Der Monatsrückblick September 2017

Dieser September war echt stressig. Es war viel los, ich war viel unterwegs und war teilweise um jeden Abend frei, an dem ich einfach auf der Couch liegen konnte und Fußball oder Serien gesehen habe. Ich will mich ja nicht über Freizeit-Stress beklagen, aber manchmal kam ich da schon an meine Grenzen.

*** Kino ***

In diesem Monat stand natürlich mal wieder das Fantasy Filmfest im Mittelpunkt. Was ich mir da alles angeschaut habe, könnt ihr hier noch einmal nach lesen. Darüber hinaus habe ich diese beiden Filme noch gesehen:

Barry Seal: Only in America 8 von 10

Pilot Barry Seal (Tom Cruise) langweilt sich ein wenig in seinem Job, bis ihm die CIA in Person von Schafer (Domhnall Gleeson) einen Job als Aufklärungsflieger in Süd- und Mittelamerika in den 80ern anbietet. Die kolumbianische Kokain-Szene wird auf ihn aufmerksam und engagiert ihn, ihre Drogen in die USA zu schmuggeln. Seal wird der Mann, der immer liefert und macht damit ein Vermögen. Der Film beruht auf der Lebensgeschichte des echten Barry Seal. Das Duo Liman/Cruise – die uns schon den tollen Edge of Tomorrow beschert haben – hat daraus einen sehr unterhaltsamen Film gemacht mit viel Abenteuer, Spaß, ein paar politischen Untertönen und flotter Musik. Das Drehbuch stand lange auf der Liste der besten unverfilmten Drehbücher Hollywoods. Die Rolle des schlitzohrigen Gauners ist wie für Cruise gemacht. Und so macht der Film einfach Laune, ohne jemanden weh zu tun. Was dann letztlich auch das ist, was den Film zur ganz großen Wertung fehlt: Die Läuterung Barry Seals.

Victoria & Abdul 5 von 10

England 1887. Königin Victoria (Judi Dench) ist mittlerweile nun auch die Kaiserin von Indien. Von dort wird Abdul Karim (Ali Fazal) geschickt, um ihr zum Thronjubiläum ein Geschenk zu überreichen. Zum Missfallen der gesammelten Entourage der Königin entwickelt sich zwischen den beiden ein Vertrauensverhältnis und sie ernennt ihn schließlich zu ihrem Munshi. Der Film macht einiges richtig. Die beiden Hauptdarsteller überzeugen, die Ausstattung ist gut und man kann immer wieder schmunzeln über diesen leichten Unterhaltungsfilm. Dass es trotzdem nicht für mehr Punkte gereicht hat, liegt am fehlenden Pepp und der arg vorhersehbaren Story. Vielleicht war ich noch 15 Jahre zu jung für diesen Film.

*** Serien ***

Nur durch straffes Timing war es in diesem Monat möglich, diese Sachen abzuschließen. Für The Expanse hat es leider allerdings noch nicht gereicht, da fehlen mir noch die letzten Folgen. Nashville und Twin Peaks waren dagegen längerfristige Projekte, mit allerdings recht unterschiedlicher Wertung. Und zum Start von Star Trek: Discovery hatte ich hier bereits etwas geschrieben.

The Fall (Staffel 2 / 6 Folgen) – 7 von 10

Die Schlinge um Paul Spector (Jamie Dornan) zieht sich enger, die Belfaster Polizei unter der Leitung von Stella Gibson (Gillian Anderson) ist dem Serienmörder auf den Fersen. Da erhält Spector unerwartete Hilfe. Für die zweite Staffel hätte man ruhig einen zweiten Fall aufmachen können. So zieht sich die Jagd nach Spector unnötig in die Länge und nimmt erst gegen Ende der Staffel wieder etwas Fahrt auf, wenn sich die beiden Hauptfiguren schließlich immer näher auf die Pelle rücken. Ob es eine gute Idee war, auch noch eine dritte Staffel zu produzieren, wird sich zeigen.

