Der Monatsrückblick Juli 2019

Noch mal kurz den Schweiß abwischen und dann geht es los mit dem großen Monatsrückblick:

*** Filme ***

Eigentlich wäre in diesem Monat das Kino ein guter Platz gewesen. Dunkel und schön gekühlt! Leider war das Programm nicht so besonders attraktiv, zwei Besuche wurden es aber trotzdem:

Leid und Herrlichkeit 6 von 10

Der Regiseur Salvador Mallo (Antonio Banderas) ist etwas in die Jahre gekommen: Sein Körper spielt nicht mehr so mit und er konnte schon lange nichts mehr heraus bringen. Die Wiederveröffentlichung eines seiner größten Werke kommt da nicht ganz ungelegen. Er möchte sich dafür mit dem Star von einst (Leonardo Sbaraglia) wieder versöhnen. Das gelingt, aber nicht nur dass, er weckt auch Salvadors Gefallen an Heroin, wenigstens mal eine Linderung seiner Schmerzen. Die Handlung des Films wider zu geben ist schwierig, besteht er doch aus vielen Episoden, in denen Salvador mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird und er dabei immer wieder über die Beziehung zu seiner Mutter (Penélope Cruz) stolpert. Das ist Autorenkino des Spaniers Pedro Almodóvar, dem aber eine etwas stringentere Handlung gut getan hätte. So schweift er immer wieder ab, erzählt mal hier eine Geschichte und dann mal dort, es läuft aber nicht auf ein großes Finale hin. Immerhin, Banderas geht in der Rolle sichtlich auf und spielt sehr beeindruckend.

Yesterday 8 von 10

Was, wenn es die Beatles nie gegeben hätte? Nach einem globalen Stromausfall kann sich niemand mehr an die Band und ihre Songs erinnern, nur der erfolglose Songwriter Jack (Himesh Patel) hat noch ihre Lieder im Kopf. Als er sie nach und nach veröffentlicht, bricht eine Erfolgswelle ohne Gleichen über ihn und seine Managerin Ellie (Lilly James) hinein. Danny Boyle‘s neuster Film ist ein waschechtes Feel-Good-Movie, mit einer ganzen Menge an bekannten Beatles-Songs und mit sympathischen Figuren. Allen voran der Newcomer Patel überzeugt sehr, während Lilly James halt das spielt, was sie immer so spielt. Gut, die Story – allen voran die Love-Story – hätte gerne etwas innovativer und weniger vorhersehbar sein dürfen, aber das war wohl auch nicht die Absicht. Der Film liefert das, was man von ihm erwartet. Warum sollte man ihm deswegen böse sein?

Sonstso – In der heimischen Flimmerkiste gab es dieses Mal einen gewissen Sciene-Fiction-Schwerpunkt. Von alt nach jung sortiert:

Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart (1986, Syfy): Bei weitem nicht das erste Mal gesehen, aber immer noch gut und lustig und so wie die Crew um Captain Kirk die Erde rettet, ist das vielleicht aktueller denn je.

Matrix (1999, Netflix) habe ich das erste Mal seit vielen Jahren wieder gesehen – der war tatsächlich noch spannend und visuell beeindruckend.

Serenity (2005, DVD) war ein netter Science-Fiction-Film, den man auch ohne Kenntnisse der Firefly-Serie gut schauen kann.

Salyut-7 (2017, Tele 5) war ein russischer und durchaus spannender Weltraum-Film, über eine auf der Kippe stehende Mission in den 1980ern.

A Star Is Born (2018, Sky Cinema) bot viel gute Musik, aber auch eine dünne Lovestory zwischen Bradley Cooper und Lady Gaga, die mich nicht so ganz überzeugt hatte.

Shaft (2019, Netflix) mit Samuel L. Jackson als Titelheld und Jessie Usher als dessen rechtschaffener Sohn hat es in Deutschland nicht ins Kino geschafft und wer den Film nun gestreamt hat, der weiß auch warum.

*** Serien ***

Von großen und kleinen Serien gab es im Juli für mich die Folgestaffeln. Und ich habe mich an eine neue Comedy gewagt, die immer mal wieder als Geheimtipp gehandelt wird.

