Am Ende fällt Wanda etwas ein

Grade sitze ich in Griechenland, warte auf den angekündigten und sich andeutenden Regenschauer und versuche den SWR Stream mit dem KSC-Spiel in Gang zu bringen. Der will aber nicht so richtig, anscheinend ist das Spiel wohl geogeblockt, keine Ahnung, an wen der DFB die Rechte für die 3. Liga nach Griechenland verkauft hat, damit hier dessen Interessen gewahrt werden. Wie auch immer, bleibt mir die Zeit, um endlich über das Wanda-Konzert vom vergangenen Dienstag zu schreiben, da traten sie im ausverkauften Münchner Zenith auf.

Wanda brachten im vergangenen Jahr ihr drittes Album raus, was sich von den beiden Vorgängern dadurch unterschied, dass die offensichtlichten Hits fehlten. Das Album war dafür sehr harmonisch und konnte bei mir punkten, mehr als das zweite Album, dass das immer noch tolle Debut einfach wiederholte. Zu dessen Zeit sah ich sie auch das erste Mal live im Backstage, war aber nur so halb begeistert. Dagegen bekam ich bei ihrem Lollapalooza Auftritt wieder mehr Lust auf ihre Musik.

Und nun stand ich da im großen Zenith, weit vorne an der Seite, wo oft mein Platz ist, und entgegen aller Regeln des Setlis-bauens starten sie nicht nur mit einem großen Hit, sondern hauten gleich ihre drei größten Nummern raus. Bologna, Luzia, Auseinander gehen ist schwer – und die Halle gehörte ihnen. Das Publikum präsentierte sich so unfassbar textsicher, heute war München die Hauptstadt Österreichs. Und so stark, wie das Konzert begonnen hatte, hörte es auch auf: Erst Columbo vom neuen Album, dann Bussi Baby – den Song mag ich ja eigentlich nicht so – und der potentielle Wiesnhit 1,2,3,4, bis als Abschluß dann noch einmal Bologna gespielt wurde.

Nicht verschweigen darf man aber, dass es dazwischen etwas ruhiger war, aber nicht weniger mitgesungen wurde. In der oft selbst betitelten nördlichsten Stadt Italiens kam das schöne Lascia Mi Fare gut an und Lieb sein ging mir tagelang nicht aus dem Kopf. Aber Ich will Schnaps zieht sich für mich immer noch zu lang und auch an manch anderen Stellen hätte einer der Hits vom Anfang ganz gut getan. Sänger Marco, wegen einer gebrochenen Hand seiner Gitarre beraubt, rutschte am Mikro immer wieder in die Liam Gallagher Gedächtnis-Pose, und heizte die Stimmung an. Sicher, sein Auftreten ist mittlerweile einstudiert und Teil des Programms, gehört aber dazu. Das hier sind keine Musikstudenten, die saufen und rauchen – das sind Säufer, die Musik machen. Und der immer wieder aufkommende morbide Charme der Texte lokalisiert sie nach sämtlichen Klischees nach Wien. Ihre Herkunft können sie nicht verleugnen.

Insgesamt war es aber wirklich gut, immer ein sicheres Zeichen, wenn man nach dem Auftritt die Band ständig weiter hören will. Darauf zum Abschluß noch etwas Musik!

Wer gerne eine zweite Meinung lesen möchte: Das Fräulein Mixtape war nicht ganz so euphorisch bei ihrem Auftritt. Und für euch noch der Hinweis: Der Regen kam doch nicht. Mehr zu Griechenland dann in den nächsten Einträgen.

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