Incorporated (Staffel 1 / 10 Folgen) – 5 von 10

Nach einer Klimakatastrophe sind im Jahr 2075 Unternehmen an die Macht gekommen und haben für sich und ihre Mitarbeiter lebenswerte Biotope geschaffen, während die arme Bevölkerung ausgesperrt vor den Toren lebt. In dieser Welt versucht der junge Ben (Sean Teale) in seiner Firma skrupellos Karriere zu machen und seine alte Flamme Elena (Denyse Tontz) wieder zu finden. Die Serie von Matt Damon und Ben Affleck bietet ein interessantes Setting, macht aber zu wenig daraus. Es fehlt der Geschichte an sympathischen Figuren, am ehesten taugt dazu noch Ben’s Frau Laura (Allison Miller), der irgendwann die Augen geöffnet werden, wie es vor den Toren der Stadt zu geht. Optisch am stärksten war dabei noch die Pilotfolge, in welcher der Gegensatz zwischen den beiden Welten am eindrucksvollsten war. Danach stand wahrscheinlich nicht mehr so viel Budget zur Verfügung.

The Lizzie Borden Chronicles (Staffel 1 / 8 Folgen) – 5 von 10

Nachdem Lizzie Borden (Christina Ricci) am Ende des 19. Jahrhunderts frei gesprochen wurde, was den Mord an ihren Eltern angeht, lebt sie zusammen mit ihrer Schwester Emma (Clea DuVall). Ihr Schicksal nimmt sie aber weiterhin selbst in die Hände und wer ihr oder der Familie zu nahe kommt, macht Bekanntschaft mit ihrer Axt. Das sieht optisch ganz gut aus und ist sehr schön mit anachronistischem Blues-Rock unterlegt, überzeugt auf Dauer aber nicht. Dazu wiederholt sich das Schema zu oft und bei Lizzie fehlt der innere Konflikt, den zum Beispiel Dexter ausgemacht hatte. Ihr Wahnsinn wird zu wenig deutlich.

Nashville (Staffel 5 / 22 Folgen) – 8 von 10

Nach dem Flugzeugunglück am Ende der letzten Staffel erholt sich Juliette Barnes (Hayden Panetierre) langsam wieder und möchte nun musikalisch neue Wege einschlagen. Der große Countrystar Rayna James (Connie Britton) hat dagegen Probleme, ihr neues Label zu führen und holt sich Unterstützung beim Internet-Millionär Zach Welles (Cameron Scoggins). Währenddessen startet Raynas Tochter Maddie (Lennon Stella) langsam so richtig durch. Und dann passiert Mitte der Staffel ein Ereignis, was vieles durcheinander würfelt. Wer drauf steht wird auch in der fünften Staffel wieder bestens unterhalten von dem großen Cast, in dem jeder seine Lieblingsfiguren findet. Nach dem großen Schock in der Mitte brauchte die Serie ein paar Folgen, um damit um zu gehen, findet danach aber schnell wieder in die Spur. Ja, das ist ne Soap und jeder von außerhalb des Musik-Business spielt im Zweifelsfall eine zwielichtige Rolle – aber es macht halt Spaß. Da hat auch ein neuer Auftraggeber in den USA nichts daran geändert. Ich hatte nur den Eindruck, man hat etwas an den Konzertausschnitten gespart und mehr Tonstudio-Auftritte eingebaut.

