Garmisch-Partenkirchen im Sommer 2018

Die Zeit war günstig im Büro, das Wetter noch halbwegs gut – es passte, sich nochmal ein paar Tage frei zu nehmen. Und warum immer so weit weg fahren? Es gibt ja genug Leute, die in Bayern Urlaub machen, da kann ich das auch. Vergangene Woche war ich von Mittwoch bis Samstag in Garmisch-Partenkirchen, mit dem Zug nur 70 Minuten von München entfernt.

Es ist wichtig, Garmisch-Partenkirchen als Ganzes zu nennen, ist es doch ein relativ künstlichen Konstrukt, aus der Zusammenlegung der beiden Dörfer Garmisch und Partenkirchen entstanden. Ich hatte ein gutes Hotel in Partenkirchen, in einem historischen Gebäude in der historischen Ludwigsstraße. Allein diese Straße war schon sehr eindrucksvoll mit ihren bunten und tip-top restaurierten Fassaden. Recht ruhig war es hierallerdings, viele Geschäfte gab es nicht, aber dafür einige Wirtshäuser und Restaurants.

Der andere Stadtteil Garmisch war dagegen etwas lebhafter, mit mehr Menschen und mehr Geschäften. Aber auch recht hübsch. Den Michael-Ende-Kurpark braucht man jedoch nicht zu besichtigen.

Vom Hotel aus war es nicht so weit bis zu den bekannten Skisprung-Schanzen. Kann man sich mal anschauen, besonders die neue Großchance ist architektonisch bemerkenswert. Wobei man allerdings in Innsbruck noch näher dran kam. Die Anlage selbst sieht im Fernsehen größer aus und ist doch schon etwas in die Jahre gekommen.

Das Hauptausflugsziel von hier aus ist allerdings die Zugspitze, der höchste Berg Deutschlands. Und der Zugang zu dem Berg ist so gut ausgebaut, dass es auch für jeden Flachländer kein Problem ist, den Gipfel zu erklimmen. Von Garmisch-Partenkirchen aus kann man direkt mit der Zugspitzbahn und einer Zahnradbahn durch den Berg bis aufs Zugspitzplatt auf 2.700m Höhe fahren. Man steigt aus dem Zug aus und steht praktisch direkt auf einer vegetationslosen Ebene, auf der man im Sommer die letzten Reste des Gletschers sehen kann. Und auch als unerfahrener Wanderer hat man hier sehr viel Auslauf.

Vom Zugspitzplatt aus bringt eine Seilbahn die Touristen fast direkt bis auf den Gipfel Deutschlands. Es erwarten einen Aussichtsterrassen, freier Blick in alle Richtungen, wenn es denn die Wolken zu lassen, und ein modernes SB-Restaurant. Bis zum Gipfelkreuz sind es nur noch ein paar Meter – allerdings habe ich mich nicht auf diesen Rutsche-und-Leiter-Weg gewagt, da meldete sich doch etwas die Höhenangst. Allerdings kann ich mir vorstellen, wie die richtigen Bergsteiger am Kotzen sind, wenn sich der Großteil der Touristen einfach bis kurz vor das Gipfekreuz chauffieren lassen  und die letzten Meter dann in Turnschuhe und kurzen Hosen bewältigen.

Mit der neuen und modernen Gondel fuhr ich danach von der Zugspitze direkt runter bis zum Eibsee – nur um dort 10 Minuten später von einem Regenschauer biblischen Ausmaßes überrascht zu werden. Schade, weil der See soll wirklich traumhaft schön sein. Ich kann nur berichten, dass es ungefähr 15 Minuten Dauerregens braucht, bis die Wanderwege unter Wasser stehen.

Gegessen habe ich in den Tagen in Garmisch-Partenkirchen auch sehr gut und vor allem viel. Bemerkenswert war vor allem der Gasthof Fraundorfer, neben dem tollen Essen war der Raum selbst beeindruckend, dazu gab es passende Musik und Schuhplattler. Der Werdenfelser Hof in der gleichen Straße hatte mich dagegen nicht so überzeugt, der Service war hier etwas lahm – in einem Wirtshaus erst nach 15 Minuten ein Bier vor sich stehen zu haben, das geht so nicht. Ebenfalls gut war war das Resturant Celentano – so eine gute Pizza hatte ich lange nicht mehr. Der obligatorische Burger durfte auch nicht fehlen, den gab es im Shaka Burgerhouse.

Insgesamt waren es einige schöne Tage, an denen ich viel gelaufen bin – und den Besuch auf der Zugspitze sollte man tatsächlich mal gemacht haben, wenn man in der Nähe ist.

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2 Responses to Garmisch-Partenkirchen im Sommer 2018

  1. Nicole says:

    Wow eine geniale Aussicht, die du dann bekommen hast. Wir haben bei der Zugspitze auch schon angehalten, wenn wir aus dem Urlaub zurückkamen. Aber natürlich immer nur ganz kurz, das muss ich wohl auch mal ändern. Die Architektur direkt vor deinem Hotel finde ich übrigens auch klasse.
    Zumindest mir gefällt sie besser, einfach weil wir noch tiefer in die Welt eintauchen und vieles was bisher nur angesprochen wurde zu Gesicht bekommen. Dazu gibt es halt auch mehr Hintergrundgeschichten. Zum Frühstücken gehen: Das musst du unbedingt ändern :P .

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