Groundhopping Seoul

Der letzte Abend in Seoul. Eine Wahnsinnsstadt! So viel zu sehen und zu erleben. Und dabei habe ich mich nicht einmal groß aus Downtown heraus bewegt. Gestern aber schon mal, denn da war ich beim Fußball. Fremde Stadt, fremdes Stadion. Das World Cup Stadium.Es war ein Spiel der K League Classic, der höchsten Südkoreanischen Spielklasse. Der FC Seoul empfing die Jeonnam Dragons und das Spiel fand an einem Mittwoch Nachmittag um 15 Uhr statt. Etwas ungewöhnlich, dachte ich mir. Das Ticket war mit Larva Day gebranded, ich hatte keine Ahnung, was das bedeuten könnte. Das kam mir erst, als ich auf meinem Platz saß: Es war wohl Kindertag und um mich herum saßen lauter kleine Kinder, die bei den Spielen auf der Anzeigentafel vor dem Anpfiff und in der Pause lebhaft mitgingen.

Vor allem die Kleine vor mir, von Kopf bis Fuß in den rot-schwarten Vereinsfarben gekleidet, gab alles, hüpfte rauf und runter und schwenkte ihre selbst gemalten kleinen Plakate, aber die Stadionkamera wollte sie einfach nicht erfassen. Die Arme. Sie war nach 60 Minuten dann so erschöpft, dass sie auf der Schulter ihres Vaters eingeschlief.Die Karte kostete grade mal 14.000 Won, was umgerechnet ca. 11,30€ entsprachen. Dafür hatte man freie Platzwahl in den Kurven und auf der Gegengeraden. Das Stadion füllte sich im Laufe des Spiels auf 26.000 Zuschauer. Der komplette Oberrang war abgedeckt, aber das kennt man ja von 60ern. Die Stimmung im Stadion war gut, was nicht nur an den vielen Kindern lag, sondern auch am Stadionsprecher, der eine Mischung aus Kung-Fu Halle und Takeshis Castle verbreitete. Und im Spiel immer mal wieder Tipps zum rechtzeitigen Vuvuzuela-Einsatz gab oder wann man ein Tor vom Heimteam forderte.

Es gab keine schwarz gekleideten Ultras, trotzdem wurde hinter dem Tor von den Fans gut Stimmung gemacht, da saß niemand. Und als das Spiel dann schließlich los ging, gab es auch noch Pyro: Wie beim Football gingen hinter dem Tor zwei Konfettiböller los.Mit Anpfiff entwickelte sich ein recht offensiver Schlagabtausch. Ohne Klischees bedienen zu wollen, aber die Südkoreaner spielen tatsächlich sehr schnell nach vorne und es gibt immer einen, den man schicken kann. Das Mittelfeld wird also schnell überbrückt, wie es so schön heißt. Die technischen Fähigkeiten gehen nicht ganz damit einher, da verspringt gerne schon mal ein Ball oder der Pass ist nicht richtig genau. Aber hey, als KSC-Fan ist man da schlimmeres gewohnt.

Recht früh gehen die Hausherren mit 1:0 in Führung. Nach einer Ecke kommt der Torschütze frei zum Schuß und netzt ein. Verdient zu diesem Zeitpunkt. In der Folge gab es dann das ein oder andere Mal die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen, was aber teilweise kläglich daneben ging. Dafür kamen die Gäste aus Gwangyang besser ins Spiel und hätten noch vor der Pause den Ausgleich erzielen können. Die zweite Hälfte war dann etwas schwächer, Seoul hatte aber immer noch genug Chancen, um den Sack zu zu machen. Dazu kam es allerdings nicht – die Führung war aber auch nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Es blieb beim 1:0 und die Spieler verabschiedeten sich (nicht auf dem Bild zu sehen) per Verbeugung von ihren Fans.Noch mehr Fan-Service gab es dann nach dem Spiel noch auf dem Außengelände des Stadions. Hier wurde ein Spalier für die Mannschaft zum Abklatschen aufgebaut und man konnte sich beim Victory Highfive mit den Spielern fotografieren lassen. Dafür war mir hier allerdings etwas zu viel los. Ich machte ein Foto von den Hostessen – das war doch eh viel spannender – und überließ den jugendlichen Fans den Platz.FC Seoul - HostessDen großen Reisereport zu Seoul und Südkorea erscheint dann, wenn ich wieder zurück bin. Bis dahin beste Grüße in die Heimat!

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2 Responses to Groundhopping Seoul

  1. Christine says:

    Seoul ist sicherlich auch eine total faszinierende Stadt!
    Asiatische mega-Städte sind immer total verrückt und… wahnsinnig.

    • Nummer Neun says:

      Mir fehlt da leider der Vergleich zu den anderen asiatischen Städten – aber Seoul war schon sehr faszinierend. Aber so verrückt schneidet die Stadt wahrscheinlich nicht ab, dafür ist sie doch auch zu sehr seriöse Wirtschafts-Metropole.

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