Serienwahn 2015/III

Der aktuelle Serienwahn. Da ich ab Montag für ein paar Tage im Urlaub bin, wird in diesem Quartal nichts mehr dazu kommen. Reicht aber auch, er ist auch so schon recht umfangreich geraten. Weiß gar nicht genau, wie ich das bei diesem Sommer überhaupt geschafft habe. Die Genres sind bunt gemischt: Von Krimi über Drama, von Scifi bis zu Mystery ist da vieles dabei. Ein richtiger Ausfall allerdings, der fehlt. Vorsicht: Spoiler sind manchmal unvermeidlich.

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Bates Motel (Staffel 3) – 7 von 10

Norman Bates (Freddie Highmore) ist wieder da! Würde er doch nur mit seiner Mutter Norma (Vera Farminga) ganz in Ruhe das Hotel führen – aber so einfach ist ihr beider Leben nicht. Normans Psychosen werden schlimmer, zu seinen Aussetzern gesellen sich immer mehr Wahnvorstellungen. Und Norma? Bei dem Versuch ihren Sohn zu schützen schlittert sie immer wieder in die dunklen Seiten der Gesellschaft hinein. Das geht in dieser Staffel überraschend mau und arg konstruiert los, mausert sich dann aber doch noch zur gewohnten Qualität.

Homeland (Staffel 4) – 8 von 10

Nach dem Absturz in der vergangenen Staffel hat sich die Serie wieder gefangen. Ohne Brody wurde die Serie in eine neue Richtung gelenkt, was ihr spürbar gut tat. Carrie (Claire Danes) ist nun im Nahen Osten aktiv und befehligt einen furchtbar schief gehenden Drohnenangriff, der eine ganze Kettenreaktion in Pakistan auslöst. Wer hat welchen feindlichen Spion in seinen Reihen, wer spielt hier mit gefälschten Karten? Spannende Sache!

How To Get Away With Murder (Staffel 1) – 7 von 10

Annalise Keating (Emmy prämiert: Viola Davis) ist eine erfolgreiche Strafverteidigerin und Profesorin. Fünf ihrer Studenten erhalten die Gelegenheit, sie bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Dabei untersuchen sie auch den Tod einer Studentin, der mysteriöser ist, als er zunächst erscheint. Die Serie zieht dabei ihre Spannung aus den Zeitsprüngen – und beginnt gleich mit einem Vorausblick, der die Studentengruppe dabei zeigt, wie sie versuchen, eine Leiche zu entsorgen. Wer ist das Opfer, wer hat ihn oder sie umgebracht und wie konnte es dazu kommen? Die große Geschichte der Staffel wird dabei immer spannender und hält einen am Fernseher. Dadurch verzeiht man der Serie die kleineren Schwächen, die sie hat – sei es die unglaubwürdige Ausgangskonstellation mit den Praktikanten und die eher langweiligen Fälle der Woche.

Lerchenberg (Staffel 2) – 6 von 10

Sascha Hehn (gesielt von Sascha Hehn) will nach wie vor beim ZDF sein Comeback starten. Dabei soll ihm Redakteurin Billie helfen, die selbst wenig von Hehn hält – aber ihre beiden Karrieren werden immer stärker miteinander verknüpft. Zugegeben, so richtig zum Schenkelklopfen fand ich die Serie nicht – kein Wunder, die goldene Regel lautet ja auch: Kein Witz in der Satire – aber die selbstironischen Anspielungen auf die TV-Welt (Hehn in Stirb Langsam-Outfit, Hehn in einigen TV-Rollen, das ZDF-Programm) und die gestiegene Zahl an prominenten Gaststars (Berben, Böhmermann, Blanco, u.a.) machen Spaß. Und die 4 Folgen sind echt flott durch geschaut.

Marvels Agent Carter (Staffel 1) – 7 von 10

Ich bin ja nun wirklich kein Marvel-Fan, außer den Guardians of the Galaxy hat mir da bisher nichts richtig gefallen, aber diese Serie ist – nunja – einfach nett. Peggy Carter (Hayley Atwell) arbeitet nach dem zweiten Weltkrieg in der Geheimorganisation SSR. Über viel mehr als Kaffee kochen und den Papierkram kommt sie dort jedoch nicht hinaus. Gut, das sie nebenbei auch von dem Tüftler Howard Stark Aufträge erhält. Unbekannte haben von ihm extrem gefährliche Erfindung entwendet, die Carter mit Hilfe von Starks Butler zurück holen soll. Leider ist das einfacher gesagt, als getan. Die Serie lebt von der guten Chemie zwischen Carter und dem Butler und den vertauschten Geschlechterklisches. Das 50er Jahre Setting ist interessant, der SciFi-Anteil recht gering und beschränkt sich auf einige kleine Gadgets. Außerdem ist die Staffel angenehm kurz und straff, so dass die Serie am Ende einfach nette Unterhaltung ist.