Brooklyn Nine-Nine (Staffel 1 / 22 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Normalerweise bin ich ja eher der Fan von klassischen Familien-Comedies. Workplace-Comedies schaue ich mir dagegen eher selten an. Das 99. Polizeirevier um Captain Holt (Andre Braughter) könnte aber eine Ausnahme werden. Die Serie liefert zwar keine Schenkelklopfer am laufenden Band, ist aber voll von sympathischen Figuren (wie Andy Samberg und Melissa Fumero), die ihren Job gut meistern und auch als Team bestens funktionieren. Gerne mehr davon!

Bull (Staffel 3 / 22 Folgen – 13th Street) – 6 von 10

Dr. Bull (Michael Weatherly) und sein Team sind wieder da und bieten ihre teuren Dienste den verschiedensten Klienten an, um sie vor dem Gefängnis zu bewahren. Die Fälle werden in diesem Jahr moralisch komplexer, was es Bull’s Anwalt Colon (Freddy Rodriguez) nicht immer ganz so einfach macht. Dem Zuschauer auch nicht, zwischen schuldig und unschuldig gibt es noch einige Facetten, die ausgelotet werden können. Das muss man dem Format zu gute halten: Obwohl es eine Anwaltsserie ist, endet nicht jede Folge mit einem lupenreine Freispruch. Dafür fehlt aber die Leichtigkeit, die das Format vor allem in der ersten Staffel noch hatte. Den Spagat zwischen Unterhaltung und Anspruch kann man gerne wieder etwas besser hinbekommen.

The Son (Staffel 2 / 10 Folgen – TNT Serie) – 7 von 10

Die Familiensage der McCollough rund um deren Aufstieg im Ölgeschäft geht weiter. Familienoberhaupt Eli (Pierce Brosnan) holt in den 1920ern seinen abtrünningen Sohn Pete (Henry Garrett) zurück in den Schoß der Familie, was seinem anderen Sohn Phineas (David Wilson Barnes) sehr missfällt. Gleichzeitig sehen wir, wie Eli (Jacob Lofland) sich 60 Jahre früher bei den Comanchen behauptet. Die Staffel braucht einige Folgen, um wieder in die Gänge zu kommen, aber die zweite Hälfte entschädigt dann für einiges. Es geht dramatisch zu rund um den brüchigen Familienfrieden. Aber wie schon in der ersten Staffel ist mir die Verbindung zwischen den beiden Zeitebenen etwas dünn und es werden quasi zwei getrennte Geschichten erzählt. Der junge Eli kann allerdings nicht so richtig überzeugen. Obwohl die Serie auf drei Staffeln angelegt war und es ist die dritte nicht mehr geben wird, bietet sie ein halbwegs rundes und damit zufriedenstellendes Ende.

Stranger Things (Staffel 2 / 9 Folgen – Netflix) – 8 von 10

Will (Noah Schnapp) scheint nach seiner Rückkehr aus der Unterwelt noch nicht ganz der alte zu sein, er hat wohl immer noch eine Verbindung. Derweil findet Dustin (Gaten Matarazzo) ein kleines, seltsames Tier in seiner Mülltonne und zieht es auf – wer konnte schon ahnen, welches Monster daraus erwächst? Gleichzeitig kappelt er sich mit Lucas (Caleb McLaughlin) um die neue Mitschülerin Max (Sadie Sink). Mike (Finn Wolfhard) dagegen vermisst Elfi (Millie Bobby Brown) – wo ist sie eigentlich? In der Obhut von Chief Hopper (David Harbour), der sie irgendwo im Wald versteckt hält. Aber es wartet auch Arbeit auf ihn, irgendetwas seltsames geht mit den Kürbissfeldern der Stadt vor sich – und das kurz vor Halloween. Auch die zweite Staffel von Netflix-Hitserie gestaltet sich sehr kurzweilig und lebt von dem großen Cast. Irgendjemand erlebt immer grade etwas und wenn mal nichts geht, lässt man den 1980er Soundtrack los. Elfi wirkt in dieser Staffel etwas verschenkt und hat die zweifelhafte Ehre, in einer Folge ein unpassendes Großstadtabenteuer zu erleben. Dafür entwickelt sich Steve (Joe Keery) zur Symapthiefigur – wenigstens mal einer mit einer gescheiten Frisur! Insgesamt ist die Staffel nicht mehr ganz so mysteriös wie die erste, dafür sind mehr Monster (und Monsterhunde) zu sehen.

