Der Monatsrückblick März 2018

Hallo aus Griechenland! Seit anderthalb Wochen bin ich hier nun unterwegs, auf der Suche nach neuen Eindrücken und Entspannung. Gelaufen bin ich mehr, als ich wollte – es gab halt auch viel zu sehen – gelesen habe ich dagegen weniger, als ich wollte.

*** Foto des Monats ***

Das kommt natürlich aus Griechenland, genauer gesagt aus Santorini, wo ich die letzten Tage des Urlaubs verbringe. Der Wind pfeifft hier oben ziemlich und es dürfte ruhig noch ein paar Grad wärmer sein, aber wer will sich schon beschweren, wenn man von so einem unglaublichen Ausblick belohnt wird.

*** Kino ***

Vor dem Urlaub war ich endlich mal wieder öfter im Kino gewesen! Dabei reichte die Spannbreite von kleinen, europäischen Produktionen bis hin zu großen Hollywood-Blockbustern. Von Filmen für junge Leute bis zu Filmen für alte Leute. Von den Spielorten Amsterdam bis nach Wakanda. Es war also alles dabei.

Arthur & Claire 6 von 10

Arthur (Josef Hader) reist nach Amsterdam, um dort in einem Krankenhaus Sterbehilfe zu bekommen. An seinem letzten Abend trifft er im Hotel auf seine Zimmernachbarin Claire (Hanna Hoekstra), die sich versucht, mit Tabletten das Leben zu nehmen. Arthur schafft es, sie davon abzuhalten und die beiden verbringen eine letzte Nacht in Amsterdam. Die deutsch-österreichisch-niederländische Co-Produktion ist vor allem: Ganz nett. Mehr aber auch nicht. Dafür ist der Witz zu harmlos, der sich hauptsächlich auf Klischees über Österreich und die Niederlande bezieht, und das Drama zu routiniert. An den Figuren liegt es nicht, die sind sympathisch und gut gespielt, folgen aber nur dem erwartbaren Schema. Dieses hat sich zwar bewährt, bietet aber wenig Neues. Schade, da war Hader‘s letzter Film, Die wilde Maus, doch nochmal besser.

Black Panther 7 von 10

Wakanda ist ein technologisch weit fortschrittliches, aber isoliertes Land in Afrika. Dank eines Meteoriten-Einschlags, der das seltene Vibranium mit sich brachte, verfügt das Land über riesige Reichtümer. Eine Tarnvorichtung verbirgt ihren Reichtum vor den Augen der Welt. Als der amtierende König einem Attentat zum Opfer fällt, soll sein Sohn T’Challa (Chadwick Boseman) ihm nach folgen, wofür er unter den Augen seiner Schwester (Letita Wright) nur noch eine traditionelle Zeremonie überstehen muss. Zur gleichen Zeit wollen der Ex-Soldat Killmonger (Michael B. Jordan) und Ulysses Klaue (der echte Andy Serkis) ein gestohlenes Artefakt aus Vibranium in Südkorea verkaufen. T’Challa macht sich auf den Weg dorthin, um das zu verhindern und trifft dabei auf den CIA-Agenten Ross (Martin Freeman). In den USA hat der erste schwarze Superheld ungefähr so große Wellen geschlagen wie ein türkischer Tatort-Kommisar. Marvel‘s neuster Streich ist in erster Linie ein guter Actionfilm vor einer exotischen, afrikanischen und südkoreanischen (Busan) Kulisse. Dazu gibt es eine Prise Mystik und Fantasy, fertig. Daraus sind Blockbuster gemacht! Und das Beste: Man muss keine anderen Marvel-Filme oder Serien kennen, um sich in Wakanda zurecht zu finden.  Läßt man aber mal den ganzen Bombast weg, bleibt allerdings nur eine dünne Story übrig, die abseits der Thronfolge überraschend unepisch ist. Und ich hätte es etwas sozialkritischer erwartet, wenn sich Wakanda als Gegenentwurf zur westlichen Welt positioniert. Das passiert aber leider nur in Ansätzen und so setzt Black Panther leider viel zu stark auf die Action-Karte.

