Don’t Kill The Kilians

Die Kilians waren vielleicht eine der ersten Bands, die ich über das Internet kennen lernte und nicht durch das Radio oder durch Videos auf MTVIVA. Da gab es eine Kritik auf Plattentests.de, die gradezu euphorisch war. Eine deutsche Band mit Referenzen wie den Strokes oder den damals guten Arctic Monkeys? Flugs war deren Debutalbum Kill The Kilians bestellt und ich mag es bis heute. Über diese Kritik bin ich auch auf den Blog Coffee And TV gestoßen, dem ich bis heute folge

Live sah ich sie das erste Mal 2007 im Atomic, eines meiner ersten Konzerte dort. Das war eine MTV Veranstaltung, kurz vor den EMAs hier in München. Ich war mit einem Arbeitskollegen dort, der später zu einem meiner besten Freunde wurde. Entweder davor oder danach kaufte ich mir auch noch ein Bandshirt, eines meiner ersten überhaupt.

2009 erschien ihr zweites Album – They Are Calling Your Name – das war ähnlich schnell bestellt, aber blieb nicht ganz so im Kopf. Statt dessen aber ihr Auftritt bei Rock Am See im gleichen Jahr. Was für ein Line-Up! Oasis! Kasabian! Mando Diao! Und dann trennten sich die beiden Gallagher-Brüder am Tag vor dem Festival im Streit. Die Kilians waren die ersten, die beim Festival auf die Bühne traten und der Sänger das Treiben mit den Worten Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen werde, aber scheiß auf Oasis, wir werden auch so Spaß haben eröffnete. Irgendwie tröstend.

Danach hatte ich sie ein wenig aus den Augen verloren. Ok, Fight The Start war wieder präsent, dank des Mittelschicht Rappers Cro, aber immer diese Enttäuschung, wenn im Radio dann doch nur Einmal um die Welt ertönte! Lines You Should Not Cross, ihr drittes Album, ging zunächst an mir vorbei. Erst als sie dann einen Auftritt in München ankündigten, hatte ich sie wieder im Blick. Und einen netten Abend auf ihrem Konzert im Ampere.

Als sie Mitte letzten Jahres ihre Trennung samt Abschiedstour verkündeten, war das schon etwas traurig. Die ganz großen Stars auf meiner Playlist waren sie seit 2007 zwar nie mehr, aber ich verband doch recht viel mit ihnen. Getrennt wegen Zeitmangel und verschiedener Zukunftsperspektiven. Muss man akzeptieren, viel Geld kann man als kleine deutsche Indie-Band wohl nicht machen. Wenigstens dürfte ihnen der schmächtige Panda-Typ noch den ein oder anderen Euro in die Taschen gespült haben.

Das sie ihr geplantes Konzert in München im Dezember dann verschieben mussten und deshalb erst jetzt hier im Backstage auftraten: So ist das halt. Aber so kam ich dann tatsächlich in den Genuss, ihr allerletztes Konzert zu sehen.

Was soll ich zu dem Auftritt sagen? Ich fand ihn wieder toll, die Stimme ist immer noch klasse und die Jungs machen Spaß. Spielten sich durch alle drei Alben und gaben zwei Zugaben. Als nach dem letzten Song im regulären Set noch minutenlang die Aaaaahs und Oooooohs (Konzert-Insider) durch den kleinen Backstage-Raum waberten, war das tatsächlich auch noch mal ein wenig Gänsehaut. Und dann war es aus, die Kilians Geschichte.

Macht’s gut Kilians, war immer schön mit euch!

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2 Responses to Don’t Kill The Kilians

  1. Die Kilians habe ich am Anfang richtig gefeiert, aber jetzt so aus den Augen verloren, dass meine Reaktion zur Auflösung nur war “Oh, die gibt’s noch?”. Vielleicht hätte ich sie mir doch nochmal anhören sollen, wenn du so begeistert bist.

  2. Nummer Neun says:

    Das erste Album war schon das Beste, alles was danach kam, war zwar nett, aber im Grunde verzichtbar. Aber ans Herz gewachsen waren sie mir halt trotzdem :)

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