Twin Peaks (Staffel 3 / 18 Folgen) – 6 von 10

Nach mehr als 25 Jahren fand die Geschichte endlich ihre nicht mehr für möglich gehaltene Fortsetzung. Der von Bob bessene Dale Cooper (Kyle MacLachlan) treibt in der echten Welt sein Unwesen, während der richtige Cooper immer noch in der schwarzen Hütte sitzt. Als er dort irgendwann frei kommt, steckt er im eher einfältigen Dougie (ebenfallys Kyle MacLachlan) in Las Vegas fest. Wenn es heißt, dass David Lynch und Mark Frost nun die Geschichte rund um Twin Peaks weiter gesponnen haben, trifft es das nicht richtig, spielt sich doch der Hauptteil der Handlung gar nicht in Twin Peaks ab. Zwar treffen wir immer mal wieder einige Bewohner des Ortes in der Stadt an, allen voran das Sheriff Department, das wirkt aber oft etwas bemüht, als hätte man den alten Schauspielern noch einmal eine Rolle zu schreiben wollen. Die alte Atmosphäre trifft die Staffel nicht wieder. Aber das Lynch das abliefert, was alle erwartet hätten – damit war wohl eh nicht zu rechnen. Stattdessen ist das hier sehr viel Fernsehen für Kunststudenten, was mal mehr und mal weniger funktioniert – alleine die Entstehungsgeschichte von Bob in Folge 8, eine Feier des Surrealismus, wird viele Zuschauer an ihre Grenzen bringen. Am stringentesten ist die Staffel immer dann, wenn man den beiden FBI-Agenten (Miguel Ferrer und ausgerechnet David Lynch selbst) bei ihrer Suche nach Cooper folgt. Der Cast ist voll von prominenten Gaststars (wie Jim Belushi, Tim Roth, Madeline Zima, Jürgen Prochnow und Naomi Watts – auch David Duchovny und David Bowie sind in ihren alten Rollen kurz zu sehen) und skurillen Nebenfiguren. Und da das vielleicht auch einigen wichtig ist: Die Staffel ist halbwegs abgeschlossen, hinterlässt einen aber auch mit einem gewissen Cliffhangar.

Ausblick: Der Oktober bringt die lang erwartete erste deutsche Serie von Sky: Babylon Berlin startet am 13. auf Sky 1. Bereits am 11. bringt TNT Serie Colony nach Deutschland. Und wer es noch nicht gesehen hat: Mr. Robot hackt sich am 31. bei Nitro ins Free-TV. Hochkaräter gibt es auch bei den Fortsetzungen: Da ist das Highlight die 3. Staffel von Broadchurch, die am 18. bei 13th Street startet. Etwas skeptisch bin ich bei den zweiten Staffeln von Good Behavior (ab dem 17. auf TNT Serie) und von Vice Principals (ab dem 19. auf Sky 1). Am 23. schleichen die Zombies von The Walking Dead auf FOX in ihre mittlerweile schon 8. Runde. Und ich muss endlich mal in Stranger Things auf Netflix rein schauen. Die zweite Staffel kommt schon am 27. Oktober. Wird also insgesamt Zeit, den Festplattenrecorder wieder etwas zu leeren.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 4 Spiele, 7 Punkte, 3:1 Tore, Platz 12.

Die Bilanz des neuen KSC-Trainers Alois Schwartz liest sich ganz gut – beide Heimspiele gewonnen und die Schießbude hinten dicht bekommen. Darauf lässt sich aufbauen.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 2 (Portugal, The Man und die Kombi Regrettes / SWMRS). Gekaufte Konzerttickets: 1 (Wolf Alice nächstes Jahr im Januar).

The National melden sich wieder zurück und halten ihr Niveau weiter hoch, ohne einfach nur ihren Stiefel runter zu spielen. Fast etwas ungewohnt flott ist zum Beispiel Day I Die, was sie hier zum Besten geben. Sollte jemand noch ein Ticket für ihr Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie zu viel haben: Bitte bei mir melden.

Mittlerweile ist das Debutalbum von Inheaven erschienen, jener Band, die im Frühling die Konzerte von Circa Waves eröffnet hatten. Das Album rockt ordentlich und ist ein Tick poprockiger geworden, als ich es erwartet hatte. Hört in Vultures rein.

*** Foodpic des Monats ***

Ich bin ja nun wirklich nicht der größte Wiesn-Fan und mache auch drei Kreuze, wenn der ganze Zauber am Dienstag wieder vorbei ist und wieder etwas Ruhe in die Stadt einzieht. Aber andererseits muss ich auch zu geben, wenn man erst mal da ist, hat man auch seinen Spaß.