Lucky 6 von 10

Der 90jährige Lucky (Harry Dean Stanton in seiner letzten Rolle) lebt in irgendeinem Kaff im staubigen Südwesten der USA. Morgens ein paar Yoga-Übungen, dann ein paar Zigaretten, Gameshows im Fernsehen und Besuche in seinem Stamm-Café und seiner Stamm-Bar (mit ein paar bekannten Gesichtern: David Lynch schaut regelmäßig vorbei und James Darren spielt hier laut IMDB seine erste Rolle seit Star Trek DS9). So vergeht ein Tag wie der nächste. Bis ein morgendlicher Zusammenbruch dafür sorgt, dass er sich doch mal langsam mit seiner eigenen Sterblichkeit befassen muss. Der Film lebt von seiner Ruhe und der Präsenz seines Hauptdarsteller Stanton. Viel passiert nicht, für die meiste Aufregung sorgt noch eine verschwundene Schildkröte und der Besuch eines Versicherungsvertreters. Mehr Handlung hätte es auch gar nicht gebraucht, wenn sie denn noch etwas fokussierter gewesen wäre. So läuft der Film einfach langsam aus.

*** Serien ***

Fünf Serien-Staffeln habe ich in diesem Monat fertig bekommen, die beste war davon eine – man höhre und staune – Co-Produktion des ZDF. Sachen gibt’s!

Bad Banks (Staffel 1 / 6 Folgen – Arte) – 8 von 10

Die junge Investmentbankerin Jana Liekam (Paula Beer) verliert ihren Job und heuert danach bei der Deutschen Global Invest in Frankfurt an, wo sie unter dem Niederländer Gabriel Fenger (Barry Atsma) arbeitet. Aber der Druck ist immens, unter dem sie mit ihrem Team (Mai Duong Kieu und Albrecht Schuch) steht. Innerhalb von wenigen Tagen muss sie die Finanzierung eines Investmentprojektes in Leipzig stemmen. Gleichzeitig fordert ihre Mentorin Christelle (Désirée Nosbusch) immer mehr von ihr, und nicht alles ist legal. Das wichtigste zuerst: Man muss keinerlei Ahnung von Finanzprodukten haben, um der Serie zu folgen. Den Druck und den Adrenalinkick versteht man auch so. Zwischen Selbstverwirklichung und Selbstzerstörung agieren die Hauptfiguren, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick, beruflich und privat. Und hinter der glitzernden Fassade der großen Banken lauert die dunklen und dreckigen Abgründe. Das bedient viele Vorurteile, ohne kitschig zu werden. Die Hauptdarsteller sind gut, besonders Beer und Atsma rocken das Ding und lassen die toughen Figuren auch immer wieder verletztlich wirken. Das ist gutes deutsches Fernsehen, die zweite Staffel ist bereits bestellt.

The Big Bang Theory (Staffel 10 / 24 Folgen – Netflix) – 6 von 10

Man muss einfach akzeptieren, dass die Geschichte von Leonard (Johnny Galecki) und Penny (Kaley Cuoco) mittlerweile auserzählt ist. Und so übernimmt Sheldon (Jim Parsons) einfach die ganze Serie und zieht mit Amy (Mayim Bialik) zusammen. Das ist dann einfach interessanter und lustiger als die Story um den Nachwuchs von den Wolowitz’ (Simon Helberg und Melissa Rauch) oder die Vergangenheitsbewältigung von Raj (Kunal Nayyar).

BoJack Horseman (Staffel 1 / 12 Folgen – Netflix) – 8 von 10

Da hat mich die Rezension auf Going To The Movies tatsächlich dazu gebracht, mal wieder eine Zeichentrickserie einzuschalten. Und es hat sich wirklich gelohnt! Die Serie handelt vom titelgebenden BoJack Horseman, einem ehemaligen Sitcom-Star, der nach der Serie nicht mehr wirklich etwas auf die Reihe gebracht hat und seine schlechte Laune und Egozentrik an seinem Umfeld ausläßt. Er erhält das Angebot, seine Memoiren zu schreiben – dafür organisiert seine Agentin Carolyn ihm die Ghostwriterin Diane, der er sich nun öffnen muss. Und achja, BoJack ist ein Pferd. Nach dem sich die ersten Episoden noch stark auf die Einführung der Figuren konzentrieren und den Comedy-Aspekt stark betonen, tritt danach der rote Faden der Staffel deutlich stärker in den Vordergrund. Depressionen in einer Zeichentrickserie zu thematisieren, die in einer Welt spielt, in der Menschen und Tiere zusammen leben, kommt unerwartet, aber es funktioniert – die Figuren gehen einem tatsächlich nahe. Ich bin gespannt, wie es weiter geht!