Nashville (Staffel 3) – 8 von 10

Meine Guilty Pleasure Serie ist wieder zurück – es gibt wieder neues aus Nashville! Es wird wieder geliebt und gestritten, intrigiert und wieder vertragen und dazwischen gibt es jede Menge Musik. Die Grenzen zwischen sympathisch und unsympathisch sind fließend. Im Vergleich zur Vorgängerstaffel hat man das Tempo etwas raus genommen und manche Storys zum Glück etwas länger gespielt. Auch gab es dieses Mal einige lustige Szenen, was vorher fast völlig gefehlt hat. Nur dass sich meine Lieblingsband, die Triple Exes, aufgelöst hat, nehme ich der Serie übel. Aber so lange am Ende wieder alle zusammen im Bluebird spielen, ist alles in Ordnung.

Navy CIS: New Orleans (Staffel 1) – 7 von 10

Ein neues NCIS-Team in einer neuen Stadt, aber die Serie funktioniert nach bewährtem Rezept. Das Team rund um Agent Pride (Ex-Enterprise Captain Scott Bakula) ist sympathisch, New Orleans als Kulisse funktioniert gut und wenn man es schafft, durch den stärkeren Fokus auf einen Ort ein enges Netz aus Nebenfiguren zu etablieren, wäre das ein echtes Plus gegenüber der Mutterserie. Zwar überzeugt nicht jeder Fall, aber insgesamt lässt sich die erste Staffel ganz gut sehen.

Sherlock (Staffel 2) – 9 von 10

Zugegeben, Sherlock Homes ist immer noch nicht der sympathischste Ermittler und die Hinweise, die er so sieht, sind oft einfach an den Haaren herbei gezogen – aber was soll’s! Die Fälle sind einfach spannend, saugut umgesetzt und bieten immer einen würdigen Gegenspieler. Alleine das Staffelfinale mit Moriarty ist einfach unglaublich! Unbedingt mehr davon!

The Last Ship (Staffel 2) – 6 von 10

An Bord der USS Nathan James wurde ein Heilmittel gegen das tödliche Virus entwickelt. Aber nicht jeder Überlebende der Virus-Infektion ist davon begeistert, schließlich wollen die bösen Jungs ihre gehobene Stellung nicht verlieren. Zuverlässig liefert auch die zweite Staffel das, was man von einer Michael Bay-Serie erwarten kann: Solide Militär-Action. Und wenn man sich damit begnügt, wird man auch nicht schlecht unterhalten. Wer dagegen Drama, Grauzonen oder interessante Charaktere erwartet, sollte was anderes schauen.

Wayward Pines (Staffel 1) – 8 von 10

Mal wieder eine Serie, die als das neue Twin Peaks angekündigt wurde. War sie dann natürlich nicht. Dafür reicht es halt nicht, nur eine mysteriöse Kleinstadt zu zeigen, in der nichts so ist, wie es scheint. Die Serie fängt stark an, man weiß nie genau, wo man dran ist, aber man ist schnell gefangen von der Atmosphäre. In jeder Folge wird noch etwas drauf gesetzt und kaum glaubt man, man weiß, wie der Hase läuft, ändert sich doch nochmal alles. Bis zur Mitte der Staffel, als man sich auf einmal anderthalb Folgen Zeit nimmt, das Mysterium rund um Wayward Pines zu erklären. Auch die Folgen nach dem Twist sind noch gut, aber doch ganz anders. Und man hat lange genug Zeit, die gelieferte Erklärung zu hinterfragen und stößt dabei auf mittlere bis große Logiklöcher. Deshalb packt man die Auflösung normalerweise auch an das Ende, lieber Herr Shyamalan! Trotzdem – die Serie hat was. Fortsetzung ist allerdings noch ungewiss.

Z Nation (Staffel 1) – 7 von 10

An einem Gefangen wird erstmals ein wirksamer Impfstoff gegen das Zombievirus getestet, kurz bevor die Anstalt von Zombies überrannt wird. Häftling Murphy soll nun mit Hilfe einer bunt zusammen gewürfelten Truppe in ein Labor nach Kalifornien gebracht werden, um dort mit Hilfe seines Blutes ein wirksames Gegenmittel zu erstellen. Wem es bei The Walking Dead zu viel Drama ist, der sollte hierauf mal einen Blick werfen. Hauptfigur Sgt. Garnett sagt es bereits in der ersten Folge: Ich hasse moralische Dilemmas. Daher gibt sich die Serie auch nicht viel damit ab. Hier regiert die Action. Und wenn man sich darauf einläßt, hat man echt Spaß: Ein Zombienado, radioaktive Zombies, Zombies auf Viagra, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Der Logik und den CGI-Effekten dagegen schon – aber Z Nation liefert das, was es bieten möchte: Spaß.

