Der Monatsrückblick März 2017

Tschaka, wieder ein Monat rum. Der März ist durch, womit man wohl mal den Winter bilanzieren kann: Der war dieses Mal gar nicht so eklig wie sonst. Ich bin mit ihm in diesem Jahr jedenfalls relativ gut ausgekommen. Jetzt im April steht aber nun Ostern an, erfahrungsgemäß noch einmal eine kritische Phase für Schnee.

*** Kino ***

Nicole zeigt es zur Zeit jeden Monat in ihrem Filmüberblick: Im Moment kommen dauernd interessante Filme in die Kinos. Aber mittlerweile komme ich nicht mehr hinterher. Dabei gehe ich ja schon so oft ins Kino. Auch diesen Monat wieder zweimal. Und Split habe ich nun endlich nach geholt.

Life 8 von 10

Ein internationales Forschungsteam an Bord der ISS (u.a. mit Jake Gyllenhaal, Ryan Reynolds und Rebecca Ferguson) untersucht auf der Station eine Bodenprobe des Mars. Dabei machen sie eine sensationalle Entdeckung: Die Probe enthält einen fossilen Einzeller, der allererste Beweis, dass es auf dem Mars Leben gab. Die Forscher schaffen es, den Einzeller wieder zu erwecken. Und siehe da: Er wächst und lernt erschreckend schnell. Eine Gefahr für alle Menschen auf der Station. Man kann dem Sci-Fi-Horror Film von Daniel Espinosa einiges vorwerfen: Er wäre nur eine Mischung aus Gravity und Alien und er würde keine Verbindung zu den Figuren aufbauen. Das stimmt auch alles – trotzdem ist der Film von Anfang bis Ende spannend und unterhält gut. Optisch kann man Life ebenfalls nicht vorwerfen, das sieht alles hochwertig aus und auch das Alien macht einen frischen Eindruck. Kurz: Das wird alles keine Filmgeschichte schreiben, aber die 100 Minuten kann man sich guten Gewissens anschauen.

Split 8 von 10

Drei Mädchen werden von Kevin Crumb (James McAvoy) entführt und in einem Kellerraum gefangen gehalten. Wie sich heraus stellt, hat Kevin multiple Persönlichkeitsstörungen. Er beherbergt 23 verschiedene Persönlichkeiten in sich und zeigt sich den Mädchen in immer verschiedenen Versionen. Zur Behandlung befindet er sich bei Dr. Fletcher (Betty Buckley), die jedoch noch nichts von den Entführungen ahnt. Der neue Film von M. Night Shyamalan dreht die Spannungsschraube immer weiter an, fordert den Zuschauer aber auch ein Stück weit heraus – wenn man sich nicht auf die multiplen Persönlichkeiten einlässt, wird man an dem Film wenig Freude haben. Grade den finalen Twist muss man schlucken. McAvoy erweckt alle seine Persönlichkeiten zum Leben, eine tolle Leistung von ihm und auch die drei Mädels fürchten so um ihr Leben, wie man es von solch einem Film erwarten darf. Lediglich der allerletzte Cameo-Auftritt hängt etwas unnötig in der Luft.

*** Serien ***

Das Leben schreibt doch oft die besten Geschichten. Das denken sich auch einige Serienmacher, die immer wieder reale Ereignisse zu einem Film oder einer Serie ausbauen. Oder wenigstens so tun als ob. In diesem Monat sind gleich drei dieser Serien dabei. Nicht alle davon sind geglückt. Und ich fürchte, nach einer dieser Wertungen wird Nora Tschirner auf mich etwas sauer sein.

American Crime Story: The People Vs. O.J. Simpson (Staffel 1 / 10 Folgen) – 10 von 10

Juni 1994. Nicole Brown wird vor ihrem Anwesen zusammen mit Ron Goldman ermordert aufgefunden. Alle Indizien weisen auf ihren Ex-Mann O.J. Simpson (Cuba Gooding Jr.) als Täter hin. Als dieser immer mehr unter Druck gerät, flüchtet er in seinem weißen Ford. Die Verfolgungsjagd wird live im Fernsehen übertragen. Er läßt sich schließlich widerstandslos fest nehmen und stellt eine Art All-Star Anwaltsteam (u.a. mit John Travolta, Courtney B. Vance und David Schwimmer als Robert Kardashian) zusammen. Dieses versucht die Geschworenen in einem langwierigen Prozess gegen die Staatsanwälting Clark (Sarah Paulson) auf seine Seite zu ziehen. Es wird der Prozess des Jahrhunderts. Erfolgsproduzent Ryan Murphy hat mal wieder zugeschlagen und verbindet einen der wohl bekanntesten Kriminalfälle mit einer ungeheueren Starpower. Atemlose Spannung, perfekte Ausstattung, tolle Inszenierung. Hier stimmt eigentlich alles. Und wenn man sich YouTube Clips mit den Originalaufnahmen anschaut ist die Authentizität kaum zu glauben.

