auf knapp eine Stunde. Insider wissen: Das ist die kritsche Grenze, wenn es darum geht, Fahrtkosten teilweise erstattet zu bekommen. Natürlich lief der ICE schließlich mit einer Verspätung von 55 Minuten an meinem Ziel ein. Knapp daneben. Davon abgesehen war die Fahrt aber gut, ich saß ja schließlich gemütlich im Zug und hatte keinen Zeitdruck. Und ich hatte mir mit meinen BahnBonus Punkten ein Upgrade für die 1. Klasse gegönnt, wo es einfach ruhiger ist und es im Normalfall auch keine umherirrende und überforderte Mitreisende gibt.

- Statistik Dezember: Es lief schon mal besser. Der Dezember 2025 war gemessen an den Seitenabrufen der zweitschwächste Monat des Jahres und lief auch deutlich schlechter als in den beiden Vorjahren. Dabei war die Anzahl der Kommentare großartig! Was auch ein Grund für die recht hohe Anzahl an Seitenabrufen pro Session ist. Schlußfolgerung: Der Grund für die schwache Performance war die geringe Anzahl an Sessions, was sich wiederum auf Google zurückführen lässt. Von dort wurden die wenigstens User rübergeschaufelt seit September 2023. Eine CTR von 0,9% ist der niedrigste Wert des Jahres. Top-Artikel war zum sechsten Mal in Folge Musik bei Ina’s Nacht, gefolgt von dem Beitrag zum Song Crimson and Clover. Auf Platz #3 im Dezember konnte sich am Silvestertag noch der Beitrag zu Can’t Take My Eyes Off You von 2019 schieben.
- Schaltjahre: Knapp daneben. Am Ende blieb diese Seite für das Jahr 2025 um 0,26% an Seitenabrufen hinter der bisherigen Rekordmarke. Andererseits war 2025 kein Schaltjahr, das alte Rekordjahr 2024 dagegen schon, so dass 2025 um 0,27% kürzer war. Ein Tag mehr und der Rekord wäre mutmaßlich geknackt worden. Oder mit anderen Worten: Für die Kennzahl Seitenabrufe pro Tag war das Jahr 2025 tatsächlich hauchdünn das beste Jahr aller Zeiten für diese kleine Seite! Mehr zu den Jahrestatistiken demnächst in einem eigenen Beitrag.
- Eichner bleibt: Trainingsauftakt im Karlsruher Wildpark und nach der stürmischen Zeit im Dezember ist das durchaus eine Meldung wert: KSC-Coach Christian Eichner steht weiter an der Seitenlinie.
- Super Günter: Die Lesenden des Mediendienstes DWDL haben das Comeback von Stefan Raab zur Medien-Peinlichkeit des Jahres 2025 gewählt. Ziemlich ui-jui-jui.
- To-See-Liste 2026: Ehrlich gesagt habe ich ja selten einen Überblick darüber, welche Filme wann ins Kino kommen. Die Liste von goingtothemovies zu den Kinostarts 2026 ist für mich daher äußerest wertvoll!
- Damals: The Boss in East Berlin: Zugegeben, es ist ein alter Artikel über ein noch älteres Konzert, aber ich bin erst jetzt darauf gestoßen und verlinke den Beitrag von Tutto Paletti trotzdem noch gerne.
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und habt einen guten Start in die neue Woche!
3 Kommentare
maipenquynh
Ich bin sehr gespannt auf die neue Kategorie Unterwegs mit Bus & Bahn in deinem Wochenrückblick. Und Stefan Raab hatte ein Comeback letztes Jahr!? Voll vorbeigegangen an mir ^^“
bullion
Jaaa, „Magnolia“ ist wirklich so toll. Wie bereits erwähnt, will ich die Blu-ray auch einmal wieder hervorholen. Bei „Warfare“ fällt mir ein, dass ich „Civil War“ auch noch nicht gesehen habe. So wie viele semi-aktuelle Filme. Aber Hauptsache im Regal steht die teure Sammleredition. 😅
Auf deinen Blog-Statistik-Artikel bin ich schon gespannt!
dj7o9Sabine
Magnolia ist einer meiner liebsten Filme – muss ich unbegint mal wieder schauen, danke für die Erinnerung. Liebe Grüße, Sabine