Lollapalooza 2018 – Paris

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Das Lollapalooza ist wahrscheinlich die größte, globale Festival-Marke, bekannt von Spielorten in Nord- und Südamerika. Seit einiger Zeit expandiert die Marke nach Europa, mit Halt in Berlin (wo ich vergangenes Jahr war), seit letztem Jahr in Paris und demnächst auch in Stockholm.

Aufgrund des tollen Line-Up’s – und weil ich seit 2006 nicht mehr in Paris war – wollte ich in diesem Jahr das Festival in der französischen Hauptstadt besuchen. Es hat etwas Überzeugungsarbeit gekostet, eine Begleitung zu finden, aber schließlich saßen wir am Samstag morgen im Flugzeug nach Paris (Air France, es gab ein leckeres Pain au Chocolat als Snack), ließen uns per Taxi zu unserem Hotel im Vorort Saint Cloud bringen und marschierten von dort zum Festivalgelände.

Der Samstag

Wie in Berlin im vergangenen Jahr war auch hier das Gelände riesig. Und bot einen tollen Blickfang: Der nachgebaute Eiffelturm war wahrscheinlich das Foto-Motiv des Festivals! Und sorgte bei den daheimgebliebenen gleich für Verwirrung – ohne Vergleichsmöglichkeit konnte man ihn leicht mit dem echten Verwechseln. Nicht zu verwechseln war aber auch die Schlange, an dessen Ende man sich Guthaben auf sein Festival-Bändchen laden musste, damit man an den ganzen Ständen bezahlen konnte. Das Anstehen in der prallen Sonne (überhaupt waren Schattenplätze ein Problem auf dem Festival) dauerte ewig, machte das Bezahlen hinterher aber deutlich einfacher und schneller.

Es wurde Zeit für Musik. Nothing But Thieves sollten für uns den Anfang machen. Aber aus technischen Gründen verzögerte sich ihr Auftritt auf der Alternative Stage, so dass wir gleich rüber zu den beiden Main Stages gegangen sind und dort auf den Auftritt von Black Rebel Motorcycle Club warteten, während auf der anderen Bühne noch jemand names Lil Pump spielte – was ihm am Ende eine nicht nett gemeinte Widmung bei Whatever happened to my Rock’n'Roll einbrachte. Der restliche Auftritt von BRMC war nett und routiniert, aber zündete auf der großen Festival-Bühne nicht ganz. Nach ihnen spielten Kaleo – schön, konnte man sich gut anhören und dabei etwas essen. Zu den Klängen von Bastille suchten wir uns dann vor der zweiten Main Stage rechtzeitig ein paar gute Plätze, um möglichst nah dran zu sein bei Kasabian. Klappte auch, der Mosh Pit war natürlich wieder direkt bei uns. Stimmung wie immer bei Kasabian toll, genug Engländer waren auch da, und so ging es rund bei Underdog, God Bless This Acid House und Fire.

Nach dem Tag in der Sonne und dem Rumhüpfen bei Kasabian musste etwas Entspannung her. Deshalb sind wir langsam rüber zur Alternative Stage und haben dort im Sitzen auf den Umbau gewartet, bis dann Portugal, The Man begannen. Die spielten relativ launig, mischten ein paar bekannte Sachen zu ihren eigenen Songs – schön chillig zur untergehenden Sonne. Bis zum Schluß konnten wir aber nicht bleiben, ihr Auftritt überschnitt sich mit Depeche Mode. Nicht, dass ich da der große Fan wäre, aber wenn man schon mal die Möglichkeit hat, sie zu sehen, warum sollte man das dann auch nicht tun? Also hörten wir uns zum Abschluß des Tages noch ihre großen Klassiker wie Personal Jesus, Enjoy The Silence und Just Can’t Get Enough an, bevor wir den ewig langen Heimweg zurück zum Hotel antraten.

Der Sonntag

Die Temperaturen hielten auch am zweiten Tag, Schatten gab es weiterhin kaum. Deshalb hörten wir uns zunächst French Montana auf einer der Main Stages an, weil wir dort ganz an der Seite noch ein Schattenplätzchen ergattern konnten. Musikalisch war das aber verzichtbar. Abkühlung war nötig und was gibt es da besseres als ein Slush Ice? Richtig, nichts – nur dumm, dass der Verkaufsstand dazu genau auf der anderen Seite des Festivals war. Und uns alle auf dem Weg dahin entgegen kamen, um Dua Lipa zu hören. Wir holten uns aber lieber das Eis und rasteten im Schatten vor der Alternative Stage, wo wenig später der Rag’n'Bone Man auftreten sollte. Tolle Stimme, aber langweilig, also weiter und zurück zu den Main Stages, wo mittlerweile die Stereophonics spielten. Da weiß man, was man bekommt!