Loch Ness (Staffel 1 / 6 Folgen – 13th Street) – 6 von 10

In einem kleinen Städtchen am Loch Ness wird der Klavierlehrer Niall Swift (Jordan McCurrach) ermordet. DS Annie Reford (Laura Fraser) nimmt sich des Falls an und erhält mit Lauren Quigley (Siobhan Finneran) und Blake Albrighton (Don Gilét) Hilfe aus Glasgow. Dummerweise hat Annies Tochter Evie (Shona McHugh) mit ein paar Freunden in der Nacht vor dem Mord Knochen und Gedärme am Strand verteilt, um den Anschein zu erwecken, das Monster von Loch Ness wäre gestorben. Sie ahnen nicht, dass ihr Scherz im Zusammenhang mit dem Mord steht. Die kurze, britische Crime-Show verfolgt ganz klassisch die Suche nach dem Täter und wäre dabei wohl gerne wie Broadchurch, ohne dessen Klasse zu erreichen. Dafür berührt den Zuschauer der Fall zu wenig und auch die Detectives sind nicht so interessant wie beim großen Vorbild. Auch die Auflösung des Falls hat mich nicht so richtig überzeugt. Letztlich bleibt es trotzdem ein solider Krimi mit einer angemessen Folgenanzahl, der aber genau so schnell wieder vergessen ist, wie man zum sehen gebraucht hat.

Mindhunter (Staffel 1 / 10 Folgen – Netflix) – 7 von 10

Als 1977 die Krimimalpsychologie noch in den Kinderschuhen steckte, beginnen die FBI-Agenten Ford (Jonathan Groff) und Tench (Holt McCallany) mit der systematischen Befragung von Serienmördern, um so deren psychologischen Hintergründe zu verstehen. Mit diesen Erkenntnissen, so hoffen sie, wollen sie bei anderen, ungeklärten Morden neue Einblicke gewinnen. Nur zehren die Interviews mit den Serienmördern ziemlich an ihren Nerven. Damit aus den überwiegend dialoggetriebenen Episoden ein tieferer, beklemmender Sog entsteht, braucht es schon einen Meister seines Fachs und so übernahm David Fincher die Regie bei vier Episoden. Ebenfalls erwähnenswert ist der Schöpfer der Serie Joe Penhall, der sich sehr an tatsächlichen Serienmördern dieser Zeit orientierte. Das ganze ist ziemlich spannend inszeniert, wiederholt sich aber leider mit zunehmender Dauer der Serie. Und es fehlt ein großer Knall am Ende, die ultimative Anwendung ihrer Einblicke. Vielleicht kommt der ja mit der zweiten Staffel.

Der April bringt wieder einige interessante Serien-Neustart nach Deutschland. Am 13. startet Netflix die Neuauflage von Lost in Space und lässt irgendwann im nächsten Monat auch noch Happy los. Das ZDF zeigt ab dem 16. die apokalyptische Krimiserie Hard Sun und ab dem 19. gibt es auf 13th Street The Menendez Murders aus der Reihe Law & Order: True Crime zu sehen. Bei den Fortsetzungen geht es am 9. April mit der vierten Staffel von How To Get Away With Murder auf RTL Crime los. Ebenfalls ein Pflichttermin: Die zweite Staffel von Westworld, zu sehen ab dem 23. auf Sky Atlantic.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 5 Spiele, 11 Punkte, Platz 4.

Vorbehaltlich des letzten Spiels am Samstag blieb der KSC auch im März wieder ungeschlagen. Eine fast schon beängstigende Serie, würden die anderen Mitbewerber um die beiden direkten Aufstiegsplätze und den Relegationsplatz nicht ähnlich konstant spielen. Es bleibt also weiter spanned im Aufstiegsrennen – hoffentlich sind die Nachholspiele bald mal durch und die Tabelle wieder grade gerückt.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 2 (Brian Fallon und Wanda). Gekaufte Konzerttickets: 2 (Lea Porcelain im April und Trail Of Dead im Juni).

Haut Plattentests.de mal wieder was raus, was keiner kennt: Spanish Love Songs haben das Album der Woche abgeliefert und sollten allen gefallen, die auch The Gaslight Anthem und The Menzingers mögen. Und landen damit bei mir genau richtig. Hier ist also Bellyache.

Passend dazu sind die Spanierinnen von Hinds zurück und präsentieren ihr zweites Album. Der Song The Club kann schon mal überzeugen. Und Sängerin Carlotta trägt ein Star Trek Shirt, also was will man mehr?

