Live: King Nun / Wanda

Das vergangene Wochenende stand im Zeichen von zwei Konzerten, die gegensätzlicher fast nicht sein konnten. Das erste fand am Freitag vor vielleicht 50 Zuschauern statt, das zweite am Samstag dagegen in der riesigen Olympiahalle.

King Nun (Orangehouse)

Bereits vor einigen Monaten konnte ich King Nun live sehen: Damals waren sie als Support der famosen The Struts mit an Bord gewesen. Und ich muss zugeben: Nachhaltig begeistern konnten sie mich auf der großen Bühne nicht. Warum ich sie jetzt noch einmal sah? Sie spielten in einer deutlich intimeren Location als damals, ein paar Freunde von mir gingen hin und ich gewann Gästelistenplätze bei Munich Mag. Einem guten Abend stand also nichts im Wege.

Und so kam es dann auch. Schon die Vorband (Ponte Pilas) machte Laune und die Nähe zur Bar in der kleinen Location sorgte zusätzlich dafür, dass die Stimmung schon bestens war, als King Nun starteten. Mit viel Energie auf der Bühne gefiel mir das dieses Mal deutlich besser als bei ihrem Support-Slot im vergangenen Jahr. Indierock wird hier nicht neu erfunden, aber er rumpelt schön und wird mit ordentlich Leidenschaft vorgebracht. Was will man mehr?

Wanda (Olympiahalle)

Das komplette Gegenprogramm bildete die Location bei Wanda. Die große Olympiahalle – mehr geht nicht in München. Die Stehplätze waren schnell ausverkauft, so dass wir uns mit Sitzplätzen begnügen mussten. Da ist man leider recht weit weg vom Geschehen, hat dafür aber die Masse gut im Blick. Man fühlt sich fast etwas wie Delling und Netzer zu ihren besten Zeiten und achtet viel mehr darauf, was die Band macht, um die Menge in Stimmung zu versetzen. Taktik-Analyse.

Und von oben sah es so aus, als hätte es etwas gedauert, bis der Funke komplett übersprang. Trotz starken Beginns mit solchen Gassenhauern (das Wort wollte ich hier schon immer mal unterbringen) wie Luzia und Auseinander gehen ist schwer kam die Angelegenheit erst recht schleppend in Bewegung. Nur die ersten Reihen vor der Bühne machten mit, weiter hinten wurde es recht ruhig. Wenigstens in unserer Sitzplatzreihe wurde ab dem dritten oder vierten Song konsequent gestanden und je nach individuellen Fähigkeiten mitgetanzt und gesungen. Aber als dann im Mittelteil eine längere Phase nur mit den Songs des aktuellsten Albums gespielt wurden, hatten sie mich leider fast etwas verloren. Bis eine fantastische Version von 0043 gespielt wurde, die richtig für Gänsehaut sorgte. Und danach wurde es ein Selbstläufer, sowohl bei mir als auch bei dem großen Pulk in der Mitte der Halle. Schickt mir die Post, Meine beiden Schwestern und Bologna knackten auch den letzten Zuschauer und als dann in der Zugabe Columbo und ein episches 1, 2, 3, 4 gespielt wurden, gab es kein Halten mehr. Knapp zwei Stunden Programm, mit etwas Anlauf war es dann doch noch ein großer Konzertabend.


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