The Big Bang Theory (Staffel 3 / 23 Folgen) – 7 von 10

Ich hole hier weiterhin fleißig auf! Wobei die dritte Staffel schon leichte Anzeichen davon zeigt, was die Fans wohl an den späteren Staffeln kritisieren: Beziehungen. Leonard (Johnny Galecki) ist – zumindest zeitweise – mit Penny (Kaley Cuoco) zusammen und Howard (Simon Helberg) lernt Bernadette kennen. Und die Folgen, die das thematisieren, sind meistens nicht die Besten. In den letzten Episoden bekommt die Staffel dann noch mal etwas die Kurve, wenn Leonard erzählt, wie er Sheldon (Jim Parsons) kennen gelernt hat, oder wenn dieser sich aus der WG raus schleichen möchte, weil Penny nebenan für ihn kocht. So mögen wir unsere Nerds!

jerks. (Staffel 1 / 10 Folgen) – 4 von 10

Christian (Christian Ulmen) und Fahri (Fahri Yardim) versuchen, ihre Alltagsprobleme zu lösen – verstricken sich dabei aber regelmäßig in ihren eigenen Lügen. Gut gemeinte Comedy, die aber in zu vielen Punkten einfach an das tolle Pastewka erinnert. Hier wie da spielt man mit dem Promistatuts der Figuren und lässt die aus Film und Fernsehen bekannten Promis im Alltag scheitern. Der Versuch, die offensichtlichen Ähnlichkeiten durch einen härteren Humor zu übertünchen, funktioniert leider nicht, sondern wirkt oft meist einfach zu konstruiert. Die Buddy-Freundschaft nimmt man den beiden nicht ab. Überzeugt hat eigentlich nur Yardim mit seiner schnoddrigen Art, sonst wartet man nur darauf, dass mal ab und an ein Witz zündet. Dann lieber harmlos wie bei Pastewka, aber dafür lustig

Krieg & Frieden (Staffel 1 / 8 Folgen) – 7 von 10

Wenn Serien als die großen Romane des 21. Jahrhunderts gelten, dann liegt es wohl nahe, aus einem der größten Romane des 19. Jahrhunderts eine Serie zu machen. Dachte sich auch die BBC, und verfilmte Leo Tolstois Mammutwerk in schlanken acht Teilen. Roman und Serie spielen in Rußland in den Jahren zwischen 1805, dem Beginn des Koalitionskrieges gegen Frankreich, und 1812, dem Ende von Napoleons Rußlandfeldzug. Wir begleiten das Leben des russischen Adels, zwischen pompösen Feiern und aufkommender Kriegsbegeisterung. Die Hauptfiguren sind dabei der Träumer Piere (der etwas verkleidet wirkende Paul Dano), die hübsche Adelstochter Natasha (die zauberhafte Lily James) und der Soldat Andrei (James Norton). Wie eng die Serie am Roman bleibt, kann ich nicht beurteilen – bei angeblich rund 250 Figuren im Roman scheint die Serie etwas verkürzt zu sein. Macht aber nichts, dadurch halten sich die Längen in Grenzen. Die Ausstattung ist toll, die Parties und Locations wirklich prunkvoll, dafür sind die Kriegsszenen mitunter überraschend drastisch. Nur in den Friedenszeiten hätte man von mir aus gerne auf etwas Kitsch in den Liebesgeschichten verzichten können. Aber insgesamt eine nette Event-Serie, die man auch schnell wegschauen kann.