*** Foodpic des Monats ***

Das hier war eher nicht die beste Mahlzeit, die ich in Griechenland hatte, aber mit Sicherheit die typischste. Muss ja auch mal sein, einfach etwas Gyros mit Tzatziki und Pommes – eine ehrliche Mahlzeit. So gegessen auf Paros in dem kleinen Imbiss Kritikakia, nach einer ausgedehnten Wanderung.

*** Linktipps ***

Ein paar Lesetipps aus den Weiten des Internets. Warum dieses Mal ein paar Artikel aus dem Februar mit dabei sind? Weil ich sie beim letzten Male einfach vergessen habe und es schade wäre, sie jetzt einfach unter den Tisch fallen zu lassen.

Giesinger Bräu: Bianca hat die kleine Brauerei aus München-Giesing besucht und erzählt uns, welche Geschichte hinter der Brauerei steht.

In neun Songs durch Manchester und Liverpool: Heldenwetter hat die Heimatstadt von den Beatles und von Oasis besucht und beschreibt uns die beiden Städte anhand von – ausgerechnet – neun Songs.

Die 15 besten Mitbringsel aus New York: Verena war in New York und gibt uns einen Überblick über die sinnvollsten Souvenirs. Ich hätte gerne die Tasse der UN!

Hightech Holiday: Der Wortvogel schreibt über seine Urlaubsplanung und -durchführung in der digitalen Welt. Wenn ich das als Vergleich nehme, stecke ich da noch ziemlich in der Steinzeit fest.

Too old to die young: Die Rente, wie wird sie wohl sein? Die Schönheit der Chance hat sich so ihre Gedanken gemacht.

Frühstücken in München: Nummer Fuenfzehn hat einige Tipps parat – und besonders den Gartensalon kann ich auch empfehlen!

***

Morgen mache ich mich auf den Rückweg nach München, was von hier aus zwei Flüge und einige Stunden Aufenthalt am Flughafen bedeuten wird. Und dann war’s das für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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4 Responses to Der Monatsrückblick März 2018

  1. Nicole says:

    Uih Griechenland, da war ich auch noch nie und möchte da unbedingt mal hin. Das eine Bild macht mir übrigens schon jetzt Fernweh, echt traumhaft <3. Bei Mindhunter bin ich auch schon gespannt auf die zweite Staffel. Mir hat die Serie ja extrem gut gefallen, aber die ist aufgrund der Dialoglastigkeit echt nicht jedermanns Sache. Ich brauche aber nicht immer Action. Was ich toll fand, dass ich auch Inhalte aus meinem Studium in der Serie wiederentdeckt habe, da ich ja Politik und Soziologie studiere. Von "Black Panther" schwärmen Freunde von mir auch total, den werde ich mir von einer Freundin ausleihen, die den sich auf Dvd holen möchte. Die Grundstory ist bei den Filmen halt leider echt immer die Gleiche, weshalb ich dafür gar nicht ins Kino muss. Mir reicht das immer, wenn ich mir die Superhelden Filme im Anschluss leihe oder warte bis sie ins Abo kommen.

    Für Westworld spiele ich ja mit dem Gedanken mir für zwei Monate Sky Ticket zu holen, weil das doch günstiger ist als der Staffelpass auf Amazon und ich möchte die doch gerne gleich sehen.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Wünsche dir bei den beiden Serien viel Spaß und bin gespannt auf dein Fazit zu Happy. Ohja, da sagst du was. Meine To-See Liste ist auch voll ohne Ende und ich komme kaum hinterher, weshalb ich auch in "The Terror" noch gar nicht reingeschaut habe. Und diesen Monat kommen noch "The Alienist", die neue Staffel "Fear the Walking Dead" und danke Entertain Tv "Knightfall" und Staffel Drei von "Empire" dazu.

    • Nummer Neun says:

      Mehr Action hätte es für Mindhunter gar nicht gebraucht, ich fand nur, dass sich alles irgendwann wiederholt hat. Ehrlich gesagt habe ich da auch Inhalte aus meinem Studium wieder gefunden, auch wenn es nur ein Teilaspekt war ;)

      Oh wenn ich das Foto schon begeistert hat, dann warte erst Mal auf die Bilder von Santorini bei Sonnenuntergang :D

  2. Stepnwolf says:

    Hinds würde ich ja auch mal gern live hören. Waren die eigentlich schon mal in unseren Gefilden unterwegs oder schleichen die nur durchs sonnige Spanien?

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