Nach dem ich in den letzten beiden Jahren überhaupt nicht dort war, bin ich in diesem Jahr mal wieder der Firmeneinladung gefolgt. Das ist ein wahrer Segen bei den Preisen, die auf dem Oktoberfest aufgerufen werden!

Ein kulinarisches Schmankerl ist dabei jedes Mal wieder die Brotzeitplatte, die gerne zu Beginn eines Abends aufgetischt wird. Kalbspflanzerl, Schmalz- und Schnittlauchbrote, Schinken, Obatzda – definitiv nichts für Vegetarier. Und danach ist man schon so satt, dass man nicht unbedingt eine warme Mahlzeit braucht.

Nichts geht allerdings über den warmen Kaiserschmarrn, um einen zünftigen Abend im Zelt zu beschließen. Den kann man auch ganz gut essen, während die Band grade Helene Fischer spielt.

*** Foto des Monats ***

Das Foto stammt von einem kurzen Spaziergang, den ich am vergangenen Sonntag  nach meine Kreuzchen bei der Wahl gemacht habe. Das hier ist aus dem schönen Pasinger Stadtpark bei wunderbarem Herbstwetter.

Und das war’s für diesen Monat. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

This entry was posted in Der richtige Ton, Was mit Medien. Bookmark the permalink.

7 Responses to Der Monatsrückblick September 2017

  1. T. says:

    Diese Brotzeitplatte *inlove*
    Hauptsache deftig.

    Danke @deinenKommentar. Meine Art zu schreiben ist nicht mal besonders gut, aber trotzdem schön, dass sie dir irgendwie gefällt. :D

  2. bknicole says:

    Serientechnisch ist gerade echt einiges geboten, da habe ich auch meine Probleme mit allem Schritt zu halten. Bin aber trotzdem neidisch, dass ich Naschville noch nicht sehen kann und da warten muss, bis Amazon Prime die nächste Staffel wieder im Angebot hat. Ich bin ja schon gespoilert darüber was Mitte der Staffel passiert, aber das kam nicht überraschend, da besagte Darstellerin das ja auch in Interviews angekündigt hatte. Bin aber auch gespannt, in welche Richtung die Serie danach geht. Das Maddie durchstartet war schon längst überfällig und ich freue mich drauf, die Darstellerin hat einfach auch eine wunderbare Stimme. In The Lizzie Borden Chronicles hatte ich fünf Minuten mit einer Freundin reingeschaut, aber wir wollten dann doch was leichteres. Mal schauen, ob ich damit noch mal loslege, da ich halt mehr negatives als positives gehört habe. Lieber würde ich auch mal Stranger Things aufholen, würde nicht allgemein so viel laufen. Fear the Walking Dead muss ich noch aufholen – da ich ja letzte Woche im Urlaub war. Dann läuft bei Entertain The Handmaids Tale, wo ich die erste folge beeindruckend fand und auf Netflix gehts weiter mit Riverdale und Desiganted Survivor.

    • bknicole says:

      Dann wünsche ich dir bei den beiden Filmen viel Spaß. Blade Runner soll ja laut Kritiker ziemlich gut sein.

      Ich hatte ja auch viel positives über Mother gehört, überrascht mich, dass da jetzt noch mal einiges schlechte Kritiken nachkamen, aber Horror ist ja eh Geschmackssache.

      • Nummer Neun says:

        Na, zurück aus London? :)

        Bei den Serien komme ich auch kaum noch hinterher. The Handmaids Tale würde ich auch gerne sehen, habe aber keinen Zugriff auf das Telekom Angebot. Und Stranger Things steht auch noch auf meiner Liste.

  3. Na da hast du ja einiges gesehen/gemacht im September ;)
    Am Oktoberfest war ich heuer leider nicht.. aber wie du sagst, einerseits richtig lustig, wenn man dort ist, andererseits kann es auch recht mühsam werden. Aber nächstes Jahr möchte ich auf jeden Fall wieder hin ;)

    Wünsche dir noch einen angenehmen Sonntagabend!
    Liebe Grüße, Patricia

Hinterlasse einen Kommentar zu Nummer Neun Antwort abbrechen