Narcos (Staffel 1 / 10 Folgen) – 6 von 10

Die Serie schildert die Jagd der amerikanischen DEA-Agenten Murphy und Pena (Boyd Holbrook und Pedro Pascal) auf das kolumbianische Medellin-Kartell unter der Führung von Pablo Escobar (Wagner Moura). Dieser schwingt sich grade zum größten Kokainhändler der Welt auf und verdient damit Unsummen. Weil er mit dem Geld die armen Einwohner Medellins unterstützt, wird er von ihnen als kolumbianischer Robin Hood gefeiert. Die Behörden stehen diesem Treiben machtlos gegenüber und lassen sich von der offenen Gewalt Escobars einschüchtern. Die erste Staffel umfasst dabei die Zeit von 1975 bis 1992 und besonders in den ersten Folgen springt die Zeit sehr schnell voran. Durch den langen Off-Text und die vielen Originalaufnahmen hat man anfangs den Eindruck, eine Dokumentation über diese Ära zu sehen. Erzählt wird die Geschichte fast völlig ohne Spannungsaufbau, was schon sehr ermüdend ist. In den letzten Folgen wandelt es sich und die Serie nimmt an Intensität zu und macht dann doch noch Lust auf die Fortsetzung. Die Actionszenen sind jedoch über die ganze Staffel hinweg sehr gut und die langen untertitelten, spanischen Passagen tragen viel zur Authenzität bei.

Suits (Staffel 5 / 16 Folgen) – 8 von 10

Nach Donnas (Sarah Rafferty) Wechsel zu Louis (Rick Hoffman) leidet Harvey (Gabriel Macht) unter Panikattacken und besucht eine Therapeutin. Währenddessen macht in der Kanzlei der aufstrebende Anwalt Soloff (der aus The Last Ship bekannte John Pyper-Ferguson) Ärger, der dort Harvey heraus fordert. Und auch Mikes (Patrick J. Adams mit Yuppi-Frisur) Karriere steht ab Mitte der Staffel einmal mehr auf dem Prüfstand – die Staatsanwaltschaft ist ihm immer dichter auf den Fersen. Wie so oft fängt auch diese Staffel eher gemütlich an, lässt uns bei Harvey aber etwas mehr hinter in die Fassade blicken. Aber spätestens wenn er und Louis mal wieder richtig aneinander geraten, geht es rund – und steigert sich dann immer weiter bis zum spannenden Finale.

Und hier die Liste der Neustarts im April: History zeigt über Ostern die Neuauflage der legendären Serie Roots. Outcast ist ab dem 10. mit der 2. Staffel zurück auf FOX, Better Call Saul ab dem 11. mit der 3. Staffel auf Netflix. TNT Serie zeigt ab dem 14. Pierce Brosnan in der Western-Serie The Son. Wer es etwas blutiger mag: Ab dem 19. April ist auf RTL Crime die 1. Staffel von Ash vs. Evil Dead zu sehen und am 26. startet Z Nation auf Syfy in die 3. Runde. Und am 28. startet Sky 1 schließlich die Comedy You, Me and the Apocalypse. Der Serienstoff wird niemals ausgehen.

*** Wie geht’s dem KSC? ***

Bilanz: 3 Spiele, 3 Punkte, Platz 18.

Das vierte Spiel in diesem Monat findet heute Abend noch statt. Der KSC tritt in Nürnberg beim Glubb an und im Umfeld wird gemunkelt, bei negativem Ausgang könnte es auch schon wieder das letzte Spiel von Mirko Slomka sein. Und dann muss man leider sagen: Die Führungsebene passt sich den Leistungen auf dem Platz an. Die Auswärtsbilanz macht nicht grade Mut, aber vielleicht strafen mich die KSC-Kicker auch lügen.

*** Musik ***

Besuchte Konzerte: 1 (Dave Hause). Gekaufte Konzerttickets: 1 (Das Ticket für das Lollapalooza!).

Die Norweger von Einar Stray Orchestra haben ein neues Album veröffentlicht. Nach dem der Vorgänger bei mir teilweise auf heavy rotation lief und auch das dazu gehörige Konzert ein Highlight war, waren die Erwartungen an Dear Bigotry hoch. Diese finde ich nicht ganz erfüllt, hübsch ist es aber trotzdem, wie Penny For Your Thoughts beweist.

Von Norwegen nach Puerto Rico. Von hier kommt mit Alynda Segarra die Sängerin der Band Hurray for the Riff Raff. Von ihnen ist ein neues Album erschienen, das kurz davor ist, von mir gekauft zu werden. Die Vorabsingle Hungry Ghost verspricht einiges – genau wie die Kritik bei plattentests.de.

*** Foodpic des Monats ***

Heute gibt es ein Bild aus dem Mongkok, einem asiatischen Restaurant in der Münchner Kapuzinerstraße. Auf dem Foto sieht man die vorzügliche Screaming Duck, das Gemüse ist unter der Ente versteckt. Ebenfalls sehr zu empfehlen: Die gedämpften Teigtaschen als Vorspeise. Und was mir ebenfalls bei jedem Besuch hier sehr positiv auffällt: Etwas untypisch für die oft voll gestellten Münchner Restaurants hat man schön viel Platz für sich.