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Ich kann mich übrigens nicht entscheiden, wen ich in diesem Quartal am coolsten ein Eis haben essen sehen. War es Sascha Hehn in Lerchenberg oder doch eher Terrence Howard in Wayward Pines? Ich weiß es nicht.

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Auf geht’s ins letzte Quartal des Jahres. Mit NCIS S12 und Community S6 sollte ich bis dahin mit einigen Klassikern durch sein. Dann stehen die zweiten Staffeln der True Detective und von Broadchurch an – ich versuche, beides vorurteilsfrei zu sehen. Die Zombies von The Walking Dead schleichen in die sechste Runde. Und dann sind auf meinem Zettel noch einige deutschsprachige Produktionen notiert: Braunschlag, Blochin – Die Lebenden und die Toten, Deutschland 83 und Weinberg starten demnächst.

Was habt ihr von den Serien gesehen? Und auf welche Serien freut ihr euch im Moment am meisten?

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2 Responses to Serienwahn 2015/III

  1. bknicole says:

    Bei Bates Motel bin ich ja immer noch verägert, das man bei Vox die Ausstrahlung der 2.Staffel kurz vor dem Finale abgebrochen hat. Für uns Fans ist das einfach immer richtig doof und einer der Gründe, warum ich die meisten Serien eigentlich lieber bei Amazon Prime sehen würde. Da weiß ich wenigstens, dass die Serien komplett gezeigt werden. Für Bates Motel hat Netflix ja leider die Rechte und das ist mir monatlich für das karge Angebot einfach noch zu teuer. Somit hoffe ich, dass Vox irgendwann mal die restlichen Folgen zeigen wird, denn gerade wurde es ja so richtig spannend. How to get away with Murder verfolge ich gerade ebenfalls auf Vox, aber auch da sind die Quoten nicht so wie erhofft und die hoffe sie zeigen zumindest die Serie bis zum Ende, denn mir gefällt sie wirklich gut. Viola Davis trägt die Serie für mich einfach. Sie Annalise Keating wunderbar. Ich mag taffe, charismatische Frauen. Dazu möchte ich nun auch endlich Antworten auf all die Fragen, die ich so habe.

    Z Nation da möchte ich mal reinschauen, sobald es auf Rtl 2 läuft. Kommt ja dann immer nach The Walking Dead und das werde ich mir ja eh anschauen. Freue mich schon drauf, auch wenn ich ab und an der Meinung bin, dass die Luft da auch etwas raus ist.

    Gerade freue ich mich immer sehr auf The Flash. Ich mag Barry Allen einfach sehr und ich könnte ihn echt immer knuddeln. Da hat man einfach einen ganz symphatischen Superhelden geschaffen.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Das hört sich ja echt super an, wie gesagt ich hätte das auch total gerne studiert ,aber nur Geschichte da bekommt man halt schwer nen Job. Du hast dann sicherlich Wirtschaft studiert oder? Ein bisschen Geschichte habe ich ja auch in meinem Politikstudium, vor allem wenn es um die politische Theorie geht oder später gibt es auch ein Seminar das “Zeitgeschichte” heißt, da bin ich dann auch schon recht gespannt, wie das rübergebracht wird.

    Jaa die kenne ich. Habe da mehrere Ausgaben zur Ägypten Thematik und eine die sich um Tutanchamun dreht. Finde die Hefte auch immer toll, sind zwar nicht ganz günstig, aber da steckt ja auch viel Arbeit dahinter.

    • Nummer Neun says:

      Oha – das war mal ein ausführlicher Kommentar :)

      Ja wegen dieser Ausstrahlungsproblematik liebe ich ja auch mein Pay-TV-Abo, da kann man sich sicher sein, dass die Serien auch bis zum Ende ausgestrahlt werden. Und aufgenommen sind sie dann auch leicht.

      Bin gespannt, was du dann zu Z Nation sagst, die Meinungen dazu sind ja doch sehr gespalten. Aber man kann dabei ganz einfach mal den Kopf etwas abschalten, weil dieser Drama-Anteil, wie er bei The Walking Dead dabei ist, doch ziemlich fehlt.

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