Das Erwachen der Macht

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Falls ihr es noch nicht mitbekommen habt: Vor ein paar Tagen ist ein neuer Star Wars Film in den Kinos der Welt gestartet. Am Sonntag Nachmittag begab ich mich dafür in ein weit, weit entferntes Lichtspielhaus und sah mir den Film in galaktischem 3D an.

Ich ging doch mit einer gewissen Skpesis in den Film. Die Enttäuschung über Episode I ist immer noch nicht weg zu diskutieren, dazu der Wechsel zu Disney, J. J. Abrams als Director, was bei Star Trek nicht wirklich geklappt hat – die Zeichen waren also da, um mit dem schlimmsten zu rechnen.

Und was soll ich sagen: Enttäuscht wurde ich nicht. Im Gegenteil, ich habe einen sehr guten Film gesehen. Die Fehler der Episoden I – III wurden weitesgehend nicht wiederholt: Man verhedderte sich nicht in irgendwelchen politischen Erklärungen und diesen einen, großen Überbau, auf den alles hinaus laufen muss (Anakin wird zu Dart Vader), so einen gibt es dieses Mal nicht, was sehr befreiend wirkt. Jar Jar Binks ist auch nicht dabei.

Statt dessen bestreiten die neuen Figuren, Schrottsammlerin Rey (hach Daisy Ridley) und der seiten-wechselnde Sturmtruppler Finn (John Boyega) einen Großteil des Beginns alleine. Aber sie schaffen es ohne Mühe, mich in diese fremde, vertraute Galaxie zu ziehen – so ein Gefühl hatte ich lange nicht mehr bei einem Film. Und wenn dann irgendwann Han Solo und Chewbacca auftauchen und ihren wir sind wieder zu Hause Satz sagen dürfen, sprechen sie mir aus dem Herzen.

Wie nicht anders zu erwarten war, sind die Bilder fantastisch und die künstlichen Effekte absolut realistisch in die eindrucksvollen Sets eingebaut – während das 3D natürlich wie immer ziemlich unnötig war. Die Mischung zwischen Story, netten Sprüchen, Action und Weltraum-Szenen stimmt und es gibt genug Details, um auch die alten Fans mit ins Boot zu holen. Es ist einfach perfektes, unverkrampftes Popcorn-Kino, das sich sehr harmonisch in das Star Wars Universum einfügt.

Aber natürlich klappt nicht alles an diesem Film. Die Story kommt einem doch etwas zu bekannt vor, Abrams wählt die sichere Nummer. Carrie Fisher als Leia funktioniert leider gar nicht und der Gegenspieler Kylo Ren (Adam Driver) bleibt auch etwas blass. Auch die Entwicklung von Rey scheint etwas unglaubwürdig, aber da vermute ich, dass wir in den nächsten Teilen noch einige Überraschungen zu ihren Hintergründen hören werden. Immerhin passt der Titel des Films ja eigentlich nur zu ihr so richtig.

Letztlich ist es aber immer eine Frage der Erwartungen an so einen großen Blockbuster. Star Wars will allen gefallen, den Fans und den Neueinsteigern, und schafft diesen Spagat sehr gut. Sicherlich hätte er noch etwas mehr Innovationen vertragen können, so hält er sich eher auf bekanntem Terrain. Die riesige Marketing Blase rund um den Film verpufft jedoch nicht, sondern gebärt tatsächlich den Film, den sich (fast) alle erhofft haben. (9/10)

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2 Responses to Das Erwachen der Macht

  1. Ide02 says:

    Ich kann mich dieser Filmkritik anschließen. Ich habe den Film ähnlich wahrgenommen wie du.
    Mit großer Skeptik bin ich hinein, weil ich die Befürchtung hatte, dass sie mir Luke zerreißen (Held meiner Jugend ;-) ). Aber das haben sie nicht. *uff* Und auch sonst empfand ich, dass der Film einen würdigen Nachfolgerfilm darstellt. Auch die Schauspieler (sehen wir von den alten mal ab) sind dieses Mal wesentlich besser gewählt. Ich freue mich also auf den nächsten Teil und werde weniger ängstlich reingehen, wenn sie diese Qualität wahren.
    Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr! :-)

    • Nummer Neun says:

      Also die beiden Hauptschauspieler sind auf jeden Fall gut gecastet! Bei den anderen kann man wohl auch etwas geteilter Meinung sein. Und bei Carrie Fisher hat man leider gemerkt, warum sie keine große Karriere mehr hingelegt hat :/

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