Geht es im August mit dem Sommerloch weiter? Immerhin erscheinen einige interessante Sachen. Am 5. startet auf Sky Atlantic die Cop-Serie City on a Hill. Bei Netflix ist ab dem 9. die dritte Staffel von Glow zu sehen. Auch bei Netflix: Die zweite Staffel von Mindhunter, abrufbar ab dem 16. Ebenfalls am 16. startet die fünfte Staffel der Comedy Fresh Off The Boat – arbeiternehmerunfreundlich immer vormittags zu sehen auf Pro 7.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 1 Spiel, 3 Punkte.

Gelungener Auftakt in die neue Zweitligasaison für den KSC! Auswärts bei den Mitaufsteigern aus Wiesbaden gab es einen verdienten 2:1 Sieg dank Treffer von Pourié und Hofmann, der einen gelungenen Einstand in der Startelf gab. Darauf kann man aufbauen!

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 1 (The National). Gekaufte Konzerttickets: 5 – der Einkauf für den Herbst war fällig (Press Club im September, John Allen und Stef Chura im Oktober, Liam Gallagher (der mit Once einen tollen, neuen Song veröffentlich hat) und Wanda im nächsten Jahr).

Eine ganze Menge an neuer Musik macht grade die Runde. Nicht so einfach, sich da für ein paar Tipps zu entscheiden. Stef Chura aus Detroit hat ein neues und gelungenes Album veröffentlicht, was mich ein wenig an eine etwas poppigere Courtney Barnett erinnert. They’ll never ist ein schönes Beispiel für ihren Indie-Rock.

In eine ähnlich Richtung geht auch Du Blonde, die im Sommer im Vorprogramm von Garbage aufgetreten ist. Gut ausgewählt, danach habe ich mir ihr aktuelles Album geholt – es gibt dümmere Arten, sein Geld auszugeben. Seht sie hier als Angel.

*** Linktipps ***

Ein paar Lesetipps aus den Weiten des Internets:

Maifeld Derby 2019: Auf Festival-Eskalation mit Laviedeboite.

Japanreise: Friedenspark und -museum in Hiroshima: Miss Booleana hat den bewegenden Ort auf ihrer Reise besucht.

Tipps für die Planung eines Roadtripps: Christine erklärt, wie systematisch sie bei der Urlaubsplanung vorgeht.

*** Foodpic des Monats ***

Immer mal wieder ein netter Lunch: Die gemischte Dumpling-Platte, gedämpft im LeDu. Sehr zu empfehlen. Nicht nur, aber auch, weil sie so schön bunt ist!

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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5 Responses to Der Monatsrückblick Juli 2019

  1. Stepnwolf says:

    Es gibt einen neuen “Shaft”? Das ist irgendwie komplett an mir vorbeigegangen…

  2. Nicole says:

    Ich bin schon sehr gespannt wie dir bei Stranger Things S3 gefällt, denn ehrlich gesagt war das jetzt für mich die Beste Staffel. Man bekommt da den Spagat zwischen Humor und Horror verdammt gut hin. Hat mir klasse gefallen, da liegt die Latte für die vierte Staffel nun hoch. Bei Yesterday war ich ja auch überrascht über all die negativen Kritiken, weil ich von so vielen jetzt schon gehört habe, dass der unterhaltsam ist. Kann man nicht auch einfach mal ne gute Sommerkomödie sehen, die eher auf Feel-Good aus ist. Das passt doch perfekt in die Jahreszeit.

    Ansonsten freue ich mich in diesem Monat ja am meisten auf: Mindhunter (endlich!), Tote Mädchen lügen nicht und Carnival Row. Nachholen muss ich durch meinen Urlaub hingegen noch The Boys.

    • Nicole says:

      Dankeschön für dein liebes Kommentar. Freut mich, dass ein paar Überschneidungen haben :) . Ich habe gesehen das es Chernobyl jetzt auch zum Kauf bei amazon Prime gibt. Vielleicht gönne ich mir das auch auf dem Wege, denn Sky wollte ich mir eigentlich erst holen wenn Westworld S3 online geht und das dauert ja glaube ich noch etwas.

      Green Book habe ich bisher leider noch nicht gesehen, ehrlich gesagt warte ich da auch drauf das der irgendwo mal ins Abo kommt.

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