*** Ausgefallener Post des Monats ***

Seit ich in München wohne hatte ich wenig Kontakt mit Ärzten. Außer meinem Zahnarzt und Doktor Oetker war da nichts. Aber man wird ja vernünftiger und so dachte ich mir, ich könnte mich ja mal durchchecken lassen. Gesagt, getan – ich bekam mein Ergebnis. Meine Leberwerte waren etwas zu hoch. Vielleicht hätte ich die Tage vor der Blutabnahme etwas anders angehen sollen.

Es wurde jedenfalls eine zweite Blubabnahme angeordnet, zwei Wochen später, und bis dahin bitte kein Alkohol für die Nummer Neun. Letztlich stellte sich das dann als überhaupt kein Problem dar. Die Werte waren bei der zweiten Untersuchung in Ordnung und die Geschichte gab daher nicht genug her für einen eigenen Eintrag.

*** Frage des Monats ***

Pocket-Kameras wurden ja so ziemlich von Smartphones abgelöst. Bei mir im täglichen Leben auch. Trotzdem habe ich sie auf größeren Reisen eigentlich immer noch ganz gerne dabei. Passen in jede Jeanstasche, sind schnell einsatzbereit und verkürzen nicht noch zusätzlich die Lebensdauer des Smartphoneakkus. Könnt ihr mir aktuelle Modelle empfehlen? Idealerweise auch mit WiFi-Funktion. Tipps bitte gerne in die Kommentare.

Und das war’s für diesen Monat. Vergesst das Gewinnspiel nicht! Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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6 Responses to Der Monatsrückblick März 2017

  1. bknicole says:

    Danke fürs Verlinken :) . Du hast im vergangenen Monat zwei Serien gesehen, die ich auch unbedingt noch sehen möchte, da bin ich echt neidisch: American Crime Story und Krieg & Frieden. Habe von beidem schon viel Gutes gehört und gerade beim Ersten hatte ich mich so gefreut, dass das auf Netflix läuft und war dann echt verärgert, dass die sich nicht die Erstaustrahlungsrechte gesichert haben. Jetzt darf man da noch bis ende des Jahres warten. Mindestens. Jerks hat mich aber schon von der Storyline kompeltt nicht angesprochen. Habe ich ja auch nichts verpasst. Und was den Serienstoff anbelangt, jap der geht nicht aus. Auf Netflix gehts für mich jetzt wieder mit Riverdale und Designated Survivor weiter, hinzu kommt noch “Tote Mädchen lügen nicht”, “You are Wanted” muss auf Prime noch beendet werden und im Tv startet nun auch Empire, die Fortsetzung von Prison Break und ach ja, mit Game of Thrones bin ich auch noch nicht durch xD.

    • Nummer Neun says:

      Lohnt sich beides! Und ich würde sogar tippen, dass dir Krieg & Frieden noch etwas gefällt als mir.

      Designated Survivor steht bei mir auch noch auf der Liste, davon schwärmen so viele Leute. Tote Mädchen lügen nicht sagt mit allerdings nichts bisher. Und bei Empire und Prison Break bin ich raus, da habe ich noch nie etwas davon gesehen bisher.

      • bknicole says:

        Geht mir genauso, bin schon gespannt auf die Serie und hoffe, dass sie gleich die ganze Serie online bringen. Die hat ja glaube ich nur drei oder vier Staffeln. Da geht es um ein Mädchen welches Selbstmord begeht und Kasetten an 13 Menschen schickt, in denen sie ihnen erklärt, warum sie Mitschuld daran haben. Ps: Wobei Empire echt richtig gut ist, auch musikalisch ;) . Kann dir das echt nur empfehlen.

  2. ide02 says:

    American Crime Story: The People Vs. O.J. Simpson – wo läuft diese Serie? Hast mich neugierig gemacht ;-)

    • Nummer Neun says:

      Du musst jetzt stark sein: Sie lief auf Sky Atlantic und wird dort in den nächsten Monaten bestimmt noch öfter wiederholt werden. Wenn die Serie dort aber raus geht, wird sie zu Netflix wandern.

      • ide02 says:

        Ich hatte es befürchtet. ;-) Na gut, dann heißt es hier auch warten…langsam bin ich das Warten, was Serien betriff, gewöhnt.

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