Rechtzeitiger Wechsel der Bühnen, um für den nachfolgenden Act einen guten Platz zu bekommen: Noel Gallagher war mit seinen High Flying Birds hier und mischte seine aktuellen Sachen (incl. der fast schon legendären Scheren-Performance) mit den Oasis-Klassikern, die dann selbstredend die Highlights waren. Little By Little, Whatever, Don’t Look Back in Anger – auch nach so vielen Jahren immer wieder gut. Danach war Zeit für Burger – anstehen und essen zu den Tönen von Years & Years auf der Alternative Stage.

Bis zum Ende blieben wir dort allerdings nicht, zurück zu den Main Stages, wo wir uns einen Platz zwischen den beiden Bühnen suchten. Auf der einen spielte noch der Franzose Nekfeu – und überzog sein Set. 5 Minuten, 10 Minuten, vor der anderen Bühne war man sichtlich genervt, wartete man doch hier schließlich auf The Killers. Und denen langte es dann auch. Während Nekfeu noch spielte stürmten sie auf ihre Bühne und starteten mit Mr. Brightside und einer ordentlichen Konfetti-Kanone ihr Set. Rock’n'Roll! Ich bin nun wirklich kein ausgewiesener Killers-Fan, mehr als 3 Songs kann ich nicht benennen, aber das machte Spaß. Und Sänger Brandon Flowers kann seine Las Vegas Abstammung (und seine Ähnlichkeit zu Markus Lanz) nicht verleugnen. Humans und erneut Mr. Brightside, nun an der regulären Stelle des Sets, beendeten ihren Auftritt. Die nachfolgendene Gorillaz taten wir uns dann nach zwei Songs nicht mehr an.

Damit war das Festival für uns beendet. Nett war es, auch wenn mir die Berliner Ausgabe im letzten Jahr musikalisch und von der Location her etwas besser gefallen hatte. Aber dafür hatte Paris den Eiffelturm.

Noch ein paar Worte zum Hotel: Laut booking.com war es eines der nahegelegensten Hotels zum Spielort Hippodrome de Langchamp. Trotz allem waren es zu Fuß immer noch mehr als 3 Kilometer zu laufen, Busse fuhren die Strecke nur teilweise. Richtig ideal war es daher nicht, auch wenn das Hotel an sich nicht verkehrt war. Frühstück holte man sich in einer Art WG-Küche, die Zimmer waren okay, die Dusche sogar fantastisch. Zum Bahnhof waren es nur ein paar Minuten zu Fuß, von hier fuhren regelmäßig Züge nach Paris. Was wir an den beiden folgenden Tagen dann auch genutzt haben – mehr dazu dann in einer der nächsten Einträge.

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5 Responses to Lollapalooza 2018 – Paris

  1. Stepnwolf says:

    Depeche Mode hab ich auch letztens gesehen. Nicht auf Festival, sondern natürlich solo, weil immer wieder großartig…

  2. Nicole says:

    Schade das du Rag ‘n’ Bone Man nicht ganz so gut fandest, ich mag seine Song immer sehr und finde der hat ne tolle Stimme. Aber mit einer großen Show rechne ich bei dem jetzt auch nicht. Meine Highlights wären woll dann Bastille, Dua Lipa (ich finde die Frau genial) und Years & Years (von denen höre ich gerade ziemlich viel) gewesen. Das restliche Line Up kenne ich jetzt nicht, aber habe vom Festival in den letzten Tagen immer mal wieder gehört.
    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Solche Spar-Tickest finde ich ja immer toll, aber die lohnen sich für mich leider nicht, wegen der Anfahrtszeit. Wäre die nicht, würde ich mir sowas wohl auch öfter gönnen, denn es läuft aktuell so viel das ich im Kino sehen möchte.

    • Nummer Neun says:

      Die Stimme ist auch toll, ich fand nur, es wurde noch 2-3 Songs halt dann etwas langweilig, weil doch alles ähnlich ist. Ich muss zugeben, dass ich Dua Lipa gar nicht kenne :/

  3. Nicole says:

    Jaa das habe mir beim Tippen auch gedacht, als ich gesehen habe wie viele von Downton Abbey da mitspielen :) . Ist aber ne schöne Sache für die Fans der Serie. Ich habe sie zwar noch nicht gesehen, steht noch auf meiner “Must-See-Liste”, aber ich feiere es immer wenn Darsteller einer meiner Lieblingsserien wieder zusammen vor der Kamera stehen.

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